Schnell mal die Welt retten

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Ciconia

Mitglied
Ein Kind fährt ferngesteuert übers Meer,
sein Auftrag: Zukunft muss gerettet werden.
Warum gibt sich das Kind wohl dafür her?
Besorgnis um den Arterhalt auf Erden.

Reporter fliegen zahlreich hinterher,
im Stundentakt wird jeder Wind berichtet.
Der CO2-Ausstoß hierfür wiegt schwer,
ein Spielverderber, wer genau gewichtet.

Sponsoren blicken gutgelaunt aufs Meer,
das Volk wird abgelenkt von Krisenherden.
Doch vielen Menschen liegt der Hype längst quer:
Die Welt kann dadurch nicht entlastet werden.
 

Tula

Mitglied
Hallo Ciconia

Sicher aber, noch nie war das Thema Umwelt so wichtig. Es war ja nicht umsonst der heißeste Juli weltweit seit der Erfindung des Thermometers, die Abolzung des Amazonas stieg um fast 300 Prozent seit der Machtergreifung Bolsonaro's und irgendwo fanden sie Plastikteilchen sogar im Regen. Die Braunalgen erobern die Karibik und selbst das Eis am Südpol schmilzt dahin wie noch nie.

Braucht es noch mehr? Wenn nicht mal drüber geredet wird, wie soll die Veränderung überhaupt anfangen?

Aber du ja recht, mit einem Segeltörn allein ist 's nicht geran.

LG
Tula
 

Ciconia

Mitglied
Hallo Tula,

jeder Einzelne könnte so viel zum Klimaschutz beitragen, aber es ist ja viel bequemer, einem enthusiastischen jungen Mädchen eine Stellvertreterfunktion zuzuweisen. Nichts spricht gegen das Engagement junger Leute, die für ihr Anliegen auf die Straße gehen. Wenn aber, wie in diesem Fall, ein junger Mensch für die Interessen Anderer missbraucht wird, muss das Engagement ernsthaft hinterfragt werden.

Das fing mit der Vermarktung durch Gretas Eltern an und endet bestimmt noch nicht mit den Sponsoren, z. B. aus der Autoindustrie, bei denen Umweltverträglichkeit nicht unbedingt immer an erster Stelle stand. Das geht jetzt weiter mit dem riesigen Zusatzaufwand und Medienhype bei diesem Segeltörn. Für mich ist dies eine Nummer zu viel, die das Engagement für den Klimaschutz auf absurde Weise konterkariert. Mir tut Greta mittlerweile nur noch leid.

Gruß Ciconia
 

Tula

Mitglied
Moin

Kann dich gut nachvollziehen. Vielleicht fehlt dem Gedicht dann noch eine Strophe, welche die Scheinheiligkeit ganz bestimmter Sponsoren satirisch noch schärfer angeht. Denn im Text bleiben sie anonym, er kritisiert eher den Aufwand der Berichterstattung und den damit verbundenen CO2 Ausstoß, was faktisch zutrifft, aber am Kern (den dein Kommentar besser erklärt) etwas vorbei geht.

Zudem verweist du auf Ablenkung von Krisenherden, was mich eigentlich zum ersten Kommentar animiert hat. Ich würde diese Aussage im Text überdenken. Deinen Sponsoren geht es nicht um diese Ablenkung, sondern ums Geschäft!!

Eine vierte Strophe hätte doch noch Platz :)

LG
Tula
 

Ciconia

Mitglied
Hallo Tula,

grundsätzlich keine schlechte Idee – aber ich weiß nicht, ob ich hier noch einmal nachtarocken möchte. Ich glaube, mit einer vierten Strophe wäre das Ganze dann nicht mehr aus einem Guss.
Ich denke trotzdem noch einmal darüber nach.

Gruß Ciconia
 

Ciconia

Mitglied
Ein Kind fährt ferngesteuert übers Meer,
sein Auftrag: Zukunft muss gerettet werden.
Warum gibt sich das Kind wohl dafür her?
Besorgnis um den Arterhalt auf Erden.

Reporter fliegen zahlreich hinterher,
im Stundentakt wird jeder Wind berichtet.
Der CO2-Ausstoß hierfür wiegt schwer,
ein Spielverderber, wer genau gewichtet.

Sponsorenziele sind nicht immer hehr,
oft pfeift die Wirtschaft auf das Klimadenken.
Aus ihrer Warte handelt man stets fair
und mag so eine Chance niemals verschenken.

Ein Galionsfigürchen auf dem Meer -
das Volk wird abgelenkt von Krisenherden.
Doch vielen Menschen liegt der Hype längst quer:
Die Welt kann damit nicht entlastet werden.
 

blackout

Mitglied
Schnell mal die Welt ändern

Voll einverstanden, Ciconia. Der Witz mit dem CO2: Viele Lebewesen auf Erden, zum Beispiel die Pflanzen, brauchen viel CO2, das sie dann in Sauerstoff umwandeln. Allerdings sollten wir beim Holzeinschlag wenigstens noch ein paar Alibibäume stehenlassen.

Es gibt Untersuchungen, dass zum Beispiel in der Kleinen Eiszeit während des 30-jährigen Krieges es viel höheres CO2 in der Atmosphäre gab, und die Erde hatte sich nicht erwärmt, sondern die Pole vereisten noch mehr. Also am CO2 liegt es nicht. Es geht auch gar nicht um das CO2, es geht um die Steuer für CO2, jetzt in Zeiten einer nahenden schweren Krise, deshalb auch wird das Mädchen so umschwärmt von Leuten, denen wir nicht abnehmen, dass sie sich um das Erdklima auch noch kümmern wollen. Darauf waren unsere hochbezahlten Politiker (durchschnittlich 10.000,-- Euro "Diäten" im Monat) nicht gekommen, und nun der hilfreiche Greta-Engel! Um dieses arme Mädchen wurde schon Monate vorher, ehe sie mit ihrem Plakat auf schwedischem Kopfsteinpflaster saß, eine PR-Kampagne gestrickt, als ginge es um die Wahl des US-Präsidenten. Und der liebe Papa hatte schon mal vorsorglich ein Buch geschrieben, das sich jetzt ganz prächtig verkauft.

Und wenn Tula meint, der Sommer war so heiß und deshalb war das ein Zeichen für die Erderwärmung, da plappert er den Unsinn der Medien nach, dann fällt er glatt auf die Propaganda rein, er verwechselt wie die Medien Wetter mit Klima.

Derzeit beharken sich Richtungen, wissenschaftlich oder nicht, meistens nicht, für oder gegen Klimaerwärmung, dass es für den Beobachter eine Freude ist.

Und nicht vermengen sollten wir Umweltverschmutzung mit dem Erdklima. An der Umweltverschmutzung ist natürlich was dran.

Witz Nr. 2: Der Aufstieg der Grünen in der Wählergunst. Im Grunde weiß keiner, wer als nächster den Kanzlerstuhl drücken soll, und die Grünen sind ja so pflegeleicht, da wird der Habeck sich vielleicht ein bisschen zieren, aber am Ende umfallen, direkt in den Kanzlerstuhl. Und im Hintergrund lauert der Merz (mit e).

Das alles hängt zwar anscheinend nicht zusammen. Tut es aber doch, dank Greta.

blackout
 

Tula

Mitglied
Ha ha ha ist der Tula schon wieder doof und plappert Unsinn daher. Der kennt nicht mal den Unterschied zwischen Klima und Wetter, auch nicht weil der July in Portugal sonderlich kühl ist.

Und die vom BBC kriegen das Geld von Greenpeace (?) Und die deutschen Grünen haben sicher Copernicus selbst finanziert, um endlich an die Macht zu kommen:

https://www.google.com/amp/s/www.bbc.com/news/amp/science-environment-49238745

Und der Amazonas ist auch nicht für 20% des Sauerstoffs weltweit zuständig, und die Schwachköpfe vom IPCC mit ihren jährlichen Reports, das sollen Wissenschaftler sein? Die wissen genauso wenig von der Physik der Atmosphäre wie der Amazone von Gold und Rindern und wie wichtig die für ihr Land sind. Erik der Rote hatte da vor mehr als 1000 Jahren mehr Ahnung gehabt!

Die Wissenschaftler vom IPCC, BBC, die Amazonen usw. usw. sind alle nur von den deutschen Grünen gesteuert. Mann, wer das noch nicht kapiert hat, also der kann ruhig mit auf den Törn, vielleicht bleibt das Boot ja in so einem Plastikstrudel stecken.

Ha ha ha
 

Ciconia

Mitglied
Danke für die ausführlichen Hintergrundinformation, blackout und Tula. Ich meine aber, wir sollten uns nicht allzu weit vom Gedichttext entfernen. Ich würde diesen Thread nämlich ungern im Forum Lupanum landen sehen.

Gruß Ciconia
 

Tula

Mitglied
Hallo Ciconia

Keine Sorge. Dein Gedicht hat volle inhaltliche Berechtigung, denn Medienrummel ohne Taten bringt nicht weiter. Es braucht Initiative, die Resultate nachweist und von der Politik "fordert", ohne sich mit ihr zu verbünden oder gar zum Sprachrohr machen zu lassen.

Was man in Deutschland weniger weiß (oder vergessen hat ...) es gab Felix schon Jahre vor Greta. Richtig, ein deutscher Schüler hatte eine geniale Idee:

https://www.plant-for-the-planet.org/en/about-us/aims-and-vision

Hab's erst vor wenigen Wochen entdeckt und war überrascht. Es gibt noch ein anderes 1 Trillion Tree Projekt, ich vermute, jenes kam erst später.

Wie dem auch sei, wer glaubt, die Politik wird es alleine richten, denkt falsch. Und der Rummel um Greta, und dass ihr wir jetzt alle mal zujubeln, bringt es natürlich auch nicht.

Dein Gedicht kommt zur rechten Zeit, keine Sorge.

LG
Tula
 

Ciconia

Mitglied
Danke für diesen Hinweis, Tula.

Ja, das waren die damals schon gut organisierten Anfänge, allerdings wohl noch nicht ganz so medienwirksam wie heute.

Fridays for future ist an die Plant for the Planet Foundation angebunden, eine in Deutschland ansässige, als gemeinnützig anerkannte Stiftung des deutschen Club of Rome-Vizepräsidenten Finkbeiner, Vater von Felix. Über diese Stiftung laufen auch alle Spendengelder, denn Fridays for Future ist selbst nicht als gemeinnützige Organisation anerkannt.

Soviel zu den „spontanen“ Schüler-Aktionen.

Gruß Ciconia
 

Tula

Mitglied
Dass es zwischen beiden einen Zusammenhang gibt, wusste ich nicht. Aber es gibt ja viele andere Initiativen, mehr oder auch weniger bekannte, z.B. zum Thema 'water'.

Ich find's auch immer wieder erschreckend, wie solche Projekte als Teil irgendeiner globalen Abzocke und Verschwörung diffamiert werden. Dann möchte man gern fragen, was jene denn 'dazu tun'.

LG
Tula
 

blackout

Mitglied
Tula, es geht nicht darum, was Greta selbst macht. Sie benennt nur das Problem und protestiert dagegen. Das ist legitim, sie hat ja keine Handlungsgewalt. Machen müssen die Regierungen. Aber da sie gewissermaßen Geiseln in der Hand der Konzerne und Großbanken sind, können sie nichts machen, denn es geht um die Rendite. Der Merkel und Co. nun anzulasten, dass sie nur heiße Luft ablässt, ist zwar zutreffend, aber so funktioniert Kapitalismus. Warum wohl ist die Autoindustrie, die so schwere Umweltschäden verursacht, das deutsche industrielle Flaggschiff? Was machen - das ist leicht gesagt, da müsstest du die ganze Gesellschaftsordnung zum Teufel jagen. Der Kapitalismus ist nun mal eine destruktive Gesellschaftsordnung, so schön auch die Schaufensterscheiben blitzen. Was die Regierungen machen könnten, wäre, einfach den Leuten das Autofahren zu verbieten. Geht aber nicht, da ist VW vor und der bundesdeutsche Haushaltsplan. Aber die Leute nutzen doch nur, was ihnen die technische Entwicklung ermöglicht, deren Antrieb die Konzernrendite ist. Ganz sicher, die Leute könnten auch ohne Autos leben, vorausgesetzt, der öffentliche Nahverkehr verdient seinen Namen. Nein, Tula, es geht um die großen Umweltvernichter, die riesigen Konzerne, die das Land sozusagen als ihr Eigentum ansehen, mit dem sie machen können, was sie wollen. Bis zu diesem Punkt aber wird die Greta-Bewegung nicht vordringen, sondern lediglich fordern können, ohne die eigentlichen Gründe aussprechen zu wollen oder zu können.

blackout
 

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