Russenbrot

blackout

Mitglied
Geboren
im schrecklichen Jahr Einundvierzig,
zu mörderischem Anfang eines
mörderischen Endes.

Kinderjahre – Bunkerjahre.
Glück der späten Geburt. Welch
armseliges Wort, dahergesagt.

In den Straßen Berlins
der Rotarmist auf dem Panjewagen,
der Befreier. Abgekämpft, blutend
aus allen Wunden.
Aber die Bestie am Boden.

Ich hörte die fremden Laute,
jung mein Verstand, jung wie der Mai
jenes Jahres. Den Schlag Kapusta,
den Saft des frischen Schwarzbrotes –
könnte ich sie je vergessen?

Heute, hineingeworfen
in die alte Welt, die bittere Frage:

Menschen,
was wäre geworden
aus uns allen? Ohne die Russen, ohne
ihr Blut, ohne das frische schwarze Brot?
 

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