Wer sich nicht geniert, krank zu sein, wird isoliert und stirbt allein

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Etma

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Wer sich nicht geniert, krank zu sein, wird isoliert und stirbt allein

Das Dorf möchte Anne in die Isolationszelle werfen, denn Anne hat Schnupfen und das Dorf mag Schnupfen nicht; es könnten schließlich alle Schnupfen bekommen, nur weil Anne Schnupfen hat. Als, die in Wirklichkeit kerngesunde, Anne aufwacht, betritt ihre Mutter das Zimmer, schließt die Tür, legt sich auf den Boden und starrt mit weiten Augen zur Decke hinauf. Anne grüßt. Ihre Mutter kauert sich zusammen und sagt: “Sie sind in Aufruhr wegen deinem Schnupfen. Gleich nehmen sie dich mit. Sie stehen schon vor der Tür” Anne steigt aus dem Bett und monologisiert: “Habe ich denn Schnupfen, nur weil ich einmal geniest habe? Lag außerdem nicht alles am Pfeffer? Darüber hinaus habe nichtmal ich gepfeffert, sondern der scheußliche Giselbert. Er verschweigt die Wahrheit. Und unsere Gäste, diese Plauderer haben allen erzählt, dass ich geniest habe. Eine Mücke mit Trompete wird für einen zornigen Elefanten gehalten!” Es klopft. Annes Mutter verdeckt ihr Gesicht und sagt: “Es tut mir Leid, Anne. Du musst jetzt gehen. Man erwartet dich schon.” - “Na, wenn sie schon im Hause sind, kann man sie ja nicht warten lassen”, sagt Anne. Ihre Mutter zittert, wie Wackelpudding. “Wenn du mich suchst”, sagt Anne und steigt über ihre nun weinende Mutter, ”ich bin in der Isolationszelle - und krepiere!” Die Tür geht auf, die beiden Dorfwächter betreten das Zimmer. Sie packen Anne unter den Armen und zerren sie die Treppe hinab, hinaus durch den Vorgarten, unter der brennenden Sonne, über die Dorfstraße hinweg zum Dorfplatz.

Dort, umgeben von Rathaus, Kirche, Kneipe und einigen pompös verzierten Fassaden, haben sich die Bewohner des Dorfes versammelt. Als sie Anne angeschleppt kommen sehen, verwandeln sie sich in eine wütenden Meute. “Fort mit ihr!”, schreit jemand. Geballte Fäuste werden in die Luft gestreckt, jemand hält die Todesfahne hoch. Anne wird angespuckt und wenn nicht die beiden Wächter die Menge teilen würden, wäre Anne schon verloren. Selbst Frauen und Kinder stehen kampfbereit in der ersten Reihe und funkeln hasserfüllt mit ihren Augen. Man hat einen kleinen Podest errichtet, auf dem Anne nun präsentiert wird, die beiden Wächter stehen zu ihrer rechten und linken und halten ihre Arme fest, und manchmal flüstert Anne ihnen schmeichelnde Worte ins Ohr, damit Anne wenigstens die beiden als Verbündete gewinnt. Vom Podest aus sieht sie die ganze Gemeinde. Sie bemerkt den Übergang zwischen den Reihen: Während ganz vorne weiterhin gespuckt und gebrüllt wird, stehen dahinter eher traurige und ängstliche Gemüter. Hier und da guckt jemand zum Himmel und bekreuzigt sich. Andere bücken sich scheu zum Boden hinab. Dritte weinen vor Ekel. “Stirb, Kranke!”, ruft jemand aus der Mitte. Die Menge tobt. “Isoliert sie”, kreischt eine Mutter und zieht ihre Kinder hinfort. Plötzlich verstummt die Menge. Hinter Anne - die Wächter erlauben ihr nicht, sich umzudrehen - beginnt ein Knabenchor zu singen. Anne wendet ihren Kopf, bis sie endlich aus dem Augenwinkel etwas erkennt. Der Bürgermeister steigt, gefolgt von seinen Gehilfen, die Stufen des Rathauses hinab. Als der Knabenchor zu Ende gesungen hat, wird der Bürgermeister von den Dörflern mit leidenschaftlichem Applaus empfangen. Bis jetzt hat Anne nur geschwiegen, da sie aber nun eine Chance sieht, sich zu retten, ruft sie aus voller Kehle: “Ich habe keinen Schnupfen, der Pfeffer hat mich zum Niesen gebracht!” - “Verstopft ihr das Maul”, sagt der Bürgermeister, “sonst verbreitet sich die Seuche ja noch heute.” Er lacht, sodass sich sein Bauch nur so schüttelt. Anne wird eine Kartoffel in den Mund gesteckt. Der Bürgermeister erklimmt den Rücken einer seiner Gehilfen, setzt sich auf seine Schultern und spricht von dort oben, aus der Höhe, hinab zum Dorf: “Die Isolationszelle.” Die Menge jubelt. “Ist unser Schatz!” Die Bäckchen des Bürgermeisters werden rot. “Nie hätte unser Dorf.” Seine Stimme überschlägt sich vor Aufregung. “so viele gesunde Bewohner ohne die Isolationszelle! Sie lebe hoch, hoch, hoch.” Gejauchze und Begeisterung.

Die Glocken läuten Mittag. Anne sieht, wie sich einige entfernen. Da tritt aus der Menge Gaa hervor, ein Kindheitsfreund von Anne, er hat sich bislang nur zurückgehalten, beginnt nun aber eine Rede gegen die Sitten des Dorfes. Während er spricht, ziehen ihn mehrmals zwei Kerle zurück, doch Gaa ist kräftig und mit kleinen Seitenhieben bringt er sie zur Ruhe. Gaa rebelliert gegen die Isolationszelle. Sie wäre doch schon lange veraltet und man könne sich in der heutigen Zeit solch eine unmoralische Angewohnheit nicht mehr leisten. Als Gaa aber den Höhepunkt seiner vielleicht spontanen, vielleicht vorhin eingeübten, vielleicht schon lange formulierten Rede erreicht, da packt ihn ein Greis, der sich in der Zwischenzeit recht flott herangeschlichen hat, wirft Gaa auf den Boden und verprügelt ihn mit seinem Gehstock, sodass Gaa sich kaum wehren kann. Die beiden Kerle, die soeben schon fast ihre Hoffnung aufgegeben haben, Gaa jemals zum Schweigen bringen zu können, schlagen ebenfalls auf ihn ein und grinsen sich dabei immer wieder gegenseitig an. Der Bürgermeister guckt euphorisch zu, als wäre diese Prügelei sein höchster Wunsch gewesen. Anne, die das alles leidend beobachtet, spuckt die Kartoffel aus, um allem ein Ende zu setzen. Die Menge weicht zurück. “Sie wird uns anstecken!”, schreit jemand. Viele fliehen, wie vor dem Ende der Welt. Der Bürgermeister beauftragt seine Gehilfen dazu, alle zurückzuholen, der Platz ist nämlich beinahe leer. Die Geflohenen verstecken sich aber in den Gassen und Häusern oder klammern sich an Zäunen und Laternen fest, sodass es lange dauert, bis wenigstens der kleinste Teil wieder zurückkehrt. Bis dahin ist selbstredend erneut für Ordnung gesorgt: Anne wird mit der Kartoffel gestopft, der zusammengeschlagene Gaa wird fortgetragen und für den Bürgermeister wird ein kleines Mittagessen hinauf gereicht!

Nachdem dieser seine Mahlzeit verzehrt hat, hebt er pathetisch die Arme, verliert für einen Moment fast das Gleichgewicht und spricht: “Anne wird zur öffentlichen Sicherheit, und zur Bewahrung von Recht und Ordnung, in die Isolationszelle gesperrt. Lebenslang. Denn wer sich nicht geniert, krank zu sein, wird isoliert und stirbt allein.” Annes verbleibenden Gegner nicken zufrieden und verlassen den Platz. Der Bürgermeister steigt heiter von den Schultern des Gehilfen hinab - der während der ganzen Versammlung immer gequälter aussah und nun endlich entlastet ist und befreit ausatmet. Auch sie verschwinden.

Die Wächter begleiten Anne nach Hause. Dort soll sie packen für die Haft. “Ich habe keinen Schnupfen”, sagt Anne, “lasst mich einfach fliehen.” Die Wächter wechseln Blicke, drehen sich um und beginnen zu tuscheln. Anne möchte zuhören, doch einer der Wächter hält sie auf Abstand. Schließlich wenden sie sich ihr wieder zu, wippen auf ihren Zehenspitzen vor und zurück und sagen (mal gleichzeitig, mal abwechselnd): “Wir sehen doch, du bist nicht krank. Dich zu isolieren wäre blödsinnig. Wir werden dich in einem Sack aus dem Dorf schmuggeln.” Anne rast die Treppe hinab, in die Speisekammer, greift nach einem Mehlsack, aus dem flink eine Maus hinaus flitzt, und sprintet wieder auf ihr Zimmer. Dort schlüpft Anne hinein, in den Sack, und die Wächter heben sie kichernd über die Schulter. “Jau, ist es hier eng und finster!”, sagt Anne und wird von einem der Wächter zum Schweigen gekniffen. Als sie den Dorfrand erreicht haben, legen sie Anne sanft auf den Boden. Anne steigt in die Freiheit. Der Mond scheint hell. Die Wächter verneigen sich und gehen Arm in Arm zurück ins Dorf. Anne läuft zum nächsten Bahnhof, fährt zum Flughafen und fliegt hinweg. Im Flugzeug starrt sie mit gebrochenen Augen aus dem Fenster hinaus und weiß, es gibt keine Rückkehr, kein Zurück mehr in das Dorf, das einst noch Heimat war, und sie fühlt sich, wie die vereinsamte Träne, die gerade für immer ihr Auge verlässt und sie stellt sich vor, diese Träne gelangt eines Tages endlich in den Ozean.
 
Hallo Etma,

der Teil mit dem Bürgermeister hat mich am "Andorra" von Max Frisch erinnert.... Aber dann geht es anders weiter.

Hat mir gut gefallen, gut geschrieben.

LG SilberneDelfine
 

Etma

Mitglied
Hallo nochmal, SilberneDelfine,

ich wollte ergänzen: Andorra hieß das Dorf in einer anderen Version, sehr lustig, dass du direkt daran denken musstest!

Grüße :)
Etma
 

Penelopeia

Mitglied
Hallo Etma,

wenn man noch ein wenig am Ausdruck feilen und ein paar Kommas korrigieren würde, wäre ich bei Patrick: ein großartiger, kafkaesk-märchenhafter, beängstigender Plot... Das Verhalten der Masse ist eindrücklich beschrieben. Vermutlich wird sich eine Menschenmasse immer wieder derart manipulieren lassen und dann zu völlig archaisch-kulturfremden Verhaltensweisen neigen...
 

Etma

Mitglied
Oh, vielen Dank Penelopeia! Das ist ein sehr guter Rat, am Ausdruck zu feilen, nur sehe ich nicht welche du genau meinst, welche Ausdrücke, für mich ist der Text schon so oft durchgekaut, dass ich leider zu sehr im Wald bin und die Bäume nicht sehe. Und ja, ich bin kein Komma-Meister. Dieser Text wurde ursprünglich nur zum Vorlesen geschrieben, ich muss da noch ein wenig verbessern, wenn du mir vielleicht hier und da auf die Sprünge helfen würdest, das wäre äußerst lieb! Welche Ausdrücke missfallen dir und wo (oh ich schäme mich, sie selbst nicht immer zu sehen), fehlen die Kommata? :-D
Na vielleicht muss ich mir aber die Mühe selber nehmen, ich freu mich, dass du überhaupt kommentiert hast :)

Und an a. Dank für die Bewertung!
 

Penelopeia

Mitglied
Hallo Etma,

hier ein paar Beispiele:

Als[strike],[/strike] die in Wirklichkeit kerngesunde[strike],[/strike] Anne aufwacht, betritt ihre Mutter das Zimmer, schließt die Tür, legt sich auf den Boden und starrt mit weiten Augen zur Decke hinauf. Anne grüßt. Ihre Mutter kauert sich zusammen und sagt: “Sie sind in Aufruhr wegen deinem Schnupfen. Gleich nehmen sie dich mit. Sie stehen schon vor der Tür” Anne steigt aus dem Bett und monologisiert: “Habe ich denn Schnupfen, nur weil ich einmal geniest habe? Lag außerdem nicht alles am Pfeffer? Darüber hinaus habe nichtmal ich gepfeffert, sondern der scheußliche Giselbert. Er verschweigt die Wahrheit. Und unsere Gäste, diese Plauderer[red],[/red] haben allen erzählt, dass ich geniest habe.

Also: keine Kommas für den vermeintlichen Einschub "die in Wirklichkeit kerngesunde Anne", ein Komma hinter den "Plauderern", denn das ist wirklich ein Einschub...

Trotzdem: ein außergewöhnlicher Text!

LG
 

Wipfel

Mitglied
Hi Etma, ich zolle dir meinen ungeschminkten Respekt. Großartige Idee und Umsetzung. Am Anfang dachte ich: was für ein Nonsens. Und genau deswegen ließt man und ließt und ließt...

Ob es am Ende die Sack-Maus braucht? Möglich. Das Ende hätte eine krasse Wendung gefunden, wenn die Wächter den Sack in der Zelle abgelegt hätten, denn die Hoffnung stirbt zuletzt...

Grüße von wipfel
 

CPMan

Mitglied
Liebe Etma,

dein Text beginnt gut, sprachlich wie inhaltlich ist da Spannung. Man (oder Ich) erwartet eine kafkaeske Erzählung, mit doppeltem Boden und dreifach verschwurbelten Sinn. Assoziationen kommen mir in den Sinn: das Verhalten des Menschen in der Masse ist das Thema, so denke ich in einem Moment. Der Gesundheitswahn ist das Thema, denke ich im nächsten Moment. Aber dann verflacht der Text m.E. zum Ende hin, ich sehe nicht, wo er hin will, ich erwarte eine Pointe, aber der Text endet einfach mit der Flucht der Protagonistin. Aus dem doppelten Boden und der dreifach geschwurbelten Treppe, die zum Turm der Erkenntnis führen könnte, wird ein schnödes Erdgeschoss im Rohbau. Schade.

LG,

CPMan
 

Etma

Mitglied
O, @Wipfel, ich war so entzückt über deine Antwort, dass ich glatt nicht geantwortet habe. Ja du hast recht: man würde eigentlich erwarten, dass Anne in die Zelle geworfen wird, das wäre ein krasses Ende.

@CPMan: Ja, du hast schon irgendwo recht, denke ich ... ich muss das alles noch überdenken. Sollte denn Literatur in Erkenntnis münden? Anders gefragt: zielen Kafkas Werke letzten Endes darauf hin, etwas zu verstehen am Ende? Mit Enden tue ich mich noch schwer und daher ist es auch bei diesem Text sicherlich so gewesen, dass ich mir beim Anfang deutlich mehr Mühe gegeben habe. Hast du denn einen Vorschlag? Rundum bin ich doch eigentlich recht zufrieden, was nicht heißt, dass ich es nicht besser machen könnte. Ist schon etwas älter dieser Text, wollte ihn ein bisschen hier im Forum zerstückeln (lassen). Momentan ist Anne eine Figur in meinem Roman. Da spielt sie aber nur eine nebensächliche Rolle und soll auch hier nur am Rande bemerkt werden ...

Habt dank für eure Zeit!!!

LG, Etma (Peter)
 

Etma

Mitglied
Oh, DOSchreiber, deine Punkte schmeicheln mir! Ich lese meine Werke immer neu, wenn ich Rückmeldungen bekomme, so auch jetzt, als du dieses Werk bewertet hast. Ich versuche dann immer zu verstehen, wie die Leser*innen ihre Rückmeldung gemeint haben könnten. Nach deiner glatten Neun hatte ich Spaß am Lesen, ich sah plötzlich alles wieder frisch und neu!

Dankend grüßend,
Etma
 

Soljanka

Mitglied
Hi Etma,

Durchaus wert, noch mal hervorgeholt zu werden :)

Ich würde Giselbert den Scheußlichen ja lieber den grässlichen Giselbert nennen, wegen der Alliteration. Wie wäre es mit Genieselbert? Aber was hat der eigentlich damit zu tun?

Ende? Ich muss sagen, mein mitfieberndes Herz hat für eine Schrecksekunde auch befürchtet, dass Anne im Sack doch noch in der Zelle landet. Insofern ich nicht die einzige Leserin bin, die in diese Richtung dachte, ist das Ende so vielleicht doch noch origineller.
Vielleicht könntest du den Schlusspunkt früher ansetzen. In dem Moment zB wo Anne sich aus dem Sack befreit hat und feststellt, dass sie jetzt eigentlich gar nicht weiß, wohin?
Oder sie überlegt, ob sie den leeren Sack zurücklässt als Zeichen für die Wenigen, die an ihrem Schicksal noch interessiert sind - oder ob sie ihn nicht besser mitnimmt, um ihre Retter nicht in Gefahr zu bringen.
An deinem Ende, wie du es geschrieben hast, gefällt mir aber die Erkenntnis, dass Anne, egal wo sie landet, die lebenslange Isolationshaft mitnehmen muss, zu der sie verurteilt wurde.

Das ist traurig. Aber es ist sehr realistisch.

Gerne gelesen.
Liebe Grüße von Soljanka
 

Etma

Mitglied
Hallo Soljanka,

vielen Dank für deine Anmerkungen und die positive, konstruktive Rückmeldung. Über Genieselbert musste ich herzlich lachen! Das Ende kann optimiert werden. Ich lasse mir das alles noch durch den Kopf gehen und plane schon eine leichte Überarbeitung. Das Resultat wird vielleicht hier hochgeladen, jedoch muss ich wegen der doch überaus guten und nur teils kritischen Worte und Punkte auch das noch überlegen, ob es sich lohnt noch zu schleifen mit dem Risiko das bisherige zu ruinieren!

Herzliche Grüße und nochmals Danke,
Etma
 

Tula

Mitglied
Hallo Etma
Las ich erst jetzt. Sehr schöne Idee. Sprachlich wirkt es mir an einigen Stellen etwas zu "aufzählerisch" (jetzt passiert dies, nun passiert jenes), andererseits passt das gut zum Schildbürger-haften Charakter der Szene insgesamt.
Überraschend für mich, dass sich beide Wächter plötzlich so einig sind, d.h. spontan (kein bereits bestehender "organisierter" Widerstand). Immerhin geht es um eine Gesellschaft, in der jeder Gefahr läuft, selbst Opfer des Denunziantentums der manipulierten Menge zu werden, um ein ähnlich ungerechtes Schicksal zu erleiden. Da wird allein der Versuch, "anders-mit-Denkende" für den "Widerstand" zu gewinnen, schnell zu einem waghalsigen Unterfangen. Ich hätte es deshalb bei nur einem Helden belassen; er könnte bei seiner mutigen Handlung den anderen Wächter gewissermaßen austricksen. Das brächte eine neue Nuance hinein, zwei widersprüchliche Persönlichkeiten, denen eigentlich dieselbe Rolle (die des Wächters) zugedacht worden war. Und Auflösung und Happy-End könnten an Spannung und Überraschung gewinnen.

Insgesamt aber sehr originell und lehrreich. Sehr gern gelesen.

LG
Tula
 

Etma

Mitglied
Vielen herzlichen Dank, Tula!
Und sry, dass ich erst jetzt antworte ...
Deine Feinfühligkeit stellst du hier schön zu Beweis :)
Eine tolle Alternative, die du mir da vorstellst.
Ich muss einsehen: die Wächter-Aktion am Ende ist eine
recht billige Nummer und dient nur als Notlösung für ein
Happy-End. Daran lässt sich feilen.
 

Lastro

Mitglied
Deine direkte und grell beleuchtende Darstellung dieses Albtraums zieht mich nah an die Szenen, Etma. Klar und deutlich wird mir das Ausgeliefertsein an eine irrsinnige Autorität, die Unberechenbarkeit, Gesetzlosigkeit in den Handlungsabläufen, die Atmosphäre der Angst und Einschüchterung. Gefällt mir sehr. Kommt mir vor wie die Niederschrift eines wirklich erlebten Albtraumes.

Vielen Dank!
Lastro
 

 
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