Übersetzung: Agua de piedra - Poemas de FERNANDO RUIZ GRANADOS

HerbertH

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Agua de piedra - Poemas de FERNANDO RUIZ GRANADOS

Agua de piedra
Poema publicado el 06 de Octubre de 2009


Todo quiere seguir siendo lo que es
El río que transcurre y que no cesa
El paciente viento que labra la montaña
La noche callada que no desgastará la eternidad
La mañana que madura como un fruto
El árbol que erige su antigua figura en los jardines
La desgastada arena de cuyo polvo se construye todo
El fuego dormido en la ceniza
La nube de oro que enciende la fragua del ocaso
La inscripción de piedra labrada por el poeta
Los territorios de sombra desgajados por el rayo
La nieve eterna que aguarda el despertar de la luz
La solitaria luna
El ojo del lobo que atisba la tiniebla
El sol que asciende desde la honda oscuridad
El paisaje que funda la mirada
El Universo entero que se hace y se deshace
El pájaro que escribe sus signos en la arena

Las letras que el viento escribe y borra

.
.


Wasser aus Stein


Alles will fortwährend bleiben, was es ist
Der Fluss, der verrinnt und das pausenlos
Der geduldige Wind, der den Berg bearbeitet
Die verschwiegene Nacht - die Ewigkeit wird sie nicht abnützen
Der Morgen. der reift wie eine Frucht
Der Baum, der seine alte Gestalt aufrichtet in den Gärten
Die verfallene Arena, aus deren Staub man alles erbaut
Das schläfrige Feuer in der Asche
Die Wolke aus Gold, entzündet im Schmiedeofen des Sonnenuntergangs
Die Inschrift auf dem Stein, gemeisselt für den Dichter
Die Schattenländer, zertrümmert vom Blitzschlag
Der ewige Schnee. der auf das Erwachen des Lichtes wartet
Der einsame Mond
Das Auge des Wolfs. das die Finsternis durchspäht
Die Sonne. die aufsteigt bis zur tiefsten Dunkelheit
Die Reise, die die Ausblicke erschafft
Das gesamte Universum, das entsteht und vergeht
Der Papagei, der seine Zeichen in den Sand schreibt

Die Buchstaben, die der Wind schreibt und ausradiert
 
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Tula

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Hallo Herbert

Ein paar Stellen stimmen leider nicht:

Paisaje = Landschaft
por el poeta = wörtlich "vom / durch den Dichter"
pájaro = Vogel (allgemein)

Insgesamt liest es sich weniger poetisch als das Original. Zum Beispiel Z2: vielleicht besser:

der fliessende Fluss, der nicht hält (im Sinne von "niemals halten wird")

Z3: der geduldige Wind, der den Berg befühlt
(obwohl 'bearbeiten' in der Übersetzung stimmt, passt der Ausdruck im Deutschen irgendwie nicht, finde ich ...)

das Feuer, das in der Asche schläft
(schläfrig wäre soñoliento)

Die letzte Zeile, hier "letras" als das geschriebene Wort, der Wind erscheint mir hier als Metapher für das Werden und Vergehen schlechthin, das (geschriebene) Wort als das Werk des Menschen. Sehr symbolisch ...

das Wort, das der Wind schreibt und (wieder) löscht ...

Obgleich der Text im Original so nicht sehr schwer erscheint, hat er seine Tücken, d.h. die wortwörtliche Übersetzung "wirkt" nicht bzw. klingt nicht immer poetisch.

Wie dem auch sei, ein schönes Gedicht

LG
Tula
 
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HerbertH

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Wasser aus Stein


Alles will fortwährend bleiben, was es ist
Der Fluss, der ohne Ende fließt
Der geduldige Wind, der den Berg bearbeitet
Die verschwiegene Nacht - die Ewigkeit wird sie nicht abnützen
Der Morgen. der reift wie eine Frucht
Der Baum, der seine alte Gestalt aufrichtet in den Gärten
Die verfallene Arena, aus deren Staub man alles erbaut
Das Feuer, das in der Asche schläft
Die Wolke aus Gold, entzündet im Schmiedeofen des Sonnenuntergangs
Die Inschrift auf dem Stein, eingemeisselt vom Dichter
Die Schattenländer, zertrümmert vom Blitzschlag
Der ewige Schnee. der auf das Erwachen des Lichtes wartet
Der einsame Mond
Das Auge des Wolfs. das die Finsternis durchspäht
Die Sonne. die aufsteigt bis zur tiefsten Dunkelheit
Die Landschaft, die die Ausblicke erschafft
Das gesamte Universum, das entsteht und vergeht
Der Vogel, der seine Zeichen in den Sand schreibt

Die Worte, die der Wind schreibt und ausradiert
 

Tula

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Hallo Herbert
Mir fällt gerade auf, die Zeile mit der Nacht ist ebenso 'anders herum' gemeint. Es ist die Nacht, welche nichts von der Ewigkeit verbraucht bzw. verbrauchen wird (Futur). Ich denke im Sinne von: die Nacht, selbst Teil der Ewigkeit (Blick in den nächtlichen Himmel ...) wird, wenn sie vorbei ist, nichts von ihr verbraucht haben. So in etwa.

Schöne Alternative für den Fluss, 'ohne Ende fließen' ist genau der richtige Ausdruck für ein Gedicht.

Vielleicht nochmal zur ersten Zeile: ein Philosoph der Antike würde hier sagen: Alles folgt seiner Natur. Gute Frage, ob man das 'wollen' wirklich übersetzen muss, es ist ja inbegriffen.

Adventsgrüße
Tula
 
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HerbertH

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Hallo Herbert
Mir fällt gerade auf, die Zeile mit der Nacht ist ebenso 'anders herum' gemeint. Es ist die Nacht, welche nichts von der Ewigkeit verbraucht bzw. verbrauchen wird (Futur).

Schöne Alternative für den Fluss, 'ohne Ende fließen' ist genau der richtige Ausdruck für ein Gedicht.

Adventsgrüße
Tula
Danke für all Deine Textarbeit!

Die Zeile mit der Nacht in meiner Variante kann man auch so lesen/verstehen, wie von Dir vorgeschlagen. Ich habe das bewusst so doppeldeutig gehalten, ich werde nochmal darüber nachdenken.

Hinsichtlich transcurrir habe ich erst bei den Synonymen weitere Ideen bekommen, wie man das in einem nicht-zeitlichen Zusammenhang verstehen sollte.

Bei paisaje habe ich noch Gefilde (statt Landschaft) überlegt, aber das habe ich als zu gestelzt empfunden für dieses Gedicht/diesen Autor, und daher nicht verwendet. Die Reise war hier ein Versuch einer gewissen Umdeutung, reiht sich aber inhaltlich nicht so ganz zu den sostigen eher naturbezogenen Themen der anderen Zeilen. Die Idee einer Reise, die ihre eigenen Ausblicke schafft ist für mich aber nach wie vor reizvoll :)

Das "schläfrige Feuer" ist übrigens ein Versuch, etwas poetischer zu übersetzen ( dormido ist lt. leo.org ad erbial "schläfrig" ...). Man könnte auch schreiben Das Feuer, schläfrig in der Asche.

LG

Herbert
 
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Tula

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Moin nochmal
Das Problem der Übersetzung ist wohl, die Aussage jeden Verses "im Kern" zu treffen. Das Gedicht ist ziemlich philosophisch gehalten, weshalb ich nochmals Zeile 1 kommentierte. Es geht um die Ewigkeit, sicher, auch um das ewige Werden und Vergehen, auch um Umwandlungen, ohne dass sich im Wesen wirklich etwas ändert. Eins ist Teil des anderen. Das kommt besonders in den Zeilen der Nacht und des in der Asche schlafenden Feuers sehr schön zum Ausdruck. Auch im Titel, das Wasser des Steins oder eben aus Stein, so als könne es das eine ohne das andere nicht geben, Wasser braucht eben ein Bett, um zu fließen.

So überlege ich noch, was der Dichter an einigen Stellen "wirklich sagen wollte". Die Landschaft und der Blick auf sie stehen in einer engen Wechselbeziehung. Wie beim Feuer ist der Ausblick (ihre Betrachtung) Teil ihrer selbst, nur eine andere Form von Landschaft. Ihre Natur ist es, betrachtet zu werden, ohne Betrachtung keine Landschaft und umgekehrt.

Wie gesagt, ein schönes Gedicht, mit Tiefe.
LG
Tula
 

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