Was treibt die Miez im Mondenschein?

Ciconia

Mitglied
Was treibt die Miez im Mondenschein?
Sie wartet auf besondre Beute.
Denn auch der Kater ist allein,
er fühlt sich seltsam fickrig heute.

So sitzt sie dort fein hindrapiert
auf einem alten Weidepfosten.
Ihr Freier flirtet ungeniert,
bezieht am Feldrand seinen Posten.

Sie räkelt sich gar divengleich,
zeigt neckisch ihre rosa Zunge.
Da naht vom Dickicht hinterm Teich
ein hübscher schlanker Katzenjunge.

Die Katze putzt ihr weiches Fell,
von weitem sieht sie Unheil kommen.
Im Alten brodelt‘s hormonell,
er ist ganz von sich eingenommen.

Dann kommt es wie es manchmal kommen muss:
Der junge Kerl eröffnet die Attacke.
Verletzt rast nun der Alte hin zum Fluss,
ein Pfötchen traf ihn unsanft an der Backe.

Die Mieze gleitet ungerührt
geschmeidig von dem Weidepfosten.
Sie hat schon manchen Tom verführt -
ein jeder kam auf seine Kosten.
 

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