städter auf berg

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Etma

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eine freie wiese die wolken verdecken den berg bäume dunkelgrün nadel und laub gelbe blumen plural vereinzelte tropfen plural das ist der anfang der wanderung ich finde bäume grau also den stamm ja die blätter oder nadeln sind dunkelgrün achtung wildfallen wildfallen wo sind die pilze von denen wir träumten wo sind die wälder geschnittene bäume gestapelt der geruch von geschnittenen bäumen bach reißt die stadt macht uns kaputt ok bäume können auch braun sein also die stämme also wenn der regen auf sie fällt dunkelbraun ich steige die treppen zum gipfel hoch keine stufen keine stufen schranke 50m ich denke bäume schimmeln von innen weil ich habe einen baum gesehen also einen stamm der hat geschimmelt tja abzweigung zwei wege steil oder nicht steil ok ein stiller bach bzw eine pfütze trotzdem lebendig ich schlafe auf moos ich schlafe in asche ich schlafe im netz ok schon nach 100m gefühlt kein atem mehr ich rauche beim wandern und sowas zwischen den bäumen nadel und laub öffnet sich ein blick auf den berg das herz frage ich und schwitze tasse kaffee am parkplatz rauchen das ist was ich brauche um zu wandern atemnot sie alle scheißen auf den wald also fällen sie den wald ich spucke und schwitze und atme laut freie sicht auf berggipfel nein wolken immer noch im tshirt vom halbmarathon den ich mit der fußballmanschaft gelaufen bin also staffellauf heißt ich bin nur 5km gelaufen oder so egal jedenfalls trage ich das tshirt und schau blumen gelb lila blau naja egal zwei drei ameisen auf einem nassen stein weil mein tshirt gelb ist kommen insekten geflogen es ist heiß und regnet urwald in den alpen dschungel in deutschland ich schlafe auf stein gerade keine sicht auf die berge weil wolken bald brechen wir durch eine krähe oder ein wildschwein möchte ich sein ich habe meine familie verloren auf geradem wege es nieselt immer noch langeweile auf dem wanderweg ich kicke steine und schaue mich um wow diese vögel habe sie noch gar nicht gehört bisher was sind das für vögel solche vögel was sind das schon wieder für vögel hier da vorne ist die sicht auf den berg ich habe einen vorsprung wolken sind fort ein gemisch an nadel und laub dunkelgrün und hellgrün was für eine sicht wow ich möchte fallen von gipfeln und kirchen never landen never ich finde mich hübsch im wald dieser wald passt zu mir darum bleibe darum bleibe ich hier es wird kühler ok ehrfurcht vor felsen ehrfurcht vor menschen die auf berge steigen an jedem wochenende da ist ein pilz dort vorn erste abzweigung seit einer stunde hier warte ich auf meine verlorene familie an einer abzweigung bei vogelgezwitscher auf einer sitzbank rauchen der regen fällt sporadisch du steigst auf meinem rücken hoch ich dein berg du mein berg ich steige dir nach ich schlafe in asche ich schlafe in asche und steige nackt im schnee zum gipfel hoch ihr steigt auf meinem rücken hoch morgens du steigst auf meinem rücken hoch zum schnee und gipfel gib mir einen kuss dort oben ich steige dir nach
 
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Franke

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Hallo Etma,

die Gedanken des Städters bei seiner Wanderung in den Bergen habe ich sehr gerne und mit Genuss gelesen.
Fast schon mit Erschrecken erkennt man sich das eine oder andere mal wieder.

Nur eine formelle Anmerkung:
Hätte wahrscheinlich besser in experimentelle Lyrik gepasst.

Liebe Grüße
Manfred
 

Mondnein

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Im ulisses von james joyce im selbstgespräch am ende und ziemlich oft im witzelroman die erfindung der roten armee fraktion stehen solche interpunktionslosen dichtungen als prosa aber auch dort und wer weiß wie oft sonst ist es eigentlich wesentlich verdichtete lyrik
 

Etma

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Vielen herzlichen Dank euch dreien :) Ja, das gehört wohl zum Experimentellen, das denke ich auch. tut mir leid, dass es hier reingeraten ist, war wirklich nicht so geplant. Ja die Mischung aus Prosa und Lyrik finde ich wahnsinnig interessant. Das ist einer meiner ersten bewussten Versuche im Prosagedicht.
 

Etma

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ich hätte eine frage: findet ihr es nicht zu lang? auch als prosagedicht experiment nicht?
 

Franke

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Also ich für meinen Teil fand es beim Lesen nicht zu lang. Ein Bergaufstieg dauert ja auch eine Weile und beim Lesen ist mir dabei nicht langweilig geworden.

Liebe Grüße
Manfred
 

Etma

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danke euch :) :)

Aber nicht doch was für Proa oder Kurzgeschichten?
also wenn jetzt das ganze mit zeilenumbrüchen geschrieben wäre, dann wäre es ein langes gedicht, wenn man dann noch das ganze in einzelteile zerlegen würde, dann wären es meiner meinung nach viele gedichte mit einem oberthema. natürlich: es ist lang und ein block an text aber das haben prosagedichte, die ja eher gedichte sind so an sich. sorry ich hoffe ich klinge nicht wütend oder wie ein erklärbär. ich finde deinen einwand besprechenswert :)
 
Waass nein! Ich fühle mich angegriffen und zutiefst beleidigt!!

Spaß. .. Es passt schon so, wie es ist. Vorallem weil diese Umgangssprachlichen Einsprengsel dazwischen sind, die es erlauben den Text schnell zu lesen, in derselben Atemlosigkeit, die beim besteigen des Berges beim Lyri. eintritt.
 

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