Rekonvaleszent

A

aligaga

Gast
O je, Frank-Troll - die Tausende, die sich in den "Häusern am FLuss" herumtreiben und vergnügt "In der Lagune" baden, sind doch nur zum allergeringsten Teil angemeldete User wie du. Sie kommen von außen und können spontane Leseeindrücke oder freie Textassoziationen nicht lesen. Sie werden von @alis "Werbung" gar nicht erreicht, verschlingen die Fortsetzungen aber trotzdem.

Hm - woran das wohl liegt?

Noch ein TTip: Wenn dein Namensvetter nächste Woche in Erscheinung tritt, wird das Wasser richtig tief. Also die Schwimmflügerl nicht vergessen!

Gelacht

aligaga
 

molly

Mitglied
Hallo Ciconia,

ich wünsche Dir eine erfolgreiche Rekonvaleszent. Das Pappschild vom "Autoschlüssel" ist nun nicht mehr nötig.

Liebe Grüße

molly
 

Ciconia

Mitglied
Ich schaue dir hinterher, wie du deine langsamen Schritte konzentriert über herbstnasses Pflaster lenkst, in eine Welt, die für dich längere Zeit außen vor war. Sie führen noch nicht zurück in dein altes Leben, doch sie sind ein Anfang.

Die Klinikaufenthalte haben dir viel Kraft genommen. Die letzten leeren Wochen sind an dir vorbeigerauscht, verlorene Zeit, die du nur mit Schmerztabletten und dem starken Willen, schnell wieder laufen zu können, überstehen konntest. Manchmal zweifelst du, ob dieser Eingriff wirklich nötig war, deshalb willst du dir nun beweisen, dass du die richtige Entscheidung getroffen hast. Vieles, was zwischenzeitlich draußen in der Welt geschah, erscheint dir bis heute nebensächlich. Zu sehr bist du mit dir selbst beschäftigt.

Oft haben dir die Ärzte gesagt, dass du auf hohem Niveau klagtest. Du müsstest warten lernen, es ginge doch schon gut voran. Reine Worthülsen, findest du. Du rechnest stets in anderen Zeiteinheiten, einen Monat empfindest du wie ein halbes Jahr. Du willst alles zügig hinter dich bringen, machst zunächst sehr gute Fortschritte. Die anschließenden kleineren Rückschläge bedeuten für dich mittlere Katastrophen.

Du hast viele Tränen vergossen in jenen Tagen, vor allem, wenn es deiner Meinung nach nicht so richtig voranging. Ich bin sicher, es waren meistens Tränen der Wut. Ich konnte dir keine große Hilfe sein, aber ich habe versucht, immer für dich da zu sein. Auch meine leisen Einwände, dass du Geduld haben solltest, hast du unwirsch abgewehrt.

Ich sehe dich nach einer halben Stunde zurückkommen an diesem wunderschönen sonnigen Herbsttag. Ein triumphierendes Lächeln liegt auf deinem schmalen Gesicht, das nicht mehr ganz so blass ist, seitdem du wieder zu Hause bist. Du hast diesen ersten Ausflug gemeistert und bist nicht ein einziges Mal über die vielen kleinen Hindernisse, die der Herbst gerade großzügig verteilt, gestolpert.

Du wollest nun nicht mehr weinen, sagst du. Es solle jetzt nur noch aufwärts gehen. Und Geduld habest du allmählich genug gehabt.
 

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