Vergnügen

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Perry

Mitglied
Hallo Blackout,

ich kann, die Sehnsucht nach einer entspannenden Lektüre nach einem harten Tag gut nachvollziehen. Die textliche Umsetzung stellt mich allerdings vor einige Rätsel:

4x endlich,
endlich / dein (mein?) müder Rücken,
aufgesperrten (freien, offenen) Sinnes - war er vorher eingesperrt?

Das sind sicherlich subjektive Kleinigkeiten, aber bei so einem kurzen Text sollte jedes Wort sitzen.

LG
Manfred
 

moja

Mitglied
Hallo Blackout,
Deine Gedichte gefallen mir, sie sind stimmungsvoll, berühren mich, erzählen vom Leben, regen an zum Nachdenken und Innehalten.

Im Gegensatz zu Perry verstehe ich das wiederholte "endlich" im Gedicht als Steigerung, es sitzt genau, und beim letzten denke ich unwillkürlich an die Endlichkeit des Vergnügens, Lebens - die Endlichkeit.

Liebe Grüße, Moja
 

Cellist

Mitglied
Ich möchte mich hier Perry anschließen. Ja, du setzt das wiedrholte "endlich" vermutlich als Stilmittel ein. Aber eine mehrfache Wiederholung als Stilmittel in einem Kurzgedicht muss wirklich sitzen. Hier bringt es mich (meine pers. Ansicht!) dazu, an jemanden zu denken, der mir die Ohren vollstöhnt oder mit seinem Jammern auf die Nerven geht. Ich vermute jedoch, dass du das nicht rüberbringen wolltest, sondern tatsächlich eine Person, die glücklich ist, jetzt endlich Ruhe zu finden. Oder täusche ich mich?
Perry hat Recht: bei einem kurzen Gedicht muss jedes Wort sitzen, und dieses vierfache "endlich" ist für meinen Geschmack zu viel.

Und auch mit "aufgesperrten Sinnes" kann ich nicht wirklich etwas anfangen. Mir ist dieser Ausdruck zu floskelhaft, zu schwammig und blass in einem Kurzgedicht.

Aber das ist nur meine Ansicht. Es gibt deren ja auch andere. ;-)

LG
Cellist
 

blackout

Mitglied
Perry, Cellist, was soll ich euch antworten? Das mehrfach wiederholte "endlich" drückt doch die Freude auf das gute Buch aus. Und das Gedicht drückt doch auch aus, dass das Ich während des Tages so mit anderen Dingen belastet ist, dass es sich die Freude auf das Buch auf den späten Abend aufsparen muss. Ein kleiner Blick in den Alltag und der Respekt vor dem guten Buch. Zwei "endlich" nehme ich freiwillig raus, so dass eines am Anfang und eines am Ende steht. Diese zwei brauche ich aber. Leider weiß ich nicht, ob und wie man hier einkorrigiert.

Cellist, man kann ein Buch "lesen" und nichts mitnehmen aus ihm. Die Formulierung "aufgesperrten Sinnes" teilt mit, dass das Buch für das Ich so mitreißend geschrieben ist, dass es kein Wort verlieren will. Was ja nach einem angestrengten Tag nicht selbstverständlich ist.

blackout
 

revilo

Mitglied
Endlich
das ersehnte Buch in der Hand.
Endlich Nacht, endlich
dein müder Rücken.
Die Lampe brennt.
Lesen können,
aufgesperrten Sinnes.
Endlich.


Hallo blackout, es geht hier nicht um Inhalt, sondern um reine Technik....was du mit dem Gedicht ausdrücken willst,ist ausschließlich deine Sache...entscheidend ist aber der Horizont des Lesers, der nicht immer unbedingt mit deiner Intention übereinstimmen muss.....ich gebe hier meinen Kollegen absolut Recht: Du hast das Wort endlich in diesem kurzen Text 4 x verwendet...die Kunst kurzer Gedichte besteht in der Tat darin, dass wirklich jedes Wort sitzen muss...und dass tut es leider hier nicht.....und wenn es bei Cellist als Gejammer ankommt, dann ist das halt so.....für mich sind das einfach nur ein paar - mit Verlaub gesagt- belanglose Sätze mit Zeilensprung...als Lyrik sehe ich das nicht an...und "aufgesperrten Sinnes" ist wirklich viel zu dick uns zu getragen...LG revilo
 

blackout

Mitglied
Revilo, ich will die paar Verse überhaupt nicht verteidigen. Sicher, ich habe schon Besseres geschrieben. Es ging auch darum, dass angezweifelt wurde, ich würde keine Kurzgedichte schreiben. Ich habe ja auch schon meinen Kommentatoren einen Kompromiss angeboten. Übrigens habe ich heute wieder eines eingestellt, diesmal gereimt. Sieh mal hinein. Dein Kommentar haut auf eine Pauke ohne Fell, bisschen im Nachtrab noch mal draufhauen. Macht mir nichts, ist menschlich.

blackout
 

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