Zwischen den Meeren

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Ciconia

Mitglied
[ 4]Haufenwolken, unentschlossen,
[ 4]trödeln träg von Meer zu Meer,
[ 4]Sonne lugt, noch unverdrossen,
[ 4]Wind kommt auf von Westen her.

[ 4]Von der Nordsee zieht ein Sturmtief
[ 4]ungebremst durchs flache Land.
[ 4]Silberpappelreihen, windschief,
[ 4]neigen sich zum Straßenrand.

[ 4]Sintflut überschwemmt die Auen,
[ 4]weicht selbst Pferdekoppeln auf.
[ 4]Während Biber Sperren bauen,
[ 4]ändern Flüsse ihren Lauf.

[ 4]Endlich folgt nach hundert Tagen
[ 4]sanfter Skandinavien-Föhn.
[ 4]Den kann man ganz gut vertragen.
[ 4]Haben wir’s nicht wirklich schön?

[ 4]Haufenwolken, unentschlossen …
 

anbas

Mitglied
Hallo Ciconia,

wieder ein Gedicht von Dir, dass mir gut gefällt. Du scheinst auch eher ein Nordsee- als ein Ostsee-Fan zu sein ;).

Hier gibt es allerdings zwei kleine Punkte, die mich ein wenig stören:

Das eine sind die drei kurz hintereinander folgenden "von" am Anfang.

Das andere ist das Wort "Haufenwolke". Sicherlich, dies ist ein stehender Fachbegriff, den ich auch nicht in Frage stellen will (Danke, nein, ich brauche keine Links, die mich zu Definitionen über "Haufenwolken" hinführen :D). Ich finde dieses Wort so unlyrisch und unpassend in diesem sonst so schönen Text - zumal ich bei "Haufen" ganz andere und weniger schöne Assoziationen habe :D.

Vielleicht fällt Dir da ja eine Lösung ein - soweit Du überhaupt einen Lösungsbedarf siehst.

Liebe Grüße

Andreas
 

Ciconia

Mitglied
Hallo Andreas,

ich hab’s befürchtet, dass ich hier nicht mit drei „von“ durchkomme :D – aber bisher habe ich keine andere Lösung gefunden, die das ausdrückt, was ich sagen möchte. Ich denke noch einmal darüber nach, wie ich's besser machen könnte.

Mag auch sein, dass die Haufenwolken wenig lyrisch klingen, aber Schäfchenwolken, Wattewolken und dergleichen schienen mir zu lieblich für das raue Wetter im Land zwischen den Meeren. Vielleicht hat noch jemand einen anderen Vorschlag.

Dir erst einmal vielen Dank für Deine Überlegungen.

Gruß Ciconia
 

Ciconia

Mitglied
Danke, molly, aber ich glaube, das trifft die Situation nicht ganz. Es sollen ja einzelne Wolken sein, die übers Land trödeln.

Mittlerweile gefallen mir die Schäfchenwolken doch ganz gut - passt zum ländlichen Ambiete. ;)

Gruß Ciconia
 

Ciconia

Mitglied
[ 4]Schäfchenwolken, unentschlossen,
[ 4]trödeln träg von Meer zu Meer,
[ 4]Sonne lugt, noch unverdrossen,
[ 4]Wind kommt auf von Westen her.

[ 4]Von der Nordsee zieht ein Sturmtief
[ 4]ungebremst durchs flache Land.
[ 4]Silberpappelreihen, windschief,
[ 4]neigen sich zum Straßenrand.

[ 4]Sintflut überschwemmt die Auen,
[ 4]weicht selbst Pferdekoppeln auf.
[ 4]Während Biber Sperren bauen,
[ 4]ändern Flüsse ihren Lauf.

[ 4]Endlich folgt nach hundert Tagen
[ 4]sanfter Skandinavien-Föhn.
[ 4]Den kann man ganz gut vertragen.
[ 4]Haben wir’s nicht wirklich schön?

[ 4]Schäfchenwolken, unentschlossen …
 

Ciconia

Mitglied
[ 4]Schäfchenwolken, unentschlossen,
[ 4]trödeln träg von Meer zu Meer,
[ 4]Sonne lugt, noch unverdrossen,
[ 4]Wind kommt auf von Westen her.

[ 4]Von der Nordsee zieht ein Sturmtief
[ 4]ungebremst durchs flache Land.
[ 4]Silberpappelreihen, windschief,
[ 4]neigen sich zum Straßenrand.

[ 4]Sintflut überschwemmt die Auen,
[ 4]weicht selbst Pferdekoppeln auf.
[ 4]Während Biber Dämme bauen,
[ 4]ändern Flüsse ihren Lauf.

[ 4]Endlich folgt nach hundert Tagen
[ 4]sanfter Skandinavien-Föhn.
[ 4]Den kann man ganz gut vertragen.
[ 4]Haben wir’s nicht wirklich schön?

[ 4]Schäfchenwolken, unentschlossen …
 

Ciconia

Mitglied
Moin rogathe,

dicke Wolken sind für mich nicht dasselbe wie Haufenwolken oder Schäfchenwolken. Das Gedicht beginnt mit schönem Wetter und den trödelnden (daher für mich: einzelnen) Wolken am sonnigen Himmel, bevor das Sturmtief übernimmt.
Ich glaube, die Schäfchenwolken passen da ganz gut.

Danke fürs Vorbeischauen.

Gruß Ciconia
 
Hallo Ciconia,
du hast es schon wieder geschafft, Urlaubserinnerungen bei mir zu wecken.
Amrum. Zuerst sah man die harmlos schönen Schäfchenwolken, später kam der Sturm.
Bin mal wieder von deinem Gedicht begeistert.

Es grüßt dich
Marie-Luise
 

Mondnein

Mitglied
Wölfchen im Schäfchenpelz

Zuerst einmal - nein, das ist eigentlich seit etwa 100 Jahren völlig klar - gibt es keine "unlyrischen" Wörter. Im Gegenteil: "Schönen", dieser Begriff aus der Wissenschaft der Winzer, grenzt an "Betrügen". Fang nicht, an, Deinen Wein zu "schönen"! Das führt in den Kitsch.

Dennoch ist "Schäfchenwolken" passend, es ist im Zusammenhang das präzisere Wort, denn diese Wolkenform zeigt einen nahe bevorstehenden Wetterumschwung vom Hoch zum Tief an. Sieht putzig aus und ist in Wirklichkeit Anzeichen des kommenden Regens.
 

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