Verantwortung übernehmen für uns selbst, unsere Kinder, die Gesellschaft und die Welt

5,00 Stern(e) 1 Stimme
Rezension zu:

Claudia Langer, Die Generation „Man müsste mal“. Eine Streitschrift, Droemer 2012, ISBN 978-3-426-27576-4

Dieses Buch will aufrütteln. Menschen den Spiegel vorhalten. Sie konfrontieren mit ihrem Leben, ihrer Lebenshaltung, ihrer Bequemlichkeit, ihrer Konsumorientierung, ihrem Warenfetisch und ihrer permanenten Redewendung vom „man müsste mal“.

Denn es ist Zeit zu handeln. Es ist egal, sagt seine Autorin Claudia Langer, was Sie tun, Hauptsache Sie tun irgendetwas. Anstatt immer nur zu reden, zu philosophieren und zu problematisieren. Anstatt dauernd nur Urlaub zu machen mit dem Flieger oder dem Auto und sich halb zu Tode zu konsumieren. Und daran mitzuwirken, dass diese Welt noch mehr ausbrennt.

„Hoffnung ist eben nicht Optimismus.
Es ist nicht die Überzeugung,
das etwas gut ausgeht,
sondern die Gewissheit,
dass etwas Sinn macht –
ohne Rücksicht darauf,
wie es ausgeht.“

Diese Worte von Vaclav Havel stellt sie ihrem Buch voran, bevor sie in einem, wie ich finde, sehr dialogischen Stil ihre Anklagen formuliert. Denn sie will Betroffenheit bewirken, sie will die jeweiligen Menschen treffen bis ins Mark, dort wo noch etwas sitzt von ihrer eigenen Würde und ihrem Menschsein.

Sie klagt an:

• Die „Man müsste mal –Eltern“
Sie opfert ihre Kinder auf dem Altar des eigenen Egoismus
• Die „Man müsste mal- Großeltern“
Sie profitieren von einem System, das sie mitverantworten, tragen aber auch das Wissen in sich, wie man für Ideale auch gegen Widerstände kämpft
• Die „Man müsste mal – Jugend“
Sie hat Angst, anstatt wütend zu sein. Ist auf Leistung getrimmt, und steht vor dem Erbe ihrer Eltern: Chaos und Dreck. Sie wird die Sache selbst in die Hand nehmen müssen
• Die „Man müsste Mal- Konsumenten“
Er will alles vom Feinsten, aber nicht viel dafür bezahlen
• Die „Man müsste mal- Manager“
Sie sind mächtig und stehen gleichzeitig extrem unter Druck (shareholdervalue). Das ist aber keine Entschuldigung, es nicht zu versuchen
• Die „Man müsste mal- Politiker“
Sie reagieren, anstatt zu agieren, und verstecken sich hinter Panzerglas, wenn es darum geht, dem Volk zu erklären, was gerade mit ihm passiert. Sie delegieren lieber Verantwortung, als sie zu übernehmen
• Die „Man müsste mal – Wissenschaftler
Sie sind die Übersetzer der Probleme in Lösungen. Doch sie scheuen die Verantwortung, dabei wächst ihre Relevanz mit ihrer Stimme, nicht allein mit ihren Forschungsergebnissen


Verantwortung übernehmen, das ist es, was Claudia Langer allen Gruppen der Gesellschaft am Ende in zehn Paragraphen ins Stammbuch schreibt. Verantwortung zu übernehmen für sich selbst, ihre Kinder, für ihre Gesellschaft und für die Welt.

Jeder kann etwas tun. Was man zunächst dabei zu verlieren droht, ist nicht mehr als die eigene Bequemlichkeit und Trägheit. Gewinnen wird man sich selbst, seine Mitmenschen, seine Zukunft und - seine Menschenwürde.
 

jon

Foren-Redakteur
Teammitglied
"Was man zunächst dabei zu verlieren droht, ist nicht mehr als die eigene Bequemlichkeit und Trägheit. "
… wenn es so wäre, wären die Anklagen wohl berechtigt. Aber das nur am Rande, es ist eben eine "Streitschrift", die offenbar so übertreibt und damit realitätsfern ist, dass sie niemanden wirklich bewegen wird.

Frage, die mir die Rezi nicht beantwortet: Bleibt die Autorin wirklich so platt und plakativ oder wird sie konkret und wirklichkeitsnäher, so dass die Angesprochenen sich zumindest ansatzweise erkennen? (Ich denke z. B. an "Wissenschaftler" – was meint sie mit „Verantwortung überndhmen" konkret? Oder die Großeltern, was konkret sollten sie tun, was sie jetzt noch lassen? Und wie zum Beispiel soll die Jugend "es" selbst anpacken, was sie jetzt - leistungsgetrimmt, wie sie ist - noch nicht beginnt?)

In der Liste der Generationen sind jede Menge Zeichenfehler ...
 
Rezension zu:

Claudia Langer, Die Generation „Man müsste mal“. Eine Streitschrift, Droemer 2012, ISBN 978-3-426-27576-4

Dieses Buch will aufrütteln. Menschen den Spiegel vorhalten. Sie konfrontieren mit ihrem Leben, ihrer Lebenshaltung, ihrer Bequemlichkeit, ihrer Konsumorientierung, ihrem Warenfetisch und ihrer permanenten Redewendung vom „man müsste mal“.

Denn es ist Zeit zu handeln. Es ist egal, sagt seine Autorin Claudia Langer, was Sie tun, Hauptsache Sie tun irgendetwas. Anstatt immer nur zu reden, zu philosophieren und zu problematisieren. Anstatt dauernd nur Urlaub zu machen mit dem Flieger oder dem Auto und sich halb zu Tode zu konsumieren. Und daran mitzuwirken, dass diese Welt noch mehr ausbrennt.

„Hoffnung ist eben nicht Optimismus.
Es ist nicht die Überzeugung,
das etwas gut ausgeht,
sondern die Gewissheit,
dass etwas Sinn macht –
ohne Rücksicht darauf,
wie es ausgeht.“

Diese Worte von Vaclav Havel stellt sie ihrem Buch voran, bevor sie in einem, wie ich finde, sehr dialogischen Stil ihre Anklagen formuliert. Denn sie will Betroffenheit bewirken, sie will die jeweiligen Menschen treffen bis ins Mark, dort wo noch etwas sitzt von ihrer eigenen Würde und ihrem Menschsein.

Sie klagt an:

• Die „Man müsste mal–Eltern“
Sie opfert ihre Kinder auf dem Altar des eigenen Egoismus
• Die „Man müsste mal - Großeltern“
Sie profitieren von einem System, das sie mitverantworten, tragen aber auch das Wissen in sich, wie man für Ideale auch gegen Widerstände kämpft
• Die „Man müsste mal – Jugend“
Sie hat Angst, anstatt wütend zu sein. Ist auf Leistung getrimmt und steht vor dem Erbe ihrer Eltern: Chaos und Dreck. Sie wird die Sache selbst in die Hand nehmen müssen
• Die „Man müsste Mal- Konsumenten“
Er will alles vom Feinsten, aber nicht viel dafür bezahlen
• Die „Man müsste mal-Manager“
Sie sind mächtig und stehen gleichzeitig extrem unter Druck (shareholdervalue). Das ist aber keine Entschuldigung, es nicht zu versuchen
• Die „Man müsste mal - Politiker“
Sie reagieren, anstatt zu agieren, und verstecken sich hinter Panzerglas, wenn es darum geht, dem Volk zu erklären, was gerade mit ihm passiert. Sie delegieren lieber Verantwortung als sie zu übernehmen
• Die „Man müsste mal – Wissenschaftler
Sie sind die Übersetzer der Probleme in Lösungen. Doch sie scheuen die Verantwortung. Dabei wächst ihre Relevanz mit ihrer Stimme, nicht allein mit ihren Forschungsergebnissen


Verantwortung übernehmen, das ist es, was Claudia Langer allen Gruppen der Gesellschaft am Ende in zehn Paragraphen ins Stammbuch schreibt. Verantwortung übernehmen für sich selbst, ihre Kinder, für ihre Gesellschaft und für die Welt.

Jeder kann etwas tun. Was man zunächst dabei zu verlieren droht, ist nicht mehr als die eigene Bequemlichkeit und Trägheit. Gewinnen wird man sich selbst, seine Mitmenschen, seine Zukunft und - seine Menschenwürde.
 
Lieber Jon,


die Autorin ist überhaupt nicht platt. Es ist gerade ein Markenzeichen ihres Buches, dass sie die unterschiedlichen Gruppen so anspricht, dass sie sich wiedererkennen können. Allerdings: wer sich nicht wirklich betreffen lassen will, wird es auch nicht tun. Alle Ideen für praktisches Tun, die sie in den verschiedenen Kapiteln beschreibt zu benennen, hätte den Rahmen einer Rezension gesprengt.

Ja, es ist eine Streitschrift, die auch mal scharf formuliert. Aber sie tut es gut und treffend.

Die Zeichensetzung habe ich überarbeitet.

Beste Grüße

Winfried
 

jon

Foren-Redakteur
Teammitglied
Vielleicht solltest du ein, zwei dieser konkreten Sachen als Beispiele nennen, um zu zeigen, dass es über reine "Ihr tut nichts!"-Vorwürfe hinaus geht.
In der Erstfassung der Rezi ist meine Reaktion eher "Tun? Ja was denn, du Schlaumeierin!". Wenn du sagt, sie hat durchaus Ideen, nennt konkret, welche "man müsste mal"s nie verwirklicht werden, dann würde ich schon eher nachschlagen – und sei es nur, um (mir) zu beweisen, dass die Frau wirklich nicht weiß, wovon sie redet. Dann erst, wenn ich das Buch in die Hand nehme, bekommt es überhaupt eine Chance, mich zu treffen (wenn ich nämlich nicht "nachweisen" kann, dass die Frau realitätsfremd ist). – Das ist jetzt mal krass ausgedrückt, aber das zeichnet den Grund nach, warum ich es für wichtig halte, dass die Rezi nicht den Eindruck „rein plakativ anklagen“ erzeugt.

Hüstel: Es sind immer noch Zeichenfehler drin (und das auch noch ganz inunterschiedlicher Spielart). Korrekt wäre z. B. „Man müsste mal"-Eltern oder „Man-müsste-mal-Eltern“. Aber das nur der Vollständigkeit halber.
 
Rezension zu:

Claudia Langer, Die Generation „Man müsste mal“. Eine Streitschrift, Droemer 2012, ISBN 978-3-426-27576-4

Dieses Buch will aufrütteln. Menschen den Spiegel vorhalten. Sie konfrontieren mit ihrem Leben, ihrer Lebenshaltung, ihrer Bequemlichkeit, ihrer Konsumorientierung, ihrem Warenfetisch und ihrer permanenten Redewendung vom „man müsste mal“.

Denn es ist Zeit zu handeln. Es ist egal, sagt seine Autorin Claudia Langer, was Sie tun, Hauptsache Sie tun irgendetwas. Anstatt immer nur zu reden, zu philosophieren und zu problematisieren. Anstatt dauernd nur Urlaub zu machen mit dem Flieger oder dem Auto und sich halb zu Tode zu konsumieren. Und daran mitzuwirken, dass diese Welt noch mehr ausbrennt.

„Hoffnung ist eben nicht Optimismus.
Es ist nicht die Überzeugung,
das etwas gut ausgeht,
sondern die Gewissheit,
dass etwas Sinn macht –
ohne Rücksicht darauf,
wie es ausgeht.“

Diese Worte von Vaclav Havel stellt sie ihrem Buch voran, bevor sie in einem, wie ich finde, sehr dialogischen Stil ihre Anklagen formuliert. Denn sie will Betroffenheit bewirken, sie will die jeweiligen Menschen treffen bis ins Mark, dort wo noch etwas sitzt von ihrer eigenen Würde und ihrem Menschsein.

Sie klagt an:

• Die „Man müsste mal" –Eltern
Sie opfert ihre Kinder auf dem Altar des eigenen Egoismus
• Die „Man müsste mal - Großeltern“
Sie profitieren von einem System, das sie mitverantworten, tragen aber auch das Wissen in sich, wie man für Ideale auch gegen Widerstände kämpft
• Die „Man müsste mal" – Jugend
Sie hat Angst, anstatt wütend zu sein. Ist auf Leistung getrimmt und steht vor dem Erbe ihrer Eltern: Chaos und Dreck. Sie wird die Sache selbst in die Hand nehmen müssen
• Die „Man müsste Mal"- Konsumenten
Er will alles vom Feinsten, aber nicht viel dafür bezahlen
• Die „Man müsste mal"-Manager
Sie sind mächtig und stehen gleichzeitig extrem unter Druck (shareholdervalue). Das ist aber keine Entschuldigung, es nicht zu versuchen
• Die „Man müsste mal" - Politiker
Sie reagieren, anstatt zu agieren, und verstecken sich hinter Panzerglas, wenn es darum geht, dem Volk zu erklären, was gerade mit ihm passiert. Sie delegieren lieber Verantwortung als sie zu übernehmen
• Die „Man müsste mal" – Wissenschaftler
Sie sind die Übersetzer der Probleme in Lösungen. Doch sie scheuen die Verantwortung. Dabei wächst ihre Relevanz mit ihrer Stimme, nicht allein mit ihren Forschungsergebnissen


Verantwortung übernehmen, das ist es, was Claudia Langer allen Gruppen der Gesellschaft am Ende in zehn Paragraphen ins Stammbuch schreibt. Verantwortung übernehmen für sich selbst, ihre Kinder, für ihre Gesellschaft und für die Welt.

Jeder kann etwas tun. Was man zunächst dabei zu verlieren droht, ist nicht mehr als die eigene Bequemlichkeit und Trägheit. Gewinnen wird man sich selbst, seine Mitmenschen, seine Zukunft und - seine Menschenwürde.
 

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