Wunderkinder

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Oscarchen

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Wunderkinder

Er ist erst sechs, läuft seit April
Doch spricht noch nicht, er ist recht still
Er trägt noch Windeln und sehr stolz
Sind seine Eltern, ach, was soll’s!

So ist dann Toleranz sehr wichtig
Und Regeln sind gar null und nichtig
Es müssen Kinderaugen glänzen
Wie störend sind da Maß und Grenzen

Wenn er nicht will, dann soll er dürfen
Dann darf er schreien, rotzen, schlürfen
Wie wichtig ist auch die Entfaltung
Des Kindes bei der Raumgestaltung

Er schnitzt Figuren in die Stühle
Statt Mutters Tadel, Glücksgefühle
Die Gabel steckt im Weichholzschrank
Entsafter machen Hamster krank

Wenn Vaters I-Phone Hitze spürt
Dann hat der Zwerg es kurz entführt
Ins Mikrowellenzwischenfach
Was ist der Kleine pfiffig, ach!

Der Erdbeersaft im Blu-ray Player
Bringt Filmgenuss nicht wirklich näher
Durch Nägel in dem Synthesizer
Klingt Iron Maiden schon viel leiser

Es scheint der Junge technisch fit
Sein Wunsch, mit acht die Windeln quitt
Die Eltern kommen früh in Pflege
So geht er seine eignen Wege

Die Welt ist voll von Wunderkindern
Die meinen Weltschmerz stetig lindern
Für mich ist jeder Mensch famos
Mit zehn war ich die Windeln los!
 

Oscarchen

Mitglied
Ach hein, wenn ich dich nicht hätte!
Den Freund der schonungslosen Gesellschaftskritik.
Danke für die Beleuchtung dieses Fadens.
Einen Gruß in den Norden
Oscarchen
 

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