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Monat: August 2005

Wildschweingeschichten

Wildschweingeschichten

Wildschweine sind Heinz Meynhardts Forschungsobjekt. In diesem Buch erzählt er, was er in neun Jahren bei seinen täglichen Besuchen im Wald erlebt hat. Er hat das Unmögliche geschafft. Er hat sich den Tieren genähert und ihr Vertrauen gewonnen. Und das ihm diese Arbeit viel Spaß gemacht hat, merkt man dem Buch an.

Der Autor erzählt auf welche Art und Weise er sich den sehr scheuen und nicht ungefährlichen Tieren genähert hat. Viel Geduld und Mühe war erforderlich. Immerhin hat es zwei Jahre gedauert, bis der erste echte Sozialkontakt aufgebaut war. Täglich hat er Mais, ein großer Leckerbissen für Wildschweine, an einer bestimmten Stelle ausgestreut, bis es endlich soweit war, und die Tiere sich nicht mehr an seiner Anwesenheit störten und er sie nun viel besser beobachten konnte. Doch bis er als Ranghöchster in der Rotte anerkannt wurde, war es noch ein langer und spannender Weg.

Der Verlag J. Neumann-Neudamm hat das beliebte DDR-Kinderbuch neu aufgelegt. Kinder ab 10 Jahren erfahren hier viel Wissenswertes über freilebende Wildschweine. Natürlich dürfen auch Erwachsene lesen. Der Autor wartet auf mit vielen verblüffenden Erkenntnissen und einzigartigen Erfahrungen. So hautnah wie er, hat nie ein Mensch zuvor, die Tiere erleben können. Seine Begeisterung ist spürbar. Von seiner Forschungsarbeit zeugen auch die vielen, fast immer ganzseitigen Fotos, die einen tiefen Einblick in das Wildschweinleben in freier Natur geben. Es gibt Originalfotografien aber auch aktuelle Aufnahmen, die den Text ergänzen. Gut gefallen hat, dass der Autor mit viel Humor von „seinen“ Tieren erzählt und Fachbegriffe immer gleich im Text erklärt, was besonders wichtig für das Verständnis von Kindern ist.

Über den Autor:
Hein Meynhardt, 1989 verstorben, gilt als international anerkannter Schwarzwildexperte und renommierter Buch-, Film-, und Fernsehautor.

Rezension von Heike Rau

Heinz Meynhardt
Wildschweingeschichten
96 Seiten, gebunden, mit zahlreichen Fotos
ab 10 Jahren
Verlag J. Neumann-Neudamm, Melsungen
ISBN: 3-7888-1018-1
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Das Ravensburger Werkbuch – Kreatives Gestalten

Das Ravensburger Werkbuch – Kreatives Gestalten

In diesem Standardwerk geht es um die Grundtechniken des Kreativen Gestaltens. Dabei werden in vielen Kapiteln die unterschiedlichen Techniken vorgestellt und Erklärungen zu Werkstoffen und Werkzeugen gegeben. Die vielen Gestaltungsideen geben Anregungen sich selbst auszuprobieren oder Kindern beim Basteln und Werken mit Arbeitsanweisungen, Rat und Tat zur Seite stehen zu können.

Man kennt diese Bastelbücher mit so perfekten Motiven, dass man sie auch mit viel Übung und Fingerspitzengefühl kaum so hinbekommen würde. Im vorliegenden Buch dürfen Kinder ihre Werke zeigen, die, das sieht man ihnen an, einfach aus Spaß an der eigenen Kreativität entstanden sind, ganz ohne den Anspruch vollkommen sein zu müssen. Gerade Kinder werden die kleinen Meisterwerke, die entstanden sind, bewundern, als ganz besondere Anregung sehen und große Lust bekommen, sich selbst auszuprobieren.

Sehen wir uns ein Kapitel näher an: Malen
Hier werden verschieden Techniken vorgestellt, beispielsweise die Aquarellmalerei. Besonders interessant sind hier die ineinanderlaufenden Farben. An diesem einzigartigen Farbenspiel haben schon kleine Kinder ihre Freude. Sehr gut gefällt das Beispielbild des 11-jährigen Patrik „Indianersommer“. Gemalt wird auch mit Deckfarbe. Besonders inspirierend ist hier „Die Sonne lacht“ des 5jährigen Felix. Es folgen Erläuterungen und Beispiele zum Malen mit Ölkreide, Pulverfarbe, Leuchtfarbe und anderen. Sehr interessant ist auch die Hinterglasmalerei. Beeindruckend und einzigartig sind auch die Fließbilder oder die Murmelbilder, deren Entstehung doch sehr vom Zufall abhängig ist und die so immer gut für eine Überraschung sind. Besonders gut gefällt das Bild „Pusteblumen“ des 14-jährigen Philipp. Sehr schön geworden ist auch das Seidentuch „Vase“ der 9-jährigen Vanessa. Immer gibt es einleitende Informationen, Erklärungen zur Vorgehensweise, also zu den Arbeitstechniken, und Auflistungen der benötigten Materialien. Dazu kommen die vielen hilfreichen Tipps. So erfährt der Leser beispielsweise, wie man Farbflecken aus der Kleidung herausbekommt.

Das Buch ist eine Quelle der Inspiration. Es weckt die Lust am Zeichnen und Basteln. So kann man die verschiedenen Techniken kennen lernen und ausprobieren. Erklärt wird die altbekannte Kartoffeldrucktechnik, genau wie der beliebte Faltschnitt, das Papierschöpfen, das Arbeiten mit Salzteig oder das Bearbeiten von Speckstein. Die Texte sind verständlich und die Schritt-für-Schritt-Anleitungen gut nachvollziehbar. So kann man sich auch an schwierig aussehende oder noch nie ausprobierte Techniken heranwagen. Ein übersichtliches Inhaltsverzeichnis ist vorhanden und auch ein Register, wo man nach einer bestimmten Technik schnell suchen kann.
Das Buch ist sehr empfehlenswert, für Klein und Groß, Kindergärtner, Lehrer, Eltern mit ihren Kindern und alle die gern kreativ sind.

Über die Autoren:
Ute und Tilman Michalski haben schon eine Reihe erfolgreicher Werk- und Bastelbücher veröffentlicht. Ute Michalski testet als Kunst- und Werklehrerin alle Arbeiten mit ihren Schülern und Tilman Michalski setzt diese Ideen dann lebendig und anschaulich um.

Rezension von Heike Rau

Ute & Tilman Michalski
Das Ravensburger Werkbuch – Kreatives Gestalten
Zeichen – Malen – Drucken – Filzen
140 Seiten mit durchgehend farbigen Fotos
und farbigen Illustrationen von Tilman Michalski
ab 4 Jahren
Ravensburger Buchverlag
ISBN: 3-473-55607-6
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Die Verfluchten

Die Verfluchten

Ägypten im 16. Jahrhundert, mitten in der libyschen Wüste.
Der Überfall kommt überraschend. Sich an Andrej und den Nubier Abu Dun heranzuwagen, stellte sich allerdings als schwerer Fehler heraus. Die beiden Unsterblichen wissen sich zu wehren. Etliche der Angreifer bezahlen mit ihrem Leben oder werden übel zugerichtet. Die anderen fliehen. Die Lage bleibt trotzdem ernst. Abu Dun und Andrej stehen ohne Pferde da, haben nichts zu essen und fast kein Wasser mehr. Außerdem sieht es ganz so aus, als hätten die beiden sich verirrt. Abu Dun, der sich hier in der Wüste auskennt, streitet das ab, gibt aber zu, das der Weg bis zur nächsten Karawanserei weit ist. So folgen sie den Räubern. Irgendwo müssen diese ihr Lager haben. Pferde sind ungeeignete Reittiere, um die Wüste zu durchqueren. Außerdem hatten die Pferde keine Packtaschen und kein Wasser dabei, was diese Theorie unterstreicht.

Bald treffen Andrej und Abu Dun auf das Heerlager. Aber einfach hineingehen, um zwei Pferde und Proviant zu stehlen, ist ein zu großes Risiko. Der Zufall kommt den beiden zu Hilfe. Eine Karawane hält auf das Lager zu. Es sind Sklavenhändler. Abu Dun wird klar, dass sie es hier nicht mit einfachen Räubern zu tun haben, sondern unter Umständen mit den Anführen der Sklavenhändler. Leute, nach denen er gesucht hat. Er selbst war als Kind in die Sklaverei verschleppt und auf einem Markt weiterverkauft worden. Sklavenhändler haben seine ganze Familie ausgelöscht und sein Heimatdorf zerstört. Doch jeder, der in das Heerlager hinein will, wird kontrolliert. Andrej und Abu Dun gelingt es, sich unter die Sklaven zu mischen und sich so Zutritt zur Festung zu verschaffen.

Unter den Sklaven befindet sich eine Frau, von der Andrej sofort fasziniert ist. Meruhe ist von herber Schönheit und sie hat eine sehr geheimnisvolle Ausstrahlung. Zwei Soldaten kommen, um die Frau zu ihrem Herrn Ali Jhin zu bringen. Für Andrej und Abu Dun ist das Anlass genug, einen Ausbruchsversuch aus dem Kerker zu wagen, der auch gelingt, dank Abu Duns ungeheuren Kräften. Abu Dun überwältigt Ali Jhin spielend und befreit Meruhe aus einer brenzligen Lage. Sie zeigt sich jedoch wenig dankbar und in ihren eigenen Plänen gestört. Ali Jhin scheint nicht zu wissen, wer seine wahren Auftraggeber sind. Doch Meruhe gibt einen Hinweis. Einer der wahren Herren soll sich von Zeit zu Zeit verkleidet auf dem großen Sklavenmarkt von Damaskus zeigen. Doch zunächst müssen die Sklaven befreit werden, was mit viel Geschick auch klappt. Meruhe will sie zurück in die Höhlen führen, wo sie in Sicherheit sind. Doch Abu Dun vertraut Meruhe nicht. Er glaubt, dass Meruhe die Gruppe eher immer tiefer in die Wüste hineinführt. Dabei sind ihnen die Verfolger dicht auf den Fersen und drohen sie zu umzingeln.

„Die Verfluchten“ ist der achte Band der Reihe „Die Chronik der Unsterblichen“, aber ein in sich abgeschlossenes Buch. Es enthält 530 Seiten pure Spannung. Andrejs und Abu Duns Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt. Das liegt vor allem an Meruhe, einer faszinierenden, geheimnisvollen Frau, die Andrejs Handeln und sein Denken beeinflusst und die er dennoch unterschätzt und mit ihm wohl auch der Leser.
Geschrieben ist das Buch in einem leicht lesbaren Stil. Ohne Problem kann man der Handlung folgen, wird immer tiefer in ein unglaublich packendes Abenteuer hineingezogen, dem man sich nicht entziehen kann. Das Buch ist einfach wunderbar zu lesen. Und auch an Witz, der manchmal in den Dialogen zwischen Abu Dun und Andrej, zwei wirklich starken Helden, zum Tragen kommt, fehlt es dem Buch nicht. Besonders spannend sind die ausführlich beschriebenen, und damit sehr gut vorstellbaren Kampfszenen, die sich Abu Dun und Andrej stellen müssen. Das Faszinierende an diesem Buch ist aber das Ungewisse, mit dem sich die beiden auseinandersetzen müssen. Über der Geschichte liegt immer etwas Mystisches und Geheimnisvolles und manchmal scheint es fast so, dass Andrej und Abu Dun doch nicht so unverwundbar sind, wie sie glauben. Unbedingt Lesen!

Über den Autor:
Wolfgang Hohlbein wurde 1953 in Weimar geboren. Er ist der meistgelesene deutschsprachige Autor fantastischern Unterhaltung. Der Durchbruch gelang ihm 1982 mit dem Buch „Märchenmond“. Er lebt mit seiner Frau und Co-Autorin Heike Hohlbein und seinen Kindern am Niederrhein.

Rezension von Heike Rau

Wolfgang Hohlbein
Die Chronik der Unsterblichen
Die Verfluchten
530 Seiten, gebunden
Egmont vgs verlagsgesellschaft, Köln
ISBN: 3-8025-3459-X
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