Rose Ausländer

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blackout

Mitglied
Worte, stark
wie die sanften Regen
der Bukowina. Wer hoffen kann,
ist jung, eins mit Feld und Gärten
um Czernowitz.

Rose, meine Rose,
im Lande Utopia. Hier leben, äonenlang.
lauschen dem Mondstaub, dem Gesang
der Zikaden, entschleiern das Wunder
der Rosen, den Tod überlisten mit Poesie.
Die Tage verloren ihr Jahr.

Der Traum zerstob: Das Ghetto.
Wo das Stück Brot Leben hieß,
wo Rosen Galgen zierten, wo aufs Nirwana
hoffte, wer noch hoffen konnte,
wo selbst der Tod gestorben.

Verse dann, nackt,
mit dem Duft junger Kastanien,
Zeile um Zeile dem müden Leibe,
der wunden Seele abgetrotzt.
Aufgestanden die Dichterin, ab warf sie
den Staub, Welt einzig nun die Poesie,
der Garten der Verse.



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Franke

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hallo blackout,

durch Rose Ausländer bin ich vor 45 Jahren der Lyrik verfallen.
Dies ist ein würdiges Gedicht für eine große Lyrikerin.

Liebe Grüße
Manfred
 

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