Teamarbeit

3,80 Stern(e) 5 Bewertungen
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Ciconia

Mitglied
„Da kannst du genauso gut versuchen, einen Pudding an die Wand zu nageln!“
Holger knallte sein leeres Bierglas auf den Tresen.
„Dem ollen Sturkopp kannst du sonst nicht beikommen. Und solange ihn der Alte deckt … “

Holger und ich saßen beim Feierabendbier in der „Goldenen Kanne“. Gesprächsthemen aus unserem Junggesellenleben und der Firma gab es immer genügend. Heute ging es allerdings nur um Werner.
Werner Drohmer arbeitete seit einem Jahr in unserer Firma und hatte von Anfang an seine eigenen Regeln gesetzt. Er verteidigte jede seiner irrwitzigen Entscheidungen, er wurde nie zur Rechenschaft gezogen, wenn etwas schiefging – im Gegenteil, Günther Dreysen, der Geschäftsführer, stand stets voll und ganz hinter ihm, und das wurmte uns am allermeisten. Im Großen und Ganzen waren wir ein eingespieltes Team, die Arbeit in der Vertriebsabteilung machte Spaß – wenn Werner nicht wieder quertrieb.
„Heute hat er ganz schön blöd aus der Wäsche geschaut“, grinste Holger, „deine Idee war super!“
„Na ja, das konnte aber nur klappen, weil du mitgezogen hast. Allein hätte ich das nicht schaffen können.“
Wir schwiegen eine Weile in Gedanken an den heutigen Nachmittag.
„Ich geh mal eine rauchen, Martin“, meinte Holger dann.
Ich orderte noch ein Pils. Hoffentlich hatte Werner endlich begriffen, dass er nicht alles mit uns machen konnte.

Unsere kleine Hamburger Vertriebsfirma importierte Südfrüchte, leicht verderbliche Ware also, die äußerst schnell vom Hafen zu den Abnehmern gelangen musste. Das Kontingent einer Schiffsladung wurde möglichst gerecht auf alle Kunden verteilt. Doch in letzter Zeit war der Abteilungsfrieden gestört. Ständig gelang es Werner, die größten Partien für sich abzuzweigen, indem er im Warenwirtschaftssystem in den Mengen der anderen Kollegen „wilderte“. Werner wies stets die besten Verkaufszahlen der Abteilung auf, während wir uns schwarz ärgerten. Und der Chef deckte ihn, aus welchen Gründen auch immer.

Es gehörte zur Natur der Sache, dass Ware beim Kunden manchmal nicht mehr völlig einwandfrei ankam und vorzeitig verdarb, trotz strenger Qualitätskontrollen. In so einem Fall wurden die entsprechenden Paletten zurückgeholt, im System gekennzeichnet, irgendwann ausgebucht und die Gammelware vernichtet. Gestern war es Holger und mir gelungen, diese Kennzeichnungen zu unterdrücken. Bei einem Routinebesuch im Lager konnte Holger die markierten Paletten als unbeanstandet kennzeichnen. Prompt hatte Werner zugegriffen und die Ware vertickt. Sein Kunde, eine große norddeutsche Supermarktkette, hatte heute nach der Auslieferung einen Riesenterror gemacht und sich mit Androhung von Konsequenzen bei Dreysen beschwert. Zum ersten Mal konnten wir erleben, dass Werner einen wirklichen Anschiss bekam und ihm danach die Worte fehlten – bis er, nachdem Dreysen gegangen war, sofort versuchte, die Schuldigen unter uns auszumachen. Aber da außer Holger und mir niemand Bescheid wusste, kam er nicht weit.
„Musst halt besser aufpassen, Werner“, hatte Kalle geätzt.
Sollte ihm dieses Spielchen keine Lehre gewesen sein, wären wir durchaus bereit, ihn ein zweites Mal auflaufen zu lassen, hatten Holger und ich beschlossen.

„Hast du eigentlich jemals erlebt, dass Werner privat telefoniert?“, fragte Holger, als er von draußen zurückkam.
„Wie kommst du denn jetzt darauf?“
„Na, ich hab mir gerade überlegt, wie ein Mensch derart knöselig werden kann wie Werner. Der hat bestimmt noch nie 'ne Frau gehabt, die wär ihm sicher gleich weggelaufen. Irgendwie scheint der doch gar kein Privatleben zu haben.“
„Ich war mal mit ihm und Dreysen unterwegs, ich glaub, da hat er eine erwachsene Tochter erwähnt.“
Holger schaute mich ungläubig an.
„Kann ich mir kaum vorstellen. Und wenn, hat die bestimmt keinen Kontakt mehr zu ihm.“
Wir wussten sehr wenig über Werner, nicht einmal, wo er vorher gearbeitet hatte. Er fehlte oft wegen Krankheit, auch das kam nicht gut an. Jan behauptete, Werner sei Alkoholiker, er habe da über Bekannte etwas läuten hören – aber dafür gab es während der Arbeitszeit keinerlei Hinweise. Und aus privaten Veranstaltungen hielt er sich generell raus. Fußfall mochte er und besonders den HSV, daraus machte er kein Geheimnis. Mehr wussten wir nicht.
„Meinst du, Werner trinkt viel?“, fragte ich.
„Keine Ahnung. Nehmen wir noch'n Bier, oder wartet Zuhause ausnahmsweise jemand auf dich?“

Vielleicht lag es an den vielen Bierchen, dass wir am nächsten Morgen Werners Abwesenheit nicht gleich bemerkten. Wir telefonierten, wir fluchten, wir versuchten Kunden zu besänftigen und vor allem Ware an den Mann zu bringen – normaler Vertriebsalltag im Großraumbüro eben. Irgendwann fragte der lange Jan:
„Wo ist Werner heute eigentlich?“
Wir zuckten die Achseln, keine Ahnung. Vielleicht war er mal wieder krank.
„Gestern hat der HSV doch gar nicht gespielt“, rief Kalle, und alle brachen in dröhnendes Gelächter aus. Über seinen Verein ließ Werner nichts kommen. Wenn der HSV am Wochenende verloren hatte, was in letzter Zeit häufig vorkam, lästerten wir montags erst einmal ausgiebig. Die Meisten waren Pauli-Fans und verstanden sich sehr gut im Sticheln auf den Rivalen. Der drohende endgültige Abstieg würde Werner sicher erheblich zusetzen.

Gegen elf verteilte Johanna Germann, die Vertriebsassistentin, die Post.
„Ist Werner gar nicht da?“
Erneutes Achselzucken.
„Krank gemeldet hat er sich nicht“, meinte sie verwundert.
„Fehlt er jemandem?“, quäkte Kalle.
„Ja, mir, ist mir heute viel zu harmonisch hier, kann ich gar nicht mit umgehen!“, rief Lothar.
Nach der Mittagspause tauchte Dreysen in der Abteilung auf.
„Hat schon jemand etwas von Herrn Drohmer gehört?“, fragte er in die Runde.
Ein mehrstimmiges „Nö!“
„Na, dann soll Frau Germann mal bei ihm anrufen, das hat er ja noch nie gemacht!“
Johanna erschien kurz darauf mit ratloser Miene.
„Da meldet sich nur der Anrufbeantworter. Allmählich mach ich mir Sorgen.“
„Brauchst du nicht, Unkraut vergeht nicht“, feixte Jan, der heute freiwillig Werners Kunden mit betreute, weil er angeblich einen guten Tag hatte.

Auch am nächsten Morgen erschien Werner nicht zur Arbeit, am Telefon war er immer noch nicht zu erreichen. Dreysen wirkte sehr beunruhigt.
„Hat jemand Zeit, mit mir in die Wohnung von Herrn Drohmer zu fahren?“
Holger, der eigentlich sein Telefonat gerade beendet hatte, warf mir einen gehetzten Blick zu und plapperte einfach weiter in den Hörer. Dreysen nahm mich ins Visier.
„Wie sieht’s mit Ihnen aus, Herr Bertram?“
Ich bedauerte sehr, aber ich musste mich dringend um Ersatzware für die Malesche von vorgestern kümmern. Die übrigen Kollegen stellten sich taub.
Dreysen zog mit verächtlicher Miene ab und nahm Christoph, den Azubi, mit. Er war der Einzige außer Werner, den der Chef mit dem „hanseatischen Du“ anredete, was uns bei einem Azubi wegen des Alters nicht störte. Warum allerdings ausgerechnet Werner von Dreysen mit Vornamen angeredet wurde, wusste niemand.

Bis zum frühen Nachmittag waren die Beiden nicht zurück. Dann schaute Johanna völlig verstört zu uns herein.
„Jungs, es ist was Schreckliches passiert. Der Chef will gleich mit euch sprechen.“
Holger starrte mich an, ich zuckte lässig die Schultern. Was sollte schon passiert sein? Wir taten, als ginge uns das Ganze nichts an, doch nach und nach wurde es merklich stiller im Raum.
Dreysen wirkte etwas hohlwangig, als er das Büro betrat. Christoph war kreidebleich, seine Augen schienen leicht gerötet. Er setzte sich stumm und klammerte sich an die Schreibtischkante.
„Meine Herren, ich möchte Sie bitten, mir einen Moment zuzuhören. Ich habe leider eine sehr traurige Nachricht für Sie“, begann Dreysen.
Zögernd, ein wenig widerwillig, legte einer nach dem anderen den Hörer aus der Hand und stellte das Telefon auf die Zentrale um. Dreysen setzte sich auf Werners Platz und wartete, bis Ruhe eingekehrt war.
„Ich mach’s kurz: Wir haben Werner Drohmer tot in seiner Wohnung aufgefunden, nachdem uns der Hausmeister die Tür geöffnet hatte. Wahrscheinlich lag er schon seit vorgestern Nacht dort. Es sieht so aus, als habe er ein paar Schlaftabletten zu viel genommen …“
Dreysens Stimme wurde brüchig, er musste eine Pause machen.
„Ist irgendjemandem von Ihnen vorgestern etwas Besonderes aufgefallen, außer der Geschichte mit der verdorbenen Ware?“
Alle schüttelten stumm die Köpfe, Holger biss sich auf die Lippen. Christoph sprang auf und lief mit aufgeblasenen Backen aus dem Raum.
„Falls jemandem etwas einfällt, kommen Sie gern in mein Büro."
Wieder eine Pause.
"Werner Drohmer war übrigens ein schwer kranker Mann. Er hat sich seit dem Unfalltod seiner Frau nie richtig erholt. Ich hab ihn eingestellt, weil ich ihn seit der gemeinsamen Ausbildung bei Solfrutex kenne. Nach seinem letzten längeren Klinikaufenthalt hätte er keine andere Chance mehr gehabt, einen Job zu finden. Das mag Ihnen erklären, warum er manchmal nicht ganz einfach zu ertragen war und von mir so oft in Schutz genommen wurde.“
Dreysen blickte bei diesem Satz eindringlich in die Runde, aber niemand sah ihn an.
„Ich werde mich dann mal darum kümmern, seine Tochter in den USA ausfindig zu machen. Weitere Verwandte wird es wohl nicht geben, soweit ich weiß.“

Mir wurde schwindelig. Ich hatte das Gefühl, ersticken zu müssen, und nahm erst einmal einen großen Schluck aus der Wasserflasche. Noch immer schwiegen alle. Holger schien geschrumpft zu sein, er saß völlig zusammengesunken da. Der dicke Klaus, der mit Werner am besten ausgekommen war, hockte kerzengerade auf seinem Stuhl, die Hände vor dem enormen Bauch gefaltet. Lothar, Peter und Stefan starrten einfach nur mit versteinerter Miene aus dem Fenster.
„Können wir dann weitermachen?“ Natürlich Kalle.
Ich sprang auf, brauchte dringend frische Luft. Holger folgte mir.
„Ich komm mit, muss erst mal eine rauchen.“
Schweigend standen wir eine ganze Weile vor der Tür. Wer hatte die blöde Idee mit der verdorbenen Ware eigentlich zuerst gehabt?
Bald darauf machten wir geschlossen Feierabend. Auf einen Besuch in der "Goldenen Kanne" verzichteten wir an diesem Abend.

Zuhause trank ich die halbe Flasche Remy leer, die für besondere Anlässe bei mir herumstand. Am nächsten Tag meldete ich mich krank. Holger würde mich vertreten müssen.
 

Blumenberg

Mitglied
Liebe(r) Ciconia,

handwerklich eine souverän erzählte Geschichte, die ich auch vom gewälten Sprach- und Erzählstil sehr rund und ansprechend finde.
Allerdings muss ich gestehen, dass ich die Entwicklung als doch recht vorhersehbar empfunden habe. Spätestens ab der häufigen Krankschreibung war mir klar was kommt. Hier könnte man vielleicht versuchen ein wenig mehr Überraschungsmoment zu generieren.
Daneben habe ich mich gefragt ob das Ganze nicht eher eine Erzählung denn eine Kurzgeschichte ist. Gerade auch weil die Handlung die du erzählst sich über einen längeren Zeitraum erstreckt.
Trotzdem aber gerne gelesen!

Beste Grüße

Blumenberg
 

Ciconia

Mitglied
Hallo Blumenberg,

vielen Dank für Deine Gedanken zu diesem Text.

Es erstaunt mich ein wenig, dass Du die Entwicklung für vorhersehbar hältst. Ich meine, eine schwere chronische Krankheit muss ja nicht zwangsläufig zum Suizid führen, oder? Vielleicht gibt es ja noch weitere Meinungen dazu.

Ob man das Ganze auch als Erzählung sehen könnte? Die Handlung erstreckt sich ja nicht über einen längeren Zeitraum, sondern über gerade mal drei Tage – wenn man die erläuternden Rückblenden nicht mitrechnet. Ich meine schon, dass hier alle Kriterien einer Kurzgeschichte erfüllt sind, aber ich lasse mich gern eines Besseren belehren.

Gruß Ciconia
 
A

aligaga

Gast
Wir haben's hier mit dem millionenfach nacherzählten G'schichterl "Wenn wir gewusst hätten, dass das so ist, dann hätten wir ..." zu tun, das leider vermöge der hölzernen Sprache und der hölzernen Dialoge nicht so recht in Schwung kommt.

Wir erfahren etwas über das übliche Mobbing unter "Kollegen", die sich als Konkurrenten verstehen, und bekommen als Pointe eine Sülze serviert, die im Hinblick auf die vorherigen Gemeinheiten der Protagonisten recht zusammengerührt erscheint. Die normale Reaktion wäre eine Exkulpation mit "warum hat uns das niemand vorher gesagt?" gewesen. So aber kullern die Krokodilsthränchen auf recht sandigen Boden. Welches Organ hätte sie wohl hervorbringen können?

Fazit: Ein G'schichterl, das nicht wegen des Mobbings frösteln macht, sondern wegen des angehängten Schlusses, der an die drei Rosenkränze gemahnt, die Scheinheilige nach der Beichte ihrer Untaten aufsagen.

Heiter

aligaga
 

DocSchneider

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hallo Ciconia,


die Geschichte ist noch genauso so langweilig und vorhersehbar wie bei ihrem ersten Erscheinen.

VG,
DS
 

DocSchneider

Foren-Redakteur
Teammitglied
Ach, ich habe noch ein anderes Leben und es offenbar vergessen. :)

Das Grundproblem vieler Deiner Texte kann ich Dir aber aus meiner Erinnerung heraus sagen: Sie sind gefühlskalt. Es schwingt nichts Echtes mit.

Einzig der Text über den Trip mit Lucy Bailey war es nicht.

VG,
DS
 

Ciconia

Mitglied
So richtig schlecht kann er wohl doch nicht gewesen sein, immerhin hattest Du mir eine 5 darauf gegeben, und das heißt immer noch: "Für mich geht der Text so".
Also was denn nun?
 

Ciconia

Mitglied
Wenn man mir sagt, dass die Handlung „vorhersehbar“ sei, müsste ich allerdings auch wissen, ab welchem Zeitpunkt und warum es für den Leser klar ist, dass Werner sich umbringen wird. Wie soll ich einen Text nachbessern, wenn die Kritik „langweilig und vorhersehbar“ lautet, aber keinerlei Bereitschaft zur Textarbeit besteht?

Darüber hinaus: Ist denn Vorhersehbarkeit allein schon ein k.o.-Kriterium für eine Kurzgeschichte?

Ciconia
 
A

aligaga

Gast
Die - wie bereits gesagt - ebenso hölzern wie umständlich formulierte Mobbing-Geschichte kann man nicht wirklich "lesen" - dafür ist sie viel zu langatmig.

Spätestens nach
Und der Chef deckte ihn, aus welchen Gründen auch immer.
ist der kundige Leser nicht mehr daran interessiert, welche "Streiche" seine "Kollegen" ihrem Opfer spielen, sondern welche Gründe dem Opfer diese Deckung denn verschafften. Den Mobbern kommt offenbar die Idee gar nicht, dass da was Besonderes der Fall sein muss.

"Kundige" Leser sehen sich am Ende bestätigt - ah, der arme Tropf war depressiv!

Soweit, so banal und schon tausendmal bereut. Leider macht's in der Geschichte aber nicht "zoom!".

Die eigentlichen Bösewichte in der Geschichte sind gar nicht die Mobbing-Sisters: die agieren und reagieren artegerecht, wie sie immer und überall auf der Welt agieren und reagieren. Der schlimme Finger ist Scheffe, der seinen Saftladen nicht in der Hand hat und seinen behinderten Mitarbeiter nicht wirklich schützt. Gut gemeint ist nicht selten ganz schlimm gemacht!

Leider lässt die Autorin in ihrem Text die wirklich interessanten Aspekte komplett außen vor und begnügt sich mit dem schon recht ausgeleierten Klischee: eine sehr vorhersehbare 08/15 - Nummer deshalb nur, leider.

Heiter immer weiter

aligaga
 

Maribu

Mitglied
Hallo Ciconia,

Dieser Werner ist ja ein guter Verkäufer gewesen.
(Er wies die besten Verkaufszahlen aus.)
Der Grund ihn zu "bestrafen" war wohl weniger seine Art zu entscheiden als Neid, zumal er von der Geschäftsleitung gedeckt wurde.
Hier hättest du mal ein Beispiel geben sollen über seine
irrwitzigen Entscheidungen. Immerhin hatte er schon ein Jahr
damit in der Firma "überlebt"!
Als sie nach seinem Tod erfuhren, welche Probleme er hatte,
mussten sie sich wegen des relativ harmlosen "Streichs" keine
Vorwürfe machen. Die Betroffenheit und die Krokodilstränen waren vollkommen unangebracht. Die Erkenntnis, dass sie sich vorher
hätten um ihn kümmern müssen, kommt nicht überzeugend heraus.
Sorry, mir ist die Geschichte nicht subtil genug!
L.G. Maribu
 

Ciconia

Mitglied
Dieser Werner ist ja ein guter Verkäufer gewesen.
Hallo Maribu,

ist er das wirklich gewesen? Er konnte doch nur viel verkaufen, weil er in unkollegialer Weise Ware von den anderen Kollegen „abzweigte“, die ihm gar nicht zustand. Hier wäre es Aufgabe des Chefs gewesen, diese Möglichkeit systemtechnisch zu unterdrücken.

Sicher könnte ich ein Beispiel geben für Werners irrwitzige Entscheidungen. Aber meines Erachtens würde das die Geschichte nochmals unnötig aufbauschen, und es wäre auch nicht unbedingt relevant für die Handlung. Für mich war die Tatsache, dass Werner sich dauernd unkollegial verhielt, ausreichend für die Wut der Kollegen. Und genau dafür wollten Holger und Martin ihn „bestrafen“.

Von Krokodilstränen war übrigens nicht die Rede. Ich sehe Holger und Martin als abgebrühte Kerle, knallharte Verkäufer eben. Ihnen fährt zwar der Schock in die Glieder, als sie die Hintergründe erfahren, aber nach dem Leeren einer halben Flasche Cognac werden sie sich ihr Leben schnell wieder zurechtbiegen.

Gruß Ciconia
 
M

Metino

Gast
Irrtum, Metino: Mitziehen wird hier im Sinne von mitmachen verwendet, und das konjugiert man mit haben.
Leider kann ich mich überhaupt nicht mehr daran erinnern auf was ich da Bezug nahm.
Deshalb kann ich auch nur so viel sagen,: mitziehen im Sinne von ´mitmachem´ muss man genau definieren. Mitziehen im Sinne von ´ an etwas ziehen´ wird mit ´haben´ hinterlegt. Allerdings bedeutet ´mitziehen´ in jedem Fall ´mitmachen´
ob es sich, um mitgehen, mitraufen, mitspielen etc handelt ist dabei egal. Deshalb erwähnt der Duden explizit unregelmäßiges Verb
Ich ziehe mit, bedeutet ich ´bin´ mitgezogen. Ich mache mit/habe mitgemacht.
Wenn Trapatoni sagt,:ich habe fertig mag das charmant klingen aber ist dennoch falsch!
Gruß
Me
 
A

aligaga

Gast
Was für ein Quark wieder mal!

"Ziehen" hat im Doitschen mehrere Bedeutungen, z. B.

[ 4]- Ziehen im Sinne von "sich fortbewegen" (nur aktiv)
[ 4]
[ 4]- Ziehen im Sinne von "sich aufschließen" (nur aktiv)
[ 4]
[ 4]- Ziehen im Sinn von "zerren" (aktiv und passiv)
[ 4]
Lesen können fängt dort an, wo man nicht nur Buchstaben und Worte mühsam zusammenklaubt, sondern den Sinn eines ganzen Satzes erst erkennt und danach versteht.

Wer lesen kann, sieht auf den ersten Blick, dass hier beim "Mitziehen" natürlich nicht das Begleiten einer Firmenverlagerung oder eines Betriebsausfluges gemeint war (und auch nicht das gemeinsame Brühen in einem Teekessel), sondern das Bilden einer Seilschaft, die an einem Strang zieht. Und da hat sich der Verblichene abseits gestellt.

Wer Geschichten kritisiert, sollte sie lesen können. Sonst geht's, so wie hier, wieder mal voll ins Höschen!

Heiter immer weiter

aligaga
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Oben Unten