Solo in Quakenbrück

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Ciconia

Mitglied
Vom Gestern blieb nur ich zurück,
klammheimlich bist du fortgegangen.
Jetzt sitz ich hier in Quakenbrück,
weiß mit der Zeit nichts anzufangen.

Den Wellensittich und den Hund
hast du gleich auch noch mitgenommen.
Bestimmt ist das der einz‘ge Grund,
warum mir manchmal Tränen kommen.

Mein Goldfisch glotzt mich tranig an,
wie sollte er die Welt verstehen.
Ganz sicher werd ich irgendwann
mit neuem Hund durchs Leben gehen.

Die Augen heul ich mir nicht aus,
darauf brauchst du, mein Klaus, nicht hoffen.
Ich halt das Quakenbrücker Haus
erst mal für alle Gäste offen.
 

Ciconia

Mitglied
Hallo SilberneDelfine,

danke für Deine Einschätzung und Wertung – aber könnte es vielleicht sein, dass das LyrI den Wellensittich und den Hund viel mehr vermisst als den abhandengekommenen Klaus? ;)

Gruß, Ciconia
 
Den Wellensittich und den Hund
hast du gleich auch noch mitgenommen.
Bestimmt ist das der einz‘ge Grund,
warum mir manchmal Tränen kommen.
Hallo Ciconia,

ich hatte diese Strophe so verstanden, dass das LI doch traurig ist wegen Klaus - es aber nicht mal vor sich selbst zugeben mag und Hund und Wellensittich vorschiebt.

LG SilberneDelfine
 

Ciconia

Mitglied
Hmm, wahrscheinlich hast Du Recht, SilberneDelfine, so könnte man es auch verstehen.

Wäre eine Umformulierung besser:
Den Wellensittich und den Hund
hast du gleich auch noch mitgenommen.
Das ist auch schon der einz‘ge Grund,
warum mir manchmal Tränen kommen.
oder kommt die Aussage dann zu plump daher?
Vielleicht gibt es ja noch mehr Meinungen. :rolleyes:

Gruß, Ciconia
 
Hallo Ciconia,

mir hatte gerade die (vermeintliche) Ambivalenz so gut gefallen.

Aber wenn du das gar nicht ausdrücken wolltest, sondern klarmachen, dass Klaus dem LI gestohlen bleiben kann, dann kannst du natürlicher härter formulieren.

.
Den Wellensittich und den Hund
hast du gleich auch noch mitgenommen.
Das ist auch schon der einz‘ge Grund,
warum mir manchmal Tränen kommen.
Das finde ich nicht zu plump.

LG SilberneDelfine
 

rainer Genuss

Mitglied
hallo Ciconia
ich mag dieses Gedicht und Christian Morgenstern.
Stolpert das Metronom über ein Storchenbein?....
meiner Meinung stören die nichtssagenden Begriffe nach dem Hund "auch noch" --->
hast du gleich mitgenommen

darauf brauchst du, Klaus, nicht zu hoffen ----> rollt besser

Bedenke aber, dass meine metrischen Verbesserungsvorschläge in etwa dem Gequake eines Teichfrosches gleichkommen.
mit Freude gelesen
rainer
 

molly

Mitglied
Hallo Ciconia,

ein gut gereimtes Gedicht, das mir gefällt.
Bestimmt ist das der einz‘ge Grund,
warum mir manchmal Tränen kommen.
Die fehlenden Tiere stimmen die Alleingelassene traurig, doch wegen ihm will sie nicht weinen.
So ganz gleichgültig schein ihr der Mann nicht zu sein, denn hier meint sie:

darauf brauchst du, mein Klaus, nicht hoffen.
Viele Grüße und eine gute Woche
molly
 

Ciconia

Mitglied
Moin rainer,

danke für Deine Überlegungen zu diesem kleinen Gedichtchen.
Ich hab nichts gegen Teichfrösche – es gibt leider nicht mehr viele. Vielleicht hat sie der Storch gefressen?

Ich war zunächst durchaus angetan von Deinen Verbesserungsvorschlägen, musste dann aber feststellen, dass dies in beiden Fällen zu einer Verkürzung der jeweiligen Zeilen geführt hätte. Deshalb kann man im Gereimten ruhig mal ein, zwei Füllwörter einschieben, um den Rhythmus beizubehalten. Finde ich. Und deshalb kann ich auch keinen Stolperer erkennen. Aber vielleicht täusche ich mich.

Der possessive „Klaus“ hat übrigens durchaus seinen Grund – für das LyrI ist er eben doch noch nicht ganz passé.

Gruß, Ciconia
 

Ciconia

Mitglied
Moin molly,

auch Dir vielen Dank für Kommentar und Bewertung.

Du hast es ganz richtig erkannt, wie ich oben auch an rainer schrieb - ganz gleichgültig ist ihr der Klaus noch nicht.

Gruß, Ciconia
 

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