Wer meint, meinen zu müssen

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blackout

Mitglied
Ein Mensch mit Meinung hat es immer schwer,
wer meint, entblößt sich bis aufs Unterhemd.
Nur was der Mainstream meint, gilt ungehemmt.
Wer sich nicht anpasst, wird zum Luzifer.

Wer auf sich hält, dem ist das wohlbekannt,
das ist nicht neu, das trägt schon einen Bart.
Man ist nicht gern ein Mensch der dritten Art,
und also schweigt es still im ganzen Land.

Wenn doch mal einer seinen Mund aufmacht,
geschieht ihm leider, was ihm nie geträumt.
So manchem widerfuhr dies ungesäumt:
Laut schlug der Mainstream ihn in Bann und Acht.

Desgleichen sei, wer für die Russen schreibt,
ein Mann von gestern, notfalls ein Agent.
Der "Zeit" gilt er als Feindeselement:
Wer weiß, was dieser Schmierfink noch so treibt.

Was freie Meinung? Einfach unerhört!
Man hat zu meinen, was der Mainstream meint!
Die Volksgemeinschaft ist erst dann geeint!
Wer anders denkt, der denkt einfach verkehrt!

Drum büße, wer noch eigne Meinung hat!
Wie Lichtenberg, der alte Spötter, meint.
Schon oft hat man das Grundgesetz beweint,
zur Zeit hat's wohl die eigne Meinung satt.
 

Mondnein

Mitglied
Interessant, blackout:

"Desgleichen sei, wer für die Russen schreibt,
ein Mann von gestern, notfalls ein Agent."

Das ist offensichtlich eine Anspielung auf das Gesetz in der lupenreinen Neosowjetunion, dem gemäß sich alle Mitglieder von Nichtregierungsorganisationen als "Agenten" anmelden müssen. Mit entsprechenden Schikanen, versteht sich.

grusz, hansz
 

blackout

Mitglied
Verehrtes Hänschen, wird Zeit, dass du dich mal aus deinem Beinelfenturm herausbewegst an die böse frische Luft. Es war jedenfalls nicht der Turm, der Hölderlin berühmt gemacht hatte.

Gruß, blackout
 
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