Radfahren

CB90

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Er fuhr mit seinem Fahrrad über Backsteinpflaster. Sein Fahrrad hatte kein Licht, keine Klingel, einen schiefen Sattel und nur einen Gang. Sonst konnte er zufrieden sein, sehr zufrieden sein. Er schloss sein Fahrrad nicht ab, weil er gehört hatte, dass man Geld für ein gestohlenes Fahrrad bekommt, wenn man die richtigen Formulare ausfüllt und an die Versicherung schickt. Sein Fahrrad wurde nie gestohlen, es ging kaputt, es schlich sich langsam eine Acht ein. Der Tag begann mit Chemie. Ein Versuch wurde gemacht, der Lehrer goss dafür billigen Rotwein in eine Apparatur, dann mussten sich alle Schüler in die hinteren Reihen setzen. Er saß bereits ganz hinten. Der Lehrer destillierte den Alkohol und die Schüler mussten den Versuchsaufbau dokumentieren. Danach rief der Lehrer jeden Schüler nach vorne und reichte die korrigierten Tests. "Was hat das mit Chemie zu tun" fragte er ihn. "Du hast nichts verstanden“ brüllte der Lehrer ihn an. Der Test bestand daraus, dass Buchstaben und Zahlen in einer langen Reihe in einer Formel ergänzt werden mussten. Danach war die Stunde beendet und es folgte der Deutschunterricht. Man fing mit einer Komödie in drei Akten an, das Stück spielte im viktorianischen England und handelte von zwei Männern, die für ihn in unverständliche Angelegenheiten verwickelt waren. Jeder Schüler bekam einen Charakter und musste den Part des Charakters laut vorlesen. In einer Doppelstunde wurden drei Seiten gelesen und der Lehrer gab seinen geistlosen Senf dazu. Der Lehrer sprach oft mit den Klassenbesten, über ihren Wechsel auf die andere Straßenseite. Er saß nur daneben und überlegte, was dieser Unterricht und dieses Stücke ihm vermitteln wollen. Er hatte von Büchern gehört, die man auf der anderen Straßenseite las. So was war wohl zu schwer zu lesen, dachte er.
Vor der Komödie hatte man ein Theaterstück gelesen, es waren immer Theaterstücke, dabei ging man nie ins Theater. Das Stück handelte, über die Ankunft einer alten Frau in ihr Heimatdorf. Der Lehrer sagte, dass der Lehrer im Stück als moralische Instanz nicht eingegriffen hatte, dasselbe galt für den Arzt. Er wusste, dass die Dorfbewohner ebenfalls eingreifen hätten können, aber so was war in der Lebenswirklichkeit des Lehrers nicht vorgesehen. Er hatte das Stück an einem Abend alleine gelesen.
Er bekam eine Vier Minus in der Klausur und alle Lehrer bestätigten ihm eine Zukunft als Penner, oder wenn es glücklich lief, als Erdnussverkäufer, Spülgehilfe, oder Leichenwäscher. Die letzte Stunde war Geschichte, die Lehrerin war neu und jung und fing mit dem Mittelalter an. Die Lehrerin war unglaublich freundlich und malte mit Kreide einen bunten Zeitstrahl an die Tafel. Immer musste man Zeitstrahlen malen und auswendig lernen, wo war das, was in dieser Zeit passiert war, dachte sich er. Die Stimmung schlug um, weil sich kein Schüler am Unterricht beteiligt hat. Er wurde als Störenfried aussortiert und musste den Unterricht für den Rest der Stunde vor der Tür verbringen.Das kann nicht wahr sein, das ist doch nicht der Ernst der Lehrerin, dachte er. Er ersehnte das Schellen, denn im Flur vor der Klasse, war er von den Nebenklassenräumen gut zu sehen und die Schüler aus den Nebenklassenräumern zeigten mit dem Finger auf ihn und er sah sie lachen und selbst die Lehrer lachten.
Er blieb also fern, er konnte sich glücklich schätzen trotz der Abwesenheit mehr vor der Tür gelernt zu haben. Anschließend folgte die Abschrift derSchulordnung, in der er jedes zweite Wort ausließ. Er fühlte sich nie wie der Penner, den die Lehrer in ihm sahen. Er wusste nicht wieso er nichts Wirkliches lernen durfte. Der nächste Tag begann mit einer Doppelstunde Religion und dem Nachempfinden des Gefühles gekreuzigt zu werden, in dem man seine Beine und Arme auf seinem Stuhl in die Luft halten musste. "So fühlte sich das damals an" sagte der Religionslehrer. In dieser Stellung musste er das Glaubensbekenntnis aufsagen. Er dachte, dass hier alle verrückt geworden sind. Er bekam eine Drei, das war seine beste Note und der Religionslehrer bekam einen Bandscheibenvorfall, oder fasste eine Schülerin an und war dann nicht mehr gesehen.
 

Franke

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hallo CB90,

nur ein paar Beispiele:

Er fuhr mit seinem Fahrrad über Backsteinpflaster. Sein Fahrrad hatte kein Licht, keine Klingel, einen schiefen Sattel und nur einen Gang.
Hier hättest du das zweite mal "Fahrrad" durch "Es" vermeiden können.

Ein Versuch wurde gemacht, der Lehrer goss dafür billigen Rotwein in eine Apparatur, dann mussten sich alle Schüler in die hinteren Reihen setzen. Er saß bereits ganz hinten.
Hier wird es etwas verwirrend. So wie du es geschrieben hast, denkt man, dass der Lehrer bereits ganz hinten saß.
Da müsstest du anders formulieren, bzw. deinem Protagonisten einen Namen geben.

Insgesamt solltest du unnötige Wortwiederholungen wie "war" vermeiden.

Es ist in der Geschichte vielleicht auch etwas zu dick aufgetragen, zu viel Unbill für den Protagonisten.

Er bekam eine Drei, das war seine beste Note und der Religionslehrer bekam einen Bandscheibenvorfall, oder fasste eine Schülerin an und war dann nicht mehr gesehen.
Der Schluss allerdings ist klasse!

Liebe Grüße
Manfred
 

jon

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hallo CB90,

ich bekomme mit jedem deiner Texte mehr Probleme mit deiner Art, alles irgendwie nur so "runterzuschnoddern". Entschuldige, dass mir kein hübscher klingendes Wort einfällt. Du ratterst (nahzu) ohne Absatz über Szenenwechsel sowie Ort- oder Zeit-Sprünge hinweg. Die Figuren, die bei dir im Zentrum stehen, bleiben farblos und sind offenbar allesamt völlig frei von Emotionen (dafür brüllen andere gern unmotiviert herum).

Er fuhr mit seinem Fahrrad über Backsteinpflaster. Sein Fahrrad hatte kein Licht, keine Klingel, einen schiefen Sattel und nur einen Gang. Sonst konnte er zufrieden sein, sehr zufrieden sein. Er schloss sein Fahrrad nicht ab, weil er gehört hatte, dass man Geld für ein gestohlenes Fahrrad bekommt, wenn man die richtigen Formulare ausfüllt und an die Versicherung schickt. Sein Fahrrad wurde nie gestohlen, es ging kaputt, es schlich sich langsam eine Acht ein.
Lesereindruck: Die Hauptfigur ist offenbar geistig beschränkt. Nicht nur die Sprache (mehrfach "sein Fahrrad") klingt danach, auch der Inhalt spricht dafür.
Er fährt über Backsteinpflaster - das ist so speziell, dass ich vermute, dass das etwa über den Ort aussagen soll. Also ich sehe dabei eine mittelalterliche Burg, deren Innenhof derart gepflastert wurde. Ich sehe aber nicht, wie das zur "Story" passen könnte.

Apropos passen: Ich sehe auch nicht, wie der Titel zur Story passt.

Der Tag begann mit Chemie.
Moment bitte: Also das mit dem Fahrradfahren hat mit diesem Tag nichts zu tun. Warum erzählst du es dann? Und wann findet das statt?
Hier beginnt übrigens eine neue Szene - inhaltlich, was den Ort angeht und auch klanglich.

Ein Versuch wurde gemacht, der Lehrer goss dafür billigen Rotwein in eine Apparatur, dann mussten sich alle Schüler in die hinteren Reihen setzen. Er saß bereits ganz hinten.
Passiv ist selten gut. Es sei denn, du willst einen maximalen emotionalen Abstand zwischen der Hauptfigur und dem Geschehen herstellen, so als würde er das Ganze unbeteiligt beobachten. Dafür fehlt mir aber ein Hinweis darauf, womit sich seine Gedanken und/oder Gefühle statt dessen beschäftigen. Alles in Allem erzeugt das in mir den Eindruck, dass er auf das alles mit der selben geistigen Regheit schaut, wie man stundenlang den Fischen in einem Aquarium zuschaut.
Missverständlich: Der Lehrer saß bereits ganz hinten?? Wie konnte er dann Wein eingießen?
Warum müssen sich die Schüler eigentlich nach hinten setzen?

Der Lehrer destillierte den Alkohol und die Schüler mussten den Versuchsaufbau dokumentieren. Danach rief der Lehrer jeden Schüler nach vorne und reichte die korrigierten Tests.
Was für einen Sinn hatte es im Rahmen der Story, von dem Destillationsexperiment zu erzählen?
überreichte passt besser

"Was hat das mit Chemie zu tunFRAGEZEICHEN"KOMMA fragte er ihn. "Du hast nichts verstandenAUSRUFEZEICHENKOMMA brüllte der Lehrer ihn an.
Zeichenfehler: Kommas und Fragezeichen müssen hin, Ausrufezeichen sollte hin.
Der Doppelpack von "ihn" wirkt ungeschickt - entweder auflösen oder (um es wie Absicht aussehen zu lassen) ein drittes "ihn".
Warum brüllt der Lehrer??

Der Test bestand daraus, dass Buchstaben und Zahlen in einer langen Reihe in einer Formel ergänzt werden mussten.
Extrem umständlich.
Zeitfehler (hatte bestanden).
Wozu diese nachgeschobene Info? Als Entschuldigung, dass er nicht so blöd ist, wie der Lehrer behauptet? Ganz ehrlich: Die Info lässt eher das Gegenteil vermuten.
Und: Ich habe keine Vorstellung, was genau denn nun beim Test zu tun gewesen war. War die Formel die lange Reihe? Standen Buchstaben und Zahlen in einer langen Reihe? (Abgesehen davon: Was für eine Formel soll das sein? Ich gebe zu, dass mein Chemiestudium schon ein Weilchen her ist, aber ich kann mir aus diesen Infos keinen halbwegs sinnvollen Schul-Test zusammenreimen.)

Danach war die Stunde beendet und es folgte der Deutschunterricht.
Und flutsch rein in die neue Szene …

Man fing mit einer Komödie in drei Akten an, das Stück spielte im viktorianischen England und handelte von zwei Männern, die für ihn in unverständliche Angelegenheiten verwickelt waren. Jeder Schüler bekam einen Charakter und musste den Part des Charakters laut vorlesen.
Die Schüler bekamen Charakter? Das ist gut - es laufen ja viel zu viele charakterlose Gesellen durch die Gegend. ;)
Welchen bekam er?
Das Passiv stört mich massiv. Diesmal kann er gar nicht reiner Beobachter sein - er muss ja lesen.
die in für ihn unverständliche Angelegenheiten
Das muss ein Massen-Stück sein, wenn jeder Schüler eine Figur lesen kann. Oder ist die Klasse so klein?

In einer Doppelstunde wurden drei Seiten gelesen und der Lehrer gab seinen geistlosen Senf dazu.
Massiver Stilbruch: Die ganze Zeit über trägt der Text den Anschein von extrem neutraler Beobachtung vor sich her - "geistloser Senf" ist eine hochgradig emotionale Wertung.

Der Lehrer sprach oft mit den Klassenbesten, über ihren Wechsel auf die andere Straßenseite.
Sind wir noch in der Deutschstunde? Dass der Lehrer darin mit Schülern sprach, war nicht ersichtlich.
Worüber sprach er??

Er saß nur daneben und überlegte, was dieser Unterricht und dieses Stücke ihm vermitteln wollen.
wollten / Stück
Weder ein Stück noch Unterricht will etwas. Autoren und Lehrer können was wollen.
Übrigens: Er ist geistig wirklich extrem minderbemittelt, oder? Wenn er wissen will, was der Unterricht "will", dann wäre es hilfreich, diesem Unterricht zu folgen und nicht nur"daneben" zu sitzen.

Er hatte von Büchern gehört, die man auf der anderen Straßenseite las. So was war wohl zu schwer zu lesen, dachte er.
A: Ich verstehe nicht, was mit "Büchern, die man auf der anderen Straßenseite las" gemeint ist. Vor allem, was er darunter versteht. Da fehlt mir deutlich Input.
B: Vielleicht würde ich dann auch verstehen, wie er darauf kommt, dass solche Bücher schwer zu lesen seien.


Vor der Komödie hatte man ein Theaterstück gelesen, es waren immer Theaterstücke, dabei ging man nie ins Theater.
Hier wird das Passiv - sorry - Blödsinn. Denn: Man geht durchaus ins Theater. Er tut es vielleicht nicht. Oder die Klasse tut es nicht.
Seine Logik ist schon bizarr. Seit wann muss man denn ins Theater gehen, wenn man Theaterstücke liest?
Das Unterstrichene heißt, dass die Komödie kein Theaterstück war. (Merkwürdig, dass trotzdem mit verteilten Rollen gelesen wurde.) Der folgende Satz heißt, dass auch die Komödie ein Theaterstück war. - Das ist so ein Beispiel für hingeschnoddert: Statt das passendste Wort zu suchen (was nicht nur, aber vor allem bei so kurzen Texten eigentlich Pflicht wäre), wird das erstbeste stehengelassen, das eben so "passiert" ist.

Das Stück handelte,KEIN KOMMA über die von der Ankunft einer alten Frau in ihrem Heimatdorf. Der Lehrer sagte, dass der Lehrer im Stück als moralische Instanz nicht eingegriffen hatte, dasselbe galt für den Arzt. Er wusste, dass die Dorfbewohner ebenfalls eingreifen hätten können, aber so was war in der Lebenswirklichkeit des Lehrers nicht vorgesehen. Er hatte das Stück an einem Abend alleine gelesen.
Wieder das Missverständliche: Der Lehrer wusste es?
In der Lebenswirklichkeit welches Lehrers?
Übrigens: Warum sollte irgendwer eingreifen, wenn eine alte Frau in ihr Heimatdorf zurückkehrt??
Das Wort Lebenswirklichkeit wirkt im Umfeld dieses Textes wie ein Fehlgriff - es ist zu hochgestochen für den Kontext.
Besser: ebenfalls hätten eingreifen können

Er bekam eine Vier Minus in der Klausur und alle Lehrer bestätigten ihm eine Zukunft als Penner, oder wenn es glücklich lief, als Erdnussverkäufer, Spülgehilfe,KEIN KOMMA oder Leichenwäscher.
In welche Klausur??? - Hingeschnoddert ohne Rücksicht auf Nachvollziehbarkeit.
Wie: Alle Lehrer? Die kommen an diesem Tag (als die Klausuren zurückgegeben werden) in die Klasse und sagen ihm das? - Hingeschnoddert ohne Rücksicht auf den aktuellen Plot.
Die Lehrer bestätigen das nicht, sie prophezeihen es.

Die letzte Stunde war Geschichte, die Lehrerin war neu und jung und fing mit dem Mittelalter an.
Ich bin verwirrt: Bei dem Chemie-Test dachte ich, er ist in der neunten oder zehnten Klasse. Bei den Theaterstücken dachte ich eher an Gymnasialstufe (obwohl: ER wird es wohl kaum bis dahin geschafft haben). Mittelalter ist eher Stoff der 6. Klasse. Sehr, sehr merkwürdig das alles.

Die Lehrerin war unglaublich freundlich und malte mit Kreide einen bunten Zeitstrahl an die Tafel.
Klingt auch eher nach einer unteren Stufe …

Immer musste man Zeitstrahlen malen und auswendig lernen, wo war das, was in dieser Zeit passiert war, dachte sich er.
Warum ist das da kursiv??

Die Stimmung schlug um, weil sich kein Schüler am Unterricht beteiligt hat.
Zeitfehler.
Was denn für eine Stimmung? Da war doch gar keine.

Er wurde als Störenfried aussortiert und musste den Unterricht für den Rest der Stunde vor der Tür verbringen.LEERZEICHENDas kann nicht wahr sein, das ist doch nicht der Ernst der Lehrerin, dachte er.
Jetzt hast du die Kontrolle über den Text aber völlig verloren, CB90. Was zum Geyer ist denn passiert? Er hat nur gedacht und das noch nicht einmal laut.
Und: So hat er das ganz, ganz sicher nicht gedacht.

Er ersehnte das Schellen, denn im Flur vor der Klasse,KEIN KOMMA war er von den Nebenklassenräumen gut zu sehen und die Schüler aus den Nebenklassenräumern zeigten mit dem Finger auf ihn und er sah sie lachen und selbst die Lehrer lachten.
Wortdopplung, noch dazu ein echt sperriges und wenig sinnvolles Wort.
Die unterrichten bei offenen Türen?????
Okay, also Wahnvorstellungen hat er auch noch … Ich sehe nichts, aber auch gar nichts, was die angebliche Heiterkeit sogar bei den Lehrern hätte auslösen können.

Er blieb also fern, er konnte sich glücklich schätzen trotz der Abwesenheit mehr vor der Tür gelernt zu haben.
Das ergibt weder im Ablauf der Handlung noch Inhaltlich Sinn.

Anschließend folgte die Abschrift derLEERZEICHENSchulordnung, in der er jedes zweite Wort ausließ.
Anschließend an was??

Er blieb also fern, er konnte sich glücklich schätzen trotz der Abwesenheit mehr vor der Tür gelernt zu haben. Anschließend folgte die Abschrift derSchulordnung, in der er jedes zweite Wort ausließ. Er fühlte sich nie wie der Penner, den die Lehrer in ihm sahen.
Was hat das miteinander zu tun, dass es so absatzlos runtergerasselt wird?
Der unterstrichene Teil passt überhaupt nicht in diese Erzählweise.

Er wusste nichtKOMMA wieso er nichts Wirkliches lernen durfte. Der nächste Tag begann mit einer …
Was bitte ist in diesem Zusammenhang "Wirkliches"? Und wo in dem Text steht, dass er das - was immer er sich darunter vorstellt - nicht lernen darf??
Und wieder ein Szenenwechsel ignoriert …

Der nächste Tag begann mit einer Doppelstunde Religion und dem Nachempfinden des GefühlesKOMMA gekreuzigt zu werden, in dem man seine Beine und Arme auf seinem Stuhl in die Luft halten musste.
Du meinst sicher "indem", nicht "in dem Gefühl".

"So fühlte sich das damals an"KOMMA sagte der Religionslehrer.
Was für ein grober Unsinn von dem Lehrer.

In dieser Stellung musste er das Glaubensbekenntnis aufsagen. Er dachte, dass hier alle verrückt geworden sind. Er bekam eine Drei, das war seine beste NoteKOMMA und der Religionslehrer bekam einen Bandscheibenvorfall, oder fasste eine Schülerin an und war dann nicht mehr gesehen.
Im Gegensatz zu Manfred finde ich den Schluss nicht genial, nicht mal ansatzweise. Er wäre originell, wenn der Text eine ordentliche Basis für diese Originalität liefern würde. Tut er aber nicht. Nichts in dem Text davor hat was mit Gebrechen der Lehrer, mit moralisch zweifelhaftem Verhalten oder mit Lehrerschwund zu tun. Oder ist irgendwie in vergleichbarer Art originell gedacht/gemacht.



Kurz und gut: Das ist alles unsorgfältig gebaut und erzählt, wird stellenweise sogar krude.
Ich habe den Eindruck, dir ist das Wort "Radfahren" in den Kopf gekommen, damit hast du angefangen und dann runtergeschribbselt, was eben dir eben so in den Kopf kam. Was an sich okay wäre, wenn du aus dieses Rohmaterial überarbeitet hättest. Falls du es überarbeitet hast: Bitte nochmal! Mit Ruhe und Konzentration auf Plot, Figuren und Logik.
 
Zuletzt bearbeitet:

CB90

Mitglied
Hallo Jon,

Vernichtende Kritik.

Danke, dass du mich auf Komma und Rechtschreibfehler deutlich aufmerksam gemacht hast. Und auch, dass du auf Logikfehler hinweist. Deine Mühe finde ich ganz ehrlich herausragend (und das meine ich Ernst!)

Ich wollte ganz naiv, was ein (dummer) Schüler sich so in den Kopf setzt aufschreiben. Absoluter Müll.

Grüsse
CB90
 

jon

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hallo CB90,

ich wäre nicht ganz so hart und würde lieber "Rohfassung" statt "Müll" schreiben. Es gibt immer wieder Momente in diesem Text (und auch in den anderen), da wird dein erfrischendes Gespür fürs Texten sichtbar. Ich fände es halt schade, wenn das im "ich schreib mal runter, was mir grad so unkonzentriert einfällt" untergeht.

Tipp: Wenn du dir diesen Text nochmal vornimmst, behalte mal im Fokus, was du vermitteln willst. (Ich bin nicht sicher: Geht es wirklich um einen dummen Schüler oder einen, der einfach nur ganz anders tickt? Für beides gibt es Indizien.) Ergänze (neben den fehlenden Plot-Teilen) die Reaktion des Schülers auf das, was er erlebt; nicht plakativ durch "So ein Müll!", dachte er., sondern dezent durch kleine Handlungen (wie das mit dem Weglassen jedes zweiten Wortes).

Mir würde auch eine Art Klammer gefallen. Z. B. könnte das Backsteinpflaster zu einem ehemaligen Kloster gehören, in dem jetzt die Schule ist. Alles könnte altmodisch und eng-vermieft wirken (der beschriebene Unterricht würde schonmal dazu passen). Dann passt der Religionslehrer gut ans Ende - entweder als besonders miefiger Typ, dessen Verschwinden Hoffung andeutet, oder als der einzig locker-moderne (ja, solche gibt es ;) ), dessen Verschwinden die letzte Hoffung auf Änderung tilgt.

LG von jon
 

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