Per Luftpost

3,80 Stern(e) 4 Bewertungen

Perry

Mitglied
Hallo blackout,

der Text trägt die Einsamkeit einer verlorenen Liebe in sich.
"September und Venus" transportieren diese Stimmung gut.
LG
Manfred
 

blackout

Mitglied
Nein, die Idee spricht nicht von einer verlorenen, sondern nur von einer räumlich getrennten Beziehung. Deshalb der Titel "Per Luftpost". Aber trotzdem, vielen Dank für dein Interesse.

blackout
 

Perry

Mitglied
Hallo blackout,

Vielleicht solltest Du am Titel nochmal arbeiten, denn "Luftpost" ist doch etwas weitgespannt, bzw. nicht mehr zeitgemäss.
LG
Manfred
 
Hallo blackout,
mir scheint es hier um eine ungeklärte "Fernbeziehung" zu gehen.
Deine Metaphern und die Stimmung des Textes gefallen mir sehr.
Herzliche Grüße
Karl
 

blackout

Mitglied
Du hast recht, Perry. Aber es gibt auch heute noch Leute, die lieber Briefe als E-Mails schreiben. Und wenn die Post auf einen anderen Kontinent geht, welche Möglichkeiten außer Luftpost gibt es da?

blackout
 

blackout

Mitglied
Du meinst, wegen des Schlusses sei die Beziehung ungeklärt? Nein, da hatte ich eine ganz andere Überlegung. Eine längere Trennung über weite Entfernungen schafft immer irgendwelche Klagen, die dem empfangenden Partner die Trennung schwermachen. Und den Menschen, den man liebt, im Traum sehen, das heißt doch, dass man sich sehr intensiv mit dem anderen beschäftigt und eigentlich nicht eingestehen will, dass es so ist, weil er sonst beunruhigt wäre, denn man liebt ihn zu sehr. Es ist eben ein kompliziertes Paar.

Ist das zuwenig verständlich geschrieben?

blackout
 

Cellist

Mitglied
Hallo blackout,

ich finde, du kannst deinen Text noch deutlich verbessern.

Am Morgen, in der Stille,
ich ging durch die schlafenden Straßen,
der Ruf einer Elster.
Hier würde ich „in der Stille“ streichen, denn die schlafenden Straßen sagen doch schon alles. Du hast ja an anderer Stelle selbst kritisch Verdichtung eingefordert und Verdichtung ist ja das, was uns "Dichter" antreibt. ;-)


Im Ahornbaum saß sie, der gelb war
vom September.
Hier würde ich umstellen auf „sie saß im Ahornbaum, der gelb …“. Wird nach mehrmaligem Lesen klar, was du meinst, ist in meinen Augen aber dennoch unglücklich formuliert.


Und überm Dach
des höchsten Hauses, zitternd
in der Kühle der Frühe, hing einsam
der Venusstern.
Ein zitternder Stern? Nö, das geht für mich gar nicht. Und hängt ein Stern? Gut, man kann es so sehen, aber besser und auch treffender finde ich das gewöhnliche „stand einsam der Venusstern“.


Heute nacht
träumte ich von dir. Aber das
wollte ich dir gar nicht schreiben.
Das finde ich klasse.


LG
Cellist
 

blackout

Mitglied
Danke, Cellist, für die Beschäftigung mit dem kleinen Text.
Mal sehen, was sich machen lässt.

"In der Stille" kann man weglassen, hast recht, das ist eine Dopplung. Aber das ist eine Stilfigur, indem eine Sache zweimal gesagt wird, nämlich das erste Mal "Es war sehr still", dann wird erklärt, warum: (Sogar) die Straßen schliefen, wird es zur doppelten Stille, also sehr, sehr still. Es wird also Bezug darauf genommen, dass das Du gegenwärtig in einer sehr lauten Gegend wohnt, in der es niemals still wird, deshalb betont sie das. Wenn man das nicht weiß, ist klar, empfindet man das überflüssig.

Dir würde die Formulierung "Sie (die Elster) saß im Ahornbaum ..." eher zusagen. Aber indem ich "Im Ahornbaum saß sie" formuliere, sage ich ja gleichzeitig, dass das Ich den Vogel gesucht und endlich gefunden hatte: Aha, im Ahornbaum. Das Wichtige wird ja im Deutschen immer an den Satzanfang gestellt, nicht nur bei Nachrichten.

Der Venusstern zittert natürlich nicht. Aber durch die Atmosphäre und vermutlich durch die von der Erde aufsteigende Wärme entsteht für den Betrachter auf der Erde tatsächlich das Bild eines zitternden Sterns. Musst du mal beobachten. Als Hängen des Sterns empfand ich die Einsamkeit der Venus am Himmel, als alle anderen Sterne schon erloschen waren. Die Venus steht ja auch nicht. "Stand" kann man natürlich schreiben. Mir erscheint das Bild des Hängens über den Häusern lebendiger als das des Stehens.

Aber das sind alles nicht die Probleme, die ich mit dem Gedicht nach den Kommentaren von Perry und Karl habe. Beide haben nämlich gedacht, hier geht es um eine gestörte Beziehung. Aber das Gegenteil wollte ich ausdrücken. Deshalb habe ich als Überleitung noch drei Verse eingefügt nach dem Venusstern:

Wärest du doch dabei gewesen.
Doch zwischen uns der Ozean.
Ich weiß, es muss sein.

Nun weiß ich nicht, ob das vielleicht nicht doch zu deutlich ist. Wie siehst du das? Aber vielleicht habe ich d beim Leser zuviel vorausgesetzt, was er gar nicht wissen konnte?

Hab noch mal vielen Dank.

blackout
 

Oben Unten