Von heut auf morgen

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Ciconia

Mitglied
Was hat man dir denn mitgegeben
für dieses lange raue Leben?
Die Gene? Anstand? Lebenswillen?
Dazu den Hang, dich selbst zu drillen?

Und was hast du gemacht aus diesen Gaben?
Ein Dasein als Bilanz aus Soll und Haben!
Gerechnet hast du nicht mit Schicksalsschlägen,
mit Katastrophen, die dein Leben prägen.

Nun fühlst du dich jäh überfallen,
siehst Welten aufeinanderprallen.
Mir schiene es bestechend schlüssig:
Du wirst der Welt bald überdrüssig.
 

petrasmiles

Mitglied
Liebe Ciconia,

ganz schön depri ...

Ich würde mir wünschen, Dein Lyri würde von Soll und Haben ablassen und sich über Regentropfen an frischem Grün, Vogelgezwitscher und Kinderlachen erfreuen.
Die Welt ist wie sie ist, immer war und sein wird.
Wir haben keinen Anspruch auf nichts, müssen immer das Beste aus allem machen.

Ich wünsche Dir viel sonnige Tage.

Liebe Grüße
Petra
 

Ciconia

Mitglied
Danke, Petra! Bei mir scheint heute tatsächlich die Sonne. Aber Menschen wie das LyrDu soll es tatsächlich geben … :rolleyes:

Gruß Ciconia
 

JoteS

Foren-Redakteur
Teammitglied
Was hat man dir denn mitgegeben
für dieses lange[red],[/red] raue Leben?
Die Gene? Anstand? Lebenswillen?
Dazu den Hang, dich selbst zu drillen?

[blue]Bis hierher sehr gut.[/blue]

Und was hast du gemacht aus diesen Gaben?
Ein Dasein als Bilanz aus Soll und Haben!
Gerechnet hast du nicht mit Schicksalsschlägen,
mit Katastrophen, die dein Leben prägen.

[blue]Die metrische "Verlängerung" ist durchaus zulässig, ich finde sie aber dennoch etwas störend, insbesondere weil nicht nur der Auftakt von betont auf unbetont wechselt sondern auch danach der Rhythmus ein anderer als zuvor ist.

Was machst Du nun aus diesen Gaben?
Du ziehst Bilanz nach Soll und Haben!
Nichts wappnet Dich vor Schicksalsschlägen
Die jäh dein ganzes Leben prägen.[/blue]

[blue]Du fühlst Dich hilflos,[/blue] überfallen,
siehst Welten aufeinanderprallen.
Mir schiene es bestechend schlüssig:
Du [red]wirst[/red] der Welt bald überdrüssig.

[blue]Zeitproblem, "wirst" sträubt sich hier.

...
wärst Du der Welt bald überdrüssig.

und schon passt wieder alles. [/blue]

Hoffe, geholfen zu haben.

Gruss

Jürgen
 

Ciconia

Mitglied
Was hat man dir denn mitgegeben
für dieses lange raue Leben?
Die Gene? Anstand? Lebenswillen?
Dazu den Hang, dich selbst zu drillen?

Und was hast du gemacht aus diesen Gaben?
Ein Dasein als Bilanz aus Soll und Haben!
Gerechnet hast du nicht mit Schicksalsschlägen,
mit Katastrophen, die dein Leben prägen.

Nun fühlst du dich jäh überfallen,
siehst Welten aufeinanderprallen.
Mir schiene es bestechend schlüssig,
wärst du der Welt bald überdrüssig.
 

Ciconia

Mitglied
Danke, Jürgen, das „wärst“ nehme ich sofort.

Mit Deiner Version von S2 kann ich mich allerdings nicht so ganz anfreunden. Wenn ich sage „Und was hast du gemacht …“ drückt dies für mich einen Vorgang in der Vergangenheit aus, der jetzt durch ein unvorhergesehenes Ereignis, ein jähes Überfallen, beendet/gestört wird. „Was machst du nun ...“ hieße, dass das LyrDu immer noch an sich arbeitet.
Die „metrische Verlängerung“ ist dabei durchaus gewollt.

Gruß Ciconia
 

Ciconia

Mitglied
Für Z1 und 2 sicher akzeptabel, aber dann müssten ja auch Z3 und 4 angepasst werden.
Ich denke noch mal darüber nach.

Ciconia
 

Ciconia

Mitglied
Was hat man dir denn mitgegeben
für dieses lange raue Leben?
Die Gene? Anstand? Lebenswillen?
Dazu den Hang, dich selbst zu drillen?

Was hast du bloß gemacht aus diesen Gaben?
Ein Dasein als Bilanz aus Soll und Haben!
Gerechnet hast du nie mit Schicksalsschlägen,
die jäh und unverhofft dein Leben prägen.

Jetzt siehst du deine Welt zerfallen,
weil Wolken sich zusammenballen.
Mir schiene es bestechend schlüssig,
wärst du der Menschen überdrüssig.
 

Ciconia

Mitglied
Ich hab's ein wenig überarbeitet - vielleicht findet es jetzt die Gnade des Chefinquisitors!
:rolleyes:

Gruß Ciconia
 

JoteS

Foren-Redakteur
Teammitglied
Muss es meine Gnade finden? Ich glaube nicht. Ich finde es insgesamt gelungen, jedoch finde ich V2 immer noch zu sperrig.

Trotzdem ein gelungenes Frustgedicht, das den Leser angemessen ratlos zurück und vieles offen lässt. Verfasst in angemessen ungekünstelter Sprache.. also insgesamt alles gut.

Gruss

J.
 

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