Unter dem Leuchtturm

Ciconia

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Vom Leuchtturm sind‘s wenige Schritte
hinüber zur Bank auf dem Deich.
Sein Platz ist wie stets in der Mitte,
klar abgegrenzt jeder Bereich.

Zwei Alte mit speckigen Mützen
gesellen sich bald schon dazu.
Ein „Moin“, mehr kann jetzt noch nicht nützen,
Gespräche sind vorerst tabu.

Bedächtiges Schweigen. Drei Leben,
drei Männer, seit jeher im Dorf.
Legenden, die sich um sie weben,
und Seelen verhärtet durch Schorf.

Der Mann aus dem Leuchtturm pafft Pfeife,
starrt lange gebannt übern Fluss,
sieht dies als tagtägliche Streife,
mit Dienst ist bei ihm niemals Schluss.

Das Fernglas bestätigt sein Ahnen,
die Flut spülte Unheil an Land.
Er muss sich zur Ruhe gemahnen,
geht andachtsvoll runter zum Strand.

Auch später noch sitzen die Alten
fast regungslos auf ihrer Bank.
Und während am Strand Helfer walten,
sinnieren sie, wer hier ertrank.
 

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