Was übrig bleibt

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Oscarchen

Mitglied
Was übrig bleibt

Zwölf Säcke stehen gut gefüllt
Im Flur auf Steingutstufen
Zuvorderst Bilder, unverhüllt
Die fremde Meister schufen

Ein Schneemann, sichtlich angegraut
Schaut einsam in die Runde
Und Schiffmodellen, selbst gebaut
Schlägt nun die letzte Stunde

Es liegen Bilder in schwarz-weiß
In einem Schubfachboden
So schließt sich nun ein Lebenskreis
Aus vielen Episoden

Auf Abfallsäcke reduziert
Ist hier ein Menschenleben
Es wird entsorgt, recht ungeniert
Die Schlüssel übergeben

Begrenzt ist jede Lebensfrist
Und nichts kann man vergüten
Doch völlig offen, ja das ist
Die Zahl der Abfalltüten
 

Ciconia

Mitglied
Hallo Oscarchen,

eine traurige Wahrheit über das Ende, die Du hier sehr treffend und unpathetisch beschrieben hast.

Was mir nicht so gut gefällt: Die Großbuchstaben am Zeilenanfang. Bei der Kürze der einzelnen Zeilen (und ohne Interpunktion) wirken sie speziell in einem Reimgedicht für den Lesefluss störend.

Gruß Ciconia
 

Oscarchen

Mitglied
Hallo Ciconia,

Danke fürs Lesen.
Das Gedicht ist schon etwas älter.
Mittlerweile beherzige ich Groß und Kleinschreibung.
Allerdings inkonsequent.
Ich habe innerhalb kurzer Zeit mir sehr nahestehende Menschen verloren, bei denen ich den Nachlass geregelt habe und Haushalte aufgelöst habe. Da standen dann auch einmal 27 Säcke vor der Tür.

Liebe Grüße

Oscarchen
 

 
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