Texte aus Einsilblern

Will auch mal:
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Ein Tier blickt dich an

Was sagt dir ein Tier, wenn es zu dir schaut?

Du weißt es nicht? Dann denk dir was!
Na klar, du weißt nicht, was für ein Tier es ist. Doch das musst du, denn sonst zählt es nicht. Also denk dir den Hund, die Katz und den Spatz, auch die Maus.

Gut, nimm die Maus.

Die Maus hat Angst, ganz viel Angst. Sie ist so klein. Hört sie den Schritt? Hört sie, wie die Katz schleicht? Nein, doch nicht, nur der Wind rauscht. Sie will das Korn, sie will den Speck, sie nimmt auch gern Wurst und Käs. Doch dann, welch ein Schreck: Der Hund kommt! Er riecht die Maus.

Die rennt erst links, dann rechts ums Haus, durch Tor und Tür in den Flur und ist dann weg. Der Hund guckt dumm. Was ist das Vieh so flink! Er neckt es doch nur. Er ist doch nicht die Katz, die es reißt und frisst! Doch die Maus zeigt sich nicht. Sie ist und bleibt weg. Wird sie zu Luft? Hat sie ein Loch in der Wand?

Die Maus springt raus, doch der Hund sieht sie nicht. Dann ist sie ganz weg, und dort lag doch noch Brot und Speck. Den frisst jetzt der Hund, denn für den Herrn ist der nicht gut, er ist zu fett. Das macht ihn krank.

Nur der Spatz schaut ganz hoch vom Dach aus zu. Er pickt den Rest auf und fliegt dann weg.
 
Harmloses ohne Corona
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Der Sturm

Hans sitzt auf der Bank Es ist ganz hell. Jetzt ist es warm und schön, doch wie lang noch? Trügt die Luft? Wann kommt der Sturm?

Der Frosch hüpft in den Teich, der Star fliegt hoch auf den Ast. Vom Dach steigt der Rauch, und die Tür schlägt zu. Hans ist sitzt auf der Bank vorm Haus. Jetzt kommt auch noch der Heinz. Hat er Furcht vor dem Sturm? „Leih mir dein Ohr, Hans”, sagt er. „Ich hab null Mut. Wenn der Sturm kommt mit Wut, dann wird es ganz wild. Ich will heim!”
„Quatsch”, sagt Hans, „es ist doch ganz mild. Schau, dort pickt ein Huhn, und ein Hund trollt und bellt ganz wild am Zaum lang, und sonst ist gar nichts los.”
„Pah, mich packt die Angst, ich will rein.”
„Na gut, dann los, ins Haus. Der Tee steht auf dem Tisch, er ist noch ganz heiß. Ich mach noch Rum rein. Auf, hoch das Glas!”

Und als der Sturm dann kam, war Hans schon blau, und Heinz auch. Es pfeift und rauscht und dröhnt, heult und stöhnt, dass man sich ganz klein fühlt. Es ist ganz fahl im Raum, nur ab und zu blinkt schnell und grell ein Blitz.

Am Tag drauf fragt Heinz: „Du, Hans, wo bleibt denn nun der Sturm? Mein Kopf dröhnt so laut!”
„Du Narr”, sagt Hans, „es war nicht der Sturm, es war der Rum! Der Sturm ist aus und das Haus steht noch, auch der Baum, selbst das Dach ist noch ganz. Nur der Tee ist aus, und der Rum auch. Wir gehn auch nicht nach Haus, denn wir sind schon da.”
 

Didi Costaire

Mitglied
Eine interessante Übung, bei der ich sofort dachte:

Ich bin aus Kiel
und kann nicht viel

dann aber schnell feststellte, dass die Fördestadt in dieser Rubrik bereits ausgiebig berücksichtigt wurde. So machte ich mich an eine neue, eher lapidar gestaltete Folge meines Mehrteilers

Crhyme time

Der Grat war eng,
da sprach Herr Thiel
zu Dong Zhi Peng
ein Wort zu viel.

Erst fiel das Wort,
dann fiel ein Schuss.
Es war wohl Mord
und nun ist Schluss.
 

Etma

Mitglied
ich danke sehr für die teilnahme bei dieser übung!

block
eins zwei drei vier
fünf eins zwei drei
vier fünf eins zwei
drei vier fünf eins
zwei drei vier fünf
 
die katz macht murr
der hund macht knurr
das glas macht klirr
ein schrei so irr
der dolch blitzt auf
fährt in den bauch
das blut so rot
der mann so tot

und ich mach schluss
jetzt mit dem stuss
 

Etma

Mitglied
die erste strophe ist toll, finde ich. schön einfach.
allerdings weiß ich nicht ob die zweite strophe selbstreferentiell ist oder zum gedicht gehört.
ich mach auch mal was jetzt:

ich krieg mein bein nicht mehr hoch auf den tisch
das war mal so schön als das noch ging doch ich
bin faul und mach kein sport drum krieg ich mein

bein nicht mehr hoch auf den tisch das ist sehr schad
 
allerdings weiß ich nicht ob die zweite strophe selbstreferentiell ist oder zum gedicht gehört.
Ob der Vers wohl selbst sich meint?
Und zum Schluss mit Stuss sich eint?
Nun, weil es so schön sich reimt
denk ich: Ein Gran von Sinn drin keimt!

Nun zu Dir:

Was soll das Bein denn auf dem Tisch?
Dort liegt schon ein Fisch!
Dazu käm dann noch Staub und Dreck,
drum lass den Fuß am Fleck!
 

Etma

Mitglied
:D das ist nett! lustig deine lyrische auseinandersetzung mit unserer konversation. auch sehr erfreulich, dass du das mit dein einsilbigen wörtern durchziehst. :D
 

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