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Tollhausblues

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Ciconia

Mitglied
Und manchmal fallen schon die letzten Schranken,
es fiel in diesem Herbst nicht nur das Laub.
Jetzt schwanken Unternehmen und auch Banken,
die Politik versinkt in Dunst und Staub.

Das Volk ist satt, wozu soll sich's bewegen,
was rundherum passiert, bleibt uns oft schnurz.
Uns geht es gold, kein Grund, sich aufzuregen.
für Sorgen ist ein Leben viel zu kurz.

Probleme gibt es momentan zu viele,
doch macht der Mensch gern beide Augen zu.
Ein jeder hat so seine eignen Ziele,
ist er zufrieden, reicht ihm Mäh! und Muh!

Im Tollhaus sitzen wir und bleiben heiter,
das gab's schon mal vor langer, langer Zeit.
Wir alle sind des Unglücks Wegbereiter,
dabei woll'n wir nur Spaß - bloß keinen Streit!
 

Mondnein

Mitglied
Nein, Ciconia, das ist abstrakter Phrasendrusch, ohne irgendwelche Blues-Farben in der Sprache, nicht sonderlich originell.
 

lapismont

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hallo Ciconia,

das sehe ich wie Mondnein. Viele beliebige Verallgemeinerungen, die alle und keinen meinen. Weder findet sich darin Gefühl noch eine Geschichte.
Das Thema brachte mir sofort den Keimzeit-Song »Irrenhaus« ins Gedächtnis, das auch mit der »Tollhaus«-Metapher arbeitet und darüber hinaus die allgemeinen Zustände anspricht. War für mich damals ein wichtiger Wende-Song. Aber dort wird eben eine kleine (traurige, zumindest melancholisch stimmende) Geschichte erzählt.

cu
lap
 

Ciconia

Mitglied
Wie reagiert man nun auf einen Kommentar, der zwar gelöscht, aber dennoch sichtbar ist? Soll man unhöflich sein und ihn einfach ignorieren? Oder soll man (Netiquette!) darauf antworten, obwohl man davon ausgehen muss, dass auch diese Antwort gelöscht werden wird? Ich habe mich für Letzteres entschieden.

Mit dem „Aussprechen von Missständen“, blackout, habe ich sowohl im privaten Bereich wie auch in der LL seit Jahren dieselben (negativen) Erfahrungen gemacht. Deshalb gebe ich Dir unumwunden Recht, wenn Du von Verfechtern politischer Schönheit sprichst.

Zu Deinem Einwand bezüglich der Aussage „Das Volk ist satt“:

Was ich meinte: Das Volk ist zu bräsig geworden. Es genügt, wenn man ausreichend konsumieren kann. Und in der Vorweihnachtszeit lassen wir es noch einmal richtig krachen, indem wir mit Weihnachtsbeleuchtungen die Gärten erhellen, dass es eine Pracht ist. Klimawandel hin oder her.

Ursprünglich gab es im Entwurf auch noch eine zusätzliche Strophe, auf die ich letztlich verzichtet habe:

Um Zinsen sorgt sich nur, wer auch gespart hat,
die andren lachen: Uns macht doch der Staat satt,
und keiner glaubt, er sei zu Dank verpflichtet.
Am Ende wird manch Lebenstraum vernichtet.


Vielleicht hätte ich sie stehen lassen sollen, denn darin ist vielleicht am ehesten das Stückchen "Geschichte" enthalten, das lapismont vermisst.

Gruß, Ciconia

P.S. Gerade sehe ich, blackout, dass Du noch einmal kommentiert hast. Danke auch dafür.
 

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