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Spaziergang durch das Gestern

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Ciconia

Mitglied
Die Stadt leuchtet für uns unter strahlender Frühlingssonne. Wie ganz gewöhnliche Touristen starten wir unseren Spaziergang vom Odeonsplatz durch den Hofgarten.

In der Vormittagssonne glitzert die Staatskanzlei monströs. Nicht weit davon empfängt uns der Eisbach mit unwirklichem Rauschen. Erstes zögerliches Grün zeigt sich an den Bäumen im Englischen Garten, löwenzahngelb liegt die Wiese vor dem Monopteros und lockt Sonnenanbeter an.
Am Chinesischen Turm suchen wir gegen Mittag vergeblich einen Schattenplatz. Eine missgelaunte Bedienung grantelt vor sich hin, mental noch nicht auf Touristenströme eingerichtet.
Ich muss plötzlich an einen meiner früheren Chefs denken, der mittags oft „zum Tower“ radelte, um dort seine speziellen Spezln zu treffen. Wir wussten dann: Vor drei, halb vier würde er nicht zurück sein.
Wir lassen uns das Bier und eine kleine Brotzeit schmecken und genießen den unverhofft warmen Frühlingstag. Heimatgefühl stellt sich ein. Heimat im Herzen.

Später, nach einer kurzen U-Bahnfahrt und Fußmarsch durch den Olympiapark, werden wir mit einem grandiosen Ausblick vom Olympiaberg belohnt. Hinter den verhüllten Frauentürmen und unzähligen Baukränen zeigt sich eine blitzsaubere Silhouette von weißbemützten Gipfeln. Der Winter will die Berge noch nicht endgültig aus den Klauen lassen. Wir seufzen wehmütig in Erinnerung an all unsere Berg- und Langlauftouren.
Beim Olympischen Dorf habe ich ja in gewisser Weise ein ganz klein wenig mitgewirkt.
Du verdrehst die Augen, kennst meine Geschichte, natürlich auch die von der völlig irren Faschingsparty in einem der Rohbauten. War lange vor deiner Zeit.

Wieder zurück mit der U3, die voller junger, sommerlich gekleideter Leute ist. „Nächster Halt: Universität“. Die Bahn leert sich. Das Sommersemester hat wohl gerade begonnen.
Jahrelang bin ich früher an dieser Haltestelle ausgestiegen, twenty-something und lebensdurstig …

Die Cafés am Marienplatz sind alle restlos überfüllt, auch der Fischbrunnen scheint weiterhin als Treffpunkt sehr beliebt zu sein. Wir brechen gleichzeitig in Gelächter aus.
Weißt du noch, dein unmöglicher Trenchcoat?
Hier ist uns definitiv zu viel los. Nach einigem Suchen landen wir im schattigen Innenhof der „Schmalznudel“. Eine kleine Oase inmitten der Hektik. Endlich gibt es einen guten Kaffee.
Erinnerst du dich an diesen einen Faschingsdienstag auf dem Viktualienmarkt, irgendwann in den 80ern?

Abends, auf dem Weg zum Hotel, frösteln wir und werden daran erinnert, dass eigentlich erst April ist. Der Wetterbericht sagt dennoch weiterhin sommerliche Temperaturen voraus.
Sollen wir morgen noch einmal unseren alten Weg über die Hochleite zur Großhesseloher Brücke und weiter zur Waldwirtschaft nehmen? Auf ein Haferl Kaffee und eine Ausgzogene?
Unbedingt!
 

Ciconia

Mitglied
Die Stadt leuchtet für uns unter strahlender Frühlingssonne. Wie ganz gewöhnliche Touristen starten wir unseren Spaziergang vom Odeonsplatz durch den Hofgarten.

In der Vormittagssonne glitzert die Staatskanzlei monströs. Nicht weit davon empfängt uns der Eisbach mit unwirklichem Rauschen. Erstes zögerliches Grün zeigt sich an den Bäumen im Englischen Garten, löwenzahngelb liegt die Wiese vor dem Monopteros und lockt Sonnenanbeter an.
Am Chinesischen Turm suchen wir gegen Mittag vergeblich einen Schattenplatz. Eine missgelaunte Bedienung grantelt vor sich hin, mental noch nicht auf Touristenströme eingerichtet.
Ich muss plötzlich an einen meiner früheren Chefs denken, der mittags oft „zum Tower“ radelte, um dort seine speziellen Spezln zu treffen. Wir wussten dann: Vor drei, halb vier würde er nicht zurück sein.
Wir lassen uns das Bier und eine kleine Brotzeit schmecken und genießen den unverhofft warmen Frühlingstag. Heimatgefühl stellt sich ein. Heimat im Herzen.

Später, nach einer kurzen U-Bahnfahrt und Fußmarsch durch den Olympiapark, werden wir mit einem grandiosen Ausblick vom Olympiaberg belohnt. Hinter den verhüllten Frauentürmen und unzähligen Baukränen zeigt sich eine blitzsaubere Silhouette von weißbemützten Gipfeln. Der Winter will die Berge noch nicht endgültig aus den Klauen lassen. Wir seufzen wehmütig in Erinnerung an all unsere Berg- und Langlauftouren.
Beim Bau des Olympischen Dorfes habe ich ja in gewisser Weise ein ganz klein wenig mitgewirkt.
Du verdrehst die Augen, kennst meine Geschichte, natürlich auch die von der völlig irren Faschingsparty in einem der Rohbauten. War lange vor deiner Zeit.

Wieder zurück mit der U3, die voller junger, sommerlich gekleideter Leute ist. „Nächster Halt: Universität“. Die Bahn leert sich. Das Sommersemester hat wohl gerade begonnen.
Jahrelang bin ich früher an dieser Haltestelle ausgestiegen, twenty-something und lebensdurstig …

Die Cafés am Marienplatz sind alle restlos überfüllt, auch der Fischbrunnen scheint weiterhin als Treffpunkt sehr beliebt zu sein. Wir brechen gleichzeitig in Gelächter aus.
Weißt du noch, dein unmöglicher Trenchcoat?
Hier ist uns definitiv zu viel los. Nach einigem Suchen landen wir im schattigen Innenhof der „Schmalznudel“. Eine kleine Oase inmitten der Hektik. Endlich gibt es einen guten Kaffee.
Erinnerst du dich an diesen einen Faschingsdienstag auf dem Viktualienmarkt, irgendwann in den 80ern?

Abends, auf dem Weg zum Hotel, frösteln wir und werden daran erinnert, dass eigentlich erst April ist. Der Wetterbericht sagt dennoch weiterhin sommerliche Temperaturen voraus.
Sollen wir morgen noch einmal unseren alten Weg über die Hochleite zur Großhesseloher Brücke und weiter zur Waldwirtschaft nehmen? Auf ein Haferl Kaffee und eine Ausgzogene?
Unbedingt!
 

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