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Monat: November 2005

Das große Lexikon der Homöopathie

Das große Lexikon der Homöopathie

Homöopathie ist eine immer beliebter werdende ganzheitliche, sanfte Heilmethode, abgestimmt auf das Krankheitsbild jedes einzelnen Patienten. Dr. Andrew Lockie führt mit seinem Buch in die Grundlagen und die Wirkungsweise der Homöopathie ein.

Zunächst geht es um die Geschichte, die Ursprünge und die Entwicklung der Homöopathie. Hier fällt natürlich auch der Name Dr. Samuel Christian Hahnemann. Der 1755 in Meißen geborene Arzt entwickelte das Heilverfahren, das er Homöopathie nannte. Seit er seine Theorien entwickelte, wurden mehr als 4000 Substanzen aus dem Pflanzen-, Tier- und Mineralienbereich geprüft und in einer Arzneimittellehre zusammengestellt, die mehr als 2000 Homöopathika enthält.

Erklärt wird im Buch genau, wie homöopathische Mittel hergestellt werden. Das aber nur zur Information. Es wird aus verständlichen Gründen davon abgeraten, solche Arzneimittel selbst herzustellen.
Wichtige pflanzliche, mineralische Mittel und tierische Substanzen als Ausgangsmaterial für homöopathische Mittel werden nun in aller Ausführlichkeit und mit Bild vorgestellt. Auch seltener gebrauchte Mittel finden anschließend Beachtung.
Aufgezeigt wird, wie man sich einen Besuch beim Homöopathen vorstellen muss. Hier wird auch von verschiedensten schweren Fällen (alle mit erstaunlichen Heilerfolgen) berichtet. Hieran kann man gut ablesen, wie in einer homöopathischen Praxis gearbeitet wird.

Die homöopathische Selbstbehandlung spielt in diesem Buch eine große Rolle. Doch hier braucht man schon Erfahrung und Urteilsfähigkeit, um Krankheitsbilder richtig einschätzen und das entsprechende Heilmittel finden zu können. Das Kapitel ist aber hierbei in seiner Ausführlichkeit eine große Hilfe. Bei kleineren Beschwerden und Verletzungen können Homöopathika unbedenklich verwendet werden. Zudem gibt im Buch zahlreiche Hinweise darauf, wann besser ein Arzt aufgesucht werden sollte oder muss.
Gegliedert ist das Buch nach den verschiedenen möglichen Beschwerdebildern, die dann noch einmal differenziert werden. Dargestellt werden zudem körperliche und psychische Symptome und unter welchen Umständen sich das Beschwerdebild bessert oder verschlechtert. Anschließend kann man der Tabelle das geeignete Mittel und die entsprechende Dosierung entnehmen.
Es folgen Hinweise zur Ersten Hilfe bei akuten Problemen und eine Zusammenstellung eines Erste-Hilfe-Sets.

„Das große Lexikon der Homöopathie“ ist ein Buch, mit dem man sich die Grundlagen der Homöopathie mit den Wirkstoffen und Anwendungsgebieten gut aneignen kann. Es ist sehr übersichtlich gestaltet, so dass eine Orientierung leicht fällt. Die Texte sind verständlich geschrieben. Es gibt zahlreiche Fotos, viele übersichtliche Tabellen und Checklisten. Zusammengenommen erleichtern diese Informationen die Behandlung kleinerer Beschwerden in Familien, die mehr Eigenverantwortung für die Gesundheit jedes einzelnen Mitgliedes übernehmen möchten. Aber auch begleitende Behandlungsmöglichkeiten der Homöopathen bei chronischen oder schweren Krankheiten werden dargestellt. Zusätzlich gibt es viele grundsätzliche Tipps für Gesundheit und Wohlbefinden.

Über den Autor:
Dr. Andrew Lockie absolvierte nach dem Studium der Medizin eine Ausbildung zum Homöopathen und eröffnete 1978 in London seine erste homöopathische Praxis. Heute hat er eine Praxis in Guildford und lebt mit seiner Familie in der Grafschaft Surrey. Er verfasste mehrere erfolgreiche Bücher, zahlreiche Beiträge für Zeitungen, Zeitschriften und medizinische Fachpublikationen und ist in Großbritannien durch seine Fernsehsendungen zu Gesundheitsthemen bekannt.

Rezension von Heike Rau

Dr. Andrew Lockie
Das große Lexikon der Homöopathie
Wirkstoffe & Heilmethoden
228 Seiten, gebunden, mit über 650 Abbildungen
Dorling Kindersley Verlag, Stuttgart / München
ISBN: 3-8310-0005-0
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Storys aus dem Baguette

Storys aus dem Baguette

Liebesgeschichten und andere Ungereimtheiten

„Johann Willibald Sentega schreibt Geschichten, die so merkwürdig sind, dass die Leute den Kopf schütteln. Meine Damen und Herren möchte ich rufen“ – das mag stimmen, aber nicht nur er. Ich kenne da noch einen – „was sind schon die Sonette eines Shakespeare, die Arien eines Puccini, die Farben eines Chagall“ gegen seine Storys aus einem Baguette, die von Liebesgeschichten und anderen Ungereimtheiten berichten?

Wobei die Ungereimtheiten überwiegen. Oder haben Sie schon mal einen Zettel aus einem Baguette gezogen, darauf eine Geschichte stand? Sehen Sie, ich auch nicht. Merkwürdig und ärgerlich dazu. Vielleicht nur deshalb merkwürdig, weil es mir bisher nicht widerfuhr. Was meinen Sie?

Ich denke mir meinen Teil und lese weiter. Von Rinaldo, der auf einem Platz so laut und mit melodischer Betonung Attenzione ruft, dass ein Mädchen auf dem Fahrrad seinen Kopf dreht. „Ihr Blick folgt den Bällen, die von seinen Händen zum Himmel steigen und vom Himmel in seine Hände fallen. Ting-ting, ting-ting. Wie an der Schnur eines Jojos geht der Blick der Radfahrerin hoch und runter. An der nächsten Kurve fährt sie geradeaus und landet kopfüber im Gras.“ Schön und gut, das kann jedem passieren. Ich muss sogar gestehen, dass ich schadenfroh gelacht habe bei der Landung im Gras, denn schließlich lag ich auch schon im Dreck, nicht nur im Gras. Neugierig will ich wissen, wie es weitergeht. Und was muss ich da erfahren? Dass dieser Rinaldo selbst mit Sternen jongliert und auch der Mond nicht sicher ist vor seinen Händen. Und das soll ich glauben? Nichts als Tagträume und Nachtgespinste!

Da wende ich mich doch lieber dem Fräulein Fabienne zu, die einer vernünftigen Arbeit nachgeht. In einem Call Center sitzt sie an der Hotline für unzufriedene Kunden. Alle Achtung, wie sie das meistert. Gekonnt pendelt ihre Aufmerksamkeit zwischen der Stimme von „Kasimir Kern, der offenbar allen Grund hat, sich zu beschweren“ und der Mappe mit Tipps hin und her. Fabienne macht alles so wie im richtigen Leben. Erst ist sie unbeteiligt freundlich, dann etwas lauter und schließlich sagt sie dem Herrn die Meinung. So kenne ich es auch, wenn ich mich beschwere über die Verspätung oder falsche Lieferung meiner Bestellungen. In das Fräulein vom Dienst hab ich mich aber noch nie verliebt, wie Kasimir Kern es tut. Dabei kennt er doch nur ihre Stimme. Hm, vielleicht ist er Stimmenfetischist. Möglich ist alles, und dennoch merkwürdig, nicht wahr?

Stundenlang könnte ich Ihnen von Ungereimtheiten berichten, die mir in dem Buch begegnet sind. Von Onkel Timo zum Beispiel, der im Lotto gewonnen hatte. Ein glückliches Leben war der Hauptgewinn. Neidisch? Fehlanzeige, denn Onkel Timo hat den Gewinn nicht gewürdigt. Er hat weder Luftsprünge vollführt, noch Wahnsinn gerufen, wie in solchen Augenblicken üblich: „Die Aussicht auf ein glückliches Leben ist allerdings nicht jedermanns Sache. Ein Cabrio oder ein Rasenmäher hätten dagegen einen praktischen Nutzen“ für diesen komischen Timo.

Eines möchte ich Ihnen unbedingt verraten: das Buch ist trotz der „Ungereimtheiten“ bezaubernd im wahrsten Sinne. Ach, Sie meinen, es bezaubert wegen und nicht trotz der Merkwürdigkeiten. Da ist was dran. Peter Pan für Erwachsene, würde ich sagen. Kleine Skizzen, mit leichter Hand gezeichnet. Das Bemerkenswerte daran ist, dass es Detailskizzen sind. Erst zusammen entfalten sie ihre Wirkung. Im Konzert hört man die feinen Töne der einzelnen Geschichten heraus. Das Sammelsurium an Menschlichem und Skurrilem wird durch die Wiederholung sichtbar. Die Brechung des Plausiblen und seine Umkehr ins Irrationale, Wundersame erzeugt Spannung und Staunen. Bei manchen Geschichten geht dem Autor die Lust am Schreiben durch wie wild gewordene Gäule. „und spürte, wie das Licht und die Farben des Tals ihn in einen Rausch versetzten, der eine Schwindel erregende Leichtigkeit erzeugte und ihn für Augenblicke eins mit der flirrenden Sphäre der Landschaft werden ließ.“ Genau das ist es, was ich beim Lesen empfinde: Leichtigkeit, Virtuosität, ein sprühender Wortreigen, der fasziniert.

Ich kann Ihnen das Buch zwar empfehlen, für Risiken und Nebenwirkungen aber wenden Sie sich an des Autors Schalk und Ironie.

Rezension von Dorothea Gilde

Andreas Heidtmann
Storys aus dem Baguette
127 Seiten gebunden
Athena Verlag 2005
ISBN 3-89896-239-3Bestellen

Männersache

Männersache

Im Jahre 1485. Der spitzfindige Hallenser Kaufmann Philipp Gervinus reist nach Magdeburg, während seine Waren auf der „Santa Anna“ ihre Reise antreten. Gervinus will mit Hilfe seines Geschäftsfreundes, dem Schöffen Marcus Alemann, sicherstellen, dass seine Waren auch ankommen und er das Versprechen, dass er dem eigenwilligen Bischof Ernst von Wettin gegeben hat, einlösen kann. Schnellstmöglich muss die Ware also von Hamburg nach Magdeburg gebracht werden, wo der Bischof im Moment weilt. Da kommt es sehr gelegen, dass Alemanns Sohn und dessen hochschwangere Frau auf dem Weg nach Hamburg sind. So scheint alles gut zu laufen, bis der Kapitän der „Santa Anna“ tot im Hafenbecken schwimmend aufgefunden wird. Da die Leiche schlimme rote Pusteln im Gesicht hat, wird das Schiff kurzerhand unter Quarantäne gestellt und auch die Ladung bleibt, wo sie ist.
Um Gervinus’ Geschäfte steht es damit schlecht. Und in welchen seltsamen Geschäften Marcus Alemann gerade unterwegs ist, mag seine Frau, die aus der Ferne eines seltsame Treffen ihres Mannes beobachtet, nicht sagen. Jedoch steht er bald unter Verdacht einen Mord am Bischof geplant zu haben, bei dessen versuchter Ausführung er jedoch festgesetzt wird. Ihre einzige Hoffnung liegt auf Gervinus, der ja aufgrund seiner Geschäfte Kontakt zum Bischof hat. Er soll sich für seinen alten Geschäftsfreund einsetzen. Doch der ist mit seinen eigenen Machenschaften zur Genüge ausgelastet und hat zudem etwas ganz anderes im Sinn.

„Männersache“ ist ein spannender Hansekrimi. Es geht um dubiose Geschäfte, Machtspielchen und Intrigen. Dabei kommt die Handlung ordentlich in Fahrt. Besonders interessant ist die Figur des hintertriebenen Hallenser Kaufmanns Philipp Gervinus, den man aber gar nicht so leicht zu durchschauen vermag. Aber auch die Figur der Ehefrau des Schöffen Alemann in dieser „Männersache“ ist für einige Überraschungen gut. Der Krimi ist kurzweilig und mit viel Humor und Ironie geschrieben. So mache Situation wird unglaublich ausdrucksstark und mit viel Augenzwinkern beschrieben, so dass man um das schöne Gefühl der Schadenfreude nicht herumkommt. Dabei ist es die gekonnte Wortwahl, die zum Staunen bringt. Auch die vielen Wendungen und unerwarteten Ereignisse tragen zu einer guten Unterhaltung bei. Dazu kommt der gut recherchierte Hintergrund. Unbedingt lesen!

Über die Autorinnen:
Waltraut Lewin und ihre Tochter Miriam Margraf haben bisher mehr als 12 Bücher veröffentlicht. Beide leben in Berlin.

Rezension von Heike Rau

Waltraut Lewin / Miriam Margraf
Männersache
Ein Hansekrimi
204 Seiten, broschiert
Die Hanse / EVA Europäische Verlagsanstalt, Hamburg
ISBN: 3-434-52816-4
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Peter James: Stirb ewig

Peter James: Stirb ewig

Für den Junggesellenabend haben sich Michaels Freunde eine ganz besondere Überraschung ausgedacht. Ehe er sich versieht, liegt der junge Mann in einem Sarg unter der Erde irgendwo im Wald. Zusammen mit einer Flasche Whiskey, einem Herrenmagazin, einer Taschenlampe und einem Walkie-Talkie, damit keine Langeweile aufkommt. Die Freunde lassen Michael dann allein, um einen fantastischen Abend in einem Club zu genießen. Doch es kommt anders. Ein Unfall reißt Luke, Pete und Robbo aus dem Leben, nur Josh überlebt schwer verletzt, stirbt jedoch auch wenig später im Krankenhaus.

Die Braut ist am Verzweifeln. Ashley hat keine Ahnung, wo sich ihr Zukünftiger befindet. Eigentlich müsste zumindest sein Geschäftspartner Mark Warren Bescheid wissen. Er wäre beim Junggesellenabend dabei gewesen, wenn sein Flug nicht Verspätung gehabt hätte. Doch der junge Mann gibt vor, keine Ahnung zu haben.

Phil Wheeler und sein erwachsener Sohn Davey, der geistig zurückgeblieben ist, kommen mit ihrem Abschleppwagen zur Unfallstelle. Während der Vater mit der Polizei redet, findet Davey ein Funkgerät. Er sagt jedoch nichts von seinem Fund.

Inspektor Roy Grace wird mit dem mysteriösen Fall betraut. Er soll herausfinden, was wirklich hinter der Geschichte steckt und wo Michael Harrison sich aufhält. Was er und sein Team im Laufe der Ermittlungen herausfinden, sprengt jedes Vorstellungsvermögen.

Dieser Junggesellenscherz allein ist schon makaber genug und dürfte jedem Leser Gänsehaut über den Rücken jagen. Was wirklich dahinter steckt, kann man nicht ahnen, denn es ist nur ein Teil eines unglaublichen Verbrechens, dass da mit Kaltschnäuzigkeit geplant wurde. Hier sind gute Schauspieler am Werk, die auch die Polizei und damit Inspektor Roy Grace ein ums andere Mal auf den Holzweg führen. Dabei ist die Zeit knapp wie nie. Im Sarg steigt das Wasser und die einzige mögliche Kontaktperson verkennt die Lage. Glaubt, alles sei ein Spiel.
Immer wieder wird der Leser mit neuen Wendungen konfrontiert. Immer mehr entwickelt sich die Geschichte zum rasanten Thriller. Der Autor macht es ordentlich spannend und nur ganz langsam wird deutlich, wer die Fäden zieht. Da muss man schon sehen, dass man die Nerven behält. Die Figuren sind gut ausgearbeitet. Besonders der feinfühlige Inspektor Grace, der dem Übersinnlichen nicht abgeneigt ist, und damit für Überraschungen sorgt. Die Handlung bleibt trotzdem schlüssig, auch wenn man so einiges in diesem Sinne nicht erklären kann. Vielleicht ist es gerade die Mischung aus Horror, Krimi und Übersinnlichem, die dieses Buch so faszinierend macht. Also, für alle mit starken Nerven: Unbedingt lesen!

Über den Autor:
Peter James wurde 1948 geboren. Der Schriftsteller und Filmproduzent mag schnelle Autos und hat ein Faible für das Übersinnliche. Er lebte viele Jahre in den USA und war dort als Drehbuchautor und Filmproduzent tätig. Mittlerweile leitet er seine eigene Filmproduktionsfirma in England. Peter James lebt in Sussex und in London.

Rezension von Heike Rau

Peter James
Stirb ewig
Aus dem Englischen von Susanne Goga-Klinkenberg
332 Seiten, gebunden
Scherz Verlag
ISBN: 3-502-10029-2
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