Sterzinger und der Schul-Meister

4,00 Stern(e) 2 Bewertungen

Ciconia

Mitglied
Wenn Udo missgelaunt zum Stammtisch kam wie an diesem Montagabend, musste man damit rechnen, dass er ohne Umschweife und sehr ausführlich ausschließlich über politische Themen schwadronierte und grundsätzlich alles in Frage stellte, was in der Welt so passierte. Bei seinem Silbenausstoß pro Sekunde kam niemand anders zu Worte, nicht der Wagner Gustl und auch nicht der Angermeier Franz mit seiner eher behäbigen Sprechweise, allenfalls der Sterzinger Gerold, der schon von Berufs wegen mehr Durchsetzungsvermögen mitbrachte.

Udo Meister, den sie wegen seiner ständigen Besserwisserei und seines endlosen Dozierens hier nur den „Schul-Moasta“ nannten, lebte seit etwa zwei Jahren in Kirchwalden. Er erzählte viel und gern über sich, teilte dabei aber erstaunlich wenig mit. Seine Angaben zur Person variierten, doch immer nur so viel, dass er später Missverständnisse oder ungenaues Zuhören geltend machen konnte, wenn man ihn auf Unstimmigkeiten hinwies. Als sicher galt nur, dass er die meiste Zeit seines Lebens in Norddeutschland verbracht hatte, wohl überwiegend in Hamburg. Seine mindestens zwei Ehefrauen, von denen er sehr differenziert als „meine erste Frau“ und meine „Ex-Frau“ sprach, waren irgendwo auf der Strecke geblieben. Warum er aus der norddeutschen Großstadt ausgerechnet in dieses betuliche bayerische Kleinstädtchen gezogen war, erschloss sich niemandem. An der schönen Landschaft allein würde es wohl nicht liegen, mutmaßte man.

Der "Moasta" hatte sich rasch in das Kleinstadtleben integriert. Vielleicht lag es an seiner jovialen, manchmal etwas aufdringlichen Art, in der er auf Menschen zuging, vielleicht aber einfach nur daran, dass hier nicht allzu viel los war und man zunächst dankbar jeden Neuzugang aufnahm. So gehörte er innerhalb kürzester Zeit zur Skatrunde beim Schreiner-Wirt, man traf ihn des Öfteren auf dem Tennisplatz, und auch bei allen Festen im Ort glänzte er durch Anwesenheit. Beim Frühlingsfest hatte er es heuer allerdings arg übertrieben - so eng und aufdringlich wie er mit verschiedenen verheirateten Frauen getanzt hatte. Einige Ehemänner waren ziemlich aufgebracht gewesen, allen voran der Sterzinger.

Immerhin erwies sich Udo Meister als sehr trinkfest, das verschaffte ihm Anerkennung bei den Einheimischen. Und mehr Schmarrn als eh schon redete er selbst in angetrunkenem Zustand nicht. Einige seiner „Döntjes“, wie er die vielen abenteuerlichen Geschichten aus seiner Vergangenheit nannte, waren ganz amüsant. Ob sie stimmten, stand auf einem anderen Blatt.

Über sein früheres Berufsleben hüllte sich Udo ebenso in Schweigen wie über sein Liebesleben. Die Stammtischbrüder waren alle schon sehr lange und sehr katholisch verheiratet. Das flotte Leben eines „Einschichtigen“ in ihrem Alter schien ihnen ein wenig suspekt. Udo hingegen ließ nie einen Zweifel daran, dass er selbst als alternder Stenz immer noch jede Menge Frauen aufreißen könne.

„Und wo findst jetzt no fesche Madln in deinem Alter?“, hatte ihn der Gustl neulich gefragt und nur ein vielsagendes Schmunzeln geerntet. Denn auch Udos Alter blieb ein Geheimnis. Nur einmal hatte er sich verplappert, als er zu vorgerückter Stunde erzählte, seine früheren Arbeitskollegen hätten ihn zum letzten runden Geburtstag eigentlich besuchen wollen, aber daraus sei dann nichts geworden.
Der letzte Runde könne ja nur der 70. gewesen sein, hatte der Sterzinger messerscharf geschlossen, denn am 60. habe er ja sehr wahrscheinlich noch gearbeitet und noch gar nicht in Kirchwalden gewohnt.
„Reschpekt!“, hatte der Franz anerkennend geknurrt, wobei schwer zu sagen war, ob dies Sterzingers Findigkeit oder dem immer noch gut erhaltenen Udo Meister gegolten hatte. Mit seinen stets fesch geföhnten Silberwellen, dem sportlich federnden Gang und der meist etwas zu farbenfrohen Kleidung hätte man diesen nämlich glatt einige Jährchen jünger schätzen können.

Der Sterzinger Gerold, von Beruf Kriminalkommissar, war der Jüngste und – wie er selbst meinte – geistig Fitteste in der Runde. Seine Anna betrieb eine kleine Pension. Soweit es sein Dienstplan zuließ, fuhr er Gäste mit dem Auto zum Bahnhof ins nahegelegene Bad Steinberg. Beim Abholen eines Stammgastes hatte er am Sonntagabend eine Entdeckung gemacht, von der er heute noch unbedingt noch erzählen wollte.
Alle waren froh, als Udo sich gegen zehn verabschiedete. Nun konnte der Sterzinger endlich mit seinem Erlebnis herausrücken.
„Jetzt woaß i endli, wo der Moasta die Weiba aufreißt!“
Der Sterzinger berichtete ausführlich, wie er gestern in Bad Steinberg im Vorbeifahren den Udo im Kurcafé verschwinden sehen hatte. Dort gab es Sonntagsnachmittags immer einen Tanztee, aber keinem normalen Kirchwaldener wäre es jemals eingefallen, dort tanzen zu gehen, das überließ man den Kurgästen. Auf dem Rückweg habe er dann extra angehalten und einmal näher durchs Fenster in den Saal geschaut. Über den Anblick von Udo mit einer fülligen aufgetakelten Brünetten beim Tango habe er sich noch den ganzen Tag amüsieren können.

„A Hund isser scho!“, bemerkte der Franz später anerkennend.
„Wann er nur net allerweil so nerven daad!“, fügte der Gustl hinzu. „Dem miassadn mia amoi sauba oans auswischen.“
Da hatte der Sterzinger eine Idee.

***​
Nach einem missglückten Annäherungsversuch am vergangenen Sonntag, der ihm tagelang schlechte Laune beschert hatte, versuchte Udo am folgenden Sonntag sein Glück aufs Neue. Schon gleich beim Eintreten in den kleinen Tanzsaal entdeckte er die hochtoupierte Dunkelhaarige mit dem grellen korallenroten Lippenstift. Ihm gefiel ihr etwas schrilles Äußeres, auch das üppige Dekolleté im großgeblümten Kleid war ganz nach seinem Geschmack.
Er suchte sich einen strategisch günstigen Platz, um die Dame im Blick zu behalten, und bestellte erst einmal einen Kaffee und einen Cognac. Wie meistens gab es einen eklatanten Frauenüberschuss, er konnte sich also Zeit lassen. Er ging kurz zur Toilette und überprüfte im Spiegel noch einmal die Frisur und den korrekten Sitz der Krawatte. Mit einem charmanten Lächeln forderte er anschließend die Auserwählte auf.

Die Dame tanzte trotz ihres leichten Übergewichts federleicht. Udo hielt den molligen Körper fest im Griff. Nach einigen Tänzen war man sich soweit nähergekommen, dass Leonore, wie sie sich vorgestellt hatte, an Udos Tisch Platz nahm. Es dauerte nicht lange, bis Udo sie mit den besten Geschichten aus seinem ereignisreichen Leben unterhielt: vom Beruf als Versicherungsmakler (dass er nur ein windiger kleiner Vertreter ohne großen Erfolg geblieben war, musste niemand wissen), vom tragischen Tod seiner Ehefrau (die Scheidung von der zweiten Frau verschwieg er aus gutem Grund), vom Glück, bescheiden und ohne Sorgen in einem kleinen bayerischen Städtchen den Lebensabend verbringen zu dürfen …
Leonore fand Udo durchaus attraktiv und vergaß schnell, warum sie sich eigentlich in dieses Abenteuer gestürzt hatte.

***​
Der Kripobeamte, der am nächsten Morgen zusammen mit einem jungen Polizisten an Udos Wohnungstür klingelte, hieß Gerold Sterzinger. Er siezte Udo und erklärte ihm in erstaunlich förmlichem Hochdeutsch, dass gegen ihn eine Anzeige wegen sexueller Nötigung vorliege und man ihn bitten müsse, mit aufs Revier zu kommen.
Udo schaute ungläubig. Er verstand die Welt nicht mehr.

***​
Noch am späten Sonntagabend hatte Leonore Sterzinger, die Witwe seines früh verstorbenen Bruders, völlig aufgelöst bei Gerold angerufen. Er ahnte sofort, dass seine Idee gewaltig aus dem Ruder gelaufen war.
Leonore, Mitte fünfzig und früher äußerst lebensfroh, war nach dem Tod ihres Mannes in ihre rheinische Heimat zurückgekehrt. Aus alter Verbundenheit zu Bayern und um den Kontakt zu Schwägerin und Schwager nicht zu verlieren, hatte sie von der Lebensversicherung ihres Mannes eine kleine Ferienwohnung in Bad Steinberg gekauft und machte dort zwei- bis dreimal im Jahr Urlaub. So allmählich schien sie ihre frühere Lebenslust wiederzufinden, fand der Sterzinger, und diese Vermutung hatte ihn auf die Idee gebracht, Leonore den Tanztee im Kurcafé zu empfehlen. Ein seltsamer Quasi-Spezl von ihm sei manchmal dort, ob sie den nicht mal ein wenig auskundschaften und anschließend in die Wüste schicken könne. Leonore war für jeden Spaß zu haben.

***​
In dem kleinen Vernehmungszimmer auf der Polizeistation saßen sich Gerold Sterzinger und ein äußerst nervöser Udo Meister am späten Vormittag gegenüber.
„So, Herr Meister“, begann der Sterzinger, „Ihnen wird vorgeworfen, am gestrigen Abend Frau Leonore Sterzinger in deren Wohnung in Bad Steinberg …“
„Diese geile Schlampe hat mich doch mitgenommen“, plärrte Udo mitten in den Satz hinein, „die wollt‘ mich doch abschleppen! Und übrigens: Ist diese Sterzinger etwa mit dir verwandt?“
„Jetzt red i erst amoi! Und hier samma immer noch per Sie, Herr Meister!“ Sterzingers ungewohnt harscher Ton ließ Udo zusammenzucken. Er schwieg, auch wenn sein stark gerötetes Gesicht und die heruntergezogenen Mundwinkel auf eine gehörige Portion Wut im Bauch schließen ließen.

„Tatsache ist“, so der Sterzinger, nachdem er Udo über den genauen Wortlaut von Leonores Anzeige informiert hatte, „dass Sie in Hamburg schon zweimal wegen sexueller Nötigung angezeigt wurden. Das erste Mal haben S‘ Glück gehabt, dass die Dame Ihre Anzeige zurückgenommen hat, beim zweiten Mal haben S‘ eine Freiheitsstrafe von einem Jahr bekommen und diese in Fuhlsbüttel abgesessen. Da könnt‘ man doch jetzt glauben …“
Udo verlor schon wieder die Beherrschung. „Das hat mich damals immerhin meinen Job gekostet, und meine Frau wollt‘ danach auch nichts mehr von mir wissen!“ Seine Stimme überschlug sich, sie klang jetzt fast weinerlich.
„Und dann haben Sie’s in Hamburg nicht mehr ausgehalten und in Kirchwalden weitergemacht?“
„Quatsch, dann bin ich erst mal nach Bremen gezogen und hab mir jahrelang nichts mehr zuschulden kommen lassen!“
„Aber jetzt, mit über Siebzig, haben Sie’s noch einmal wissen wollen?“

Was wirklich im Verlauf des Abends geschehen war, darüber gingen die Aussagen von Leonore und Udo stark auseinander. Unstrittig blieb, dass sie ihn noch auf ein Gläschen in ihre Ferienwohnung eingeladen hatte. Aus Udos Sicht sei es zu Zärtlichkeiten gekommen, einvernehmlich natürlich, aus Leonores Sicht sei er wie ein Ausgehungerter über sie hergefallen und habe versucht, sie zu vergewaltigen. Der Sterzinger hatte Leonore gleich am Telefon geraten, sofort am nächsten Morgen zu einem Arzt zu gehen und sich eventuelle Verletzungen bescheinigen zu lassen. Am Nachmittag erschien Leonore tatsächlich mit einem Attest auf dem Revier.

Doch letztendlich reichten die Beweise für eine Anklageerhebung nicht aus. Die blauen Flecken, die sich Leonore bescheinigen lassen hatte, könnten durchaus im „normalen Liebensspiel“ entstanden sein, so der Staatsanwalt später. Weitere Verletzungen waren nicht erkennbar. Es stand Aussage gegen Aussage. In dubio pro reo!
Udo kam ungeschoren davon.

Der Sterzinger verfügte über genügend Beziehungen, um die örtliche Presse von einer Veröffentlichung dieses Vorfalls abzuhalten. Auf keinen Fall wollte er durch die Namensgleichheit des Opfers mit der Sache in Verbindung gebracht werden. Was für eine naive blöde Gans, sich auf diesen Lackl einzulassen, redete er sich immer wieder ein, konnte damit aber sein schlechtes Gewissen nicht so recht beruhigen. Leonore behauptete weiterhin, Udo Meister habe mit Gewalt versucht, mit ihr zu schlafen, sie habe darüber hinaus genau gesehen, wie er zum ersten Drink in ihrer Wohnung eine gewisse Pille eingeworfen habe. Das sage doch wohl alles! Aber sie war ihrem Schwager nicht gram - schließlich war nie die Rede davon gewesen, dass sie Udo mit zu sich nach Hause nehmen sollte.

In der Kirchwaldener Öffentlichkeit wurde Udo danach nur noch selten gesehen. Bis eines Tages jemand erzählte, Udo Meister sei zurück nach Norddeutschland gezogen.
„Do g’hert er a hi!“, so Gustls Kommentar am Stammtisch. Kirchwalden war wohl einfach nicht das Richtige für einen wie Udo gewesen.
 
A

aligaga

Gast
Man weiß nicht so recht, von wem man in dieser Geschichte am meisten angewidert sein soll, @Ciconia - von dem bis ins Detail und voller Hass negativ dargestellten "Udo", von der neidhammeligen und mobbingereiten "Stammtischrunde", dem Kriminaler (im Nebenberuf offenbar ein Taxler), der aus niedrigen Beweggründen seinem Stammtischbruder hinterherschnüffelt und ihm eine Falle stellt, seine Schwägerin als "Bauernfängerin" missbrauchend und gleichwohl danach in dem "Fall" ermittelnd (nach hiesiger Gesetzgebung und Dienstvorschrift völlig unmöglich!). Sonderbar auch, dass in diesem Provinznest selbst solche Vorgänge im Polizeiregister eingetragen und eingesehen werden können, die gar keine Straftaten waren. Wie das?

Schade, dass diese simple, durch und durch bösartige "Milieuschilderung" am Ende im ebenso Banalen, Unmoralischen steckenbleibt. @Ali wünschte sich, "Udo" hätte dem abgefeimten Frauenzimmer die Gurgel durchgeschnitten, der "Kommissar" hätte seinen Job an den Nagel hängen müssen und der Stammtisch wäre mitsamt seiner Impotenz und seinem Sozialneid an Langeweile gestorben. So aber leben sie wohl bis in alle Ewigkeit weiter. Wer wird wohl als nächstes gelyncht?

Tipp: Die Requisiten stimmiger machen und ein wenig Gewürz in den doch recht langweilig gerührten Quark bringen. Und mal was anderes drehen als diese immer gleichgestrickten Selbstjustiz-Nummern.

Gruß

aligaga
 

Ciconia

Mitglied
Wenn Udo missgelaunt zum Stammtisch kam wie an diesem Montagabend, musste man damit rechnen, dass er ohne Umschweife und sehr ausführlich ausschließlich über politische Themen schwadronierte und grundsätzlich alles in Frage stellte, was in der Welt so passierte. Bei seinem Silbenausstoß pro Sekunde kam niemand anders zu Worte, nicht der Wagner Gustl und auch nicht der Angermeier Franz mit seiner eher behäbigen Sprechweise, allenfalls der Sterzinger Gerold, der schon von Berufs wegen mehr Durchsetzungsvermögen mitbrachte.

Udo Meister, den sie wegen seiner ständigen Besserwisserei und seines endlosen Dozierens hier nur den „Schul-Moasta“ nannten, lebte seit etwa zwei Jahren in Kirchwalden. Er erzählte viel und gern über sich, teilte dabei aber erstaunlich wenig mit. Seine Angaben zur Person variierten, doch immer nur so viel, dass er später Missverständnisse oder ungenaues Zuhören geltend machen konnte, wenn man ihn auf Unstimmigkeiten hinwies. Als sicher galt nur, dass er die meiste Zeit seines Lebens in Norddeutschland verbracht hatte, wohl überwiegend in Hamburg. Seine mindestens zwei Ehefrauen, von denen er sehr differenziert als „meine erste Frau“ und meine „Ex-Frau“ sprach, waren irgendwo auf der Strecke geblieben. Warum er aus der norddeutschen Großstadt ausgerechnet in dieses betuliche bayerische Kleinstädtchen gezogen war, erschloss sich niemandem. An der schönen Landschaft allein würde es wohl nicht liegen, mutmaßte man.

Der "Moasta" hatte sich rasch in das Kleinstadtleben integriert. Vielleicht lag es an seiner jovialen, manchmal etwas aufdringlichen Art, in der er auf Menschen zuging, vielleicht aber einfach nur daran, dass hier nicht allzu viel los war und man zunächst dankbar jeden Neuzugang aufnahm. So gehörte er innerhalb kürzester Zeit zur Skatrunde beim Schreiner-Wirt, man traf ihn des Öfteren auf dem Tennisplatz, und auch bei allen Festen im Ort glänzte er durch Anwesenheit. Beim Frühlingsfest hatte er es heuer allerdings arg übertrieben - so eng und aufdringlich wie er mit verschiedenen verheirateten Frauen getanzt hatte. Einige Ehemänner waren ziemlich aufgebracht gewesen, allen voran der Sterzinger.

Immerhin erwies sich Udo Meister als sehr trinkfest, das verschaffte ihm Anerkennung bei den Einheimischen. Und mehr Schmarrn als eh schon redete er selbst in angetrunkenem Zustand nicht. Einige seiner „Döntjes“, wie er die vielen abenteuerlichen Geschichten aus seiner Vergangenheit nannte, waren ganz amüsant. Ob sie stimmten, stand auf einem anderen Blatt.

Über sein früheres Berufsleben hüllte sich Udo ebenso in Schweigen wie über sein Liebesleben. Die Stammtischbrüder waren alle schon sehr lange und sehr katholisch verheiratet. Das flotte Leben eines „Einschichtigen“ in ihrem Alter schien ihnen ein wenig suspekt. Udo hingegen ließ nie einen Zweifel daran, dass er selbst als alternder Stenz immer noch jede Menge Frauen aufreißen könne.

„Und wo findst jetzt no fesche Madln in deinem Alter?“, hatte ihn der Gustl neulich gefragt und nur ein vielsagendes Schmunzeln geerntet. Denn auch Udos Alter blieb ein Geheimnis. Nur einmal hatte er sich verplappert, als er zu vorgerückter Stunde erzählte, seine früheren Arbeitskollegen hätten ihn zum letzten runden Geburtstag eigentlich besuchen wollen, aber daraus sei dann nichts geworden.
Der letzte Runde könne ja nur der 70. gewesen sein, hatte der Sterzinger messerscharf geschlossen, denn am 60. habe er ja sehr wahrscheinlich noch gearbeitet und noch gar nicht in Kirchwalden gewohnt.
„Reschpekt!“, hatte der Franz anerkennend geknurrt, wobei schwer zu sagen war, ob dies Sterzingers Findigkeit oder dem immer noch gut erhaltenen Udo Meister gegolten hatte. Mit seinen stets fesch geföhnten Silberwellen, dem sportlich federnden Gang und der meist etwas zu farbenfrohen Kleidung hätte man diesen nämlich glatt einige Jährchen jünger schätzen können.

Der Sterzinger Gerold, von Beruf Kriminalkommissar, war der Jüngste und – wie er selbst meinte – geistig Fitteste in der Runde. Seine Anna betrieb eine kleine Pension. Soweit es sein Dienstplan zuließ, fuhr er Gäste mit dem Auto zum Bahnhof ins nahegelegene Bad Steinberg. Beim Abholen eines Stammgastes hatte er am Sonntagabend eine Entdeckung gemacht, von der er heute noch unbedingt erzählen wollte.
Alle waren froh, als Udo sich gegen zehn verabschiedete. Nun konnte der Sterzinger endlich mit seinem Erlebnis herausrücken.
„Jetzt woaß i endli, wo der Moasta die Weiba aufreißt!“
Der Sterzinger berichtete ausführlich, wie er gestern in Bad Steinberg im Vorbeifahren den Udo im Kurcafé verschwinden sehen hatte. Dort gab es Sonntagsnachmittags immer einen Tanztee, aber keinem normalen Kirchwaldener wäre es jemals eingefallen, dort tanzen zu gehen, das überließ man den Kurgästen. Auf dem Rückweg habe er dann extra angehalten und einmal näher durchs Fenster in den Saal geschaut. Über den Anblick von Udo mit einer fülligen aufgetakelten Brünetten beim Tango habe er sich noch den ganzen Tag amüsieren können.

„A Hund isser scho!“, bemerkte der Franz später anerkennend.
„Wann er nur net allerweil so nerven daad!“, fügte der Gustl hinzu. „Dem miassadn mia amoi sauba oans auswischen.“
Da hatte der Sterzinger eine Idee.

***​
Nach einem missglückten Annäherungsversuch am vergangenen Sonntag, der ihm tagelang schlechte Laune beschert hatte, versuchte Udo am folgenden Sonntag sein Glück aufs Neue. Schon gleich beim Eintreten in den kleinen Tanzsaal entdeckte er die hochtoupierte Dunkelhaarige mit dem grellen korallenroten Lippenstift. Ihm gefiel ihr etwas schrilles Äußeres, auch das üppige Dekolleté im großgeblümten Kleid war ganz nach seinem Geschmack.
Er suchte sich einen strategisch günstigen Platz, um die Dame im Blick zu behalten, und bestellte erst einmal einen Kaffee und einen Cognac. Wie meistens gab es einen eklatanten Frauenüberschuss, er konnte sich also Zeit lassen. Er ging kurz zur Toilette und überprüfte im Spiegel noch einmal die Frisur und den korrekten Sitz der Krawatte. Mit einem charmanten Lächeln forderte er anschließend die Auserwählte auf.

Die Dame tanzte trotz ihres leichten Übergewichts federleicht. Udo hielt den molligen Körper fest im Griff. Nach einigen Tänzen war man sich soweit nähergekommen, dass Leonore, wie sie sich vorgestellt hatte, an Udos Tisch Platz nahm. Es dauerte nicht lange, bis Udo sie mit den besten Geschichten aus seinem ereignisreichen Leben unterhielt: vom Beruf als Versicherungsmakler (dass er nur ein windiger kleiner Vertreter ohne großen Erfolg geblieben war, musste niemand wissen), vom tragischen Tod seiner Ehefrau (die Scheidung von der zweiten Frau verschwieg er aus gutem Grund), vom Glück, bescheiden und ohne Sorgen in einem kleinen bayerischen Städtchen den Lebensabend verbringen zu dürfen …
Leonore fand Udo durchaus attraktiv und vergaß schnell, warum sie sich eigentlich in dieses Abenteuer gestürzt hatte.

***​
Der Kripobeamte, der am nächsten Morgen zusammen mit einem jungen Polizisten an Udos Wohnungstür klingelte, hieß Gerold Sterzinger. Er siezte Udo und erklärte ihm in erstaunlich förmlichem Hochdeutsch, dass gegen ihn eine Anzeige wegen sexueller Nötigung vorliege und man ihn bitten müsse, mit aufs Revier zu kommen.
Udo schaute ungläubig. Er verstand die Welt nicht mehr.

***​
Noch am späten Sonntagabend hatte Leonore Sterzinger, die Witwe seines früh verstorbenen Bruders, völlig aufgelöst bei Gerold angerufen. Er ahnte sofort, dass seine Idee gewaltig aus dem Ruder gelaufen war.
Leonore, Mitte fünfzig und früher äußerst lebensfroh, war nach dem Tod ihres Mannes in ihre rheinische Heimat zurückgekehrt. Aus alter Verbundenheit zu Bayern und um den Kontakt zu Schwägerin und Schwager nicht zu verlieren, hatte sie von der Lebensversicherung ihres Mannes eine kleine Ferienwohnung in Bad Steinberg gekauft und machte dort zwei- bis dreimal im Jahr Urlaub. So allmählich schien sie ihre frühere Lebenslust wiederzufinden, fand der Sterzinger, und diese Vermutung hatte ihn auf die Idee gebracht, Leonore den Tanztee im Kurcafé zu empfehlen. Ein seltsamer Quasi-Spezl von ihm sei manchmal dort, ob sie den nicht mal ein wenig auskundschaften und anschließend in die Wüste schicken könne.
„Warum eigentlich nicht“, hatte Leonore geantwortet, „ich glaub, ich hab überhaupt nie wieder getanzt, seit der Bruno gegangen ist. Tät mir vielleicht ganz gut. Und so lange ich nicht mit deinem Spezl ins Bett gehen muss …“.
„Na, na, das sollst wirklich nicht. Nur a bisserl tratzen, damit wir ihn am Stammtisch mal a weng hochnehmen können.“

Später beruhigte sich der Sterzinger damit, dass ihm Udos Vorstrafenregister zu diesem Zeitpunkt schließlich nicht bekannt gewesen war.


***​
In dem kleinen Vernehmungszimmer auf der Polizeistation saßen sich Gerold Sterzinger und ein äußerst nervöser Udo Meister am späten Vormittag gegenüber.
„So, Herr Meister“, begann der Sterzinger, „Ihnen wird vorgeworfen, am gestrigen Abend Frau Leonore Sterzinger in deren Wohnung in Bad Steinberg …“
„Diese geile Schlampe hat mich doch mitgenommen“, plärrte Udo mitten in den Satz hinein, „die wollt‘ mich doch abschleppen! Und übrigens: Ist diese Sterzinger etwa mit dir verwandt?“
„Jetzt red i erst amoi! Und hier samma immer noch per Sie, Herr Meister!“ Sterzingers ungewohnt harscher Ton ließ Udo zusammenzucken. Er schwieg, auch wenn sein stark gerötetes Gesicht und die heruntergezogenen Mundwinkel auf eine gehörige Portion Wut im Bauch schließen ließen.

„Tatsache ist“, so der Sterzinger, nachdem er Udo über den genauen Wortlaut von Leonores Anzeige informiert hatte, „dass Sie in Hamburg schon zweimal wegen sexueller Nötigung angezeigt wurden. Das erste Mal haben S‘ Glück gehabt, dass es wegen der unklaren Aussagen der betroffenen Dame nur zu einer Bewährungsstrafe gereicht hat, beim zweiten Mal haben S‘ eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren bekommen und diese in der JVA Fuhlsbüttel abgesessen. Da könnt‘ man doch jetzt glauben …“
Udo verlor schon wieder die Beherrschung. „Das hat mich damals immerhin meinen Job gekostet, und meine Frau wollt‘ danach auch nichts mehr von mir wissen!“ Seine Stimme überschlug sich, sie klang jetzt fast weinerlich.
„Und dann haben Sie’s in Hamburg nicht mehr ausgehalten und in Kirchwalden weitergemacht?“
„Quatsch, dann bin ich erst mal nach Bremen gezogen und hab mir jahrelang nichts mehr zuschulden kommen lassen!“
„Aber jetzt, mit über Siebzig, haben Sie’s noch einmal wissen wollen?“

Was wirklich im Verlauf des Abends geschehen war, darüber gingen die Aussagen von Leonore und Udo stark auseinander. Unstrittig blieb, dass sie ihn noch auf ein Gläschen in ihre Ferienwohnung eingeladen hatte. Aus Udos Sicht sei es zu Zärtlichkeiten gekommen, einvernehmlich natürlich, aus Leonores Sicht sei er wie ein Ausgehungerter über sie hergefallen und habe versucht, sie zu vergewaltigen. Der Sterzinger hatte Leonore gleich am Telefon geraten, sofort am nächsten Morgen zu einem Arzt zu gehen und sich eventuelle Verletzungen bescheinigen zu lassen. Am Nachmittag erschien Leonore tatsächlich mit einem Attest auf dem Revier.

Doch letztendlich reichten die Beweise für eine Anklageerhebung nicht aus. Die blauen Flecken, die sich Leonore bescheinigen lassen hatte, könnten durchaus im „normalen Liebensspiel“ entstanden sein, so der Staatsanwalt später. Weitere Verletzungen waren nicht erkennbar. Es stand Aussage gegen Aussage. In dubio pro reo!
Udo kam ungeschoren davon.

Der Sterzinger verfügte über genügend Beziehungen, um die örtliche Presse von einer Veröffentlichung dieses Vorfalls abzuhalten. Auf keinen Fall wollte er durch die Namensgleichheit des Opfers mit der Sache in Verbindung gebracht werden. Was für eine naive blöde Gans, sich auf diesen Lackl einzulassen, redete er sich immer wieder ein, konnte damit aber sein schlechtes Gewissen nicht so recht beruhigen. Leonore behauptete weiterhin, Udo Meister habe mit Gewalt versucht, mit ihr zu schlafen, sie habe darüber hinaus genau gesehen, wie er zum ersten Drink in ihrer Wohnung eine gewisse Pille eingeworfen habe. Das sage doch wohl alles! Aber sie war ihrem Schwager nicht gram - schließlich war nie die Rede davon gewesen, dass sie Udo mit zu sich nach Hause nehmen sollte. Allerdings machte sie dem Sterzinger klar, dass sie seine Mithilfe bei der fälligen Renovierung ihrer Ferienwohnung als kleine Entschädigung gern annehmen würde.

In der Kirchwaldener Öffentlichkeit wurde Udo danach nur noch selten gesehen. Bis eines Tages jemand erzählte, Udo Meister sei zurück nach Norddeutschland gezogen.
„Do g’hert er a hi!“, so Gustls Kommentar am Stammtisch. Kirchwalden war wohl einfach nicht das Richtige für einen wie Udo gewesen.
 

Ciconia

Mitglied
Vielen Dank für den Kommentar, den ich gestern per e-mail erhielt und der einige hilfreiche Punkte enthält. Grundsätzlich ziehe ich offene Textarbeit vor, aber in diesem Fall kann ich sehr gut verstehen, wenn jemand keine Lust auf endlose Debatten mit einem anderen Kommentator hat.
Ich habe den Text jetzt ein wenig geändert und genauer herausgestellt, warum Leonore sich auf Sterzingers Vorschlag eingelassen hat.

Gruß Ciconia
 
A

aligaga

Gast
Was da auch immer "per E-Mail vorgeschlagen" worden sein mag (Sachen gibts!), es bessert diese doch recht dröge Nummer nicht.

Keiner der hier agierenden Unsympathen hätte irgendein Recht, so zu handeln, wie er's tut. Am allerwenigsten der Schnüffler, der doch ganz bestimmt das Dossier über seinen "Nebenbuhler" schon vor dem Missbrauch seiner Schwägerin einsehen konnte und sie gleichwohl quasi "auf den Strich" schickte, alles Weitere in Kauf nehmend.

Ich wiederhole: Schade, dass er am Ende nicht mitsamt seiner verlogenen Schwägerin zur Hölle fahren musste. Dann hätte das G'schichterl wenigstens ein klein bisschen Pfeffer gehabt. So aber ...

Gruß

aligaga
 

Ciconia

Mitglied
@Ali wünschte sich, "Udo" hätte dem abgefeimten Frauenzimmer die Gurgel durchgeschnitten
Ich wiederhole: Schade, dass er am Ende nicht mitsamt seiner verlogenen Schwägerin zur Hölle fahren musste.
Wer mit solchen Gewaltfantasien aufwartet, disqualifiziert sich selbst und kann nicht zu normaler Textarbeit beitragen. Schlussfolgerungen wie diese
Keiner der hier agierenden Unsympathen hätte irgendein Recht, so zu handeln, wie er's tut.
sind geradezu absurd. Nach dieser Logik dürften in Zukunft wohl keine Krimis mehr geschrieben werden.

Leider kann man sich hier nicht vor solchen Kommentatoren schützen, und leider wagt es nach solchen Kommentaren auch niemand mehr, auf einen Text einzugehen. Schade!

Gruß Ciconia
 

FrankK

Mitglied
Hallo,
... und leider [blue]wagt es[/blue] nach solchen Kommentaren auch [blue]niemand mehr[/blue], auf einen Text einzugehen. Schade!
Nöö, das stimmt so nun mal gar nicht. ;)


Für einen Dorfkrimi am Rande des Stammtischgebrabbels bedarf es keines Gemetzels.
Wohl aber eher eines überraschenderen Schlusses.

Meine Idee: Die Schwägerin des Dorfsscherriffs kommt gar nicht zum Zuge, weil Udo beim Tanz mit einer anderen Dame auftaucht, der Schreibkraft aus dem "Scherriffbüro".
Nachdem Sterzingers Komplott platzt, machen sich Udo und die Lady auf nach Hamburg. Ist schließlich auch nur ein großes Dorf.

Mögen die Stammtischhocker doch daran verzweifeln, was Udo hat, was ihnen fehlt.


Ein Erbsensuchen habe ich mir an Deiner Geschichte erst noch gespart, weil Du ja vielleicht den Schluß noch einmal änderst.
Ist aber ausschließlich und ganz alleine Dir überlassen.


Viele aufmunternde Grüße aus Westfalen
Frank
 

Ciconia

Mitglied
Nöö, das stimmt so nun mal gar nicht
Na gut, vielleicht mit Ausnahme von FrankK! :D

Hallo Frank,

danke, dass Du hier vorbeigeschaut hast.

Ein überraschenderer Schluss – hmm, könnte man machen und würde sicher einigen Lesern besser gefallen. Aber wo bliebe (in Deiner Version) dann die Erfahrung, die Leonore durch ihren Leichtsinn gemacht hat, das schlechte Gewissen, das der Sterzinger wegen seines ebensolchen Leichtsinns nicht recht beruhigen kann, die Genugtuung der Stammtischbrüder, dass man den lästigen Udo aus dem Kleinstadtleben heraus gegrault hat – all dies bliebe auf der Strecke. Und dann würde daraus – meines Erachtens - eine ganz andere Geschichte. Ich sehe sie nämlich nicht als einen „Dorfkrimi“, sondern als Schilderung eines Kleinstadtalltags mit manchmal recht bösen Facetten. (Vorsichtshalber: Nein, nicht alle Kleinstädter sind böse.)

Ich denke trotzdem darüber nach. Bis dahin darfst Du schon mal mit dem „Erbsen suchen“ anfangen. ;)

Gruß Ciconia
 

FrankK

Mitglied
Nun, in meinem Hinterkopf spukte eher so etwas wie:
"Wer anderen eine Grube gräbt ..."

Du hast aber recht, @Ciconia, es wäre nicht mehr Deine Geschichte, daher meine Anmerkung, es bliebe ausschließlich und ganz alleine Dir überlassen.

Dann werde ich demnächst mal mit dem Erbsenzählen beginnen. Du hast es so gewollt, beschwer Dich also hinterher nicht ... ;)


Grüße aus Westfalen
Frank
 
A

aligaga

Gast
@ali muss schmunzeln und freut sich über den tapferen @Frank, der es immer noch wagt, diese schaurige Geschichte zu kommentieren.

Mit einem "Krimi" hat diese Nummer tatsächlich nichts zu tun, obwohl Straftaten darin vorkommen. Jedenfalls nichts mit einem guten. Ein "guter" Krimi ist immer logisch, auch wenn der Täter ein Psychopath ist. Denn der Leser fühlt sich nur dann mitgenommen, wenn er Zusammenhänge begreift. Und wenn er jemandem recht geben kann.

Hier begreift er sie nicht, und es hat niemand recht. Was treibt den Herrn "Kommissar" wohl an, derart kriminell zu werden? Wo gibt es Polizeidossiers, in denen man nachlesen kann, wer wann welche Anzeige zurückgezogen hat? Welche Schwägerin legt sich (in einem Dorf!) auf Geheiß ihres Schwagers mit einem x-Beliebigen hin, und wo darf der Schwager dann in eigener Sache ermitteln?

Nö, @Ciconia - das ist und bleibt Quark; bemerkenswert an ihm nur die Unreflektiertheit, mit der die Bewohner dieses Dorfes Umgang pflegen: jeder dem anderen ein Wolf, ein nach Kräften unsympathischer.

Fantasy?

Gruß

aligaga
 

Ciconia

Mitglied
Vergiss nicht das Licht auszumachen, @aligaga, wenn Du dereinst als Letzter dieses Forum verlässt, weil längst alle anderen User die Lust verloren haben, Dir ihre Texte zum Fraß vorzusetzen.

Jede Geschichte kann von einem Kritiker zu „Quark“ getreten werden, wenn er Fakten ganz einfach auf den Kopf stellt oder bewusst falsch interpretiert. Nichts von dem, was Du in Deinem letzten Hetzbeitrag vorträgst, steht so im Text: Die Geschichte spielt nicht in einem Dorf, sondern in zwei (!) Kleinstädten, der Sterzinger ist nicht kriminell und ermittelt daher auch nicht „in eigener Sache“, es geht nicht um Polizeidossiers zum Nachlesen, sondern um Prozessakten aus zwei Prozessen, usw.
Denn der Leser fühlt sich nur dann mitgenommen, wenn er Zusammenhänge begreift.
Du hast sie offensichtlich nicht begriffen oder eher nicht begreifen wollen, obwohl sie klar und deutlich dargestellt wurden.

Und jetzt lass mich ganz einfach endlich in Ruhe!

Ciconia
 

FrankK

Mitglied
Hallo Ciconia
Bitte, nicht aufregen, nimm es gelassen. ;)

Und jetzt lass mich ganz einfach endlich in Ruhe!
Damit forderst Du ihn nur heraus. Er kann sich darauf berufen, er würde sich um Textarbeit bemühen und Du würdest ... das gibt eine lange Litanei.

Nur kurz soviel:
Es ging und geht ihm nie um Textarbeit.
Er interessiert sich ausschließlich für die Debatten unter dem Text (Lange Erfahrung mit ihm, stammt noch aus dem Jahre 2009).

Je mehr Du Dich aufregst, je mehr Du mit ihm debattierst, desto mehr "Futter" gegen Dich lieferst Du ihm.
In der Hinsicht ist er ein Profi, rhetorisch geschickt dreht er einem die Worte im Text herum, ganz nach seinem belieben.

Konzentriere Dich also am besten auf Deine Texte und setze ihn auf Deine persönliche "Ignore-List". Wenn Du nicht mehr auf Ihn reagierst, verliert er irgendwann die Lust.

Vergiss nicht das Licht auszumachen, @aligaga, wenn Du dereinst als Letzter dieses Forum verlässt, weil längst alle anderen User die Lust verloren haben, Dir ihre Texte zum Fraß vorzusetzen.
Das wird nicht passieren, dass er hier als letzter das Licht ausmachen müsste. Er kennt mittlerweile die Toleranzgrenzen und er bleibt wohl immer ganz dicht auf der gerade noch erträglichen Seite.
Mehr als einmal war er hier, und die LeLu hat es immer noch überlebt. Wir User sollten doch in der Masse gefestigt genug sein, einen "Forentroll" zu überstehen.

Deshalb noch einmal meine Bitte:
Fall nicht auf seine Tricks und Spielereien herein. Gib ihm kein Futter, womit er Dich herausfordern kann. Versuche nicht, ihm Deine Intentionen zur Geschichte oder die Geschichte selbst zu erklären.

Entspann Dich und genieße den Sonntag.
"Smile - It confuses People"


Viele Grüße aus Westfalen
Frank
 
A

aligaga

Gast
In der Bundesrepublik Deutschland darf ein Bulle nicht selbst ermitteln, wenn der Täter oder das Opfer mit ihm verwandt ist. Tritt er als Zeuge vor Gericht auf, wird er zuerst gefragt, ob er mit dem Täter oder dem Opfer verwandt oder verschwägert ist. Falls ja, ist er draußen aus dem verfahren. Völlig undenkbar ist, dass ein Dorfpolizist offiziell selbst ermittelt, wenn er in eine Straftat verwickelt ist. Und wenn eine Anzeige zurückgenommen wird, dann gibt's keinen Prozess und folglich auch keine Prozessakten.

Diese ebenso hilfreichen wie nüchternen Feststellungehn haben nichts "Hetzerisches" an sich wie auch alle anderen Gesichtspunkte, die @ali in seiner Kritik vorgebracht hat, @Ciconia.

Beherzigen musst du sie nicht. Aber ertragen solltest du sie können. Probier doch mal - du wirst sehen, sie könnte dich weiterbrngen. "Medizin", so sagte mal einer, "muss bitter schmecken - sonst nützt sie nichts!" Wenn du nicht möchtest, dass deine Geschichten kritisiert werden, solltest du sie nicht veröffentlichen. Dann hast du die Ruhe, die du dir scheinbar wünschst.

Die Behauptung, dass andere User aus Angst vor @ali nicht mehr im Cyberwald spazieren gehen, lässt ihn schmunzeln. Er wettet, du habest schon längst heimlich in seiner Lagune gebadet.

Heiterer Gruß

aligaga
 

Ciconia

Mitglied
Hallo Frank,

danke für Deine wohlmeinenden Worte – aber keine Sorge: Aufregen tu ich mich schon lange nicht mehr über derartige Frechheiten.

Natürlich sind mir Deine Erläuterungen nichts Neues. Auch wenn ich erst seit 2012 dabei bin, habe ich doch sehr gut nachvollziehen können, was hier früher gelaufen ist, als aligaga sich noch bluefin oder kurzfristig lilaluna nannte. Man wundert sich manchmal, wie so etwas möglich ist und warum es keine Forenregel gibt, frühere Namen ins Profil zu schreiben.

Allerdings möchte ich nicht akzeptieren, dass auf diese Weise andere Leser davon abgehalten werden, selbst einen Kommentar abzugeben, weil sie vielleicht durch aligagas Interpretation verunsichert sind. Deshalb war ab und zu doch ein Kommentar von meiner Seite nötig. Von "Hereinfallen" kann also keine Rede sein.

Entspannte Sonntagsgrüße nach Westfalen
Ciconia
 

FrankK

Mitglied
@bluefin-aligaga
;)

@Ciconia
Wie Tapfer @ali doch wieder seine Kritik verteidigt.
Jetzt ist er auch noch Prozessanwalt.

Mehr brauch ich nicht zu sagen ... ;)


Grüße aus Westfalen
Frank
 

Oben Unten