Soldatenfriedhöfe bei Reitwein an der Oder

blackout

Mitglied
I

Schwarzbraun ist die
Haselnuss – sie sangen, als sie
in ihren Tod marschierten,
jung, wie sie waren.

Das Leben zählte
nach Stunden, kaum Tagen,
Schmutz gab es und Schmerz.
Die blutgetränkte Zeit.

Betrogen bis zum
letzten Schuss, unter die Steine
gefallen. Und der Oderwind
summt über die Gräber.


II

Adonisröschen
auf den Hängen der Oder,
die Schlehen in Blüte,
durchs Dorf führt mein Weg.
In den Birken, hochoben,
singt eine Amsel.

Eine Alte, Rosentuch um die
Schultern, versunken in Schweigen,
vor dem Grab eines Rotarmisten.
Näher trete ich, will Gutes ihr
sagen. Aber welch Wort
gäbe Trost.
 
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