• Liebe Forenmitglieder,

    das Redaktionsteam sucht Verstärkung. Einige von uns wollen nach vielen Jahren emsiger Sorge für ein gepflegtes Lupen-Leben in die Lupen-Rente gehen, anderen wird schlichtweg die Zeit für dieses Ehrenamt knapp. Deshalb suchen wir Nachwuchs.

    Interesse? Mehr Infos finden sich hier.

Sommerhaiku 2 - Griechische Impression

4,00 Stern(e) 5 Bewertungen

Cellist

Mitglied
Auf dem Weg zum Meer
im rosa Oleander
ein Zikadenchor

Das finde ich als Haiku sehr gelungen. Bemerkenswert auch die Zikaden im Nachhall.

Einzig den Zikadenchor sehe ich mit einem kritischen Blick, aber das ist schon Meckern auf hohem Niveau. ;)


LG
Bernd
 

Ciconia

Mitglied
Hallo Bernd,

danke fürs Kommentieren. Sicher, man könnte auch schreiben

Auf dem Weg zum Meer
im rosa Oleander
Zikadengesang

Aber der Chor schien mir ein wenig - lyrischer? ;)

Liebe Grüße
Ciconia
 
A

Architheutis

Gast
Und es gibt sie hier doch: Haiku, die man beseelt liest.

Danke dafür!

Gruß,
Archi
 

Ciconia

Mitglied
Hallo Avatar,
Als Anregung: tausend Zikaden für die letzte Zeile?
... kann für mich nicht funktionieren. Was tun diese tausend Zikaden? Ich will die Zikaden hören, ihren Gesang, ihren Chor. Die Geräuschkulisse ist für mich ein ganz wesentlicher Bestandteil dieses Haikus.
Danke trotzdem, dass Du Dir Gedanken gemacht hast.

Gruß Ciconia
 

wüstenrose

Mitglied
Hallo Ciconia,
bin ebenfalls angetan von deinem Werk! Am stärksten wirkt auf mich die erste Zeile, da kommen ein starkes "on-the-road-feeling" und Fernweh auf. Und das wird dann in der Folge mit einem zarten, stimmungsvollen Bild gefüllt.
lg wüstenrose
 

Cellist

Mitglied
Lb. wüstenrose,

das "on-the-road-feeling" würde ich hier keineswegs auf die erste Zeile beschränken. Im Gegenteil, erst im Gesamtkontext kommt genau das bei mir auf. Aber gut, dass du es erwähntest.

LG
Bernd
 

wüstenrose

Mitglied
Hi Bernd,
(erst mal freue ich mich, dass ich dich gerade "wiedererkannt" habe...)
ja, natürlich hast du Recht: letztlich ist es der Gesamtkontext; man hätte nach Zeile 1 natürlich das Ganze auch problemlos in den Sand setzen können, dann wäre Zeile 1 wirkungslos verpufft.
Aber, die folgenden Worte dann doch im Hinterkopf habend, lese ich schon aus Zeile 1 die große, stimmungsvolle Verheißung, empfinde ich das Glück des unterwegs-Seins.
Nicht mehr hier sein / noch nicht dort sein / Glück des Augenblicks - das macht wohl einen Großteil des Reizes von Ciconias Zeilen aus.

Ich habe mich noch nicht gezielt theortisch mit dem Haiku befasst. Doch hab ich hier in der LL immer mal wieder was gefunden, was mich sehr angesprochen hat. Kann man, vielleicht etwas einfach ausgedrückt, sagen, dass es beim Haiku insbesondere darum geht: (nüchtern beschreibend) den Augenblick einzufangen? Wie sehen es die Experten mit Haiku-Erfahrung? Geht es um die Bergung und Sammlung von Augenblicken?

lg wüstenrose
 

Cellist

Mitglied
Kann man, vielleicht etwas einfach ausgedrückt, sagen, dass es beim Haiku insbesondere darum geht: (nüchtern beschreibend) den Augenblick einzufangen?
In meinen Augen: Ja! Der Augenblick zählt. Aber dazu muss man wissen und erkennen, was der Augenblick oder das "Hier und Jetzt" ist. Nicht ganz einfach, wie man immer wieder liest ...

LG
Bernd

p.s. Schön,diesen gelungenen Text noch einmal nach vorn spülen zu können. Beweist er doch, dass Haiku und Lyrik durchaus eins sein können ...
 

Ciconia

Mitglied
Hallo Bernd,

danke noch einmal für Deine anerkennenden Worte.
Ja, so sehe ich das auch: den Augenblick / eine Stimmung mit sehr wenigen Worten einfangen, wobei dies besonders bei Urlaubsstimmungen nicht so schwierig ist. Schwieriger ist es, das Ganze auch noch lyrisch klingen zu lassen.

Liebe Grüße
Ciconia
 

Oben Unten