Wir Trümmerkinder

blackout

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Ich denke mir, ich bin zu früh geboren.
Was wusste ich von dieser Welt, dem Kriege,
ich lag noch eingewindelt in der Wiege.
Die falsche Zeit, die ich mir auserkoren.

Man kann in seinem Leben viel vergessen,
die Bombennächte aber sind geblieben,
ins kindliche Gedächtnis eingeschrieben.
Wer’s nie erfahren, kann es nicht ermessen.

Und als wir müde aus dem Bunker kamen,
die Fliegerbomben uns nicht mehr bedrohten,
wir stiegen über Trümmer, sahn die Toten,
da wusst ich von der Sonne nur den Namen.

Die Zeit verging. Ich malte tausend Sonnen,
es war nur Stille da und jenes Schweben.
Ein jeder Tag war Kampf ums Überleben,
und nicht ein jeder hatte ihn gewonnen.

Wir Kinder kannten Tod nur und Ruinen.
Es war die Welt, die uns der Krieg geboten,
die Welt der Häusertrümmer und der Toten.
Sie lachte nicht, sie schien uns anzugrienen.

Dass nicht vergessen wird, wie wir mal waren,
mit unserm Kohldampf, unsern Alltagssorgen,
der Unbekümmertheit, dem Gruß ans Morgen -
wir Trümmerkinder in den Nachkriegsjahren.
 

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