Paragrafenritt

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DOSchreiber

Mitglied
Paragrafenritt


wieder
immer wieder

immer wieder
wieder dem Recht
dem Recht geschuldet
geschuldet legt er
legt er stürmisch
stürmisch beklatscht
beklatscht ihn hin

weil immer wieder
wieder kommen neue
neue Rechte
Rechte die in Form
in Form in Form
gegossen gegossen
werden müssen

müssen immer wieder
wieder dem Recht
dem Recht geschuldet
geschuldet Ritte
Ritte vollendet
vollendet werden
werden wieder

wieder
immer wieder
 

Etma

Mitglied
Der Stil ist fantastisch und er kohäriert gewissermaßen mit dem Inhalt (Recht ...) nur wünsche ich mir ein wenig mehr Klarheit und eine prägnantere Aussage. Für mich ist das noch ein wenig zu sehr Puzzle. Das liegt mit Sicherheit auch an meinem Unverständnis gegenüber dem Recht. Vielleicht spielt aber das Gedicht genau damit herum, der Schwierigkeit des Zugangs zum Recht?

LG,
Peter
 

DOSchreiber

Mitglied
Lieber Peter,

herzlichen Dank für deinen Einwurf!

Du brauchst die Frage des Rechts hier im Gedicht nicht näher diskutieren, denn ein bestimmtes Recht spielt hier keine Rolle. Du kennst die Kette:

Recht ist noch lange kein Gesetz - Gesetz ist aber Recht - Recht findet sich in Paragrafen - Paragrafen sind die Ordnung des Gesetzes

Der Paragrafenreiter ist der Rechthabende, weil er sich auf das Gesetz - permanent! - berufen kann: Er reitet auf den Paragrafen, weil er sich im Recht weiß!
Der permanente Vorgang dieser Tatsache hat zur Voraussetzung, dass neue oder Verfeinerungen schon bestehender Rechte wieder in Form gegossen (= Gesetz) werden müssen. Der Vorgang des Paragrafenritts wiederholt sich, wiederholt sich, wiederholt sich ...

So hat das Gedicht keinen Anfang und hört doch nie auf ...


Schönen Gruß
von
Dyrk
 

Etma

Mitglied
Vielen Dank für deine Antwort, Dyrk, jetzt sehe ich worauf das Gedicht hinaus will und die Wiederholungen und das sozusagen fehlende Ende und der sozusagen fehlende Anfang ergeben noch mehr Sinn!

Herzlich, Peter
 

blackout

Mitglied
Glückwunsch, eine neue Gedichtart erfunden: das Stottergedicht. Nichts gegen das Stottern, nur im Gedicht sollte es doch möglich sein, es zu vermeiden.

blackout
 

 
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