Verschmerzbar

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Ciconia

Mitglied
War kurz nur beim Friseur für zwei, drei Stunden,
das leere Haus erscheint verräterisch.
Fast hätt ich deine Nachricht nicht gefunden,
so unscheinbar auf unsrem Küchentisch.

Dein Glück, schreibst du, läg künftig bei Brigitte,
denn unsre Ehe sei ein Jammertal.
Na dann, wenn dir das Gittchen guttut - bitte!
Dein Liebesleben ist mir piepegal.

Die Wohnungsschlüssel hast du dagelassen,
bist überstürzt klammheimlich abgehaun.
Trotz alledem kein Grund, dich gleich zu hassen –
ich kann ihn nachvollzieh, den Drang nach Fraun.

Genüsslich reiß ich diesen Wisch in Teile,
sie landen gradewegs im Restabfall.
Und falls du glaubst, hier herrsche Langeweile -
mir liegt doch sowieso mehr an Chantal.
 
Hallo Ciconia,

diese Geschichte teilt das LY-I so oder ähnlich wohl mit vielen Menschen. Immerhin ein Brief und keine SMS oder W.A. Nachricht.
In der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit.

Du hast den Text i.m.A. fehlerlos geschrieben und auch noch ein paar originelle Reime mit reingepackt.

Ich hätte wohl ohnehin statt sowieso geschrieben...aber das macht jetzt auch nicht den Unterschied. Mir hat es gefallen.
( 3 Stunden beim Friseur, das muss sich ja gelohnt haben - das Ergebnis hat er nun verpasst)

Gruß, A.D.
 

Ciconia

Mitglied
Vielen Dank für Deine Beurteilung, A.D.

Dein ohnehin gefiel mir auf Anhieb besser als sowieso. Ich werde es wahrscheinlich ändern, bin mir allerdings nicht sicher, ob es den Sprachduktus des LyrI trifft (piepegal, abgehaun usw.). Vielleicht sagt ja noch jemand etwas dazu.

Gruß Ciconia
 
F

Frodomir

Gast
Hallo Ciconia,

ich habe gerade leider nur Zeit für einen ganz kurzen Kommentar, aber: Meiner Meinung nach hat das Wort sowieso etwas trotziges und passt perfekt zur Sprache deines Gedichtes, das schön frech daher kommt.

Guten Rutsch und viele Grüße!
Frodomir
 

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