Verlust

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PUCKPUCK

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Ich erinnere mich genau an die Religionsstunde. Wir sprachen über Schuld, Rache und Strafe, über den Unterschied zwischen Rechtsprechung und Selbstjustiz. Meine Mitschüler diskutierten eifrig, doch sie blieben abstrakt. In mir dagegen wuchs ein konkreter Plan heran; ein Plan, der so verzweifelt, wie bizarr war. Ein Plan, der mir die Kraft zum Weiterleben gab: Ich würde den Mord an Benny rächen.

Im vergangenen Sommer war mein Bruder von einem Auto angefahren worden. Der Fahrer hatte weder einen Krankenwagen geholt, noch hatte er ihm geholfen. Er war einfach weiter gefahren; hatte die Flucht ergriffen. Doch Benny war nicht tot. Da jedoch keine Hilfe kam, starb er wenig später an seinen Verletzungen. Benny war damals acht. Ein zappeliger Junge, der ständig irgendetwas anstellte.

Das war der Tag, an dem meine Welt zusammenbrach. Ich verkroch mich in meinem Zimmer, wurde still und verschlossen. Niemanden ließ ich an mich ran. Gleichzeitig wollte ich unbedingt wissen, was um mich herum geschah. Ich las die private Post meiner Eltern, studierte regelmäßig das Tagebuch von Mama, belauschte Gespräche und Streitereien meiner Eltern.

Seit Bennys Tod stritten sich meine Eltern oft. Es war schrecklich. Ich lag in meinem Bett und hörte zu, wie sie sich anschrieen. Schließlich ließen sich meine Eltern scheiden. Wir verkauften das Haus und ich zog zusammen mit Mama in eine kleine Wohnung. „Wir zwei Mädels“, sagte Mama immer wieder, um mich aufzumuntern, „wir zwei Mädels schaffen das!“

Und wir schafften es. Mama und mein Plan halfen mir, nicht in den Abgrund zu rutschen, der ständig vor mir lag.

Auch Mama litt. Es war Benny`s Tod, der sie verzweifeln ließ. Und dass der Täter nicht gefunden werden konnte. Doch Mama hatte sich im Griff. Nach außen merkte kaum jemand etwas; nur ich. Ihrem Tagebuch vertraute sie ihren Schmerz an; seitenlang.

Die Polizei hatte die Suche nach dem Fahrer eingestellt, da sie keine Hinweise finden konnte. Aber ich fand sie. Überall fragte ich nach, ob jemand etwas gesehen hatte. Beharrlich klingelte ich an jeder Tür, sprach jeden Passanten an, machte Aushänge beim Bäcker, in der Kirche, im Supermarkt.

Es hatte ein bisschen gedauert, aber schließlich fand ich den Fahrer. Es war eine Sie. Sie war Klavierlehrerin.

Und damit war es Zeit für den zweiten Schritt meines Plans: Ich nahm bei der Frau Klavierunterricht. Mama war froh, dass ich wieder Lebensmut zeigte und bezahlte gerne die Stunden. Ich übte viel und fleißig. Die Lehrerin lobte meinen Ehrgeiz und meine Ausdauer; das würde sie von ihren anderen Schülern nicht kennen. Ich erwarb ihr Vertrauen.

Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, wie genau ich sie bestrafen würde. Das Einzige, was ich wusste war, dass ich die Bestrafung selbst in die Hand nehmen musste. Ich würde meine Klavierlehrerin dafür richten, was sie mir und meiner Familie angetan hatte. Die Justiz hatte ihre Chance gehabt und sie vertan.

Der Zufall kam mir zur Hilfe. Meine Klavierlehrerin erzählte mir, dass sie gestern einen Migräneanfall gehabt hätte. Immer häufiger hätte sie diese Anfälle, schlafe schlecht und hätte Alpträume. Dass das der Grund wäre, weshalb sie heute etwas zerschlagen wirke. Ich konnte mir denken, worum sich die Träume meiner Lehrerin drehten, schwieg aber. Stattdessen schlug ich ihr vor, zu Mama zu gehen: Vielleicht könne die ihr ja weiterhelfen. Mama war Psychotherapeutin mit eigener Praxis. Ich gab ihr Mama´s Praxisnummer und wartete ab. Alles würde ins Lot kommen, da war ich sicher. Es musste einfach so sein.

Heute Mittag blätterte ich wie immer im Mama´s Tagebuch, als diese in der Praxis war. Seite über Seite klagte sie über Benny`s Tod. Sie tat mir so leid. Aber bald würde alles gut werden. Nur noch eine kleine Weile. Sie musste nur noch etwas durchhalten. Wir zwei Mädels würden das schaffen.

Ich las weiter. Die gestrige Seite des Tagebuchs sah aus, als sei sie nass geworden, die Tinte war verschmiert. Mama hatte beim Schreiben geweint.

Aufmerksam entzifferte ich die verwischte Schrift:





Ich habe sie erschlagen. Der Unmensch ist tot.

Gestern hat mir eine neue Patientin unter Tränen und stockenden Worten erzählt, dass sie im Sommer ein Kind überfahren und Fahrerflucht begangen hat. Die Tat würde sie stark belasten, weshalb sie schlecht schlafe und Migräne hätte.

Die Details ihrer Erzählung ließen keinen Zweifel offen: Das getötete Kind war mein Benny.

Ich war fassungslos: Vor mir saß die Mörderin meines Kindes. Wie hatte sie es wagen können, Benny sterben zu lassen? Er musste sterben und sie klagt über Schlafstörungen und Migräne. Und wie kaltblütig sie sich auf meine Schweigepflicht als Therapeutin verlassen hat.

In mir regte sich keinerlei Mitgefühl. Stattdessen war da nur glühender Hass. Hass auf den Menschen, der mein, der unser Leben zerstört hat.

Ich griff nach der Bronzestatue, die auf meinem Schreibtisch stand und schlug zu; immer und immer wieder.

Als das Blut auf den Teppich lief und sie mich mit leeren Augen anstarrte, breitete sich Ruhe in mir aus: Der Mörder meines Kindes war gefunden worden. Und er war zur Rechenschaft gezogen worden.




Ich atmete tief durch. Ein sanfter Frieden erfüllte mich. Der Abgrund, mein täglicher Begleiter, begann sich zu schließen.
Die letzte Phase meines Plans hatte begonnen: Ich würde Mama alles erzählen. Und dann würden wir gemeinsam die Leiche wegschaffen.
 
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ahorn

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Hallo PUCKPUCK

es erfreut mich etwas von dir in der Verbrechensecke zu lesen.

Dein Schreibstil ist angenehm zu lesen und der Plot interessant.
Die Geschichte hat jedoch eher etwas Tragisches, als etwas Kriminalistisches.
Außerdem hat dein Text einen Tatsch von Zeitungsartikel, was werde positiv noch negativ ist, auffällt. Du benutzt zwar Wörter die Gefühle ausdrücken, allerdings nicht vermitteln. Alles wirkt auf mich, als wäre es konstruiert. Natürlich sind die meisten Geschichten konstruiert, jedoch ist es förderlich, wenn der Leser dieses merkt.
Zum Beispiel die Sache mit der Mutter.
Sie ist Psychotherapeutin und schreibt Tagebuch, für sich nichts Verwerfliches. Du bringst allerdings diese Tatsachen an Stellen, an denen du sie benötigst. Warum nicht früher?

Wenngleich ihre Mutter Psychotherapeutin war, zerbrach sie am Verlust ihres Kindes, aber sie wusste, wie sie sich helfen konnte. Sie schrieb Tagebuch.
Oder das mit dem Klavier.
Hallo! Sie fängt an, Klavier zu lehren, und ist gleich ein Ausnahmetalent?

Das Mädchen erinnerte sich noch genau an die Religionsstunde.

Die Klasse sprach über Schuld, Rache und Strafe ; und KOMMA; über den Unterschied zwischen Rechtsprechung und Selbstjustiz.

Ihre Mitschüler diskutierten eifrig, doch abstrakt; so wie Neuntklässler nun einmal diskutierten.
‚So wie Neuntklässler nun einmal diskutierten‘ Unterstellung!
Wenn du dem Leser mitteilen willst, dass sie in der Neunten ist, schreib dieses vorher. ;)
Ihre Mitschüler diskutierten eifrig, dennoch abstrakt.

In dem Mädchen jedoch wuchs ein Plan heran; ein Plan, der so verzweifelt, wie bizarr war.
In dem Mädchen jedoch wuchs ein Plan heran. Ein Plan, der zwar bizarr, irre, jedoch ihre Verzweiflung, ihren Schmerz widerspiegelte.

Es war ein Plan, der ihr wieder Kraft zum Leben gab: Der Mord an ihrem Bruder würde gerächt werden.
Es war ein Plan, der ihr wieder Kraft, Lebensmut gab. Sie wollte den Mord an ihrem Bruder rächen.

Im vergangenen Sommer war ihr Bruder Benny von einem Auto angefahren und verletzt auf der Straße liegen gelassen worden.

Der Fahrer hatte keinen Krankenwagen geholt und er hatte nicht geholfen.
Das ist ein ‚weder-noch‘ Satz. Mit ‚und‘ macht er keinen Sinn.
Der Fahrer hatte weder einen Krankenwagen geholt noch geholfen.

Er war weiter gefahren , SEMIKOLON hatte die Flucht ergriffen.

Doch Benny war noch nicht tot. Da keine Hilfe kam, starb er jedoch an seinen Verletzungen.
Ihren Bruder seinem Schicksal überlassen, bis er einsam, verlassen, an seinen Verletzungen verstarb.

Benny war damals acht Jahre alt und in der zweiten Klasse.
Spielt die Klasse eine Rolle?
Benny wurde nur acht Jahre alt.

Ein zappeliger Junge, der ständig irgendetwas anstellte.
Er war ein zappeliger Junge gewesen, der wie sie ständig irgendetwas anstellte, zu jedem Schabernack bereit war.

Für das Mädchen brach eine die Welt zusammen.

Sie verkroch sich in ihrem Zimmer, wurde still und verschlossen. Niemanden ließ sie an sich ran.
Sie verkroch sich in ihrem Zimmer, verschlossen nicht nur ihre Tür, sondern gleichsam ihre Seele. Stille kehrte in ihr ein. Eine Stille, die sie nach außen trug, kaum noch ein Wort sprach.
Möglicher ZUSATZ
In einsamen Nächten überkam ihr oft der Drang ins Badezimmer zu gegen, den Medikamentenschrank zu öffnen und aus diesem die Schlaftabletten ihrer Mutter zu nehmen, um wieder mit ihrem Bruder vereint zu sein.

Hier könnte das mit ihrer Mutter kommen. (Beruf/Tagebuch)


Gleichzeitig war es lebenswichtig für sie zu wissen, was in ihrer Familie geschah. Sie las die privaten Briefe ihrer Eltern, blätterte regelmäßig das Tagebuch ihrer Mutter durch, belauschte die Gespräche und KOMMA Streitereien ihrer Eltern.
Studierte, ist passender als blättern. ;)
Trotz dieser Wehmut, dieses Verlangen ihrem Bruder zu folgen, war es ihr wichtig zu wissen, was in ihrer Familie geschah

Das Mädchen Sie lag in ihrem Bett und hörte sie schreien. Möglicher ZUSATZ
Der Grund der Streitigkeiten, die sicherlich mich Nichten nur um den Tod des Bruders gehen.
Der letzte Streit ihrer Eltern hatte sich in ihr Gedächtnis eingemeißelt. Jedes einzelne Wort.
„Du kotzt mich an“, hörte sie immer wieder die Stimme ihrer Mutter.

Vielleicht ist der Vater nicht ganz unschuldig; hat Vergessen den Benny vom Sport zu holen, weil er zum Beispiel bei seiner Geliebten war.

Mit ihrer Mutter zog sie in eine kleine Wohnung.
Wenn die Größe der Wohnung eine Rolle spielt, dann warum. Und weshalb zieht die Mutter aus?

Und s Sie schafften es. Ihre Mutter und ihr Plan halfen ihr, nicht in den Abgrund zu rutschen, der ständig vor ihr lag Punkti
Ihr Plan? Sind wir nicht in einem Rückblick vor ihrem Plan?

Auch ihre Mutter litt: Es war weniger die Trennung von ihrem Mann oder der Umzug in eine kleine Wohnung. Es war der ungeklärte Tod ihres Kindes, der sie immer wieder verzweifeln ließ. Doch sie hatte sich gut im Griff : PUNKTNach außen merkte kaum jemand etwas. Nur ihrem Tagebuch vertraute sie ihren ganzen Kummer an; seitenlang.
Lass die Mutter als Protagonist heraus. Was der Leser erfährt, erfährt er über das Mädchen.
Auch ihre Mutter litt, wie sie es aus deren Tagebuch erfuhr.
‚Weniger die Trennung von ihrem Mann‘ vielleicht liege ich mit meiner Vermutung nicht ganz daneben. ;)
Ungeklärter Tod? Der Tod des Bruders war geklärt. Folge eines Unfalls. Was war nicht geklärt?

Die Polizei hatte die Suche nach dem Fahrer eingestellt ; PUNKT es waren keine weiteren Hinweise gefunden worden.
Keine weiteren? Welche gab es?

Aber d Das Mädchen fand sie. Überall hatte sie nachgefragt, ob jemand etwas gesehen hatte. In dem Vorort, in dem sie damals gewohnt hatten, gab es viele alte Leute, die genau beobachteten, was auf der Straße vor sich ging. Sie klingelte an jeder Tür, sprach jeden Passanten an. Es hatte ein bisschen gedauert, aber schließlich fand sie den Fahrer. Es war eine Sie. Sie war Klavierlehrerin.
Das Mädchen fand sie? Hier begibst du dich auf dünnes Eis. Eine Kriminalgeschichte ist zwar, fiktive sollte jedoch nicht allzu weit von der Realität abweichen. Dass es Beweise, Indizien, gab, hast du selbst geschrieben ‚keine weiteren Hinweise‘. Die Aufklärungsquote bei Fahrerflucht mit Todesfolge liegt circa bei 80 % (Quelle: Innenministerien und Polizeien der Bundesländer), das ist verdammt hoch. Ich glaube nicht, dass die ermittelnden Beamten versäumt haben, die Anwohner zu befragen. Warum haben diese den Beamten nichts und den Mädchen alles gebeichtet? Da gibt es für mich nur eine Erklärung. Die Bewohner des Vorortes gehören zu einer Gruppe Bürger, die ihre Probleme mit der Polizei haben. ;)

Und d Damit war es Zeit für den zweiten Schritt ihres Plans : PUNKT Sie nahm Klavierunterricht.
Wie sind weiterhin im Rückblick. Zeitparadoxon. :)
Sie startete den zweiten Schritt eines Plans, den sie erst in der Zukunft kreieren würde.

Ihre Mutter war froh, dass ihre Tochter wieder Lebensmut zeigte KOMMAund bezahlte gerne die Stunden. Das Mädchen übte viel und fleißig. In den nächsten Monaten wurde sie zur Vorzeigeschülerin ihrer Klavierlehrerin und erwarb deren Vertrauen.
Das mit der Vorzeigeschülerin hatten wir bereits. Die Klavierlehrerin ist extrem arrogant. Sie schenkt nur Schülern Vertrauen die ... na ja steht ja im Text. Traurig.
Die Idee mit der Klavierlehrerin ist nicht übel. Warum lässt du nicht Kommissar Zufall walten – immerhin ist Benny bereits an Board. :DSie nimmt bereits Klavierunterricht, da sie aber perfekt ist, empfiehlt ihr KlavierlehrerInnen (Ist das recht gegendert?) Die neue Lehrerin.

Noch wusste sie nicht genau, wie sie der Strafe zu ihrem Recht verhelfen sollte. Klar war für sie nur, dass sie die Sache selbst in die Hand nehmen würde. Sie selbst würde die Klavierlehrerin dafür richten, was diese ihr und ihrer Familie angetan hatte. Die Justiz hatte ihre Chance vertan.
Der Zufall kam dem Mädchen zu Hilfe. Die Klavierlehrerin klagte während einer Stunde über Migräne, erzählte, dass sie seit einiger Zeit schlecht schlafe und Alpträume hätte. Das Mädchen konnte sich denken, worum sich die Träume der Lehrerin drehten, schwieg aber. Stattdessen empfahl sie ihr, zu ihrer Mutter zu gehen : PUNKT vielleicht könne die ihr ja weiterhelfen. Ihre Mutter war Psychotherapeutin. Sie gab ihrer Klavierlehrerin die Telefonnummer ihrer Mutter und wartete ab. Alles würde ins Lot kommen, da war sie sich sicher. Es musste einfach so sein.
Die Lehrerin klagt über Migräne? Die Menschen, die ich mit Migräne kenne, sind bei einem Anfall nicht in der Lage irgendeiner Tätigkeit nachzugehen. Dabei sind sie extrem lärmempfindlich. Da gibt diese Lehrerin Klavierunterricht????
Das Mädchen ist eine Musterschülerin und die Klavierlehrerin weiß nicht den Beruf deren Mutter? Warum gibt das Mädchen die Telefonnummer? Die Lehrerin hat sie bestimmt. Was denkt sich das Mädchen? Sie kennt ihre Mutter. Muss sie nicht davon ausgehen, dass sie zum Racheengel wird. Dabei wollte sie doch selbst richten. Fragen über Fragen.

Es war an einem Dienstag : PUNKT Wie immer blätterte sie im Tagebuch ihrer Mutter, als diese in der Praxis war. Seite über Seite klagte ihre Mutter über den Tod von Benny. Sie tat ihr so leid. Doch dann war es endlich so weit : PUNKT Die gestrige Seite des Tagebuchs sah aus, als sei sie nass geworden, die Tinte war verschmiert. Ihre Mutter hatte beim Schreiben geweint.
Ist der Dienstag von Belang?
‚Seite über Seite klagte ihre Mutter über den Tod von Benny. Sie tat ihr so leid.‘
Wiederholung. Hatten wir bereits. ;)
‚Sei sie nass geworden‘ Mutmaßung!
Die gestrige Seite des Tagebuchs sah für sie aus, als sei sie nass geworden
Hatte ihre Mutter beim Schreiben geweint?


Aufmerksam Mühsam entzifferte sie die verwischte Schrift:
Den Text der Mutter lasse ich außen vor. Die kann schreiben, was sie will.:)

Kümmern wir uns lieber um die Konsequenzen.
Szenario 1:
Die Mutter handelte im Affekt, stellt fest, was sie getan hat, ist jedoch besser als die Lehrerin, sie ruft einen Notarzt. Notarzt, Polizei kommt, sie wird unter Umständen verhaftet. Ergebnis: Tochter weiß somit bevor sie das Tagebuch liest, was ihre Mutter getan hat. Außerdem kann die Mutter erst danach den Eintrag verfassen.
Szenario 2:
Die Mutter handelte im Affekt, stellt fest, was sie getan hat, ist nicht besser als die Lehrerin, da sie die Konsequenzen kennt. Verlässt ihre Praxis, während die Leiche zu stinken beginnt.
Ergebnis: Jemand könnte die Leiche finden, ruft die Polizei, die Mutter wird verhaftet und Tochter braucht dieses nicht aus dem Tagebuch zu erfahren.
Szenario 3:
Die Mutter handelte im Affekt, stellt fest, was sie getan hat, ist nicht besser als die Lehrerin, da sie die Konsequenzen kennt. Entsorgt die Leiche. Entsorgt die Leiche mit einer Person, mit der sie es schaffen will.
Ergebnis: Die Tochter ist diese Person. Warum sollte sie das Tagebuch lesen?
Szenario 4:
Die Mutter handelte im Affekt, stellt fest, was sie getan hat, ist nicht besser als die Lehrerin, da sie die Konsequenzen kennt. Entsorgt die Leiche. Entsorgt die Leiche mit einer Person, mit der sie ihr Schicksal teilt, die in aller Konsequenz sie nicht ans Messer liefert.
Ergebnis: Ihr Ex-Mann ist diese Person. Warum wird er dann aber nicht in ihrem Tagebuch erwähnt?

Jetzt begann die letzte Phase ihres Plans : PUNKT Sie würde ihrer Mutter alles erzählen und dann würden sie gemeinsam die Leiche wegschaffen.
Unter Hinzufügung der Szenarien verstehe ich dies nicht? Außerdem wann endete der Rückblick?

Alles in allem eine Geschichte, die ausbaufähig ist, ob als ‚Krimi‘ oder ‚tragisch‘.

Gruß
Ahorn
 

PUCKPUCK

Mitglied
Uiiii, vielen Dank, Ahorn, für deine ausführliche Kritik.
Ich freue mich sehr.
Jetzt mach ich mir `nen Kaffee und gehe deine Punkte mal in aller Ruhe durch.
Viele Grüße und einen schönen Start in die Woche
Judith
 

PUCKPUCK

Mitglied
So, lieber Ahorn, mein Kaffee ist leer; der nächste auch.....
Hat das einen Spaß gemacht ;)

Hör mal, das soll ja auch kein Krimi sein. Das soll ein Psychothriller sein. Ich dachte, der Text gehört hier rein.
Ich wollte zeigen, wie eine Tat nicht nur einen einzigen Menschen zerstören kann, sondern das ganze Umfeld (bei dem Plan des Mädchen kann es nur vermeintliche Gewinner geben)
Das Mädchen hat kein Verlangen ihrem Bruder zu folgen, es geht eine sehr enge, symbiotische Bindung mit ihrer Mutter ein, um zu überleben.
Ich habe mich jetzt getraut in der Ich-Perspektive zu schreiben; finde ich gruselig gut.

Und du? Hab tausend Dank für deine vielen Anregungen. Der Text ist um ein Vielfaches gewachsen, wie du sehen kannst.
Gerne komme ich wieder in diese Verbrechensecke. Der nächste Mord wird sicher irgendwas mit Kaffee zu tun haben.;)
Viele Grüße
Judith
 


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