Spaziergang in der Au

4,50 Stern(e) 2 Bewertungen

Ciconia

Mitglied
Der Himmel trägt heut mattes Grau,
verhängt das Land mit Nebelschwaden.
Zur Rast in winterstiller Au
hat sich ein schmales Reh geladen.

Vom Eisbach, der die Auen tränkt,
weht sanft melodisches Geraune.
Das Reh, im Äsen abgelenkt,
hebt seinen Kopf als ob es staune.

Durch Nebeldunst am Himmelszelt
dringt kakophonisch grelles Schnattern,
ein Wildgansschwarm zieht Richtung Belt.
Beim Wäldchen sieht man Krähen flattern.

Zum schilfbewachsnen Uferrand
spaziert der alte Mann gemächlich.
Wie oft er dort am Wasser stand!
Sein Leid scheint plötzlich nebensächlich.
 

Oben Unten