Quellcode Samenspende

Quellcode Samenspende

Prinzip Verantwortung im Kontext von Freiheit, Gleichheit, Warenproduktion
Unerbittlich macht uns das Prinzip Verantwortung klar, dass keine Trickserei oder Einseitigkeit die Folgekosten einfach verschwinden lassen kann, die gesellschaftliche Individuen,durch Vertrag sich als Gleiche verstehend, hervorrufen. Der Samenspender, der mit der Frau zusammen ein künftiges Lebewesen mit unveräußerlichen Menschenrechten erzeugt, kann nur durch selbstgerechte Finessen oder durch Gewalt davon abgebracht werden, die Pflicht des Respekts vor der Gleichheit und vor der natürlichen Neugier (auf die Herkunft) im üblichen Maße zu erfüllen.

Bei einem ansatzweise existierenden politischen Erbrecht können nur solche Regelungen als angemessen, gerecht gelten, die die künstlich erzeugte Ungleichheit –z.B. zwischen ehelichen und unehelichen Kindern- auflösen oder zumindest mildern. Und umgekehrt ermahnt der Gleichheitsgrundsatz die erwachsen werdenden Nachfolger zu Respekt und, wo die Bedingungen dafür zutreffen, zu fürsorglicher Hilfe, wenn die Kraft, die Selbstbestimmungsfähigkeit der Elterngeneration nachlässt. Gegen diese Verhaltensmaximen grob und regelmäßig zu verstoßen, macht die willkürliche und selbstzerstörerische Gewalt alltäglich und zum periodisch wiederkehrenden Crash.

Denn in unserem Verhalten bringen wir nicht selten die unbedachte Verachtung alter, noch lebendiger Tabus zum Ausdruck. Das ist sicher notwendig und richtig, wenn es etwa um die Zurückweisung irgendwelcher Varianten des >Rechts der ersten Nacht< geht, verhärtet sich aber schnell zu der angesprochenen Gewaltproblematik, wenn die Überheblichkeit des modernen bürgerlichen Tuns meint, sich undifferenziert über alle tabuisierte Grenzen hinwegsetzen zu können.

Aber selbst dann, wenn der Samenspender nicht mehr am Zeugungsakt neuen Lebens beteiligt ist, weil dies von der Samenbank aus durch sachkundige Akteure der modernen Medizin geleistet wird, ist keine Ausrede erlaubt. Die Tatsache, dass die Formen der Warenproduktion in ausnahmslos alle menschlichen Verhältnisse vordringen, kann keinen Grund dafür liefern, den Grundzug der Verantwortung in unserem Handeln mit seinen unvermeidlichen Wirkungen aus der menschlichen Gesellschaft zu verbannen. Aus dieser negativen Anknüpfung an die verallgemeinerte und anonyme Warenproduktion folgt ein informationelles, wechselseitige Wirkungen entfaltendes Menschenrecht,das sich durchsetzt.

Die Samenbank - Selbstrecherche als Menschenrecht
Es handelt sich um das Recht aller Menschen, die eigene biologische Herkunft zur Herausarbeitung der eigentümlichen, besonderen Identität recherchieren zu können. Unsre Rechtsprechung hat das jetzt wieder an einem konkreten Fall bestätigt, was nicht unbedingt heißen muss, dass dieses Urteil frei wäre von üblen ideologischen Beimengungen. Jedenfalls hält unsre Gesellschaft inzwischen die notwendigen organisatorischen, technischen und bildungsmäßigen Bedingungen bereit, um gewisse menschenrechtliche Impulse zu befriedigen.

Damit aber die Selbstrecherche nicht in einen gesellschaftsschädigenden Aktionismus führt, muss freilich das an der Zeugung neuen Lebens beteiligte medizinische Personal, mehr noch als der Samenspender und der Identität suchende Mensch, an klar definierten Handlungskriterien geschult sein, die dem relativ neuen Menschenrecht Rechnung tragen müssen. Die Samenbank ist kein Naturereignis, obwohl in dieser von Menschen geschaffenen Institution ein ziemlich weit tragender Umgang mit Material der Natur gepflegt wird.

Wir registrieren, dass die Samenbanken in Deutschland gut organisiert sind, die Auswahl der Samenspender fachlich und sachlich gewährleistet ist, vom Samen eines Spenders nicht mehr als 15 Kinder gezeugt werden können, damit die legitimen Kontaktwünsche übersichtlich bleiben oder das Risiko unwissentlicher sexueller Beziehungen zwischen Halbgeschwistern beherrschbar ist. Indem ich das so sage, ist mir bewusst, dass auf diesem Gebiet Kritik das gleiche Recht hat wie überall.

Einkommen und Motive der Samenspender
Was die Verdienstmöglichkeiten der Samenspender betrifft, so sind pro Spende um die 100 EURO üblich. 100 eingefrorene Samenproben, >gesunde Spermien< und eine >attraktive Herkunft< können dem Spender in 12 bis 18 Monaten 10000 EURO einbringen. Bei 100000 Kindern, die in Deutschland auf dem Weg über Samenbanken gezeugt worden sein sollen, scheinen mir diese Geldeinnahmen nicht unbedingt ein Anreiz zur Bildung beträchtlicher Vermögen zu sein.

Die Motive der Samenspender orientieren sich daher an den langwierigen gesundheitlichen Untersuchungen, altruistischen Neigungen und immerhin noch zu 42 % an finanziellen Gesichtspunkten. Ebenfalls 42% sind offen für Kontaktwünsche >ihrer< Kinder. Diese Verhältnisse, die sich um den Samenspender ranken, sind unkomplizierter als die >Leihmutterschaft<, die >Baby-Klappe< u.ä.m., die unter verfestigten, skandalösen Herrschaftsstrukturen leiden. In der politischen Arena wird mehr getrickst.

Ideologische Blut- und Bodengefechte - >Intelligenz< und unterschwelliger Rassismus
Doch solides Wissen zum Erbmaterial, das in uns schlummert, ist wenig verbreitet. Dafür ist die vulgäre Spekulation zur Zauberwelt der Gene öfters anzutreffen. Sarrazin z.B., der ausgewiesene politische Profi, nährte den Verdacht, er greife in seinen auflagenstarken Büchern immer wieder in die rassistische Trickkiste. Der islamische Einwanderer, die >bildungsferne< Unterschicht generell, sind nach seiner Auffassung wegen ihrer minderen >Intelligenz< für Deutschland als hochentwickeltem Land eine Gefahr. Er sichert seinen rationalistischen Bruch eines historisch bei uns besonders ausgeprägten politischen Tabus (als Rassist aufzutreten, ist negativ sanktioniert) vorsichtig ab, indem er den allgemein verbreiteten Irrglauben von der direkt aus den >Genen< erwachsenden Intelligenz unangetastet voraussetzt. Das entspricht etwa der bis heute in uns allen stillschweigend wirkenden Annahme, die Nazi-Partei habe Interessen der deutschen Nation verfolgt.

Meine These zum Prinzip Verantwortung und zu den gängigen, aber unbearbeiteten Tabus versteht sich als Aufforderung an die Politik, endlich z.B. das Staatsbürgerrecht gründlich von allen Zusätzen der verheerenden Blut- und Boden-Ideologien und der damit verknüpften unwürdigen Repression zu befreien.

Der griffigen Formel bei Sarrazin sieht man die alarmistische Intention direkt an: >Mehr Kinder von den Klugen, bevor es zu spät ist<. Gerade rief der Hessische Justizminister Hahn, dummdreist und scheinbar neutral ebenfalls an jenem Tabu rüttelnd, die Geister einer liberalen Eugenik auf den Plan: >Bei Philipp Rösler würde ich allerdings gerne wissen, ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vizekanzler auch noch länger zu akzeptieren<. In Bayern sprach einst Ministerpräsident Stoiber selbstsicher von einer >durchrassten Gesellschaft<, die nicht hinzunehmen sei, auch wenn sie sich >multikulturell< verkleide. Die Bundeskanzlerin, Angela Merkel, zeigte sich sichtlich erleichtert, als sie ihre erzkonservativen Parteifreunde nachbetete, die vom >Tod< einer für Deutschland wünschenswerten multikulturellen Gesellschaftsentwicklung gesprochen hatten. Sie alle sind überzeugt von der Zugkraft rassistischer Ideologeme, die fest in der Bevölkerung verankert seien – wie ein naturreligiöser Glaube. So kann der schon oft beschworene >unterschwellige Rassismus< in unserem Lande wirksam werden.

Der Fall Shakespeare, Quell und Gegenstand kulturpolitischer Verstehensarbeit ?
Ein anderer aktueller Fall in England, der bei uns Zeitungsspalten füllt: Das Scheusal Richard III., König von England im 15. Jahrhundert, holte Shakespeare für uns auf die Bühne, während die Gebeine des Herrschers über die Jahrhunderte als verschollen galten. Dass das Propagandastück für den Dramatiker karrierefördernd war, kann als sicher gelten. Erstaunlich ist, mit welch großem Aufwand die Archäologen und Genetiker das Skelett unter einem Parkplatz in Leicester als den im >Rosenkrieg< niedergemetzelten König identifizierten.

Eine komplizierte Genanalyse erbrachte seit dem Fund im vergangenen Jahr den Beweis der schon vermuteten Identität. Die inzwischen verstorbene Kanadierin Joy Ibsen stammte in 17. Generation von der Schwester Richards III. ab, von Anne von York. Die Tochter und der in London lebende Sohn der Ibsen, ein Tischler, stellten sich dem Gen-Test zur Verfügung. Michael Ibsen stand nach Analyse seiner DNA-Probe allein mit der Genetikerin vor dem >buckligen< Knochengerüst seines Ahnen: >Es war bewegend, neben Richard III. zu stehen - nicht nur, weil er eine historisch bemerkenswerte Persönlichkeit ist, sondern, weil diese genetische Beziehung zu ihm besteht<.

Die Stimmen in England mehren sich nun, die eine gewisse Korrektur der Geschichtsschreibung auch gegen die Position Shakespeares erhoffen. Der Wert einer solchen Wendung in der geschriebenen und vielleicht auch öffentlich werdenden Geschichte kann aus unsrer Sicht schwer eingeschätzt werden. Vor allem aber bleibt nach meiner Beobachtung die Rolle Englands im europäischen Integrationsprozess noch relativ unbearbeitet und wenig verstanden.
 
27.02.2013
Lieber Sigurt Funk,
du machst auf einen, aus meiner Sicht, ziemlich unangenehmen Widerspruch im QUELLCODE SAMENSPENDE aufmerksam. Angestoßen von Ulrike, laboriere ich schon eine Weile an der sprachlichen Form einerseits, andererseits an der zugrunde liegenden Logik. Und die ist leider immer noch von einigen Ungereimtheiten gekennzeichnet.

In meinen Texten über die LEIHMUTTER und die Transplantationsmedizin (DER NÜTZLICHE TOD) beschäftige ich mich ebenfalls mit der übergeordneten Thematik von der Zukunft der menschlichen Natur (Habermas), die längst in unser aller Alltag eingedrungen ist (Zukunft in der Gegenwart).

Es ist mir klar, dass mich die logischen Ungereimtheiten hinter der Textform in die Ecke eines unkritischen Jüngers naturrechtlicher Konzeptionen drängen. Aber ich hoffe, diesem Schicksal durch weitere Korrekturen noch entrinnen zu können.
Freundlich grüßt herbert schmelz
 

Sigurt Funk

Mitglied
Unkritischer Jünger?

Lieber Herbert Schmelz, in welche Ecken wir (ich zähle mich in Bescheidenheit auch dazu) auch immer gehören mögen, die Ecke der "unkritischen Jünger" ist es sicher nicht.(;-))
Mit besten Grüßen
Sigurt Funk
 
Quellcode Samenspende

Prinzip Verantwortung im Kontext von Freiheit, Gleichheit, Warenproduktion
Unerbittlich macht uns das Prinzip Verantwortung klar, dass keine Trickserei oder Einseitigkeit die Folgekosten einfach verschwinden lassen kann, die gesellschaftliche Individuen,durch Vertrag sich als Gleiche verstehend, hervorrufen. Der Samenspender, der mit der Frau zusammen ein künftiges Lebewesen mit unveräußerlichen Menschenrechten erzeugt, kann nur durch selbstgerechte Finessen oder durch Gewalt davon abgebracht werden, die Pflicht des Respekts vor der Gleichheit und vor der natürlichen Neugier (auf die Herkunft) im üblichen Maße zu erfüllen.

Bei einem ansatzweise existierenden politischen Erbrecht können nur solche Regelungen als angemessen, gerecht gelten, die die künstlich erzeugte Ungleichheit –z.B. zwischen ehelichen und unehelichen Kindern- auflösen oder zumindest mildern. Und umgekehrt ermahnt der Gleichheitsgrundsatz die erwachsen werdenden Nachfolger zu Respekt und, wo die Bedingungen dafür zutreffen, zu fürsorglicher Hilfe, wenn die Kraft, die Selbstbestimmungsfähigkeit der Elterngeneration nachlässt. Gegen diese Verhaltensmaximen grob und regelmäßig zu verstoßen, macht die willkürliche und selbstzerstörerische Gewalt alltäglich und zum periodisch wiederkehrenden Crash.

Denn in unserem Verhalten bringen wir nicht selten die unbedachte Verachtung alter, noch lebendiger Tabus zum Ausdruck. Das ist sicher notwendig und richtig, wenn es etwa um die Zurückweisung irgendwelcher Varianten des >Rechts der ersten Nacht< geht, verhärtet sich aber schnell zu der angesprochenen Gewaltproblematik, wenn die Überheblichkeit des modernen bürgerlichen Tuns meint, sich undifferenziert über alle tabuisierte Grenzen hinwegsetzen zu können.

Aber selbst dann, wenn der Samenspender nicht mehr am Zeugungsakt neuen Lebens beteiligt ist, weil dies von der Samenbank aus durch sachkundige Akteure der modernen Medizin geleistet wird, ist keine Ausrede erlaubt. Die Tatsache, dass die Formen der Warenproduktion in ausnahmslos alle menschlichen Verhältnisse vordringen, kann keinen Grund dafür liefern, den Grundzug der Verantwortung in unserem Handeln mit seinen unvermeidlichen Wirkungen aus der menschlichen Gesellschaft zu verbannen. Aus dieser negativen Anknüpfung an die verallgemeinerte und anonyme Warenproduktion folgt ein informationelles, wechselseitige Wirkungen entfaltendes Menschenrecht,das sich durchsetzt.

Die Samenbank - Selbstrecherche als Menschenrecht
Es handelt sich um das Recht aller Menschen, die eigene biologische Herkunft zur Herausarbeitung der eigentümlichen, besonderen Identität recherchieren zu können. Unsre Rechtsprechung hat das jetzt wieder an einem konkreten Fall bestätigt, was nicht unbedingt heißen muss, dass dieses Urteil frei wäre von üblen ideologischen Beimengungen. Jedenfalls hält unsre Gesellschaft inzwischen die notwendigen organisatorischen, technischen und bildungsmäßigen Bedingungen bereit, um gewisse menschenrechtliche Impulse zu befriedigen.

Damit aber die Selbstrecherche nicht in einen gesellschaftsschädigenden Aktionismus führt, muss freilich das an der Zeugung neuen Lebens beteiligte medizinische Personal, mehr noch als der Samenspender und der Identität suchende Mensch, an klar definierten Handlungskriterien geschult sein, die dem relativ neuen Menschenrecht Rechnung tragen müssen. Die Samenbank ist kein Naturereignis, obwohl in dieser von Menschen geschaffenen Institution ein ziemlich weit tragender Umgang mit Material der Natur gepflegt wird.

Wir registrieren, dass die Samenbanken in Deutschland gut organisiert sind, die Auswahl der Samenspender fachlich und sachlich gewährleistet ist, vom Samen eines Spenders nicht mehr als 15 Kinder gezeugt werden können, damit die legitimen Kontaktwünsche übersichtlich bleiben oder das Risiko unwissentlicher sexueller Beziehungen zwischen Halbgeschwistern beherrschbar ist. Indem ich das so sage, ist mir bewusst, dass auf diesem Gebiet Kritik das gleiche Recht hat wie überall.

Einkommen und Motive der Samenspender
Was die Verdienstmöglichkeiten der Samenspender betrifft, so sind pro Spende um die 100 EURO üblich. 100 eingefrorene Samenproben, >gesunde Spermien< und eine >attraktive Herkunft< können dem Spender in 12 bis 18 Monaten 10000 EURO einbringen. Bei 100000 Kindern, die in Deutschland auf dem Weg über Samenbanken gezeugt worden sein sollen, scheinen mir diese Geldeinnahmen nicht unbedingt ein Anreiz zur Bildung beträchtlicher Vermögen zu sein.

Die Motive der Samenspender orientieren sich daher an den langwierigen gesundheitlichen Untersuchungen, altruistischen Neigungen und immerhin noch zu 42 % an finanziellen Gesichtspunkten. Ebenfalls 42% sind offen für Kontaktwünsche >ihrer< Kinder. Diese Verhältnisse, die sich um den Samenspender ranken, sind unkomplizierter als die >Leihmutterschaft<, die >Baby-Klappe< u.ä.m., die unter verfestigten, skandalösen Herrschaftsstrukturen leiden. In der politischen Arena wird mehr getrickst.

Ideologische Blut- und Bodengefechte - >Intelligenz< und unterschwelliger Rassismus
Doch solides Wissen zum Erbmaterial, das in uns schlummert, ist wenig verbreitet. Dafür ist die vulgäre Spekulation zur Zauberwelt der Gene öfters anzutreffen. Sarrazin z.B., der ausgewiesene politische Profi, nährte den Verdacht, er greife in seinen auflagenstarken Büchern immer wieder in die rassistische Trickkiste. Der islamische Einwanderer, die >bildungsferne< Unterschicht generell, sind nach seiner Auffassung wegen ihrer minderen >Intelligenz< für Deutschland als hochentwickeltem Land eine Gefahr. Er sichert seinen rationalistischen Bruch eines historisch bei uns besonders ausgeprägten politischen Tabus (als Rassist aufzutreten, ist negativ sanktioniert) vorsichtig ab, indem er den allgemein verbreiteten Irrglauben von der direkt aus den >Genen< erwachsenden Intelligenz unangetastet voraussetzt. Das entspricht etwa der bis heute in uns allen stillschweigend wirkenden Annahme, die Nazi-Partei habe Interessen der deutschen Nation verfolgt.

Meine These zum Prinzip Verantwortung und zu den gängigen, aber unbearbeiteten Tabus versteht sich als Aufforderung an die Politik, endlich z.B. das Staatsbürgerrecht gründlich von allen Zusätzen der verheerenden Blut- und Boden-Ideologien und der damit verknüpften unwürdigen Repression zu befreien.

Der griffigen Formel bei Sarrazin sieht man die alarmistische Intention direkt an: >Mehr Kinder von den Klugen, bevor es zu spät ist<. Gerade rief der Hessische Justizminister Hahn, dummdreist und scheinbar neutral ebenfalls an jenem Tabu rüttelnd, die Geister einer liberalen Eugenik auf den Plan: >Bei Philipp Rösler würde ich allerdings gerne wissen, ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vizekanzler auch noch länger zu akzeptieren<. In Bayern sprach einst Ministerpräsident Stoiber selbstsicher von einer >durchrassten Gesellschaft<, die nicht hinzunehmen sei, auch wenn sie sich >multikulturell< verkleide. Die Bundeskanzlerin, Angela Merkel, zeigte sich sichtlich erleichtert, als sie ihre erzkonservativen Parteifreunde nachbetete, die zufrieden vom >Tod< einer (für Deutschland wünschenswerten) multikulturellen Gesellschaftsentwicklung gesprochen hatten. Sie alle sind überzeugt von der Zugkraft rassistischer Ideologeme, die fest in der Bevölkerung verankert seien – wie ein naturreligiöser Glaube. So kann der schon oft beschworene >unterschwellige Rassismus< in unserem Lande wirksam werden.

Der Fall Shakespeare, Quell und Gegenstand kulturpolitischer Verstehensarbeit ?
Ein anderer aktueller Fall in England, der bei uns Zeitungsspalten füllt: Das Scheusal Richard III., König von England im 15. Jahrhundert, holte Shakespeare für uns auf die Bühne, während die Gebeine des Herrschers über die Jahrhunderte als verschollen galten. Dass das Propagandastück für den Dramatiker karrierefördernd war, kann als sicher gelten. Erstaunlich ist, mit welch großem Aufwand die Archäologen und Genetiker das Skelett unter einem Parkplatz in Leicester als den im >Rosenkrieg< niedergemetzelten König identifizierten.

Eine komplizierte Genanalyse erbrachte seit dem Fund im vergangenen Jahr den Beweis der schon vermuteten Identität. Die inzwischen verstorbene Kanadierin Joy Ibsen stammte in 17. Generation von der Schwester Richards III. ab, von Anne von York. Die Tochter und der in London lebende Sohn der Ibsen, ein Tischler, stellten sich dem Gen-Test zur Verfügung. Michael Ibsen stand nach Analyse seiner DNA-Probe allein mit der Genetikerin vor dem >buckligen< Knochengerüst seines Ahnen: >Es war bewegend, neben Richard III. zu stehen - nicht nur, weil er eine historisch bemerkenswerte Persönlichkeit ist, sondern, weil diese genetische Beziehung zu ihm besteht<.

Die Stimmen in England mehren sich nun, die eine gewisse Korrektur der Geschichtsschreibung auch gegen die Position Shakespeares erhoffen. Der Wert einer solchen Wendung in der geschriebenen und vielleicht auch öffentlich werdenden Geschichte kann aus unsrer Sicht schwer eingeschätzt werden. Vor allem aber bleibt nach meiner Beobachtung die Rolle Englands im europäischen Integrationsprozess noch relativ unbearbeitet und wenig verstanden.
 
Quellcode Samenspende

Prinzip Verantwortung im Kontext von Freiheit, Gleichheit, Warenproduktion
Unerbittlich macht uns das Prinzip Verantwortung klar, dass keine Trickserei oder Einseitigkeit die Folgekosten einfach verschwinden lassen kann, die gesellschaftliche Individuen,durch Vertrag sich als Gleiche verstehend, hervorrufen. Der Samenspender, der mit der Frau zusammen ein künftiges Lebewesen mit unveräußerlichen Menschenrechten erzeugt, kann nur durch selbstgerechte Finessen oder durch Gewalt davon abgebracht werden, die Pflicht des Respekts vor der Gleichheit und vor der natürlichen Neugier (auf die Herkunft) im üblichen Maße zu erfüllen.

Bei einem ansatzweise existierenden politischen Erbrecht können nur solche Regelungen als angemessen, gerecht gelten, die die künstlich erzeugte Ungleichheit –z.B. zwischen ehelichen und unehelichen Kindern- auflösen oder zumindest mildern. Und umgekehrt ermahnt der Gleichheitsgrundsatz die erwachsen werdenden Nachfolger zu Respekt und, wo die Bedingungen dafür zutreffen, zu fürsorglicher Hilfe, wenn die Selbstbestimmungsfähigkeit der Elterngeneration nachlässt. Hier existiert eine gesellschaftliche Situation, in der die Zwei- bis Dreigerationen Familie noch nicht vollständig aufgelöst und Auffangeinrichtungen vorhanden sind. Gegen die erwähnten Verhaltensmaximen grob und regelmäßig zu verstoßen, macht die willkürliche und selbstzerstörerische Gewalt alltäglich und zum periodisch wiederkehrenden Crash.

Denn in unserem Verhalten bringen wir nicht selten die unbedachte Verachtung alter, noch lebendiger Tabus zum Ausdruck. Das ist sicher notwendig und richtig, wenn es etwa um die Zurückweisung irgendwelcher Varianten des >Rechts der ersten Nacht< geht, verhärtet sich aber schnell zu der angesprochenen Gewaltproblematik, wenn die Überheblichkeit des modernen bürgerlichen Tuns meint, sich undifferenziert über alle tabuisierte Grenzen hinwegsetzen zu können.

Aber selbst dann, wenn der Samenspender nicht mehr am Zeugungsakt neuen Lebens beteiligt ist, weil dies von der Samenbank aus durch sachkundige Akteure der modernen Medizin geleistet wird, ist keine Ausrede erlaubt. Die Tatsache, dass die Formen der Warenproduktion in ausnahmslos alle menschlichen Verhältnisse vordringen, kann keinen Grund dafür liefern, den Grundzug der Verantwortung in unserem Handeln mit seinen unvermeidlichen Wirkungen aus der menschlichen Gesellschaft zu verbannen. Aus dieser negativen Anknüpfung an die verallgemeinerte und anonyme Warenproduktion folgt ein informationelles, wechselseitige Wirkungen entfaltendes Menschenrecht,das sich durchsetzt.

Die Samenbank - Selbstrecherche als Menschenrecht
Es handelt sich um das Recht aller Menschen, die eigene biologische Herkunft zur Herausarbeitung der eigentümlichen, besonderen Identität recherchieren zu können. Unsre Rechtsprechung hat das jetzt wieder an einem konkreten Fall bestätigt, was nicht unbedingt heißen muss, dass dieses Urteil frei wäre von üblen ideologischen Beimengungen. Jedenfalls hält unsre Gesellschaft inzwischen die notwendigen organisatorischen, technischen und bildungsmäßigen Bedingungen bereit, um gewisse menschenrechtliche Impulse zu befriedigen.

Damit aber die Selbstrecherche nicht in einen gesellschaftsschädigenden Aktionismus führt, muss freilich das an der Zeugung neuen Lebens beteiligte medizinische Personal, mehr noch als der Samenspender und der Identität suchende Mensch, an klar definierten Handlungskriterien geschult sein, die dem relativ neuen Menschenrecht Rechnung tragen müssen. Die Samenbank ist kein Naturereignis, obwohl in dieser von Menschen geschaffenen Institution ein ziemlich weit tragender Umgang mit Material der Natur gepflegt wird.

Wir registrieren, dass die Samenbanken in Deutschland gut organisiert sind, die Auswahl der Samenspender fachlich und sachlich gewährleistet ist, vom Samen eines Spenders nicht mehr als 15 Kinder gezeugt werden können, damit die legitimen Kontaktwünsche übersichtlich bleiben oder das Risiko unwissentlicher sexueller Beziehungen zwischen Halbgeschwistern beherrschbar ist. Indem ich das so sage, ist mir bewusst, dass auf diesem Gebiet Kritik das gleiche Recht hat wie überall.

Einkommen und Motive der Samenspender
Was die Verdienstmöglichkeiten der Samenspender betrifft, so sind pro Spende um die 100 EURO üblich. 100 eingefrorene Samenproben, >gesunde Spermien< und eine >attraktive Herkunft< können dem Spender in 12 bis 18 Monaten 10000 EURO einbringen. Bei 100000 Kindern, die in Deutschland auf dem Weg über Samenbanken gezeugt worden sein sollen, scheinen mir diese Geldeinnahmen nicht unbedingt ein Anreiz zur Bildung beträchtlicher Vermögen zu sein.

Die Motive der Samenspender orientieren sich daher an den langwierigen gesundheitlichen Untersuchungen, altruistischen Neigungen und immerhin noch zu 42 % an finanziellen Gesichtspunkten. Ebenfalls 42% sind offen für Kontaktwünsche >ihrer< Kinder. Diese Verhältnisse, die sich um den Samenspender ranken, sind unkomplizierter als die >Leihmutterschaft<, die >Baby-Klappe< u.ä.m., die unter verfestigten, skandalösen Herrschaftsstrukturen leiden. In der politischen Arena wird mehr getrickst.

Ideologische Blut- und Bodengefechte - >Intelligenz< und unterschwelliger Rassismus
Doch solides Wissen zum Erbmaterial, das in uns schlummert, ist wenig verbreitet. Dafür ist die vulgäre Spekulation zur Zauberwelt der Gene öfters anzutreffen. Sarrazin z.B., der ausgewiesene politische Profi, nährte den Verdacht, er greife in seinen auflagenstarken Büchern immer wieder in die rassistische Trickkiste. Der islamische Einwanderer, die >bildungsferne< Unterschicht generell, sind nach seiner Auffassung wegen ihrer minderen >Intelligenz< für Deutschland als hochentwickeltem Land eine Gefahr. Er sichert seinen rationalistischen Bruch eines historisch bei uns besonders ausgeprägten politischen Tabus (als Rassist aufzutreten, ist negativ sanktioniert) vorsichtig ab, indem er den allgemein verbreiteten Irrglauben von der direkt aus den >Genen< erwachsenden Intelligenz unangetastet voraussetzt. Das entspricht etwa der bis heute in uns allen stillschweigend wirkenden Annahme, die Nazi-Partei habe Interessen der deutschen Nation verfolgt.

Meine These zum Prinzip Verantwortung und zu den gängigen, aber unbearbeiteten Tabus versteht sich als Aufforderung an die Politik, endlich z.B. das Staatsbürgerrecht gründlich von allen Zusätzen der verheerenden Blut- und Boden-Ideologien und der damit verknüpften unwürdigen Repression zu befreien.

Der griffigen Formel bei Sarrazin sieht man die alarmistische Intention direkt an: >Mehr Kinder von den Klugen, bevor es zu spät ist<. Gerade rief der Hessische Justizminister Hahn, dummdreist und scheinbar neutral ebenfalls an jenem Tabu rüttelnd, die Geister einer liberalen Eugenik auf den Plan: >Bei Philipp Rösler würde ich allerdings gerne wissen, ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vizekanzler auch noch länger zu akzeptieren<. In Bayern sprach einst Ministerpräsident Stoiber selbstsicher von einer >durchrassten Gesellschaft<, die nicht hinzunehmen sei, auch wenn sie sich >multikulturell< verkleide. Die Bundeskanzlerin, Angela Merkel, zeigte sich sichtlich erleichtert, als sie ihre erzkonservativen Parteifreunde nachbetete, die zufrieden vom >Tod< einer (für Deutschland wünschenswerten) multikulturellen Gesellschaftsentwicklung gesprochen hatten. Sie alle sind überzeugt von der Zugkraft rassistischer Ideologeme, die fest in der Bevölkerung verankert seien – wie ein naturreligiöser Glaube. So kann der schon oft beschworene >unterschwellige Rassismus< in unserem Lande wirksam werden.

Der Fall Shakespeare, Quell und Gegenstand kulturpolitischer Verstehensarbeit ?
Ein anderer aktueller Fall in England, der bei uns Zeitungsspalten füllt: Das Scheusal Richard III., König von England im 15. Jahrhundert, holte Shakespeare für uns auf die Bühne, während die Gebeine des Herrschers über die Jahrhunderte als verschollen galten. Dass das Propagandastück für den Dramatiker karrierefördernd war, kann als sicher gelten. Erstaunlich ist, mit welch großem Aufwand die Archäologen und Genetiker das Skelett unter einem Parkplatz in Leicester als den im >Rosenkrieg< niedergemetzelten König identifizierten.

Eine komplizierte Genanalyse erbrachte seit dem Fund im vergangenen Jahr den Beweis der schon vermuteten Identität. Die inzwischen verstorbene Kanadierin Joy Ibsen stammte in 17. Generation von der Schwester Richards III. ab, von Anne von York. Die Tochter und der in London lebende Sohn der Ibsen, ein Tischler, stellten sich dem Gen-Test zur Verfügung. Michael Ibsen stand nach Analyse seiner DNA-Probe allein mit der Genetikerin vor dem >buckligen< Knochengerüst seines Ahnen: >Es war bewegend, neben Richard III. zu stehen - nicht nur, weil er eine historisch bemerkenswerte Persönlichkeit ist, sondern, weil diese genetische Beziehung zu ihm besteht<.

Die Stimmen in England mehren sich nun, die eine gewisse Korrektur der Geschichtsschreibung auch gegen die Position Shakespeares erhoffen. Der Wert einer solchen Wendung in der geschriebenen und vielleicht auch öffentlich werdenden Geschichte kann aus unsrer Sicht schwer eingeschätzt werden. Vor allem aber bleibt nach meiner Beobachtung die Rolle Englands im europäischen Integrationsprozess noch relativ unbearbeitet und wenig verstanden.
 
Quellcode Samenspende

Prinzip Verantwortung im Kontext von Freiheit, Gleichheit, Warenproduktion
Unerbittlich macht uns das Prinzip Verantwortung klar, dass keine Trickserei oder Einseitigkeit die Folgekosten einfach verschwinden lassen kann, die gesellschaftliche Individuen,durch Vertrag sich als Gleiche verstehend, hervorrufen. Der Samenspender, der mit der Frau zusammen ein künftiges Lebewesen mit unveräußerlichen Menschenrechten erzeugt, kann nur durch selbstgerechte Finessen oder durch Gewalt davon abgebracht werden, die Pflicht des Respekts vor der Gleichheit und vor der natürlichen Neugier (auf die Herkunft) im üblichen Maße zu erfüllen. Dieser Zug und diese Explosivität wohnt unserem Handeln von vornherein als reale Möglichkeit inne. Und auch eine zunehmende Zahl individueller Entscheidungen ist über ihren kommunikativen Zusammenhang in die Gesellschaft eingebunden.

Bei einem (politischen) Erbrecht können nur solche Regelungen als angemessen, gerecht gelten, die die künstlich erzeugte Ungleichheit –z.B. zwischen ehelichen und unehelichen Kindern- auflösen oder zumindest mildern. Und umgekehrt ermahnt der Gleichheitsgrundsatz die erwachsen werdenden Nachfolger zu Respekt und, wo die Bedingungen dafür zutreffen, zu fürsorglicher Hilfe, wenn die Selbstbestimmungsfähigkeit der Elterngeneration physisch nachlässt. Hier existiert eine gesellschaftliche Situation, in der die Zwei- bis Dreigenerationen Familie noch nicht vollständig aufgelöst und Auffangeinrichtungen vorhanden sind. Gegen die erwähnten Verhaltensmaximen grob und regelmäßig zu verstoßen, macht die willkürliche und selbstzerstörerische Gewalt alltäglich und zum periodisch wiederkehrenden Crash.

Denn in unserem Verhalten bringen wir nicht selten die unbedachte Verachtung alter, noch lebendiger Tabus zum Ausdruck. Das ist sicher notwendig und richtig, wenn es etwa um die Zurückweisung irgendwelcher Varianten des >Rechts der ersten Nacht< geht, verhärtet sich aber schnell zu der angesprochenen Gewaltproblematik, wenn die Überheblichkeit des bürgerlichen Tuns meint, sich undifferenziert über alle tabuisierte Grenzen hinwegsetzen zu können. Das Thema Altern, Pflege, Heime u.ä.m. berührt uns täglich, einschließlich der jüngeren, in deren Handeln andere Themen favorisiert sein mögen.

Die verinnerlichten äußeren Zwänge sind inzwischen zu einer neuen Qualität herangereift, die jeder Ausrede oder Verdrängung sozialer Verpflichtungen misstraut. Wenn also der erwähnte Samenspender nicht mehr am Zeugungsakt neuen Lebens beteiligt ist, weil dies von der Samenbank aus durch sachkundige Akteure der Medizin geleistet wird, kann jederzeit gegen die bornierten Strukturen des bürgerlichen Rechts eine relativ neuartige Verantwortungsrechnung aufgemacht werden.

Die Tatsache, dass die Formen der Warenproduktion in ausnahmslos alle menschlichen Verhältnisse vordringen, kann keinen Grund dafür liefern, den Grundzug der Verantwortung in unserem Handeln mit seinen unvermeidlichen Wirkungen aus der menschlichen Gesellschaft zu verbannen. Aus dieser negativen Anknüpfung an die verallgemeinerte und anonyme Warenproduktion folgt ein informationelles, wechselseitige Wirkungen entfaltendes Menschenrecht,das sich durchsetzt.

Die Samenbank - Selbstrecherche als Menschenrecht
Es handelt sich um das Recht aller Menschen, die eigene biologische Herkunft zur Herausarbeitung der eigentümlichen, besonderen Identität recherchieren zu können. Unsre Rechtsprechung hat das jetzt wieder an einem konkreten Fall bestätigt, was nicht unbedingt heißen muss, dass dieses Urteil frei wäre von üblen ideologischen Beimengungen. Jedenfalls hält unsre Gesellschaft inzwischen die notwendigen organisatorischen, technischen und bildungsmäßigen Bedingungen bereit, um gewisse menschenrechtliche Impulse zu befriedigen.

Damit aber die Selbstrecherche nicht in einen gesellschaftsschädigenden Aktionismus führt, muss freilich das an der Zeugung neuen Lebens beteiligte medizinische Personal, mehr noch als der Samenspender und der Identität suchende Mensch, an klar definierten Handlungskriterien geschult sein, die dem relativ neuen Menschenrecht Rechnung tragen müssen. Die Samenbank ist kein Naturereignis, obwohl in dieser von Menschen geschaffenen Institution ein ziemlich weit tragender Umgang mit Material der Natur gepflegt wird.

Wir registrieren, dass die Samenbanken in Deutschland gut organisiert sind, die Auswahl der Samenspender fachlich und sachlich gewährleistet ist, vom Samen eines Spenders nicht mehr als 15 Kinder gezeugt werden können, damit die legitimen Kontaktwünsche übersichtlich bleiben oder das Risiko unwissentlicher sexueller Beziehungen zwischen Halbgeschwistern beherrschbar ist. Indem ich das so sage, ist mir bewusst, dass auf diesem Gebiet Kritik das gleiche Recht hat wie überall.

Einkommen und Motive der Samenspender
Was die Verdienstmöglichkeiten der Samenspender betrifft, so sind pro Spende um die 100 EURO üblich. 100 eingefrorene Samenproben, >gesunde Spermien< und eine >attraktive Herkunft< können dem Spender in 12 bis 18 Monaten 10000 EURO einbringen. Bei 100000 Kindern, die in Deutschland auf dem Weg über Samenbanken gezeugt worden sein sollen, scheinen mir diese Geldeinnahmen nicht unbedingt ein Anreiz zur Bildung beträchtlicher Vermögen zu sein.

Die Motive der Samenspender orientieren sich daher an den langwierigen gesundheitlichen Untersuchungen, altruistischen Neigungen und immerhin noch zu 42 % an finanziellen Gesichtspunkten. Ebenfalls 42% sind offen für Kontaktwünsche >ihrer< Kinder. Diese Verhältnisse, die sich um den Samenspender ranken, sind unkomplizierter als die >Leihmutterschaft<, die >Baby-Klappe< u.ä.m., die unter verfestigten, skandalösen Herrschaftsstrukturen leiden. In der politischen Arena wird mehr getrickst.

Ideologische Blut- und Bodengefechte - >Intelligenz< und unterschwelliger Rassismus
Doch solides Wissen zum Erbmaterial, das in uns schlummert, ist wenig verbreitet. Dafür ist die vulgäre Spekulation zur Zauberwelt der Gene öfters anzutreffen. Sarrazin z.B., der ausgewiesene politische Profi, nährte den Verdacht, er greife in seinen auflagenstarken Büchern immer wieder in die rassistische Trickkiste. Der islamische Einwanderer, die >bildungsferne< Unterschicht generell, sind nach seiner Auffassung wegen ihrer minderen >Intelligenz< für Deutschland als hochentwickeltem Land eine Gefahr. Er sichert seinen rationalistischen Bruch eines historisch bei uns besonders ausgeprägten politischen Tabus (als Rassist aufzutreten, ist negativ sanktioniert) vorsichtig ab, indem er den allgemein verbreiteten Irrglauben von der direkt aus den >Genen< erwachsenden Intelligenz unangetastet voraussetzt. Das entspricht etwa der bis heute in uns allen stillschweigend wirkenden Annahme, die Nazi-Partei habe Interessen der deutschen Nation verfolgt.

Meine These zum Prinzip Verantwortung und zu den gängigen, aber unbearbeiteten Tabus versteht sich als Aufforderung an die Politik, endlich z.B. das Staatsbürgerrecht gründlich von allen Zusätzen der verheerenden Blut- und Boden-Ideologien und der damit verknüpften unwürdigen Repression zu befreien.

Der griffigen Formel bei Sarrazin sieht man die alarmistische Intention direkt an: >Mehr Kinder von den Klugen, bevor es zu spät ist<. Gerade rief der Hessische Justizminister Hahn, dummdreist und scheinbar neutral ebenfalls an jenem Tabu rüttelnd, die Geister einer liberalen Eugenik auf den Plan: >Bei Philipp Rösler würde ich allerdings gerne wissen, ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vizekanzler auch noch länger zu akzeptieren<. In Bayern sprach einst Ministerpräsident Stoiber selbstsicher von einer >durchrassten Gesellschaft<, die nicht hinzunehmen sei, auch wenn sie sich >multikulturell< verkleide. Die Bundeskanzlerin, Angela Merkel, zeigte sich sichtlich erleichtert, als sie ihre erzkonservativen Parteifreunde nachbetete, die zufrieden vom >Tod< einer (für Deutschland wünschenswerten) multikulturellen Gesellschaftsentwicklung gesprochen hatten. Sie alle sind überzeugt von der Zugkraft rassistischer Ideologeme, die fest in der Bevölkerung verankert seien – wie ein naturreligiöser Glaube. So kann der schon oft beschworene >unterschwellige Rassismus< in unserem Lande wirksam werden.

Der Fall Shakespeare, Quell und Gegenstand kulturpolitischer Verstehensarbeit ?
Ein anderer aktueller Fall in England, der bei uns Zeitungsspalten füllt: Das Scheusal Richard III., König von England im 15. Jahrhundert, holte Shakespeare für uns auf die Bühne, während die Gebeine des Herrschers über die Jahrhunderte als verschollen galten. Dass das Propagandastück für den Dramatiker karrierefördernd war, kann als sicher gelten. Erstaunlich ist, mit welch großem Aufwand die Archäologen und Genetiker das Skelett unter einem Parkplatz in Leicester als den im >Rosenkrieg< niedergemetzelten König identifizierten.

Eine komplizierte Genanalyse erbrachte seit dem Fund im vergangenen Jahr den Beweis der schon vermuteten Identität. Die inzwischen verstorbene Kanadierin Joy Ibsen stammte in 17. Generation von der Schwester Richards III. ab, von Anne von York. Die Tochter und der in London lebende Sohn der Ibsen, ein Tischler, stellten sich dem Gen-Test zur Verfügung. Michael Ibsen stand nach Analyse seiner DNA-Probe allein mit der Genetikerin vor dem >buckligen< Knochengerüst seines Ahnen: >Es war bewegend, neben Richard III. zu stehen - nicht nur, weil er eine historisch bemerkenswerte Persönlichkeit ist, sondern, weil diese genetische Beziehung zu ihm besteht<.

Die Stimmen in England mehren sich nun, die eine gewisse Korrektur der Geschichtsschreibung auch gegen die Position Shakespeares erhoffen. Der Wert einer solchen Wendung in der geschriebenen und vielleicht auch öffentlich werdenden Geschichte kann aus unsrer Sicht schwer eingeschätzt werden. Vor allem aber bleibt nach meiner Beobachtung die Rolle Englands im europäischen Integrationsprozess noch relativ unbearbeitet und wenig verstanden.
 
Quellcode Samenspende

Prinzip Verantwortung im Kontext von Freiheit, Gleichheit, Warenproduktion
Unerbittlich macht uns das Prinzip Verantwortung klar, dass keine Trickserei oder Einseitigkeit die Folgekosten einfach verschwinden lassen kann, die gesellschaftliche Individuen,durch Vertrag sich als Gleiche verstehend, hervorrufen. Der Samenspender, der mit der Frau zusammen ein künftiges Lebewesen mit unveräußerlichen Menschenrechten erzeugt, kann nur durch selbstgerechte Finessen oder durch Gewalt davon abgebracht werden, die Pflicht des Respekts vor der Gleichheit und vor der natürlichen Neugier (auf die Herkunft) im üblichen Maße zu erfüllen. Dieser Zug und diese Explosivität wohnt unserem Handeln von vornherein als reale Möglichkeit inne. Und auch eine zunehmende Zahl individueller Entscheidungen ist über ihren kommunikativen Zusammenhang in die Gesellschaft eingebunden.

Bei einem (politischen) Erbrecht können nur solche Regelungen als angemessen, gerecht gelten, die die künstlich erzeugte Ungleichheit –z.B. zwischen ehelichen und unehelichen Kindern- auflösen oder zumindest mildern. Und umgekehrt ermahnt der Gleichheitsgrundsatz die erwachsen werdenden Nachfolger zu Respekt und, wo die Bedingungen dafür zutreffen, zu fürsorglicher Hilfe, wenn die Selbstbestimmungsfähigkeit der Elterngeneration physisch nachlässt. Hier existiert eine gesellschaftliche Situation, in der die Zwei- bis Dreigenerationen Familie noch nicht vollständig aufgelöst und Auffangeinrichtungen vorhanden sind. Gegen die erwähnten Verhaltensmaximen grob und regelmäßig zu verstoßen, macht die willkürliche und selbstzerstörerische Gewalt alltäglich und zum periodisch wiederkehrenden Crash.

Denn in unserem Verhalten bringen wir nicht selten die unbedachte Verachtung alter, noch lebendiger Tabus zum Ausdruck. Das ist sicher notwendig und richtig, wenn es etwa um die Zurückweisung irgendwelcher Varianten des >Rechts der ersten Nacht< geht, verhärtet sich aber schnell zu der angesprochenen Gewaltproblematik, wenn die Überheblichkeit des bürgerlichen Tuns meint, sich undifferenziert über alle tabuisierte Grenzen hinwegsetzen zu können. Das Thema Altern, Pflege, Heime u.ä.m. berührt uns täglich, einschließlich der jüngeren, in deren Handeln andere Themen favorisiert sein mögen.

Die verinnerlichten äußeren Zwänge sind inzwischen zu einer neuen Qualität herangereift, die jeder Ausrede oder Verdrängung sozialer Verpflichtungen misstraut. Wenn also der erwähnte Samenspender nicht mehr am Zeugungsakt neuen Lebens beteiligt ist, weil dies von der Samenbank aus durch sachkundige Akteure der Medizin geleistet wird, kann jederzeit gegen die bornierten Strukturen des bürgerlichen Rechts eine relativ neuartige Verantwortungsrechnung aufgemacht werden.

Die Tatsache, dass die Formen der Warenproduktion in ausnahmslos alle menschlichen Verhältnisse vordringen, kann keinen Grund dafür liefern, den Grundzug der Verantwortung in unserem Handeln mit seinen unvermeidlichen Wirkungen aus der menschlichen Gesellschaft zu verbannen. Aus dieser negativen Anknüpfung an die verallgemeinerte und anonyme Warenproduktion folgt ein informationelles, wechselseitige Wirkungen entfaltendes Menschenrecht,das sich durchsetzt.

Die Samenbank - Selbstrecherche als Menschenrecht
Es handelt sich um das Recht aller Menschen, die eigene biologische Herkunft zur Herausarbeitung der eigentümlichen, besonderen Identität recherchieren zu können. Unsre Rechtsprechung hat das jetzt wieder an einem konkreten Fall bestätigt, was nicht unbedingt heißen muss, dass dieses Urteil frei wäre von üblen ideologischen Beimengungen. Jedenfalls hält unsre Gesellschaft inzwischen die notwendigen organisatorischen, technischen und bildungsmäßigen Bedingungen bereit, um gewisse menschenrechtliche Impulse zu befriedigen.

Damit aber die Selbstrecherche nicht in einen gesellschaftsschädigenden Aktionismus führt, muss freilich das an der Zeugung neuen Lebens beteiligte medizinische Personal, mehr noch als der Samenspender und der Identität suchende Mensch, an klar definierten Handlungskriterien geschult sein, die dem relativ neuen Menschenrecht Rechnung tragen müssen. Die Samenbank ist kein Naturereignis, obwohl in dieser von Menschen geschaffenen Institution ein ziemlich weit tragender Umgang mit Material der Natur gepflegt wird.

Wir registrieren, dass die Samenbanken in Deutschland gut organisiert sind, die Auswahl der Samenspender fachlich und sachlich gewährleistet ist, vom Samen eines Spenders nicht mehr als 15 Kinder gezeugt werden können, damit die legitimen Kontaktwünsche übersichtlich bleiben oder das Risiko unwissentlicher sexueller Beziehungen zwischen Halbgeschwistern beherrschbar ist. Indem ich das so sage, ist mir bewusst, dass auf diesem Gebiet Kritik das gleiche Recht hat wie überall.

Einkommen und Motive der Samenspender
Was die Verdienstmöglichkeiten der Samenspender betrifft, so sind pro Spende um die 100 EURO üblich. 100 eingefrorene Samenproben, >gesunde Spermien< und eine >attraktive Herkunft< können dem Spender in 12 bis 18 Monaten 10000 EURO einbringen. Bei 100000 Kindern, die in Deutschland auf dem Weg über Samenbanken gezeugt worden sein sollen, scheinen mir diese Geldeinnahmen nicht unbedingt ein Anreiz zur Bildung beträchtlicher Vermögen zu sein.

Die Motive der Samenspender orientieren sich daher an den langwierigen gesundheitlichen Untersuchungen, altruistischen Neigungen und immerhin noch zu 42 % an finanziellen Gesichtspunkten. Ebenfalls 42% sind offen für Kontaktwünsche >ihrer< Kinder. Diese Verhältnisse, die sich um den Samenspender ranken, sind unkomplizierter als die >Leihmutterschaft<, die >Baby-Klappe< u.ä.m., die unter verfestigten, skandalösen Herrschaftsstrukturen leiden. In der politischen Arena wird mehr getrickst.

Ideologische Blut- und Bodengefechte - >Intelligenz< und unterschwelliger Rassismus
Doch solides Wissen zum Erbmaterial, das in uns schlummert, ist wenig verbreitet. Dafür ist die vulgäre Spekulation zur Zauberwelt der Gene öfters anzutreffen. Sarrazin z.B., der ausgewiesene politische Profi, nährte den Verdacht, er greife in seinen auflagenstarken Büchern immer wieder in die rassistische Trickkiste. Der islamische Einwanderer, die >bildungsferne< Unterschicht generell, sind nach seiner Auffassung wegen ihrer minderen >Intelligenz< für Deutschland als hochentwickeltem Land eine Gefahr. Er sichert seinen rationalistischen Bruch eines historisch bei uns besonders ausgeprägten politischen Tabus (als Rassist aufzutreten, ist negativ sanktioniert) vorsichtig ab, indem er den allgemein verbreiteten Irrglauben von der direkt aus den >Genen< erwachsenden Intelligenz unangetastet voraussetzt. Das entspricht etwa der bis heute in uns allen stillschweigend wirkenden Annahme, die Nazi-Partei habe Interessen der deutschen Nation verfolgt.

Meine These zum Prinzip Verantwortung und zu den gängigen, aber unbearbeiteten Tabus versteht sich als Aufforderung an die Politik, endlich z.B. das Staatsbürgerrecht gründlich von allen Zusätzen der verheerenden Blut- und Boden-Ideologien und der damit verknüpften unwürdigen Repression zu befreien.

Der griffigen Formel bei Sarrazin sieht man die alarmistische Intention direkt an: >Mehr Kinder von den Klugen, bevor es zu spät ist<. Gerade rief der Hessische Justizminister Hahn, dummdreist und scheinbar neutral ebenfalls an jenem Tabu rüttelnd, die Geister einer liberalen Eugenik auf den Plan: >Bei Philipp Rösler würde ich allerdings gerne wissen, ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vizekanzler auch noch länger zu akzeptieren<. In Bayern sprach einst Ministerpräsident Stoiber selbstsicher von einer >durchrassten Gesellschaft<, die nicht hinzunehmen sei, auch wenn sie sich >multikulturell< verkleide. Die Bundeskanzlerin, Angela Merkel, zeigte sich sichtlich erleichtert, als sie ihre erzkonservativen Parteifreunde nachbetete, die zufrieden vom >Tod< einer (für Deutschland wünschenswerten) multikulturellen Gesellschaftsentwicklung gesprochen hatten. Sie alle sind überzeugt von der Zugkraft rassistischer Ideologeme, die fest in der Bevölkerung verankert seien – wie ein naturreligiöser Glaube. So kann der schon oft beschworene >unterschwellige Rassismus< in unserem Lande wirksam werden.

Der Fall Shakespeare, Quell und Gegenstand kulturpolitischer Verstehensarbeit ?
Ein anderer aktueller Fall in England, der bei uns Zeitungsspalten füllt: Das Scheusal Richard III., König von England im 15. Jahrhundert, holte Shakespeare für uns auf die Bühne, während die Gebeine des Herrschers über die Jahrhunderte als verschollen galten. Dass das Propagandastück für den Dramatiker karrierefördernd war, kann als sicher gelten. Erstaunlich ist, mit welch großem Aufwand die Archäologen und Genetiker das Skelett unter einem Parkplatz in Leicester als den im >Rosenkrieg< niedergemetzelten König identifizierten.

Eine komplizierte Genanalyse erbrachte seit dem Fund im vergangenen Jahr den Beweis der schon vermuteten Identität. Die inzwischen verstorbene Kanadierin Joy Ibsen stammte in 17. Generation von der Schwester Richards III. ab, von Anne von York. Die Tochter und der in London lebende Sohn der Ibsen, ein Tischler, stellten sich dem Gen-Test zur Verfügung. Michael Ibsen stand nach Analyse seiner DNA-Probe allein mit der Genetikerin vor dem >buckligen< Knochengerüst seines Ahnen: >Es war bewegend, neben Richard III. zu stehen - nicht nur, weil er eine historisch bemerkenswerte Persönlichkeit ist, sondern, weil diese genetische Beziehung zu ihm besteht<.

Die Stimmen in England mehren sich nun, die eine gewisse Korrektur der Geschichtsschreibung auch gegen die Position Shakespeares erhoffen. Der Wert einer solchen Wendung in der geschriebenen und vielleicht auch öffentlich diskutierten Geschichte kann aus unsrer Sicht schwer eingeschätzt werden. Vor allem aber bleibt nach meiner Beobachtung die Rolle Englands im europäischen Integrationsprozess noch relativ unbearbeitet und wenig verstanden. Der nationalistische Kitt bröckelt zwar, wird aber von vulgären Gen-Ideologien immer wieder aufgefrischt, die als unterschwellige, kulturelle Apartheid politische Legitimation anstreben.
 
Quellcode Samenspende

Prinzip Verantwortung im Kontext von Freiheit, Gleichheit, Warenproduktion
Unerbittlich macht uns das Prinzip Verantwortung klar, dass keine Trickserei oder Einseitigkeit die Folgekosten einfach verschwinden lassen kann, die gesellschaftliche Individuen,durch Vertrag sich als Gleiche verstehend, hervorrufen. Der Samenspender, der mit der Frau zusammen ein künftiges Lebewesen mit unveräußerlichen Menschenrechten erzeugt, kann nur durch selbstgerechte Finessen oder durch Gewalt davon abgebracht werden, die Pflicht des Respekts vor der Gleichheit und vor der natürlichen Neugier (auf die Herkunft) im üblichen Maße zu erfüllen. Dieser Zug und diese Explosivität wohnt unserem Handeln von vornherein als reale Möglichkeit inne. Und auch eine zunehmende Zahl individueller Entscheidungen ist über ihren kommunikativen Zusammenhang in die Gesellschaft eingebunden.

Beim Erbrecht können nur solche Regelungen als angemessen, gerecht gelten, die die künstlich erzeugte Ungleichheit –z.B. zwischen ehelichen und unehelichen Kindern- auflösen oder zumindest mildern. Und umgekehrt ermahnt der Gleichheitsgrundsatz die erwachsen werdenden Nachfolger zu Respekt und, wo die Bedingungen dafür zutreffen, zu fürsorglicher Hilfe, wenn die Selbstbestimmungsfähigkeit der Elterngeneration physisch nachlässt. Hier existiert eine gesellschaftliche Situation, in der die Zwei- bis Dreigenerationen Familie noch nicht vollständig aufgelöst und Auffangeinrichtungen vorhanden sind. Gegen die erwähnten Verhaltensmaximen grob und regelmäßig zu verstoßen, macht die willkürliche und selbstzerstörerische Gewalt alltäglich und zum periodisch wiederkehrenden Crash.

Denn in unserem Verhalten bringen wir nicht selten die unbedachte Verachtung alter, noch lebendiger Tabus zum Ausdruck. Das ist sicher notwendig und richtig, wenn es etwa um die Zurückweisung irgendwelcher Varianten des >Rechts der ersten Nacht< geht, verhärtet sich aber schnell zu der angesprochenen Gewaltproblematik, wenn die Überheblichkeit des bürgerlichen Tuns meint, sich undifferenziert über alle tabuisierte Grenzen hinwegsetzen zu können. Das Thema Altern, Pflege, Heime u.ä.m. berührt uns täglich, einschließlich der jüngeren, in deren Handeln andere Themen favorisiert sein mögen.

Die verinnerlichten äußeren Zwänge sind inzwischen zu einer neuen Qualität herangereift, die jeder Ausrede oder Verdrängung sozialer Verpflichtungen misstraut. Wenn also der erwähnte Samenspender nicht mehr am Zeugungsakt neuen Lebens beteiligt ist, weil dies von der Samenbank aus durch sachkundige Akteure der Medizin geleistet wird, kann jederzeit gegen die bornierten Strukturen des bürgerlichen Rechts eine relativ neuartige Verantwortungsrechnung aufgemacht werden.

Die Tatsache, dass die Formen der Warenproduktion in ausnahmslos alle menschlichen Verhältnisse vordringen, kann keinen Grund dafür liefern, den Grundzug der Verantwortung in unserem Handeln mit seinen unvermeidlichen Wirkungen aus der menschlichen Gesellschaft zu verbannen. Aus dieser negativen Anknüpfung an die verallgemeinerte und anonyme Warenproduktion folgt ein informationelles, wechselseitige Wirkungen entfaltendes Menschenrecht,das sich durchsetzt.

Die Samenbank - Selbstrecherche als Menschenrecht
Es handelt sich um das Recht aller Menschen, die eigene biologische Herkunft zur Herausarbeitung der eigentümlichen, besonderen Identität recherchieren zu können. Unsre Rechtsprechung hat das jetzt wieder an einem konkreten Fall bestätigt, was nicht unbedingt heißen muss, dass dieses Urteil frei wäre von üblen ideologischen Beimengungen. Jedenfalls hält unsre Gesellschaft inzwischen die notwendigen organisatorischen, technischen und bildungsmäßigen Bedingungen bereit, um gewisse menschenrechtliche Impulse zu befriedigen.

Damit aber die Selbstrecherche nicht in einen gesellschaftsschädigenden Aktionismus führt, muss freilich das an der Zeugung neuen Lebens beteiligte medizinische Personal, mehr noch als der Samenspender und der Identität suchende Mensch, an klar definierten Handlungskriterien geschult sein, die dem relativ neuen Menschenrecht Rechnung tragen müssen. Die Samenbank ist kein Naturereignis, obwohl in dieser von Menschen geschaffenen Institution ein ziemlich weit tragender Umgang mit Material der Natur gepflegt wird.

Wir registrieren, dass die Samenbanken in Deutschland gut organisiert sind, die Auswahl der Samenspender fachlich und sachlich gewährleistet ist, vom Samen eines Spenders nicht mehr als 15 Kinder gezeugt werden können, damit die legitimen Kontaktwünsche übersichtlich bleiben oder das Risiko unwissentlicher sexueller Beziehungen zwischen Halbgeschwistern beherrschbar ist. Indem ich das so sage, ist mir bewusst, dass auf diesem Gebiet Kritik das gleiche Recht hat wie überall.

Einkommen und Motive der Samenspender
Was die Verdienstmöglichkeiten der Samenspender betrifft, so sind pro Spende um die 100 EURO üblich. 100 eingefrorene Samenproben, >gesunde Spermien< und eine >attraktive Herkunft< können dem Spender in 12 bis 18 Monaten 10000 EURO einbringen. Bei 100000 Kindern, die in Deutschland auf dem Weg über Samenbanken gezeugt worden sein sollen, scheinen mir diese Geldeinnahmen nicht unbedingt ein Anreiz zur Bildung beträchtlicher Vermögen zu sein.

Die Motive der Samenspender orientieren sich daher an den langwierigen gesundheitlichen Untersuchungen, altruistischen Neigungen und immerhin noch zu 42 % an finanziellen Gesichtspunkten. Ebenfalls 42% sind offen für Kontaktwünsche >ihrer< Kinder. Diese Verhältnisse, die sich um den Samenspender ranken, sind unkomplizierter als die >Leihmutterschaft<, die >Baby-Klappe< u.ä.m., die unter verfestigten, skandalösen Herrschaftsstrukturen leiden. In der politischen Arena wird mehr getrickst.

Ideologische Blut- und Bodengefechte - >Intelligenz< und unterschwelliger Rassismus
Doch solides Wissen zum Erbmaterial, das in uns schlummert, ist wenig verbreitet. Dafür ist die vulgäre Spekulation zur Zauberwelt der Gene öfters anzutreffen. Sarrazin z.B., der ausgewiesene politische Profi, nährte den Verdacht, er greife in seinen auflagenstarken Büchern immer wieder in die rassistische Trickkiste. Der islamische Einwanderer, die >bildungsferne< Unterschicht generell, sind nach seiner Auffassung wegen ihrer minderen >Intelligenz< für Deutschland als hochentwickeltem Land eine Gefahr. Er sichert seinen rationalistischen Bruch eines historisch bei uns besonders ausgeprägten politischen Tabus (als Rassist aufzutreten, ist negativ sanktioniert) vorsichtig ab, indem er den allgemein verbreiteten Irrglauben von der direkt aus den >Genen< erwachsenden Intelligenz unangetastet voraussetzt. Das entspricht etwa der bis heute in uns allen stillschweigend wirkenden Annahme, die Nazi-Partei habe Interessen der deutschen Nation verfolgt.

Meine These zum Prinzip Verantwortung und zu den gängigen, aber unbearbeiteten Tabus versteht sich als Aufforderung an die Politik, endlich z.B. das Staatsbürgerrecht gründlich von allen Zusätzen der verheerenden Blut- und Boden-Ideologien und der damit verknüpften unwürdigen Repression zu befreien.

Der griffigen Formel bei Sarrazin sieht man die alarmistische Intention direkt an: >Mehr Kinder von den Klugen, bevor es zu spät ist<. Gerade rief der Hessische Justizminister Hahn, dummdreist und scheinbar neutral ebenfalls an jenem Tabu rüttelnd, die Geister einer liberalen Eugenik auf den Plan: >Bei Philipp Rösler würde ich allerdings gerne wissen, ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vizekanzler auch noch länger zu akzeptieren<. In Bayern sprach einst Ministerpräsident Stoiber selbstsicher von einer >durchrassten Gesellschaft<, die nicht hinzunehmen sei, auch wenn sie sich >multikulturell< verkleide. Die Bundeskanzlerin, Angela Merkel, zeigte sich sichtlich erleichtert, als sie ihre erzkonservativen Parteifreunde nachbetete, die zufrieden vom >Tod< einer (für Deutschland wünschenswerten) multikulturellen Gesellschaftsentwicklung gesprochen hatten. Sie alle sind überzeugt von der Zugkraft rassistischer Ideologeme, die fest in der Bevölkerung verankert seien – wie ein naturreligiöser Glaube. So kann der schon oft beschworene >unterschwellige Rassismus< in unserem Lande wirksam werden.

Der Fall Shakespeare, Quell und Gegenstand kulturpolitischer Verstehensarbeit ?
Ein anderer aktueller Fall in England, der bei uns Zeitungsspalten füllt: Das Scheusal Richard III., König von England im 15. Jahrhundert, holte Shakespeare für uns auf die Bühne, während die Gebeine des Herrschers über die Jahrhunderte als verschollen galten. Dass das Propagandastück für den Dramatiker karrierefördernd war, kann als sicher gelten. Erstaunlich ist, mit welch großem Aufwand die Archäologen und Genetiker das Skelett unter einem Parkplatz in Leicester als den im >Rosenkrieg< niedergemetzelten König identifizierten.

Eine komplizierte Genanalyse erbrachte seit dem Fund im vergangenen Jahr den Beweis der schon vermuteten Identität. Die inzwischen verstorbene Kanadierin Joy Ibsen stammte in 17. Generation von der Schwester Richards III. ab, von Anne von York. Die Tochter und der in London lebende Sohn der Ibsen, ein Tischler, stellten sich dem Gen-Test zur Verfügung. Michael Ibsen stand nach Analyse seiner DNA-Probe allein mit der Genetikerin vor dem >buckligen< Knochengerüst seines Ahnen: >Es war bewegend, neben Richard III. zu stehen - nicht nur, weil er eine historisch bemerkenswerte Persönlichkeit ist, sondern, weil diese genetische Beziehung zu ihm besteht<.

Die Stimmen in England mehren sich nun, die eine gewisse Korrektur der Geschichtsschreibung auch gegen die Position Shakespeares erhoffen. Der Wert einer solchen Wendung in der geschriebenen und vielleicht auch öffentlich diskutierten Geschichte kann aus unsrer Sicht schwer eingeschätzt werden. Vor allem aber bleibt nach meiner Beobachtung die Rolle Englands im europäischen Integrationsprozess noch relativ unbearbeitet und wenig verstanden. Der nationalistische Kitt bröckelt zwar, wird aber von vulgären Gen-Ideologien immer wieder aufgefrischt, die als unterschwellige, kulturelle Apartheid politische Legitimation anstreben.
 
Quellcode Samenspende

Prinzip Verantwortung im Kontext von Freiheit, Gleichheit, Warenproduktion
Unerbittlich macht uns das Prinzip Verantwortung klar, dass keine Trickserei oder Einseitigkeit die Folgekosten einfach verschwinden lassen kann, die gesellschaftliche Individuen,durch Vertrag sich als Gleiche verstehend, hervorrufen. Der Samenspender, der mit der Frau zusammen ein künftiges Lebewesen mit unveräußerlichen Menschenrechten erzeugt, kann nur durch selbstgerechte Finessen oder durch Gewalt davon abgebracht werden, die Pflicht des Respekts vor der Gleichheit und vor der natürlichen Neugier (auf die Herkunft) im üblichen Maße zu erfüllen. Dieser Zug und diese Explosivität wohnt unserem Handeln von vornherein als reale Möglichkeit inne. Und auch eine zunehmende Zahl individueller Entscheidungen ist über ihren kommunikativen Zusammenhang in die Gesellschaft eingebunden.

Beim Erbrecht können nur solche Regelungen als angemessen, gerecht gelten, die die künstlich erzeugte Ungleichheit –z.B. zwischen ehelichen und unehelichen Kindern- auflösen oder zumindest mildern. Und umgekehrt ermahnt der Gleichheitsgrundsatz die erwachsen werdenden Nachfolger zu Respekt und, wo die Bedingungen dafür zutreffen, zu fürsorglicher Hilfe, wenn die Selbstbestimmungsfähigkeit der Elterngeneration physisch nachlässt. Hier existiert eine gesellschaftliche Situation, in der die Zwei- bis Dreigenerationen Familie noch nicht vollständig aufgelöst und Auffangeinrichtungen vorhanden sind. Gegen die erwähnten Verhaltensmaximen grob und regelmäßig zu verstoßen, macht die willkürliche und selbstzerstörerische Gewalt alltäglich und zum periodisch wiederkehrenden Crash.

Denn in unserem Verhalten bringen wir nicht selten die unbedachte Verachtung alter, noch lebendiger Tabus zum Ausdruck. Das ist sicher notwendig und richtig, wenn es etwa um die Zurückweisung irgendwelcher Varianten des >Rechts der ersten Nacht< geht, verhärtet sich aber schnell zu der angesprochenen Gewaltproblematik, wenn die Überheblichkeit des bürgerlichen Tuns meint, sich undifferenziert über alle tabuisierte Grenzen hinwegsetzen zu können. Das Thema Altern, Pflege, Heime u.ä.m. berührt uns täglich, einschließlich der jüngeren, in deren Handeln andere Themen favorisiert sein mögen.

Die verinnerlichten äußeren Zwänge sind inzwischen zu einer neuen Qualität herangereift, die jeder Ausrede oder Verdrängung sozialer Verpflichtungen misstraut. Wenn also der erwähnte Samenspender nicht mehr am Zeugungsakt neuen Lebens beteiligt ist, weil dies von der Samenbank aus durch sachkundige Akteure der Medizin geleistet wird, kann jederzeit gegen die bornierten Strukturen des bürgerlichen Rechts eine relativ neuartige Verantwortungsrechnung aufgemacht werden.

Die Tatsache, dass die Formen der Warenproduktion in ausnahmslos alle menschlichen Verhältnisse vordringen, kann keinen Grund dafür liefern, den Grundzug der Verantwortung in unserem Handeln mit seinen unvermeidlichen Wirkungen aus der menschlichen Gesellschaft zu verbannen. Aus dieser negativen Anknüpfung an die verallgemeinerte und anonyme Warenproduktion folgt ein informationelles, wechselseitige Wirkungen entfaltendes Menschenrecht,das sich durchsetzt.

Die Samenbank - Selbstrecherche als Menschenrecht
Es handelt sich um das Recht aller Menschen, die eigene biologische Herkunft zur Herausarbeitung der eigentümlichen, besonderen Identität recherchieren zu können. Unsre Rechtsprechung hat das jetzt wieder an einem konkreten Fall bestätigt, was nicht unbedingt heißen muss, dass dieses Urteil frei wäre von üblen ideologischen Beimengungen. Jedenfalls hält unsre Gesellschaft inzwischen die notwendigen organisatorischen, technischen und bildungsmäßigen Bedingungen bereit, um gewisse menschenrechtliche Impulse zu befriedigen.

Damit aber die Selbstrecherche nicht in einen gesellschaftsschädigenden Aktionismus führt, muss freilich das an der Zeugung neuen Lebens beteiligte medizinische Personal, mehr noch als der Samenspender und der Identität suchende Mensch, an humanitären Handlungskriterien geschult sein, die dem relativ neuen Menschenrecht Rechnung tragen müssen. Die Samenbank ist kein Naturereignis, obwohl in dieser von Menschen geschaffenen Institution ein ziemlich weit tragender Umgang mit Material der Natur gepflegt wird.

Wir registrieren, dass die Samenbanken in Deutschland gut organisiert sind, die Auswahl der Samenspender fachlich und sachlich gewährleistet ist, vom Samen eines Spenders nicht mehr als 15 Kinder gezeugt werden können, damit die legitimen Kontaktwünsche übersichtlich bleiben oder das Risiko unwissentlicher sexueller Beziehungen zwischen Halbgeschwistern beherrschbar ist. Indem ich das so sage, ist mir bewusst, dass auf diesem Gebiet Kritik das gleiche Recht hat wie überall.

Einkommen und Motive der Samenspender
Was die Verdienstmöglichkeiten der Samenspender betrifft, so sind pro Spende um die 100 EURO üblich. 100 eingefrorene Samenproben, >gesunde Spermien< und eine >attraktive Herkunft< können dem Spender in 12 bis 18 Monaten 10000 EURO einbringen. Bei 100000 Kindern, die in Deutschland auf dem Weg über Samenbanken gezeugt worden sein sollen, scheinen mir diese Geldeinnahmen nicht unbedingt ein Anreiz zur Bildung beträchtlicher Vermögen zu sein.

Die Motive der Samenspender orientieren sich daher an den langwierigen gesundheitlichen Untersuchungen, altruistischen Neigungen und immerhin noch zu 42 % an finanziellen Gesichtspunkten. Ebenfalls 42% sind offen für Kontaktwünsche >ihrer< Kinder. Diese Verhältnisse, die sich um den Samenspender ranken, sind unkomplizierter als die >Leihmutterschaft<, die >Baby-Klappe< u.ä.m., die unter verfestigten, skandalösen Herrschaftsstrukturen leiden. In der politischen Arena wird mehr getrickst.

Ideologische Blut- und Bodengefechte - >Intelligenz< und unterschwelliger Rassismus
Doch solides Wissen zum Erbmaterial, das in uns schlummert, ist wenig verbreitet. Dafür ist die vulgäre Spekulation zur Zauberwelt der Gene öfters anzutreffen. Sarrazin z.B., der ausgewiesene politische Profi, nährte den Verdacht, er greife in seinen auflagenstarken Büchern immer wieder in die rassistische Trickkiste. Der islamische Einwanderer, die >bildungsferne< Unterschicht generell, sind nach seiner Auffassung wegen ihrer minderen >Intelligenz< für Deutschland als hochentwickeltem Land eine Gefahr. Er sichert seinen rationalistischen Bruch eines historisch bei uns besonders ausgeprägten politischen Tabus (als Rassist aufzutreten, ist negativ sanktioniert) vorsichtig ab, indem er den allgemein verbreiteten Irrglauben von der direkt aus den >Genen< erwachsenden Intelligenz unangetastet voraussetzt. Das entspricht etwa der bis heute in uns allen stillschweigend wirkenden Annahme, die Nazi-Partei habe Interessen der deutschen Nation verfolgt.

Meine These zum Prinzip Verantwortung und zu den gängigen, aber unbearbeiteten Tabus versteht sich als Aufforderung an die Politik, endlich z.B. das Staatsbürgerrecht gründlich von allen Zusätzen der verheerenden Blut- und Boden-Ideologien und der damit verknüpften unwürdigen Repression zu befreien.

Der griffigen Formel bei Sarrazin sieht man die alarmistische Intention direkt an: >Mehr Kinder von den Klugen, bevor es zu spät ist<. Gerade rief der Hessische Justizminister Hahn, dummdreist und scheinbar neutral ebenfalls an jenem Tabu rüttelnd, die Geister einer liberalen Eugenik auf den Plan: >Bei Philipp Rösler würde ich allerdings gerne wissen, ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vizekanzler auch noch länger zu akzeptieren<. In Bayern sprach einst Ministerpräsident Stoiber selbstsicher von einer >durchrassten Gesellschaft<, die nicht hinzunehmen sei, auch wenn sie sich >multikulturell< verkleide. Die Bundeskanzlerin, Angela Merkel, zeigte sich sichtlich erleichtert, als sie ihre erzkonservativen Parteifreunde nachbetete, die zufrieden vom >Tod< einer (für Deutschland wünschenswerten) multikulturellen Gesellschaftsentwicklung gesprochen hatten. Sie alle sind überzeugt von der Zugkraft rassistischer Ideologeme, die fest in der Bevölkerung verankert seien – wie ein naturreligiöser Glaube. So kann der schon oft beschworene >unterschwellige Rassismus< in unserem Lande wirksam werden.

Der Fall Shakespeare, Quell und Gegenstand kulturpolitischer Verstehensarbeit ?
Ein anderer aktueller Fall in England, der bei uns Zeitungsspalten füllt: Das Scheusal Richard III., König von England im 15. Jahrhundert, holte Shakespeare für uns auf die Bühne, während die Gebeine des Herrschers über die Jahrhunderte als verschollen galten. Dass das Propagandastück für den Dramatiker karrierefördernd war, kann als sicher gelten. Erstaunlich ist, mit welch großem Aufwand die Archäologen und Genetiker das Skelett unter einem Parkplatz in Leicester als den im >Rosenkrieg< niedergemetzelten König identifizierten.

Eine komplizierte Genanalyse erbrachte seit dem Fund im vergangenen Jahr den Beweis der schon vermuteten Identität. Die inzwischen verstorbene Kanadierin Joy Ibsen stammte in 17. Generation von der Schwester Richards III. ab, von Anne von York. Die Tochter und der in London lebende Sohn der Ibsen, ein Tischler, stellten sich dem Gen-Test zur Verfügung. Michael Ibsen stand nach Analyse seiner DNA-Probe allein mit der Genetikerin vor dem >buckligen< Knochengerüst seines Ahnen: >Es war bewegend, neben Richard III. zu stehen - nicht nur, weil er eine historisch bemerkenswerte Persönlichkeit ist, sondern, weil diese genetische Beziehung zu ihm besteht<.

Die Stimmen in England mehren sich nun, die eine gewisse Korrektur der Geschichtsschreibung auch gegen die Position Shakespeares erhoffen. Der Wert einer solchen Wendung in der geschriebenen und vielleicht auch öffentlich diskutierten Geschichte kann aus unsrer Sicht schwer eingeschätzt werden. Vor allem aber bleibt nach meiner Beobachtung die Rolle Englands im europäischen Integrationsprozess noch relativ unbearbeitet und wenig verstanden. Der nationalistische Kitt bröckelt zwar, wird aber von vulgären Gen-Ideologien immer wieder aufgefrischt, die als unterschwellige, kulturelle Apartheid politische Legitimation anstreben.
 
Quellcode Samenspende

Prinzip Verantwortung im Kontext von Freiheit, Gleichheit, Warenproduktion
Unerbittlich macht uns das Prinzip Verantwortung klar, dass keine Trickserei oder Einseitigkeit die Folgekosten einfach verschwinden lassen kann, die gesellschaftliche Individuen, durch Vertrag sich als Gleiche verstehend, verursachen. Der Samenspender, der mit der Frau zusammen ein künftiges Lebewesen mit unveräußerlichen Menschenrechten erzeugt, kann nur durch selbstgerechte Finessen oder durch Gewalt davon abgebracht werden, die Pflicht des Respekts vor der Gleichheit und vor der natürlichen Neugier der Nachkommen(auf die eigene Herkunft) im üblichen Maße zu erfüllen. Dieser Zug und diese Explosivität wohnt unserem Handeln von vornherein als reale Möglichkeit inne. Heute wissen wir, dass eine zunehmende Zahl scheinbar individueller Entscheidungen über ihren kommunikativen Zusammenhang in die Gesellschaft eingebunden und damit rechenschaftspflichtig ist.

Beim Erbrecht können nur solche Regelungen als angemessen, gerecht gelten, die die künstlich erzeugte Ungleichheit –z.B. zwischen ehelichen und unehelichen Kindern- auflösen oder zumindest mildern. Und umgekehrt ermahnt der Gleichheitsgrundsatz die erwachsen werdenden Nachfolger zu Respekt und, wo die Bedingungen dafür zutreffen, zu fürsorglicher Hilfe, wenn die Selbstbestimmungsfähigkeit der Elterngeneration physisch und psychisch nachlässt. Hier existiert eine gesellschaftliche Situation, in der die Zwei- bis Dreigenerationen Familie noch nicht vollständig aufgelöst und Auffangeinrichtungen vorhanden sind. Gegen Verhaltensmaximen von der Art der sozialen Verantwortung grob und regelmäßig zu verstoßen, so scheint es, macht die willkürliche und selbstzerstörerische Gewalt alltäglich und zum periodisch wiederkehrenden Crash.

Denn in unserem Verhalten bringen wir nicht selten die unbedachte Verachtung alter, noch lebendiger Tabus zum Ausdruck. Das ist sicher notwendig und richtig, wenn es etwa um die Zurückweisung irgendwelcher Varianten des >Rechts der ersten Nacht< geht, verhärtet sich aber schnell zur Gewaltproblematik, wenn die Überheblichkeit des bürgerlichen Tuns meint, sich undifferenziert über alle tabuisierte Grenzen hinwegsetzen zu können. Das Thema Altern, Pflege, Heime u.ä.m. berührt uns täglich, einschließlich der jüngeren, in deren Handeln andere Themen favorisiert sein mögen.

Die verinnerlichten äußeren Zwänge sind inzwischen zu einer neuen Qualität herangereift, die jeder Ausrede oder Verdrängung sozialer Verpflichtungen misstraut. Wenn also der erwähnte Samenspender nicht mehr am Zeugungsakt neuen Lebens beteiligt ist, weil dies von der Samenbank aus durch sachkundige Akteure der Medizin geleistet wird, kann jederzeit gegen die bornierten Strukturen des bürgerlichen Rechts eine relativ neuartige Verantwortungsrechnung aufgemacht werden.

Die Tatsache, dass die Formen der Warenproduktion in ausnahmslos alle menschlichen Verhältnisse vordringen, kann keinen Grund dafür liefern, den Grundzug der Verantwortung in unserem Handeln mit seinen unvermeidlichen Wirkungen aus der menschlichen Gesellschaft zu verbannen. Aus dieser negativen Anknüpfung an die verallgemeinerte und anonyme Warenproduktion folgt ein informationelles, wechselseitige Wirkungen entfaltendes Menschenrecht,das sich durchsetzt.

Die Samenbank - Selbstrecherche als Menschenrecht
Es handelt sich um das Recht aller Menschen, die eigene biologische Herkunft zur Herausarbeitung der eigentümlichen, besonderen Identität recherchieren zu können. Unsre Rechtsprechung hat das jetzt wieder an einem konkreten Fall bestätigt, was nicht unbedingt heißen muss, dass dieses Urteil frei wäre von üblen ideologischen Beimengungen. Jedenfalls hält unsre Gesellschaft inzwischen die notwendigen organisatorischen, technischen und bildungsmäßigen Bedingungen bereit, um menschenrechtliche Impulse der Neugier und des Wissenwollens befriedigen zu können.

Damit aber die Selbstrecherche nicht in einen gesellschaftsschädigenden Aktionismus führt, muss freilich das an der Zeugung neuen Lebens beteiligte medizinische Personal, mehr noch als der Samenspender und der Identität suchende Mensch, an humanitären Handlungskriterien geschult sein, die dem relativ neuen Menschenrecht Rechnung tragen. Dabei ist mir das ungelöste politische Problem bewusst, dass die den Fortschritt reklamierende Vernunftherrschaft und ihre Fürsprecher der schlimmsten Verbrechen gegen die Menschlich fähig waren und sind - im Namen der Menschlichkeit. Nun ist die Samenbank kein Naturereignis. In der von Menschen geschaffenen Institution wird ein ziemlich weit tragender Umgang mit Material der Natur gepflegt, in welchem auch das geistige, psychische, soziale Potenzial der Menschheit eingeschlossen ist.

Wir registrieren an der Oberfläche unsrer Lebenswelten und Erfahrungen, dass die Samenbanken in Deutschland gut organisiert sind, die Auswahl der Samenspender fachlich und sachlich gewährleistet ist, vom Samen eines Spenders nicht mehr als 15 Kinder gezeugt werden können, damit die legitimen Kontaktwünsche übersichtlich bleiben oder das Risiko unwissentlicher sexueller Beziehungen zwischen Halbgeschwistern beherrschbar ist. Indem ich das so sage, ist mir bewusst, dass auf diesem Gebiet Kritik das gleiche Recht hat wie überall.

Einkommen und Motive der Samenspender
Was die Verdienstmöglichkeiten der Samenspender betrifft, so sind pro Spende um die 100 EURO üblich. 100 eingefrorene Samenproben, >gesunde Spermien< und eine >attraktive Herkunft< können dem Spender in 12 bis 18 Monaten 10000 EURO einbringen. Bei 100000 Kindern, die in Deutschland auf dem Weg über Samenbanken gezeugt worden sein sollen, scheinen mir diese Geldeinnahmen nicht unbedingt ein Anreiz zur Bildung beträchtlicher Vermögen zu sein, mit denen man andere irgendwie ausnützen könnte.

Die Motive der Samenspender orientieren sich daher an den langwierigen gesundheitlichen Untersuchungen, die der Realisierung ihres Vorhabens vorausgehen. Auch altruistische Neigungen spielen eine Rolle und immerhin noch 42 % sind an finanziellen Gesichtspunkten interessiert. Ebenfalls 42% sind offen für Kontaktwünsche >ihrer< Kinder. Diese Verhältnisse, die sich um den Samenspender ranken, sind unkomplizierter als die >Leihmutterschaft<, die >Baby-Klappe< u.ä.m., die unter verfestigten, skandalösen Herrschaftsstrukturen leiden, deren Nährboden regelmäßig das Elend ist. Diese Umstände weisen darauf hin, dass in der als lebensfern empfundenen politischen Arena selbst die Gelegenheiten zur Trickserei viel ausgeprägter und vor allem bedeutsamer erscheinen, als das an der Basis der Gesesellschaft beobachtet werden kann.

Ideologische Blut- und Bodengefechte - >Intelligenz< und unterschwelliger Rassismus
Doch solides Wissen zum Erbmaterial, das in uns schlummert, ist wenig verbreitet. Dafür ist die vulgäre Spekulation zur Zauberwelt der Gene öfters anzutreffen. Sarrazin z.B., der ausgewiesene politische Profi, nährte den Verdacht, er greife in seinen auflagenstarken Büchern immer wieder in die rassistische Trickkiste. Der islamische Einwanderer, die >bildungsferne< Unterschicht generell, sind nach seiner Auffassung wegen ihrer minderen >Intelligenz< für Deutschland als hochentwickeltem Land eine Gefahr. Er sichert seinen rationalistischen Bruch eines historisch bei uns besonders ausgeprägten politischen Tabus (als Rassist aufzutreten, ist negativ sanktioniert) vorsichtig ab, indem er den allgemein verbreiteten Irrglauben von der direkt aus den >Genen< erwachsenden Intelligenz unangetastet voraussetzt. Das entspricht etwa der bis heute in uns allen stillschweigend wirkenden Annahme, die Nazi-Partei habe ohne weiteres Interessen der deutschen Nation verfolgt.

Meine These zum Prinzip Verantwortung und zu den gängigen, aber unbearbeiteten Tabus versteht sich als Aufforderung an die Politik, endlich z.B. das Staatsbürgerrecht, die Zuwanderung u.s.w. gründlich von allen Zusätzen der verheerenden Blut- und Boden-Ideologien und der damit verknüpften unwürdigen Repression zu befreien.

Der griffigen Formel bei Sarrazin sieht man die alarmistische Intention direkt an: >Mehr Kinder von den Klugen, bevor es zu spät ist<. Gerade rief der Hessische Justizminister Hahn, dummdreist und scheinbar neutral ebenfalls an jenem Tabu rüttelnd, die Geister einer liberalen Eugenik auf den Plan: >Bei Philipp Rösler würde ich allerdings gerne wissen, ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vizekanzler auch noch länger zu akzeptieren<. In Bayern sprach einst Ministerpräsident Stoiber selbstsicher von einer >durchrassten Gesellschaft<, die nicht hinzunehmen sei, auch wenn sie sich >multikulturell< verkleide. Die Bundeskanzlerin, Angela Merkel, zeigte sich sichtlich erleichtert, als sie ihre erzkonservativen Parteifreunde nachbetete, die zufrieden vom >Tod< einer (für Deutschland wünschenswerten) multikulturellen Gesellschaftsentwicklung gesprochen hatten. Sie alle sind überzeugt von der Zugkraft rassistischer Ideologeme, die fest in der Bevölkerung verankert seien – wie ein naturreligiöser Glaube. So kann der schon oft beschworene >unterschwellige Rassismus< in unserem Lande wirksam werden.

Der Fall Shakespeare, Quell und Gegenstand kulturpolitischer Verstehensarbeit ?
Ein anderer aktueller Fall in England, der bei uns Zeitungsspalten füllt: Das Scheusal Richard III., König von England im 15. Jahrhundert, holte Shakespeare für uns auf die Bühne, während die Gebeine des Herrschers über die Jahrhunderte als verschollen galten. Dass das Propagandastück für den Dramatiker karrierefördernd war, kann als sicher gelten. Erstaunlich ist, mit welch großem Aufwand die Archäologen und Genetiker das Skelett unter einem Parkplatz in Leicester als den im >Rosenkrieg< niedergemetzelten König identifizierten.

Eine komplizierte Genanalyse erbrachte seit dem Fund im vergangenen Jahr den Beweis der schon vermuteten Identität. Die inzwischen verstorbene Kanadierin Joy Ibsen stammte in 17. Generation von der Schwester Richards III. ab, von Anne von York. Die Tochter und der in London lebende Sohn der Ibsen, ein Tischler, stellten sich dem Gen-Test zur Verfügung. Michael Ibsen stand nach Analyse seiner DNA-Probe allein mit der Genetikerin vor dem >buckligen< Knochengerüst seines Ahnen: >Es war bewegend, neben Richard III. zu stehen - nicht nur, weil er eine historisch bemerkenswerte Persönlichkeit ist, sondern, weil diese genetische Beziehung zu ihm besteht<.

Die Stimmen in England mehren sich nun, die eine gewisse Korrektur der Geschichtsschreibung auch gegen die Position Shakespeares erhoffen. Der Wert einer solchen Wendung in der geschriebenen und vielleicht auch öffentlich diskutierten Geschichte kann aus unsrer Sicht schwer eingeschätzt werden. Vor allem aber bleibt nach meiner Beobachtung die Rolle Englands im europäischen Integrationsprozess noch relativ unbearbeitet und wenig verstanden. Der nationalistische Kitt bröckelt zwar, wird aber von vulgären Gen-Ideologien immer wieder aufgefrischt, die als unterschwellige, kulturelle Apartheid politische Legitimation anstreben.
 
Quellcode Samenspende

Prinzip Verantwortung im Kontext von Freiheit, Gleichheit, Warenproduktion
Unerbittlich macht uns das Prinzip Verantwortung klar, dass keine Trickserei oder Einseitigkeit die Folgekosten einfach verschwinden lassen kann, die gesellschaftliche Individuen, durch Vertrag sich als Gleiche verstehend, verursachen. Der Samenspender, der mit der Frau zusammen ein künftiges Lebewesen mit unveräußerlichen Menschenrechten erzeugt, kann nur durch selbstgerechte Finessen oder durch Gewalt davon abgebracht werden, die Pflicht des Respekts vor der Gleichheit und vor der natürlichen Neugier der Nachkommen(auf die eigene Herkunft) im üblichen Maße zu erfüllen. Dieser Zug und diese Explosivität wohnt unserem Handeln von vornherein als reale Möglichkeit inne. Heute wissen wir, dass eine zunehmende Zahl scheinbar individueller Entscheidungen über ihren kommunikativen Zusammenhang in die Gesellschaft eingebunden und damit rechenschaftspflichtig ist.

Beim Erbrecht können nur solche Regelungen als angemessen, gerecht gelten, die die künstlich erzeugte Ungleichheit –z.B. zwischen ehelichen und unehelichen Kindern- auflösen oder zumindest mildern. Und umgekehrt ermahnt der Gleichheitsgrundsatz die erwachsen werdenden Nachfolger zu Respekt und, wo die Bedingungen dafür zutreffen, zu fürsorglicher Hilfe, wenn die Selbstbestimmungsfähigkeit der Elterngeneration physisch und psychisch nachlässt. Hier existiert eine gesellschaftliche Situation, in der die Zwei- bis Dreigenerationen Familie noch nicht vollständig aufgelöst und Auffangeinrichtungen vorhanden sind. Gegen Verhaltensmaximen von der Art der sozialen Verantwortung grob und regelmäßig zu verstoßen, so scheint es, macht die willkürliche und selbstzerstörerische Gewalt alltäglich und zum periodisch wiederkehrenden Crash.

Denn in unserem Verhalten bringen wir nicht selten die unbedachte Verachtung alter, noch lebendiger Tabus zum Ausdruck. Das ist sicher notwendig und richtig, wenn es etwa um die Zurückweisung irgendwelcher Varianten des >Rechts der ersten Nacht< geht, verhärtet sich aber schnell zur Gewaltproblematik, wenn die Überheblichkeit des bürgerlichen Tuns meint, sich undifferenziert über alle tabuisierte Grenzen hinwegsetzen zu können. Das Thema Altern, Pflege, Heime u.ä.m. berührt uns täglich, einschließlich der jüngeren, in deren Handeln andere Themen favorisiert sein mögen.

Die verinnerlichten äußeren Zwänge sind inzwischen zu einer neuen Qualität herangereift, die jeder Ausrede oder Verdrängung sozialer Verpflichtungen misstraut. Wenn also der erwähnte Samenspender nicht mehr am Zeugungsakt neuen Lebens beteiligt ist, weil dies von der Samenbank aus durch sachkundige Akteure der Medizin geleistet wird, kann jederzeit gegen die bornierten Strukturen des bürgerlichen Rechts eine relativ neuartige Verantwortungsrechnung aufgemacht werden.

Die Tatsache, dass die Formen der Warenproduktion in ausnahmslos alle menschlichen Verhältnisse vordringen, kann keinen Grund dafür liefern, den Grundzug der Verantwortung in unserem Handeln mit seinen unvermeidlichen Wirkungen aus der menschlichen Gesellschaft zu verbannen. Aus dieser negativen Anknüpfung an die verallgemeinerte und anonyme Warenproduktion folgt ein informationelles, wechselseitige Wirkungen entfaltendes Menschenrecht,das sich durchsetzt.

Die Samenbank - Selbstrecherche als Menschenrecht
Es handelt sich um das Recht aller Menschen, die eigene biologische Herkunft zur Herausarbeitung der eigentümlichen, besonderen Identität recherchieren zu können. Unsre Rechtsprechung hat das jetzt wieder an einem konkreten Fall bestätigt, was nicht unbedingt heißen muss, dass dieses Urteil frei wäre von üblen ideologischen Beimengungen. Jedenfalls hält unsre Gesellschaft inzwischen die notwendigen organisatorischen, technischen und bildungsmäßigen Bedingungen bereit, um menschenrechtliche Impulse der Neugier und des Wissenwollens befriedigen zu können.

Damit aber die Selbstrecherche nicht in einen gesellschaftsschädigenden Aktionismus führt, muss freilich das an der Zeugung neuen Lebens beteiligte medizinische Personal, mehr noch als der Samenspender und der Identität suchende Mensch, an humanitären Handlungskriterien geschult sein, die dem relativ neuen Menschenrecht Rechnung tragen. Dabei ist mir das ungelöste politische Problem bewusst, dass die den Fortschritt reklamierende Vernunftherrschaft und ihre Fürsprecher der schlimmsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit fähig waren und sind - im Namen der Menschlichkeit. Umgekehrt kann antimodern erscheinende Religiosität unter totalitärer Herrschaft effektiven Widerstand leisten.

Nun ist die Samenbank kein Naturereignis. In der von Menschen geschaffenen Institution wird ein ziemlich weit tragender Umgang mit Material der Natur gepflegt, in welchem auch das geistige, psychische, soziale Potenzial der Menschheit eingeschlossen ist. Wir registrieren an der Oberfläche unsrer Lebenswelten und Erfahrungen, dass die Samenbanken in Deutschland gut organisiert sind, die Auswahl der Samenspender fachlich und sachlich gewährleistet ist, vom Samen eines Spenders nicht mehr als 15 Kinder gezeugt werden können, damit die legitimen Kontaktwünsche übersichtlich bleiben oder das Risiko unwissentlicher sexueller Beziehungen zwischen Halbgeschwistern beherrschbar ist. Indem ich das so sage, ist mir bewusst, dass auf diesem Gebiet Kritik das gleiche Recht hat wie überall.

Einkommen und Motive der Samenspender
Was die Verdienstmöglichkeiten der Samenspender betrifft, so sind pro Spende um die 100 EURO üblich. 100 eingefrorene Samenproben, >gesunde Spermien< und eine >attraktive Herkunft< können dem Spender in 12 bis 18 Monaten 10000 EURO einbringen. Bei 100000 Kindern, die in Deutschland auf dem Weg über Samenbanken gezeugt worden sein sollen, scheinen mir diese Geldeinnahmen nicht unbedingt ein Anreiz zur Bildung beträchtlicher Vermögen zu sein, mit denen man andere irgendwie ausnützen könnte.

Die Motive der Samenspender orientieren sich daher an den langwierigen gesundheitlichen Untersuchungen, die der Realisierung ihres Vorhabens vorausgehen. Auch altruistische Neigungen spielen eine Rolle und immerhin noch 42 % sind an finanziellen Gesichtspunkten interessiert. Ebenfalls 42% sind offen für Kontaktwünsche >ihrer< Kinder. Diese Verhältnisse, die sich um den Samenspender ranken, sind unkomplizierter als die >Leihmutterschaft<, die >Baby-Klappe< u.ä.m., die unter verfestigten, skandalösen Herrschaftsstrukturen leiden, deren Nährboden regelmäßig das Elend ist. Diese Umstände weisen darauf hin, dass in der als lebensfern empfundenen politischen Arena selbst die Gelegenheiten zur Trickserei viel ausgeprägter und vor allem bedeutsamer erscheinen, als das an der Basis der Gesesellschaft beobachtet werden kann.

Ideologische Blut- und Bodengefechte - >Intelligenz< und unterschwelliger Rassismus
Doch solides Wissen zum Erbmaterial, das in uns schlummert, ist wenig verbreitet. Dafür ist die vulgäre Spekulation zur Zauberwelt der Gene öfters anzutreffen. Sarrazin z.B., der ausgewiesene politische Profi, nährte den Verdacht, er greife in seinen auflagenstarken Büchern immer wieder in die rassistische Trickkiste. Der islamische Einwanderer, die >bildungsferne< Unterschicht generell, sind nach seiner Auffassung wegen ihrer minderen >Intelligenz< für Deutschland als hochentwickeltem Land eine Gefahr. Er sichert seinen rationalistischen Bruch eines historisch bei uns besonders ausgeprägten politischen Tabus (als Rassist aufzutreten, ist negativ sanktioniert) vorsichtig ab, indem er den allgemein verbreiteten Irrglauben von der direkt aus den >Genen< erwachsenden Intelligenz unangetastet voraussetzt. Das entspricht etwa der bis heute in uns allen stillschweigend wirkenden Annahme, die Nazi-Partei habe ohne weiteres Interessen der deutschen Nation verfolgt.

Meine These zum Prinzip Verantwortung und zu den gängigen, aber unbearbeiteten Tabus versteht sich als Aufforderung an die Politik, endlich z.B. das Staatsbürgerrecht, die Zuwanderung u.s.w. gründlich von allen Zusätzen der verheerenden Blut- und Boden-Ideologien und der damit verknüpften unwürdigen Repression zu befreien.

Der griffigen Formel bei Sarrazin sieht man die alarmistische Intention direkt an: >Mehr Kinder von den Klugen, bevor es zu spät ist<. Gerade rief der Hessische Justizminister Hahn, dummdreist und scheinbar neutral ebenfalls an jenem Tabu rüttelnd, die Geister einer liberalen Eugenik auf den Plan: >Bei Philipp Rösler würde ich allerdings gerne wissen, ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vizekanzler auch noch länger zu akzeptieren<. In Bayern sprach einst Ministerpräsident Stoiber selbstsicher von einer >durchrassten Gesellschaft<, die nicht hinzunehmen sei, auch wenn sie sich >multikulturell< verkleide. Die Bundeskanzlerin, Angela Merkel, zeigte sich sichtlich erleichtert, als sie ihre erzkonservativen Parteifreunde nachbetete, die zufrieden vom >Tod< einer (für Deutschland wünschenswerten) multikulturellen Gesellschaftsentwicklung gesprochen hatten. Sie alle sind überzeugt von der Zugkraft rassistischer Ideologeme, die fest in der Bevölkerung verankert seien – wie ein naturreligiöser Glaube. So kann der schon oft beschworene >unterschwellige Rassismus< in unserem Lande wirksam werden.

Der Fall Shakespeare, Quell und Gegenstand kulturpolitischer Verstehensarbeit ?
Ein anderer aktueller Fall in England, der bei uns Zeitungsspalten füllt: Das Scheusal Richard III., König von England im 15. Jahrhundert, holte Shakespeare für uns auf die Bühne, während die Gebeine des Herrschers über die Jahrhunderte als verschollen galten. Dass das Propagandastück für den Dramatiker karrierefördernd war, kann als sicher gelten. Erstaunlich ist, mit welch großem Aufwand die Archäologen und Genetiker das Skelett unter einem Parkplatz in Leicester als den im >Rosenkrieg< niedergemetzelten König identifizierten.

Eine komplizierte Genanalyse erbrachte seit dem Fund im vergangenen Jahr den Beweis der schon vermuteten Identität. Die inzwischen verstorbene Kanadierin Joy Ibsen stammte in 17. Generation von der Schwester Richards III. ab, von Anne von York. Die Tochter und der in London lebende Sohn der Ibsen, ein Tischler, stellten sich dem Gen-Test zur Verfügung. Michael Ibsen stand nach Analyse seiner DNA-Probe allein mit der Genetikerin vor dem >buckligen< Knochengerüst seines Ahnen: >Es war bewegend, neben Richard III. zu stehen - nicht nur, weil er eine historisch bemerkenswerte Persönlichkeit ist, sondern, weil diese genetische Beziehung zu ihm besteht<.

Die Stimmen in England mehren sich nun, die eine gewisse Korrektur der Geschichtsschreibung auch gegen die Position Shakespeares erhoffen. Der Wert einer solchen Wendung in der geschriebenen und vielleicht auch öffentlich diskutierten Geschichte kann aus unsrer Sicht schwer eingeschätzt werden. Vor allem aber bleibt nach meiner Beobachtung die Rolle Englands im europäischen Integrationsprozess noch relativ unbearbeitet und wenig verstanden. Der nationalistische Kitt bröckelt zwar, wird aber von vulgären Gen-Ideologien immer wieder aufgefrischt, die als unterschwellige, kulturelle Apartheid politische Legitimation anstreben.
 
Quellcode Samenspende

Prinzip Verantwortung im Kontext von Freiheit, Gleichheit, Warenproduktion
Unerbittlich macht uns das Prinzip Verantwortung klar, dass keine Trickserei oder Einseitigkeit die Folgekosten einfach verschwinden lassen kann, die gesellschaftliche Individuen, durch Vertrag sich als Gleiche verstehend, verursachen. Der Samenspender, der mit der Frau zusammen ein künftiges Lebewesen mit unveräußerlichen Menschenrechten erzeugt, kann nur durch selbstgerechte Finessen oder durch Gewalt davon abgebracht werden, die Pflicht des Respekts vor der Gleichheit und vor der natürlichen Neugier der Nachkommen(auf die eigene Herkunft) im üblichen Maße zu erfüllen. Dieser Zug und diese Explosivität wohnt unserem Handeln von vornherein als reale Möglichkeit inne. Heute wissen wir, dass eine zunehmende Zahl scheinbar individueller Entscheidungen über ihren kommunikativen Zusammenhang in die Gesellschaft eingebunden und damit rechenschaftspflichtig ist.

Beim Erbrecht können nur solche Regelungen als angemessen, gerecht gelten, die die künstlich erzeugte Ungleichheit –z.B. zwischen ehelichen und unehelichen Kindern- auflösen oder zumindest mildern. Und umgekehrt ermahnt der Gleichheitsgrundsatz die erwachsen werdenden Nachkommen zu Respekt und, wo die Bedingungen dafür zutreffen, zu fürsorglicher Hilfe, wenn die Selbstbestimmungsfähigkeit der Elterngeneration physisch und psychisch nachlässt. Hier existiert eine gesellschaftliche Situation, in der die Zwei- bis Dreigenerationen Familie noch nicht vollständig aufgelöst und Auffangeinrichtungen vorhanden sind. Gegen Verhaltensmaximen von der Art der sozialen Verantwortung grob und regelmäßig zu verstoßen, so scheint es, macht die willkürliche und selbstzerstörerische Gewalt alltäglich und zum periodisch wiederkehrenden Crash.

Denn in unserem Verhalten bringen wir nicht selten die unbedachte Verachtung alter, noch lebendiger Tabus zum Ausdruck. Das ist sicher notwendig und richtig, wenn es etwa um die Zurückweisung irgendwelcher Varianten des >Rechts der ersten Nacht< geht, verhärtet sich aber schnell zur Gewaltproblematik, wenn die Überheblichkeit des bürgerlichen Tuns meint, sich undifferenziert über alle tabuisierte Grenzen hinwegsetzen zu können. Das Thema Altern, Pflege, Heime u.ä.m. berührt uns täglich, einschließlich der jüngeren, in deren Handeln andere Themen favorisiert sein mögen.

Die verinnerlichten äußeren Zwänge sind inzwischen zu einer neuen Qualität herangereift, die jeder Ausrede oder Verdrängung sozialer Verpflichtungen misstraut. Wenn also der erwähnte Samenspender nicht mehr am Zeugungsakt neuen Lebens beteiligt ist, weil dies von der Samenbank aus durch sachkundige Akteure der Medizin geleistet wird, kann jederzeit gegen die bornierten Strukturen des bürgerlichen Rechts eine relativ neuartige Verantwortungsrechnung aufgemacht werden.

Die Tatsache, dass die Formen der Warenproduktion in ausnahmslos alle menschlichen Verhältnisse vordringen, kann keinen Grund dafür liefern, den Grundzug der Verantwortung in unserem Handeln mit seinen unvermeidlichen Wirkungen aus der menschlichen Gesellschaft zu verbannen. Denn die negative Anknüpfung an die verallgemeinerte und anonyme Warenproduktion eröffnet eher Gelegenheten und Raum, ein informationelles, wechselseitige Wirkungen entfaltendes Menschenrecht zu entwickeln. Das setzt sich durch. Diese Überzeugung lässt sich begründen, ohne dass wir allerdings genau wissen, wie die negativen Wirkungen des Arbeissystems aufgehoben werden.

Die Samenbank - Selbstrecherche als Menschenrecht
Es handelt sich um das Recht aller Menschen, die eigene biologische Herkunft zur Herausarbeitung der eigentümlichen, besonderen Identität recherchieren zu können. Unsre Rechtsprechung hat das jetzt wieder an einem konkreten Fall bestätigt, was nicht unbedingt heißen muss, dass dieses Urteil frei wäre von üblen ideologischen Beimengungen. Jedenfalls hält unsre Gesellschaft inzwischen die notwendigen organisatorischen, technischen und bildungsmäßigen Bedingungen bereit, um menschenrechtliche Impulse der Neugier und des Wissenwollens befriedigen zu können.

Damit aber die Selbstrecherche nicht in einen gesellschaftsschädigenden Aktionismus führt, muss freilich das an der Zeugung neuen Lebens beteiligte medizinische Personal, mehr noch als der Samenspender und der Identität suchende Mensch, an humanitären Handlungskriterien geschult sein, die dem relativ neuen Menschenrecht Rechnung tragen. Dabei ist mir das ungelöste politische Problem bewusst, dass die den Fortschritt reklamierende Vernunftherrschaft und ihre Fürsprecher der schlimmsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit fähig waren und sind - im Namen der Menschlichkeit. Umgekehrt kann antimodern erscheinende Religiosität unter totalitärer Herrschaft effektiven Widerstand leisten, wie dies hervorragende Persönlichkeiten der katholischen Kirche gegen die Maschinerie der Euthanasie-Mortde getan haben.

Nun ist die Samenbank kein Naturereignis. In der von Menschen geschaffenen Institution wird ein ziemlich weit tragender Umgang mit Material der Natur gepflegt, in welchem auch das geistige, psychische, soziale Potenzial der Menschheit eingeschlossen ist. Wir registrieren an der Oberfläche unsrer Lebenswelten und Erfahrungen, dass die Samenbanken in Deutschland gut organisiert sind, die Auswahl der Samenspender fachlich und sachlich gewährleistet ist, vom Samen eines Spenders nicht mehr als 15 Kinder gezeugt werden können, damit die legitimen Kontaktwünsche übersichtlich bleiben oder das Risiko unwissentlicher sexueller Beziehungen zwischen Halbgeschwistern beherrschbar ist. Indem ich das so sage, ist mir bewusst, dass auf diesem Gebiet Kritik das gleiche Recht hat wie überall.

Einkommen und Motive der Samenspender
Was die Verdienstmöglichkeiten der Samenspender betrifft, so sind pro Spende um die 100 EURO üblich. 100 eingefrorene Samenproben, >gesunde Spermien< und eine >attraktive Herkunft< können dem Spender in 12 bis 18 Monaten 10000 EURO einbringen. Bei 100000 Kindern, die in Deutschland auf dem Weg über Samenbanken gezeugt worden sein sollen, scheinen mir diese Geldeinnahmen nicht unbedingt ein Anreiz zur Bildung beträchtlicher Vermögen zu sein, mit denen man andere irgendwie ausnützen könnte.

Die Motive der Samenspender orientieren sich daher an den langwierigen gesundheitlichen Untersuchungen, die der Realisierung ihres Vorhabens vorausgehen. Auch altruistische Neigungen spielen eine Rolle und immerhin noch 42 % sind an finanziellen Gesichtspunkten interessiert. Ebenfalls 42% sind offen für Kontaktwünsche >ihrer< Kinder. Diese Verhältnisse, die sich um den Samenspender ranken, sind unkomplizierter als die >Leihmutterschaft<, die >Baby-Klappe< u.ä.m., die unter verfestigten, skandalösen Herrschaftsstrukturen leiden, deren Nährboden regelmäßig das Elend ist. Diese Umstände weisen darauf hin, dass in der als lebensfern empfundenen politischen Arena selbst die Gelegenheiten zur Trickserei viel ausgeprägter und vor allem bedeutsamer erscheinen, als das an der Basis der Gesesellschaft beobachtet werden kann.

Ideologische Blut- und Bodengefechte - >Intelligenz< und unterschwelliger Rassismus
Doch solides Wissen zum Erbmaterial, das in uns schlummert, ist wenig verbreitet. Dafür ist die vulgäre Spekulation zur Zauberwelt der Gene öfters anzutreffen. Sarrazin z.B., der ausgewiesene politische Profi, nährte den Verdacht, er greife in seinen auflagenstarken Büchern immer wieder in die rassistische Trickkiste. Der islamische Einwanderer, die >bildungsferne< Unterschicht generell, sind nach seiner Auffassung wegen ihrer minderen >Intelligenz< für Deutschland als hochentwickeltem Land eine Gefahr. Er sichert seinen rationalistischen Bruch eines historisch bei uns besonders ausgeprägten politischen Tabus (als Rassist aufzutreten, ist negativ sanktioniert) vorsichtig ab, indem er den allgemein verbreiteten Irrglauben von der direkt aus den >Genen< erwachsenden Intelligenz unangetastet voraussetzt. Das entspricht etwa der bis heute in uns allen stillschweigend wirkenden Annahme, die Nazi-Partei habe ohne weiteres Interessen der deutschen Nation verfolgt.

Meine These zum Prinzip Verantwortung und zu den gängigen, aber unbearbeiteten Tabus versteht sich als Aufforderung an die Politik, endlich z.B. das Staatsbürgerrecht, die Zuwanderung u.s.w. gründlich von allen Zusätzen der verheerenden Blut- und Boden-Ideologien und der damit verknüpften unwürdigen Repression zu befreien.

Der griffigen Formel bei Sarrazin sieht man die alarmistische Intention direkt an: >Mehr Kinder von den Klugen, bevor es zu spät ist<. Gerade rief der Hessische Justizminister Hahn, dummdreist und scheinbar neutral ebenfalls an jenem Tabu rüttelnd, die Geister einer liberalen Eugenik auf den Plan: >Bei Philipp Rösler würde ich allerdings gerne wissen, ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vizekanzler auch noch länger zu akzeptieren<. In Bayern sprach einst Ministerpräsident Stoiber selbstsicher von einer >durchrassten Gesellschaft<, die nicht hinzunehmen sei, auch wenn sie sich >multikulturell< verkleide. Die Bundeskanzlerin, Angela Merkel, zeigte sich sichtlich erleichtert, als sie ihre erzkonservativen Parteifreunde nachbetete, die zufrieden vom >Tod< einer (für Deutschland wünschenswerten) multikulturellen Gesellschaftsentwicklung gesprochen hatten. Sie alle sind überzeugt von der Zugkraft rassistischer Ideologeme, die fest in der Bevölkerung verankert seien – wie ein naturreligiöser Glaube. So kann der schon oft beschworene >unterschwellige Rassismus< in unserem Lande wirksam werden.

Der Fall Shakespeare, Quell und Gegenstand kulturpolitischer Verstehensarbeit ?
Ein aktueller Fall in England, der bei uns Zeitungsspalten füllt: Das Scheusal Richard III., König von England im 15. Jahrhundert, holte Shakespeare für uns auf die Bühne, während die Gebeine des Herrschers über die Jahrhunderte als verschollen galten. Dass das Propagandastück für den Dramatiker karrierefördernd war, kann als sicher gelten. Erstaunlich ist, mit welch großem Aufwand die Archäologen und Genetiker das Skelett unter einem Parkplatz in Leicester als den im >Rosenkrieg< niedergemetzelten König identifizierten.

Eine komplizierte Genanalyse erbrachte seit dem Fund im vergangenen Jahr den Beweis der schon vermuteten Identität. Die inzwischen verstorbene Kanadierin Joy Ibsen stammte in 17. Generation von der Schwester Richards III. ab, von Anne von York. Die Tochter und der in London lebende Sohn der Ibsen, ein Tischler, stellten sich dem Gen-Test zur Verfügung. Michael Ibsen stand nach Analyse seiner DNA-Probe allein mit der Genetikerin vor dem >buckligen< Knochengerüst seines Ahnen: >Es war bewegend, neben Richard III. zu stehen - nicht nur, weil er eine historisch bemerkenswerte Persönlichkeit ist, sondern, weil diese genetische Beziehung zu ihm besteht<.

Die Stimmen in England mehren sich nun, die eine gewisse Korrektur der Geschichtsschreibung auch gegen die Position Shakespeares erhoffen. Der Wert einer solchen Wendung in der geschriebenen und vielleicht auch öffentlich diskutierten Geschichte kann aus unsrer Sicht schwer eingeschätzt werden. Vor allem aber bleibt nach meiner Beobachtung die Rolle Englands im europäischen Integrationsprozess noch relativ unbearbeitet und wenig verstanden. Der nationalistische Kitt bröckelt zwar, wird aber von vulgären Gen-Ideologien immer wieder aufgefrischt, die als unterschwellige, kulturelle Apartheid politische Legitimation anstreben.
 
Quellcode Samenspende

Prinzip Verantwortung im Kontext von Freiheit, Gleichheit, Warenproduktion
Unerbittlich macht uns das Prinzip Verantwortung klar, dass keine Trickserei oder Einseitigkeit die Folgekosten einfach verschwinden lassen kann, die gesellschaftliche Individuen, durch Vertrag sich als Gleiche verstehend, verursachen. Der Samenspender, der mit der Frau zusammen ein künftiges Lebewesen mit unveräußerlichen Menschenrechten erzeugt, kann nur durch selbstgerechte Finessen oder durch Gewalt davon abgebracht werden, die Pflicht des Respekts vor der Gleichheit und vor der natürlichen Neugier der Nachkommen(auf die eigene Herkunft) im üblichen Maße zu erfüllen. Dieser Zug und diese Explosivität wohnt unserem Handeln von vornherein als reale Möglichkeit inne. Heute wissen wir, dass eine zunehmende Zahl scheinbar individueller Entscheidungen über ihren kommunikativen Zusammenhang in die Gesellschaft eingebunden und damit rechenschaftspflichtig ist.

Beim Erbrecht können nur solche Regelungen als angemessen, gerecht gelten, die die künstlich erzeugte Ungleichheit –z.B. zwischen ehelichen und unehelichen Kindern- auflösen oder zumindest mildern. Und umgekehrt ermahnt der Gleichheitsgrundsatz die erwachsen werdenden Nachkommen zu Respekt und, wo die Bedingungen dafür zutreffen, zu fürsorglicher Hilfe, wenn die Selbstbestimmungsfähigkeit der Elterngeneration physisch und psychisch nachlässt. Hier existiert eine gesellschaftliche Situation, in der die Zwei- bis Dreigenerationen Familie noch nicht vollständig aufgelöst und Auffangeinrichtungen vorhanden sind. Gegen Verhaltensmaximen von der Art der sozialen Verantwortung grob und regelmäßig zu verstoßen, so scheint es, macht die willkürliche und selbstzerstörerische Gewalt alltäglich und zum periodisch wiederkehrenden Crash.

Denn in unserem Verhalten bringen wir nicht selten die unbedachte Verachtung alter, noch lebendiger Tabus zum Ausdruck. Das ist sicher notwendig und richtig, wenn es etwa um die Zurückweisung irgendwelcher Varianten des >Rechts der ersten Nacht< geht, verhärtet sich aber schnell zur Gewaltproblematik, wenn die Überheblichkeit des bürgerlichen Tuns meint, sich undifferenziert über alle tabuisierte Grenzen hinwegsetzen zu können. Das Thema Altern, Pflege, Heime u.ä.m. berührt uns täglich, einschließlich der jüngeren, in deren Handeln andere Themen favorisiert sein mögen.

Die verinnerlichten äußeren Zwänge sind inzwischen zu einer neuen Qualität herangereift, die jeder Ausrede oder Verdrängung sozialer Verpflichtungen misstraut. Wenn also der erwähnte Samenspender nicht mehr am Zeugungsakt neuen Lebens beteiligt ist, weil dies von der Samenbank aus durch sachkundige Akteure der Medizin geleistet wird, kann jederzeit gegen die bornierten Strukturen des bürgerlichen Rechts eine relativ neuartige Verantwortungsrechnung aufgemacht werden.

Die Tatsache, dass die Formen der Warenproduktion in ausnahmslos alle menschlichen Verhältnisse vordringen, kann keinen Grund dafür liefern, den Grundzug der Verantwortung in unserem Handeln mit seinen unvermeidlichen Wirkungen aus der menschlichen Gesellschaft zu verbannen. Denn die negative Anknüpfung an die verallgemeinerte und anonyme Warenproduktion eröffnet eher Gelegenheiten und Raum, ein informationelles, wechselseitige Wirkungen entfaltendes Menschenrecht zu entwickeln. Das setzt sich durch. Diese Überzeugung lässt sich begründen, ohne dass wir allerdings genau wissen, wie die negativen Wirkungen des Arbeissystems aufgehoben werden.

Die Samenbank - Selbstrecherche als Menschenrecht
Es handelt sich um das Recht aller Menschen, die eigene biologische Herkunft zur Herausarbeitung der eigentümlichen, besonderen Identität recherchieren zu können. Unsre Rechtsprechung hat das jetzt wieder an einem konkreten Fall bestätigt, was nicht unbedingt heißen muss, dass dieses Urteil frei wäre von üblen ideologischen Beimengungen. Jedenfalls hält unsre Gesellschaft inzwischen die notwendigen organisatorischen, technischen und bildungsmäßigen Bedingungen bereit, um menschenrechtliche Impulse der Neugier und des Wissenwollens befriedigen zu können.

Damit aber die Selbstrecherche nicht in einen gesellschaftsschädigenden Aktionismus führt, muss freilich das an der Zeugung neuen Lebens beteiligte medizinische Personal, mehr noch als der Samenspender und der Identität suchende Mensch, an humanitären Handlungskriterien geschult sein, die dem relativ neuen Menschenrecht Rechnung tragen. Dabei ist mir das ungelöste politische Problem bewusst, dass die den Fortschritt reklamierende Vernunftherrschaft und ihre Fürsprecher der schlimmsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit fähig waren und sind - im Namen der Menschlichkeit. Umgekehrt kann antimodern erscheinende Religiosität unter totalitärer Herrschaft effektiven Widerstand leisten, wie dies hervorragende Persönlichkeiten der katholischen Kirche gegen die Maschinerie der Euthanasie-Morde getan haben.

Nun ist die Samenbank kein Naturereignis. In der von Menschen geschaffenen Institution wird ein ziemlich weit tragender Umgang mit Material der Natur gepflegt, in welchem auch das geistige, psychische, soziale Potenzial der Menschheit eingeschlossen ist. Wir registrieren an der Oberfläche unsrer Lebenswelten und Erfahrungen, dass die Samenbanken in Deutschland gut organisiert sind, die Auswahl der Samenspender fachlich und sachlich gewährleistet ist, vom Samen eines Spenders nicht mehr als 15 Kinder gezeugt werden können, damit die legitimen Kontaktwünsche übersichtlich bleiben oder das Risiko unwissentlicher sexueller Beziehungen zwischen Halbgeschwistern beherrschbar ist. Indem ich das so sage, ist mir bewusst, dass auf diesem Gebiet Kritik das gleiche Recht hat wie überall.

Einkommen und Motive der Samenspender
Was die Verdienstmöglichkeiten der Samenspender betrifft, so sind pro Spende um die 100 EURO üblich. 100 eingefrorene Samenproben, >gesunde Spermien< und eine >attraktive Herkunft< können dem Spender in 12 bis 18 Monaten 10000 EURO einbringen. Bei 100000 Kindern, die in Deutschland auf dem Weg über Samenbanken gezeugt worden sein sollen, scheinen mir diese Geldeinnahmen nicht unbedingt ein Anreiz zur Bildung beträchtlicher Vermögen zu sein, mit denen man andere irgendwie ausnützen könnte.

Die Motive der Samenspender orientieren sich daher an den langwierigen gesundheitlichen Untersuchungen, die der Realisierung ihres Vorhabens vorausgehen. Auch altruistische Neigungen spielen eine Rolle und immerhin noch 42 % sind an finanziellen Gesichtspunkten interessiert. Ebenfalls 42% sind offen für Kontaktwünsche >ihrer< Kinder. Diese Verhältnisse, die sich um den Samenspender ranken, sind unkomplizierter als die >Leihmutterschaft<, die >Baby-Klappe< u.ä.m., die unter verfestigten, skandalösen Herrschaftsstrukturen leiden, deren Nährboden regelmäßig das Elend ist. Diese Umstände weisen darauf hin, dass in der als lebensfern empfundenen politischen Arena selbst die Gelegenheiten zur Trickserei viel ausgeprägter und vor allem bedeutsamer erscheinen, als das an der Basis der Gesesellschaft beobachtet werden kann.

Ideologische Blut- und Bodengefechte - >Intelligenz< und unterschwelliger Rassismus
Doch solides Wissen zum Erbmaterial, das in uns schlummert, ist wenig verbreitet. Dafür ist die vulgäre Spekulation zur Zauberwelt der Gene öfters anzutreffen. Sarrazin z.B., der ausgewiesene politische Profi, nährte den Verdacht, er greife in seinen auflagenstarken Büchern immer wieder in die rassistische Trickkiste. Der islamische Einwanderer, die >bildungsferne< Unterschicht generell, sind nach seiner Auffassung wegen ihrer minderen >Intelligenz< für Deutschland als hochentwickeltem Land eine Gefahr. Er sichert seinen rationalistischen Bruch eines historisch bei uns besonders ausgeprägten politischen Tabus (als Rassist aufzutreten, ist negativ sanktioniert) vorsichtig ab, indem er den allgemein verbreiteten Irrglauben von der direkt aus den >Genen< erwachsenden Intelligenz unangetastet voraussetzt. Das entspricht etwa der bis heute in uns allen stillschweigend wirkenden Annahme, die Nazi-Partei habe ohne weiteres Interessen der deutschen Nation verfolgt.

Meine These zum Prinzip Verantwortung und zu den gängigen, aber unbearbeiteten Tabus versteht sich als Aufforderung an die Politik, endlich z.B. das Staatsbürgerrecht, die Zuwanderung u.s.w. gründlich von allen Zusätzen der verheerenden Blut- und Boden-Ideologien und der damit verknüpften unwürdigen Repression zu befreien.

Der griffigen Formel bei Sarrazin sieht man die alarmistische Intention direkt an: >Mehr Kinder von den Klugen, bevor es zu spät ist<. Gerade rief der Hessische Justizminister Hahn, dummdreist und scheinbar neutral ebenfalls an jenem Tabu rüttelnd, die Geister einer liberalen Eugenik auf den Plan: >Bei Philipp Rösler würde ich allerdings gerne wissen, ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vizekanzler auch noch länger zu akzeptieren<. In Bayern sprach einst Ministerpräsident Stoiber selbstsicher von einer >durchrassten Gesellschaft<, die nicht hinzunehmen sei, auch wenn sie sich >multikulturell< verkleide. Die Bundeskanzlerin, Angela Merkel, zeigte sich sichtlich erleichtert, als sie ihre erzkonservativen Parteifreunde nachbetete, die zufrieden vom >Tod< einer (für Deutschland wünschenswerten) multikulturellen Gesellschaftsentwicklung gesprochen hatten. Sie alle sind überzeugt von der Zugkraft rassistischer Ideologeme, die fest in der Bevölkerung verankert seien – wie ein naturreligiöser Glaube. So kann der schon oft beschworene >unterschwellige Rassismus< in unserem Lande wirksam werden.

Der Fall Shakespeare, Quell und Gegenstand kulturpolitischer Verstehensarbeit ?
Ein aktueller Fall in England, der bei uns Zeitungsspalten füllt: Das Scheusal Richard III., König von England im 15. Jahrhundert, holte Shakespeare für uns auf die Bühne, während die Gebeine des Herrschers über die Jahrhunderte als verschollen galten. Dass das Propagandastück für den Dramatiker karrierefördernd war, kann als sicher gelten. Erstaunlich ist, mit welch großem Aufwand die Archäologen und Genetiker das Skelett unter einem Parkplatz in Leicester als den im >Rosenkrieg< niedergemetzelten König identifizierten.

Eine komplizierte Genanalyse erbrachte seit dem Fund im vergangenen Jahr den Beweis der schon vermuteten Identität. Die inzwischen verstorbene Kanadierin Joy Ibsen stammte in 17. Generation von der Schwester Richards III. ab, von Anne von York. Die Tochter und der in London lebende Sohn der Ibsen, ein Tischler, stellten sich dem Gen-Test zur Verfügung. Michael Ibsen stand nach Analyse seiner DNA-Probe allein mit der Genetikerin vor dem >buckligen< Knochengerüst seines Ahnen: >Es war bewegend, neben Richard III. zu stehen - nicht nur, weil er eine historisch bemerkenswerte Persönlichkeit ist, sondern, weil diese genetische Beziehung zu ihm besteht<.

Die Stimmen in England mehren sich nun, die eine gewisse Korrektur der Geschichtsschreibung auch gegen die Position Shakespeares erhoffen. Der Wert einer solchen Wendung in der geschriebenen und vielleicht auch öffentlich diskutierten Geschichte kann aus unsrer Sicht schwer eingeschätzt werden. Vor allem aber bleibt nach meiner Beobachtung die Rolle Englands im europäischen Integrationsprozess noch relativ unbearbeitet und wenig verstanden. Der nationalistische Kitt bröckelt zwar, wird aber von vulgären Gen-Ideologien immer wieder aufgefrischt, die als unterschwellige, kulturelle Apartheid politische Legitimation anstreben.
 

Oben Unten