Warum nicht mal verreisen

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blackout

Mitglied
An manchen Tagen ist mir nach Verreisen,
da will ich von der schönen Welt was sehen,
da will ich fremd durch fremde Straßen gehen,
mir irgendwas vielleicht noch mal beweisen.

Wohin ich will? Ich habe keinen Schimmer.
Doch etwas zerrt an mir herum seit Jahren:
Noch niemals warst du auf den Balearen!
Was dafür gut ich kenne, ist mein Zimmer.

Mein Sitzfleisch aber flüstert: Bleib zu Hause,
man kann auch ohne fremde Städte leben.
Doch ein Gefühl sagt mir: Du träumst daneben,
dein Leben macht doch täglich bloß noch Pause.

Man müsste, ja man müsste mal verreisen,
gewohnte Welt auch mal von außen sehen.
Es kann ja sein, man würde sie verstehen
und nicht bloß um die eigne Achse kreisen.
 

anbas

Mitglied
Hallo blackout,

mir gefällt dieses Gedicht sehr gut.

Lediglich diese Stelle fällt für mich klanglich negativ auf:
Was dafür gut ich kenne, ist mein Zimmer.
Klar, über Inversionen kann man streiten, sie mögen, grundsätzlich ablehnen usw. Mir geht es tendenziell so, dass sie mich stören, wenn sie entweder "im Rudel" auftreten oder eben, wie hier, nur einmal im gesamten Text.

Mein Vorschlag wäre daher etwas in Richtung wie:
Nur all zu gut kenn' ich dafür mein Zimmer.
Liebe Grüße

Andreas
 

blackout

Mitglied
Danke, Anbas, deine Formulierung übernehme ich, dann ist die Inversion weg. Obwohl diese Inversionen in der Lyrik nicht negativ zu bewerten sind.

Gruß, blackout
 

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