Später Mal

3,00 Stern(e) 1 Stimme

Terminator

Mitglied
Später Mal


Wenn die Realität einem eine ganze Zeitlang nichts bietet, wenn man noch ein paar Sachen braucht zu seinem Glück, wenn man jeden Tag unzufrieden ist mit seinem Los, dann fängt man an zu träumen. Von einer besseren Zukunft. Man verschiebt sein Glück auf einen Tag, der niemals kommt, man hofft, und ich, ich habe mich immer ganz gut belogen, ich habe irgendwie tatsächlich geglaubt, dass meine Fantasien wahr werden würden. Vielleicht musste ich so gut lügen können, um nicht völlig zu verzweifeln. Vielleicht macht es jeder so, ich weiß es nicht. Als ich vierzehn oder fünfzehn war, war eine der wichtigsten Fragen: Wann werde ich endlich ficken?
Ich konnte es nicht mehr abwarten, ich wollte endlich mal, mein Seelenheil hing daran. Wie konnte ein pubertierender Junge glücklich werden, wenn er sich jeden Tag danach verzehrte, eine nackte Frau anfassen zu dürfen. Wie konnte ich mich wohl fühlen, wenn alle meine Gedanken um Sex kreisten und ich nie welchen hatte, sondern ständig masturbierte? Ich hatte keine Freundin, ich hatte noch nicht einmal ein Mädchen auch nur geküsst zu diesem Zeitpunkt, ich wurde schon verlegen, wenn mir eine ihren Radiergummi lieh und sich dabei unsere Hände berührten. Ich hielt mich für hässlich und unbeliebt, was vielleicht sogar stimmte. Wie kann man Zufriedenheit erlangen, wenn man überzeugt ist, bei diesem Spiel auf der Verliererseite zu stehen?
Wir wichsten wahrscheinlich damals alle dreimal täglich, wir zogen Angela, Caroline, Anja oder Sabine aus, wir wurden von einer reifen Frau in die Geheimnisse der Liebe eingeweiht, wir dachten an schmutzige Worte und versuchten uns längst vergessene Bilder von FKK-Stränden ins Gedächtnis zurückzurufen. Aber diese Fantasien waren mir meistens zu unrealistisch oder meine Hoffnung zu schwach, ich konnte mir nicht vorstellen, dass ich in absehbarer Zeit Sex haben würde, keine Frau würde sich dazu herablassen.
Je weiter man seine Träume in die Zukunft verschiebt, desto eher kann man sich der Vorstellung hingeben, dass sie mal wahr werden.
Ich würde reich sein und ein großes Haus besitzen mit ungefähr zehn Zimmern. Im oberen Stockwerk würden meine Nutten wohnen. Eine pummelige, etwas älter mit riesigen Brüsten. Eine blutjunge mit einem fast noch knabenhaften Körper, ein bisschen so wie Sabine. Eine ziemlich lange, gut zwei Köpfe größer als ich, blond, mit kräftigen Schenkeln. Eine kleine mit winzigen Händen und einer bronzefarbenen Haut. Eine mit rasierten Schamhaaren. Das hatte ich mal in einem Magazin gesehen, es war unglaublich, als würde man mehr kriegen, als man verlangt hatte, das ganze Geheimnis wurde offenbar, das war es also, worum alles ging, und man bekam es pur.
Fünf Frauen, die mir stets zu Diensten waren. Ich würde ihnen verbieten, etwas anzuziehen, sie müssten immer splitternackt rumlaufen. Ich würde mir im Vorbeigehen immer ein Stück Arsch greifen, ihre Titten in meinen Händen wiegen, ihnen zwischen die Beine fassen.
Oder ich würde dasitzen und eine müsste vor mir auf und ab gehen, sich hinsetzen, die Beine übereinanderschlagen, dann spreizen, mir alles zeigen. Sie müsste tanzen, und ich würde mich daran ergötzen, wie ihr Busen auf und nieder schwang. Breitbeinig müsste sie sich auf den Boden legen, und ich würde mit meinen Händen alles anfassen.
Wenn ich Lust hätte, würde ich eine hinknien und meinen Schwanz küssen lassen. Vielleicht würde ich nach Hause kommen und die Knabenhafte und die Große säßen auf dem Sofa und sähen fern. Ich würde kurz zögern, um zu überlegen, nach welcher von den beiden mir der Sinn stand, und die würde ich dann nehmen. Oder eine kochte gerade, sie stand am Herd, eine Schürze um, den Löffel in der Hand, ihr Hintern an der freien Luft, ich würde ihre Pobacken in die Hände nehmen, kneten, sie würde sich vorbeugen…
Womöglich erwischte ich die Rasierte, wie sie gerade vor dem Spiegel ein Kleid anprobierte, und ich würde sie zur Strafe, dass sie etwas angezogen hatte, übers Knie legen. Genauer gesagt, über meinen Schwanz, der dann von unten gegen sie drücken würde. Oder vielleicht würde ich die fünf im Keller in meinem Swimmingpool schwimmen lassen und einfach nur sehen, wie sie aus dem Wasser kamen und immer wieder hineinsprangen. Ich würde die Pummelige vier Wochen lang nicht anfassen, bis sie ganz eifersüchtig und geil wurde und mich auf Knien anflehte, sie auch mal wieder zu nehmen, wobei ihre Titten die kalten Fliesen in der Küche berührten. Oder sie würde auf mich zukommen, zwischen ihre Beine fassen, die Schamlippen auseinanderziehen und sagen: Guck, hier musst du rein.
Es war ein tolles Haus, ich war oft dort, ich machte es mir schön, ich ließ nichts aus, ich hatte einen Plan im Kopf von all den Zimmern, ich wusste, wo der Fernseher stand und wo die Anlage, der Apfelbaum im Garten, wo vielleicht einmal die Kleine auf der Leiter stand und Äpfel pflückte und später mit ihren Händen meinen Schwanz anfassen würde, es war alles da.
Ich lebte ein wundervolles Leben dort, ich lebte im Überfluss, ich hatte drei-, viermal täglich Sex, und ich vergaß manchmal mehrere Wochen lang das Bild von Angela, wie ich sie nach dem Schwimmen durch das Loch in der Umkleide gesehen hatte. Dieses Leben war irgendwie ein Trost, ich war mir fast sicher, dass ich es mal führen würde, schließlich hätte ich alles darum gegeben.
Es erscheint mir heute irgendwie witzig und auf eine gewisse Art unschuldig, meine Fantasien drehten sich damals nicht wirklich ums Bumsen, sondern um nackte Frauen und wie ich sie mit Augen verschlang und anfasste. Den Moment des Eindringens hob ich mir in meiner Fantasie bis zur letzten Sekunde auf, das war die Krönung.
Man mag das Ganze chauvinistisch finden, aber was denkt man sich nicht alles aus in Tagen der Not. Ich schmunzele gerne darüber, wie ich damals noch nicht mal auf die Idee kam, dass ich zweien befehlen würde, sich gegenseitig zu befriedigen. Es hat lange gedauert, bis ich halb verhüllte Frauen vorzog und meine Fantasien schweinischer wurden.
 

Oben Unten