Zwischenräumlich

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Ciconia

Mitglied
In Dissonanzen leb und träum ich,
Disharmonie bestimmt den Tag.
Gewissermaßen zwischenräumlich
verblasst das Bild, dem ich erlag.

Oft möchte ich die Bande lösen,
entfliehn aus diesem Jammertal,
doch endet's meist im Desaströsen.
Dann hab ich keine andre Wahl,

als mich dem Schreiben hinzugeben.
So knüpf ich rastlos Wort an Wort,
um Phantasien zu verweben -
und schaff mir einen Zufluchtsort.
 
A

aligaga

Gast
Oft möchte ich die Bande lösen,
entfliehn aus diesem Jammertal,
doch endet's meist im Desaströsen.
Dann hab ich keine andre Wahl,

als mich dem Schreiben hinzugeben.
So knüpf ich rastlos Wort an Wort,
um Phantasien zu verweben -
und schaff mir einen Zufluchtsort.
Schön wär's, o @Ciconia. Das Dumme ist: Du entkommst deinem Innern nicht. Wer es bedenkenlos zur Schau stellt, läuft Gefahr, auf Antworten zu treffen, die er nicht hören möchte.

Wunden heilen nicht allein dadurch, dass man sie herzeigt. Damit fällt man nur den Schakalen zum Fraß, die an allen Wegesrändern auf wohlfeile Beute zu lauern pflegen.

TTip: Nicht dauernd von sich selbst, sondern vom Glück und vom Unglück and'rer singen! Literatur pflegt erst dort zu beginnen, wo man den eig'nen Nabel aus den Augen verliert. Jules Verne ist so bis zum Mond zum Mittelpunkt der Erde gereist.

Wer nur um sich selber kreist, hat die Endstation schon erreicht, noch bevor er überhaupt abgbefahren ist ...

Heiter, sehr heiter

aligaga
 

Tula

Mitglied
Hallo

Ich lese es eher selbstironisch (siehe Jammertal) und andererseits als Variante einer nicht zu leugnenden Tatsache, die Fernando Pessoa mal so beschrieb:"Literatur ist die angenehmste Art und Weise, das Leben zu ignorieren."
So in etwa. Ich denke, das trifft f?r Dichter und Leser gleichermaßen zu.

LG
Tula
 

Ciconia

Mitglied
Danke für die guten Wertungen und die freundlichen Kommentare.

Ich glaube, die Aussage eines Gedichtes ändert sich nicht, wenn man in der 2. Person schreibt – außerdem würden einige Reime schwieriger. Träum ich – räumlich kann ich eben nur als LyrIch verwenden.

Tula, du hast das ganz richtig erkannt. Danke für dieses Zitat:
"Literatur ist die angenehmste Art und Weise, das Leben zu ignorieren."
Gruß Ciconia
 
A

aligaga

Gast
Wer sein eig'nes Leid ignorierte oder gar zu überwinden suchte, schröb uns nicht fortgesetzt über selbiges, sondern, wie schon gesagt, über das and'rer. Einfühlsam, mitfühlsam, ggf. auch hasserfüllt.

Freilich erforderte das Fähigkeit und Willen, auszuschwärmen und sich mit den Früchten and'rer Gärten zu beschäftigen, statt immer nur im eig'nen Kerngehäus' auf der Stelle zu treten. Das unterhält nicht, sondern ermüdet auf Dauer, auch wenn sich's am End' reimen sollte.

Heiter

aligaga
 

Ciconia

Mitglied
Das unterhält nicht, sondern ermüdet auf Dauer
Es freut mich, @aligaga, dass Sie trotzdem seit Jahren ein so treuer Leser und vor allem Kommentator meiner Werke geblieben sind. Es gibt eben sogar in der LeLu eine verlässliche Konstante. :rolleyes:

Amüsiert
Ciconia
 

lapismont

Foren-Redakteur
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M O D E R A T I O N

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lap
 

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