Sturmflutnacht (gelöscht)

Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Wipfel

Mitglied
Zur Erinnerung an Hauke Haien: der hatte einen Namen. Und eine für ihn geschriebene spannende Geschichte.

Betroffenheitsliteratur. Ach, ich bin selbst versucht. Aber zu oft gelingt es nicht, als dass es ein brauchbarer Weg wäre...

Gib der Geschichte Farbe. Hier fehlt der Miriam-Blumenthal-Effekt (ephraim kishon).

Grüße von wipfel
-
 

Ciconia

Mitglied
Betroffenheitsliteratur? Nein, Wipfel, Betroffenheit wollte ich wirklich nicht wecken, mir geht es hier um etwas ganz Anderes.

Du gibst mir Rätsel auf mit Deinem Kommentar:

Warum der Hinweis auf den Namen Hauke Haien? Weil der Schimmelreiter spannender ist? Keine Frage! Es war auch nicht meine Absicht, eine spannende Geschichte zu schreiben.
Und was um alles in der Welt hat Kishon mit einer Sturmflut zu tun? Was würdest Du in dieser Geschichte an Farbe einfügen?

Es wäre schön, wenn Du mit ein paar kurzen Sätzen verdeutlichen könntest, was Du an meinem Text kritisierst, dann könnte ich vielleicht daran arbeiten.

Danke und Gruß
Ciconia
 
S

steky

Gast
Betroffenheitsliteratur? Welche Literatur betrifft denn nicht? Ein räudiges Unwort, sonst nichts!

Was die Geschichte betrifft, so lässt sie mich als Leser doch irgendwie im Regen stehen - nicht Fisch, nicht Fleisch, wie man so schön sagt.

Es fehlt einfach etwas, das sich (noch) nicht definieren lässt.

LG
Steky
 

Ciconia

Mitglied
nicht Fisch, nicht Fleisch
Hallo Steky,

vielleicht ist genau das der Kern der Geschichte: Die undefinierbaren Gefühle eines Kindes, das die Gefahren dieser Nacht nicht erkennen kann und sich aus Abenteuerlust in Lebensgefahr begibt.
In und um Hamburg ertranken in jeder Nacht übrigens mehr als dreihundert Menschen.

Gruß Ciconia
 
A

aligaga

Gast
Ein Gefühl von Beklommenheit steigt in dem Kind auf, ohne dass es dies so benennen könnte. Die Erkenntnis, gerade etwas Großartiges, Gefährliches zu erleben und ganz allein dabei zu sein, lässt es frösteln. Was, wenn der Deich nun bräche? Plötzlich zittert das Kind, und schuld ist nicht nur der eiskalte Wind, der durch seinen dünnen Anorak pfeift.
Hölzerner und nichtssagender lässt sich die Beschreibung eines Zustandes, der die Bewohner des Landstriches seinerzeit in panische Angst versetzte, kaum noch denken. Wenn Naturgewalten rasen, dann bewegt sich die Erde, dann gerät unser Vorstellungssystem aus den Fugen und es kommt zu Wahrnehmungen, die im seelischen Ruhezustand gar nicht möglich sind. Auch und vor allem bei Kindern. "Erkenntnisse" sammeln sie dabei gewiss nicht. Die kommen, wenn überhaupt, erst viel später.

Wenn ein Kind Angst hat, dass es im Sturm und in den Fluten umkommt, dann "steigt in ihm nicht ein Gefühl der Beklommenheit auf", wie wir hier lesen müssen, sondern es scheißt sich in die Hosen, fängt an zu weinen und rennt zu Mami und Papi. Und wenn es friert, dann weiß es haargenau, warum, und muss nicht rätseln wie hier.

Es gelingt der Autorin nicht, das Naturereignis mit den Augen eines Kindes zu betrachten, uns die Bilder zu zeigen, die ein Kind wirklich sieht, wenn Deiche zu brechen drohen, wie entsetzlich es ist, Erwachsene vor Angst schreien zu hören und zu sehen, wie sie die Flucht ergreifen.

Sorry, aber das hier ist tatsächlich weder Fisch noch Fleisch. Was wolltest du uns denn mit diesem Text näherbringen, o @Ciconia?

Grübelnd

aligaga
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Oben Unten