Ungeboren (gelöscht)

U

USch

Gast
Hallo Ciconia,
ich finde deine Geschichte ganz gut formuliert, aber inhaltlich ein bißchen hausbacken. Es fehlt irgendwie der Pfiff, das Literarische. Ich würde da noch einmal drüber nachdenken und die Geschichte gegebenenfalls überarbeiten.
Lass´ dich bitte nicht entmutigen durch meine Bemerkungen.
LG Uwe
 

Ciconia

Mitglied
Hallo Uwe,

vielleicht hast Du Recht mit dem "hausbacken", aber andererseits ist dies die Erzählweise einer älteren Frau. Darf die nicht ein bißchen hausbacken sein???

Gruß Ciconia
 

Ofterdingen

Mitglied
USch hat leider Recht. Was du hier von dir gibst, ist langweilig und absolut unliterarisch, wäre besser aufgehoben in einem Kaffee-und-Kuchen-Plausch mit deiner besten Hausfrauen-Freundin. Ich hoffe, du kennst eine, die sich so etwas anhören will.
 

Ofterdingen

Mitglied
Liebe Ciconia,

Auch ich wollte dich nicht entmutigen, glaube jedoch kaum, dass es dir und der Welt etwas bringt, wenn du dich weiter mit dieser Geschichte abmühst. Besser, du schreibst eine neue und konzentrierst dich beim Schreiben auf Essenzielles.

Eine gute Anleitung findest du in dem Buch "Grundlagen und Techniken der Schreibkunst - Handbuch für Schriftsteller, Pädagogen, Germanisten, Redakteure und angehende Autoren", herausgegeben von Otto Schumann, ISBN 3-930656-16-7.

Auf fast 800 Seiten erfährst du dort sehr anschaulich alles über Schreibtechniken beim Verfassen von erzählenden Texten, Gedichten, Theaterstücken, Filmdrehbüchern und verschiedenes mehr. Das Buch gibt es bei Amazon gebraucht für weniger als 50 Cent plus drei Euro Porto.

Wenn du nur kurze erzählende Texte schreiben willst, reicht es, wenn du dir die ersten paar Dutzend Seiten des Buches reinziehst. Versuch das doch einfach mal! Ich bin sicher, du wirst mir jubelnd um den Hals fallen, wenn du dann wirklich etwas verdammt Gutes geschrieben hast.

Gruß,

Ofterdingen
 
U

USch

Gast
Hallo Ciconia,
ein Sachbuch zu gutem Schreiben ist vielleicht ein Weg, doch nicht jedermanns/-fraus Sache. Schau doch mal, ob es in deinem Wohnort oder in der Nähe eine Institution (VHS...) gibt, die Kreativ-Schreibkurse anbietet. Das ist eine Form des lebendigen Aneignens von Schreibtechniken mit anderen Menschen. Autobiographisches kann immer mal in Teilen in Texte einfließen, aber das interessiert den normalen Leser nicht, es sei denn der Schreiber ist berühmt. Also nicht zu viel Autobiographie. Es muss da mehr Pfiff in die Texte, ein Plot oder/und Sprachwitz, Metaphern und/oder Gleichnisse.
Ich habe das auch erst lernen müssen, da ich kein Germanist bin. Aber es macht Spaß sich weiterzuentwickeln. Die Kritiken hier in der LL sind von manchen Menschen sehr herbe, aber manche machen auch Mut, vor allem, wenn sie konkret Verbesserungsvorschläge machen.
LG und nur Mut
Uwe
 
E

eisblume

Gast
Hi Ciconia,

unabhängig davon, ob mir die Geschichte nun gefällt oder nicht, habe ich ein Problem mit der Chronologie.
Du fängst die Geschichte zu einem Zeitpunkt an, wo sich das Ich und Harry schon gekannt haben. Dann gehst du zurück und erzählst, WIE sich das Ich und Harry kennen gelernt haben. Danach noch ein Stück weiter zurück zu Werner.
Dann sind wir auf einmal im Jetzt bei Bernhard, mit dem das Ich alt wird.
Das scheint mir nicht zu passen.
Was mir persönlich jetzt ausgesprochen missfällt ist das „Projekt Annette“ sowie „die vorzeitige Beendigung eines ähnlichen Projektes“, auch, wenn das wohl zur Charakterisierung des Ich gehört.

Du willst mit deinem Text eine bestimmte Aussage treffen, ok. Aber dazu müsstest du das Ganze schon knackiger und mit mehr Aussagekraft servieren. So ist das für mich nichts Halbes und nichts Ganzes, sorry.

Lieben Gruß
eisblume
 

Ciconia

Mitglied
Danke, USch und für Eure Fürsorge!

Es freut mich sehr, dass anscheinend Autobiographisches in meinem Text gesehen wird, so war es gedacht.

Ich habe überhaupt erst vor kurzem mit dem Schreiben begonnen, und derzeit versuche ich mit verschiedenen Textformen zu experimentieren. Dazu gehören eben auch mal Texte in der Ich-Form, denn die finde ich am spannendsten. Je autobiographischer eine Geschichte rüberkommt, desto erfolgreicher war der Autor, denke ich.

Ach ja, noch eins: Bei Nicknames kann man nie ganz sicher sein: Ciconia ciconia ist der Weißstorch. Aber das wisst Ihr ja sicher.
 

Ciconia

Mitglied
Hallo Eisblume,

Du warst gerade schneller ...

Zunächst einmal: Muss eine Geschichte immer chronologisch erzählt werden? Können Rückblenden nicht dazu dienen, bestimmte Handlungsstränge intensiver herauszustellen?

Wenn die Erzählerin von "Projekten" redet, deutet dies auf eine relative Gefühlskälte in Bezug auf eine Schwangerschaft hin.

Dass sie ihren Entschluss im Alter vielleicht doch ein wenig bereut, zeigt sich in den Äußerungen wie "eigentlich habe ich meinen Entschluß nie bereut" und "meistens geht das auch ganz schnell wieder vorbei."

Mit dem Begriff "knackig" habe ich allerdings bei dieser Thematik so meine Probleme. Manchmal hat auch das Subtile Ausagekraft.

Gruß Ciconia
 
E

eisblume

Gast
Natürlich kannst du mit Rückblenden arbeiten.

Ich empfinde es hier nur sehr verwirrend, dass du mit einem Rückblick beginnst, der zu einer Zeit einsteigt, als sich das Ich und Harry bereits kannten, dann kommt die Sequenz des Kennenlernens an sich, dann ist die Beziehung zu Ende, und dann ist von einer Beziehung mit Werner die Rede, die zeitlich vor Harry angesetzt ist - praktisch eine Rückblende innerhalb der Rückblende. Und das alles, obwohl die eigentliche Geschichte im Jetzt angesiedelt ist.
Bin mir jetzt zudem nicht sicher, ob das gerade am Anfang zeitlich (grammatisch) so korrekt ist.

Und keine Frage - natürlich darf die Aussage auch subtil sein. Liegt dann an mir, dass ich die Subtilität nicht erkenne.

LG
eisblume
 

Ofterdingen

Mitglied
Liebe Ciconia,

"Je autobiographischer eine Geschichte rüberkommt, desto erfolgreicher war der Autor, denke ich."

Wenn das stimmt, dann sind Leute wie Dieter Bohlen (mit seiner Autobiographie "Nichts als die Wahrheit") und Guido Westerwelle ("Und das bin ich!") der Gipfel und die Krönung der deutschen Literatur. Diese Herren mögen eine Menge Bücher verkauft haben, mit Literatur haben ihre Machwerke aber rein gar nichts zu tun, sondern höchstens mit der voyeuristischen Geilheit ihrer Leser, die wissen wollen, wie viele Mädels der Bohlen denn nun flachgelegt hat und wie das denn bei Schwulen so läuft.

Für dich könnte man sagen: Je autobiographischer eine Geschichte rüberkommt, desto weniger ist der Stoff literarisch verarbeitet. Es gibt einen himmelweiten Unterschied zwischen Kaffeetisch-Plauderei und einer guten Geschichte. Und es gibt Techniken, die man lernen kann. Nur damit du es weißt: Mein Tipp war durchaus gut gemeint.

"Muss eine Geschichte immer chronologisch erzählt werden?"

Selbstverständlich nicht, doch sollte die Zeitstruktur aus einer gewissen Erzähllogik heraus mit der äußeren und inneren Handlung des Textes zu tun haben, und das ist in deiner Geschichte nicht der Fall.

Und sonst: Du hast zwar hier in deinem Thread mit deinen eigenen schon über zehn Wortmeldungen, aber wenn du auch nur halbwegs genau hinschaust, wirst du entdecken, dass deine Kommentatoren alle mehr oder weniger das gleiche Problem haben: Es reicht ihnen nicht, dass du irgendwas irgendwie hinschreibst, sie erwarten von dir ein Minimum an handwerklichem Können. Und auf diesem Gebiet bringen dich ein Anleitungsbuch oder ein Kurs "Kreatives Schreiben" weiter.

Gruß,

Ofterdingen
 

Ciconia

Mitglied
Hallo Ofterdingen,

ich habe doch längst verstanden, dass Euch die Geschichte nicht gut genug ist - warum also dieses Festbeißen am Thema? Wollt Ihr mich jetzt zum Löschen zwingen?

Ich habe klar zum Ausdruck gebracht, dass ich Anfänger/in bin und dass ich Ratschläge durchaus annehme, obwohl ich niemals Ambitionen hatte oder haben werde, wirklich "literarisch" zu werden. Ich erzähle Geschichten, nicht mehr und nicht weniger, und ich hatte den Eindruck, dass die LL eine gute Plattform dafür sein könnte.

Bevor ich allerdings einen Text wirklich lösche, möchte ich sicher sein, dass er auch wirklich so verstanden worden ist, wie ich ihn gemeint habe. Und das ist bei Dir offensichtlich noch nicht der Fall.

Wenn Du eine Autobiographie von Dieter Bohlen als Beispiel anführst, beruht diese auf tatsächlich Erlebtem. Wenn ich einen Text in der Ich-Form schreibe, der autobiographisch wirkt, obwohl ich als Person nicht das Geringste mit der/dem Erzähler/in gemein habe, ist dies ein bisschen mehr als erzählte Erinnerungen, muss aber noch keine große Literatur sein.
dass deine Kommentatoren alle mehr oder weniger das gleiche Problem haben
Bisher sind es ausser Dir genau zwei weitere Kommentatoren. Vielleicht ist den anderen Lesern so ein Geschichtchen ganz einfach egal.

Gruß Ciconia
 

Paloma

Mitglied
Hallo Ciconia,

für Kurzprosa ist mir das zu lang, und damit meine ich nicht, dass es zu viel Text ist, sondern dass dein Text viel zu viel überflüssiges Gedöns enthält. Kurzprosa zeigt mit minimalistischem Text eine Geschichte.
Schreiben ist Handwerk und das kann man lernen. Mal davon abgesehen, dass Rückblenden in der Rückblende schon ein bisschen Können voraussetzen, gehen die Emotionen deiner Protagonisten im blah ... unter. Ich lese eine Frau, der es relativ schnuppe ist, dass sie mal abgetrieben hat – und das ist eher selten, die meisten Frauen leiden doch darunter. Es ist natürlich deine Sache, ob du hier ein eiskaltes Biest darstellen willst, oder eine Frau, die sich mit ihrem Schicksal abgefunden hat, oder aber eine Frau, die im Alter (das kommt so gar nicht rüber) darüber nachdenkt, ob sie nicht doch was falsch gemacht hat. Der Charakter ist meiner Meinung nach, sehr oberflächlich gezeichnet.
Die Idee hinter der Geschichte finde ich allerdings nicht schlecht und ich meine, es würde sich durchaus lohnen mal in Ruhe dran zu gehen und nachzudenken, wie man der P. Leben einhauchen könnte.

Liebe Grüße
Paloma
 

Ciconia

Mitglied
Ich nehme mir Eure Kommentare zu Herzen und lösche diese Geschichte dann mal.
Einen neuen Versuch findet Ihr unter dem Titel "Entscheidungen".
Gruß Ciconia
 

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