Seifenblasen für Johanna (gelöscht)

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APO

Mitglied
Hi Ciconia,

ich sehe gerade, dass du die Oma in den Text eingefügt hast. Dann ist ja alles klar.

Gruß von Apo
 

Ciconia

Mitglied
Der Text wurde vom Autor gelöscht.
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Paloma

Mitglied
Für mich passt die Großmutter besser, weil sie vielleicht ein klein wenig mehr Abstand hat. Auch nur so ein Gefühl.
Nein, definitiv nicht - da trügt dich dein Gefühl aber sehr (also so im Allgemeinen). Ich habe einen Enkel mit knapp dreizehn Jahren und ich habe keineswegs ein wenig mehr Abstand - eher im Gegenteil.
 

Ciconia

Mitglied
Das glaube ich Dir gern, liebe Paloma. Aber hilft diese Diskussion der Geschichte? Wenn ich von Anfang an die Großmutter eingesetzt hätte (wie ich es ursprünglich vorhatte), wäre der Text so akzeptiert worden, denke ich.

Menschen sind unterschiedlich, und Großmütter eben auch. Einigen wir uns doch darauf: Wenn Dir der Begriff „Abstand“ nicht gefällt, nennen wir es Gelassenheit. Eine Großmutter hat wahrscheinlich aufgrund ihres Alters eine größere Lebenserfahrung und Gelassenheit als eine junge Mutter, denn sie hat schon mehr Menschen sterben sehen (die eigenen Großeltern/Eltern, eventuell Geschwister). Sie wird bei Johannas Gedichtvortrag also nicht gleich in Tränen ausbrechen oder gar in Panik geraten, sondern kann die Trauer mit mehr Haltung ertragen und verarbeiten als eine verzweifelte Mutter. Schließlich hat die Großmutter in diesem Fall auch noch eine doppelte Last zu tragen: Sie muss auch noch ihrer Tochter/Schwiegertochter eine Stütze sein (sollte sie jedenfalls). Insofern ist ein wenig „Abstand“ oder „Gelassenheit“ unabdingbar. Sonst wären in der Geschichte doch noch Tränen geflossen, und das wäre mir dann auch zu rührselig geworden.

Danke, dass Du noch einmal vorbeigeschaut hast.

Gruß Ciconia
 

Paloma

Mitglied
Aber hilft diese Diskussion der Geschichte?
Ich meine schon – weil ich denke, dass du sie glaubwürdig herüberbringen möchtest.

Wenn ich von Anfang an die Großmutter eingesetzt hätte (wie ich es ursprünglich vorhatte), wäre der Text so akzeptiert worden, denke ich.
Auch dann hätte ich mich an dem Gedanken: [blue]‚Beachtlich für eine Zwölfjährige‘,[/blue] gestoßen und nur darum ging es mir ja.

Meiner Meinung nach, denkt eine Großmutter im Angesicht des Todes ihres Enkels erst mal noch nicht an ihre Tochter oder Schwiegertochter – das wird später kommen. Und Gelassenheit? Ich persönlich kenne keinen Menschen, der gelassen bleibt, (gleich welchen Alters) wenn ein ihm sehr nahestehender Mensch und dann noch ein Kind sterben muss.
Aber deine Geschichte – deine Entscheidung.
 

Maribu

Mitglied
Hallo Ciconia,

sehr beeindruckend!

Du hast recht: 'Beachtlich für eine Zwölfjährige!'

Vielleicht wäre es besser, (glaubwürdiger)
wenn sie schon fünfzehn wäre.

L.G. Maribu
 

Ciconia

Mitglied
Moin Maribu - und danke!

Mit fünfzehn wäre Johanna nicht mehr Kind genug - und es geht hier für mich unbedingt um ein Kind. Ich bin sicher, eine intelligente Zwölfjährige könnte solche Zeilen durchaus schreiben.

Gruß Ciconia
 

Paloma

Mitglied
Guten Morgen Ciconia,

habe gerade gesehen, dass deine Geschichte, das bestbewertete Prosa-Werk aus den letzten zwei Wochen ist und ich freue mich darüber, auch wenn mir persönlich der eine Satz immer noch quer geht.
Aber egal - herzlichen Glückwunsch.

Liebe Grüße
Paloma
 

DocSchneider

Foren-Redakteur
Teammitglied
Ich glaube kaum, dass eine Oma mehr Abstand hat, der auf mehr Lebenserfahrung fußt. Sie wird noch weniger "Abstand" als eine Mutter haben, denn instinktiv weiß sie ja, dass die Reihenfolge vollkommen verkehrt ist und sie lange vor ihrer Enkelin sterben müsste...aber im Wesentlichen fehlt mir beim Text einfach die Empathie. Wieso denkt die Großmutter sofort "Beachtlich für eine Zwölfjährige"? Das hört sich ja an wie bei einer Deutschlehrerin.

Die Traurigkeit kommt erst ganz am Schluss rüber. Bisschen schade. Das Ganze wirkt mir zu konstruiert. Man könnte auch den Vater oder den Opa einsetzen, es würde aber nichts an der Sterilität des Textes ändern.

LG Doc
 

Ciconia

Mitglied
Hallo Paloma,

herzlichen Dank, ich freue mich auch!

Gruß Ciconia


Hallo Doc,

ja, so wird's wohl - jenseits jeder Empathie - gewesen sein: Die Oma ist Deutschlehrerin und die Enkelin deshalb so interessiert an ihrem Urteil. ;)

Gruß Ciconia
 
D

Dominik Klama

Gast
Heul! Schluck! Spotz! Spuck! Sabber!

Noch mehr Tränendrücker in noch weniger Zeilen und dazu so viel Hoffnung und Gutmenschentum... Es geht einfach nicht. Dies hier ist der finale Rekord.
 
A

Architheutis

Gast
Moin zusammen,

ich habe auch mein Problem mit dem Text. Der Sprecher ist die Oma, es wird eine bittere Szene beschrieben: der Besuch der Oma wohl kurz vorm Tod der Enkelin.

Gehen in einem solchen Moment diese Gedanken einer Großmutter durch den Kopf?:

Woher nimmt sie nach all den schweren Monaten immer noch diese Kraft, diese Unverzagtheit, diese Disziplin?
Meine Antwort: Nein.

Ein Text, der mich mitnähme, schilderte hier das, was die Großmutter wohl tatsächlich empfände: die blanke Verzweiflung.

Sorry, aber ich halte den Text ebenfalls für zu abgeklärt, geradezu steril, bar der nötigen Emphase in einem Text, der vornehmlich auf Emotion setzt - und daher für unterdurchschnittlich.

Ob eine 12jährige solche Zeilen verfassen kann oder hier der Tränendrüsenrekord gebrochen ist, interessiert mich nur am Rande.

Lieben Gruß,
Archi
 

Ciconia

Mitglied
@ Dominik Klama

Ist so ein verbaler Schluckauf nicht eines erwachsenen Mannes unwürdig?

@ Archi

Dein Plädoyer zu nächtlicher Stunde enttäuscht ein wenig, da Du dabei zum Teil auf die Äußerungen anderer Kommentatoren zurückgreifst (z. B. „steril“, das in so einem Zusammenhang eher ungewöhnlich ist). Aber solche Zufälle gibt es hier manchmal.
Gehen in einem solchen Moment diese Gedanken einer Großmutter durch den Kopf? Meine Antwort: Nein.
Respekt, dass Du Dich derart selbstbewusst in die Gedanken- und Gefühlswelt einer Großmutter hineinversetzen kannst. Oder spricht da etwa der böse Wolf, der die Großmutter …
Ob eine 12jährige solche Zeilen verfassen kann, interessiert mich nur am Rande.
Schade, dass Dein Interesse nur begrenzt ist. Vielleicht wäre es für das Verständnis der Geschichte förderlich gewesen, auch diesen Aspekt mit einzubeziehen.
Hast Du Dir im Übrigen mal überlegt, wie lange die beschriebene Szene dauert und wie viel Verzweiflung man in eine knappe Kurzprosa überhaupt hineinpacken kann? Verzweiflung, die die Oma gegenüber dem Kind auf gar keinen Fall zeigen darf?

Trotzdem vielen Dank, dass Du Dir für diesen unterdurchschnittlichen Text Zeit genommen hast.

Gruß Ciconia
 
A

Architheutis

Gast
Ciconia, mir geht es nicht um persönliche Anfeindungen, mir geht es um Textarbeit. Ob ich mich hierbei um Kommentarfragmente Anderer bediene, kann doch nicht ernsthaft ein Problem dessen ein. Muss ich immer das Rad neu erfinden?

Es geht nicht darum, ob ich wie eine Oma denken kann. Es geht darum, ob Dein Text in mir seine gewünscht Wirkung erzielt, und die Antwort lautet nunmal nein. Ich habe das handwerklich begründet. Es ist unnötig, die beleidigte Leberwursrt zu spielen.

Es gibt doch genügend, die Deinen Text gut finden. Wo ist das Problem, dass Du dann auch mal eine andere Meinung bekommst? Lernst Du nur, wenn Du gelobt wirst, oder gehört negative, aber sachliche Kritik auch zu Deinem Repertoire?

Deine Texte sind für mich entweder oder. Manche schätze ich richtig, manche gar nicht. Ein dazwischen finde ich bei Dir selten. Das finde ich schade, denn eine Konstanz führte bei Deinem Schreibtalent zu echt schönen Texten - und zwar in Serie.

Dazu müsstest Du aber bereit sein...

Lass gut sein. Wenn Du mich nicht als ehrlichen Kommentator wünscht, dann schreib es mir bitte per PN und ich halte mich fern. Verpsrochen.

Danke,
Archi
 

Ciconia

Mitglied
Hallo Archi,

lass wirklich gut sein. Niemand spielt hier die beleidigte Leberwurst, niemand fühlt sich persönlich angefeindet, aber es sollte auch niemand behaupten, ich sei nicht zu ernsthafter Textarbeit bereit.

Sehr abgedroschen finde ich allerdings die Bemerkung, man müsse das Rad nicht immer wieder neu erfinden. Das habe ich hier in anderem Zusammenhang schon oft gehört. Es hat für mich immer ein Geschmäckle, wenn zwei oder gar mehrere Leute plötzlich derselben Meinung sind und mit denselben Formulierungen kommentieren. Vielleicht hörte sich mein heutiger Kommentar deshalb ein wenig verschnupft an, obwohl ich Dich persönlich wirklich nicht angreifen wollte.

Niemand kann konstant gute Texte schreiben, das wäre ja auch zu schön. Deshalb bin ich selbstverständlich weiterhin an gut begründeter, sachlicher Kritik interessiert, wäge allerdings sehr genau ab, ob ich einen Verbesserungsvorschlag annehme und ob er mein Stilgefühl trifft – das wird man mir wohl nicht vorwerfen wollen. Gruppendynamisch abgegebene und nicht begründete anonyme Niedrigbewertungen helfen mir allerdings nicht.

Gruß Ciconia
 
A

Architheutis

Gast
Ich habe weder gruppendynamisch kommentiert, sondern meine ehrliche, eigene Meinung gepostet; noch habe ich anonym bewertet, aber wir sind uns immerhin einig, dass es gut sein sollte.

In diesem Sinne,
Archi
 

Ciconia

Mitglied
Immer schön genau lesen, lieber Archi. Ich sprach nicht von gruppendynamischen Kommentaren, sondern von gruppendynamischen anonymen Bewertungen - das meinte ich allgemein und nicht auf Dich bezogen, denn du hast ja nicht anonym gewertet.
Und nu is gut.

Gruß Ciconia
 

Vagant

Mitglied
Hallo Ciconia, nicht jeder der eine Geschichte liest und bewertet muss sie auch kommentieren. Da du aber. in einem der vorangegangenen Postings, die anonymen Bewertungen verurteilt hast, möchte ich an dieser Stelle mal aus der komfortablen Deckung kommen. Deine Geschichte war eine der ersten die ich nach langer Zeit mal wieder hier gelesen habe. Leider konnte sie mich an keiner Stelle abholen. Es lag nicht am Thema. Eine Story dieser Tragweite lebt von ihren Protagonisten, ihrer Verzweiflung, ihrem Schmerz und vielleicht auch durch ihren Humor. Hier lese ich nur Autorenmeinung. An keiner Stelle schaffst du es nah an die Figur, geschweige denn, in die Figuren zu kommen. Sie sind mir fremd geblieben. Deshalb konnte meine Wertung auch nicht irgendwo zwischen Acht und Zehn liegen, sondern blieb dann nur eine Vier.
Übrigens; man kann auch mal eine schlechtere (nicht erwartete) Bewertung einfach mal sportlich hinnehmen ohne sie gleich in den Postings zu thematisieren. Keine Frage der Stilistik, eher des Stils.
Vagant.
 

Ciconia

Mitglied
Ach Vagant, ich glaube, Du bist noch nicht lange genug dabei, um zu wissen, was ich hier schon alles „sportlich hingenommen“ habe. Deine Wertung von vorgestern habe ich durchaus nicht gleich „thematisiert“, sondern heute allgemein Niedrigbewertungen im Zusammenhang mit einem Kommentar an Archi angesprochen. Was ist darin stillos? Erwartest Du, dass ich mir wiederholt ans Bein pinkeln lasse und die Klappe halte?

Du hast nun schon vor Monaten festgestellt, dass Dir meine Texte generell nicht gefallen, trotzdem kommentierst und bewertest Du sie immer wieder. Hat das Stil?

Gruß Ciconia
 
Status
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