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Monat: März 2006

Dagmar H. Mueller: Amanda und ihr Wackelzahn

Dagmar H. Mueller: Amanda und ihr Wackelzahn

Amanda ist fünf. Das ist eigentlich ganz in Ordnung. Wenn sie doch nur schon einen Wackelzahn hätte. Ihr Bruder Benni ist sechs und hat mittlerweile im Oberkiefer schon eine große Zahnlücke. Damit gibt er mächtig an. Unten wackelt mittlerweile auch ein Zahn. Andauernd reißt er den Mund auf, um seinen Wackelzahn vorzuführen. Mama und Papa kommen aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Hin und weg sind sie vor Begeisterung.

Dann eines Tages hält Bennis Wackelzahn nichts mehr. Darüber ist er rundherum glücklich, kommt doch nun die Zahnfee und erfüllt ihm einen Wunsch. Das macht Amanda so neidisch. Sie will auch ein Geschenk. Da kommt ihr eine tolle Idee. Was wäre, wenn sie Bennis Wackelzahn stibitzt und ihn sich selbst unter das Kopfkissen legt. Die Zahnfee kann doch unmöglich wissen, von wem der Zahn tatsächlich stammt!

Die kleine Geschichte ist für Kinder sehr gut nachvollziehbar. Sie ist sehr einfühlsam, aber auch mit viel Humor erzählt. Auf Amandas Sorgen wird sensibel und mitfühlend eingegangen. Damit ist die Geschichte tröstlich und bereitet Kinder perfekt auf ihren ersten Wackelzahn vor. Gerade der erste ist doch ein besonderes Ereignis für Kinder. Das kann schon mal für Schmerzen sorgen. Aber die sind im Normalfall schnell weggesteckt, kommt doch dann die Zahnfee, um den Zahn gegen ein Geschenk einzutauschen. Kinder werden die spannende Geschichte schnell annehmen.

Auch die Zeichnungen gefallen gut. Sie sind sehr farbenfroh gestaltet. Kräftigen Farben wurde der Vorzug gegeben. Die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet. An ihrem Minenspiel sieht man genau, wie sie sich fühlen. So werden Amandas Kummer oder auch die Begeisterung der Eltern für Bennis Wackelzähne noch deutlicher. Aber es gibt auch viele liebevoll gezeichnete Details in den Bildern zu entdecken.

Rezension von Heike Rau

Dagmar H. Mueller / Kerstin Völker
Amanda und ihr Wackelzahn
Amanda wünscht sich einen Wackelzahn, damit auch zu ihr endlich die Zahnfee kommt
ISBN:3219111696
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Die Tochter der Schlange

Die Tochter der Schlange

Mit zwölf Jahren muss Lîahnee die Rolle als Hüterin des Volkes der Lehârn übernehmen. Eine Rolle, die sie nie hatte haben wollen. Sie hofft darauf, dass sich mit ihrem fünfzehnten Geburtstag, das ist der Tag an dem die offizielle Initiation stattfinden soll, ihre magischen Kräfte endlich entfalten. Doch nur mit der Hilfe ihres Bruders Minohem besteht sie die letzte Prüfung vor der Weißen Schlange.

Minohem besteht darauf, dass Lîahnee weiterhin den Schein wahrt. Das Volk soll nicht wissen, dass die Hüterin nicht über besondere magische Kräfte verfügt. Dennoch verlässt Minohem seine Schwester, um fortan weit weg im alten Turm zu wohnen. Die alten Bücher aus längst vergangenen Zeiten nehmen ihn gefangen. Bücher über Schwarze Magie, die er studieren möchte.

Bald gerät Lîahnee in eine Lage, vor der sie sich immer gefürchtet hat. Drachen fallen über das Land her und der Bruder wird gebraucht, um einen Abwehrzauber zu tun. Viel zu spät trifft er ein und dennoch gelingt es den Geschwistern abermals, das Volk zu täuschen. Doch als seltsame Wölfe das Land angreifen und er wieder helfen muss, behält er das Geheimnis nicht mehr für sich. Er behauptet selbst, und nur mit Hilfe von Lîahnee, die Wölfe verbannt zu haben. Es scheint, als gehe mit Minohem eine seltsame Wandlung vor.

Kaum ist Lîahnee im heiratsfähigen Alter, sagt sich Besuch an. Zunächst verhält sie sich abweisen Prinz Kenehal gegenüber. Doch dann entdecken die beiden Gemeinsamkeiten. Minohem erkennt, dass er seine Schwester verlieren wird und das macht ihn sehr wütend. Tatsächlich macht Prinz Kenehal bald darauf Lîahnee einen Heiratsantrag. Minohem erscheint zur Verlobung nicht. Aber Prinz Kenehal muss noch ein Versprechen einlösen und Minohem im alten Turm besuchen.

Von dieser Reise kommt er nicht zurück. Lîahnee, die sich auf die Suche nach ihrem Verlobten macht, muss erkennen, dass sie sich in ihrem Bruder getäuscht hat. Nicht nur Prinz Kenehal ist in erster Gefahr, auch sie selbst muss die Macht Minohems von nun an fürchten.

„Die Tochter der Schlange“ ist ein ganz besonderer Fantasy-Roman. Die Autorin verzichtet auf die gängigen Klischees und verzaubert den Leser mit einer Geschichte, die ausgesprochen gut gefällt. Die friedfertige Lîahnee muss erkennen, dass ihr Bruder sie getäuscht hat. Gegen seine schwarze Magie kommt sie nur sehr beschränkt an. Um überhaupt am Leben zu bleiben, muss sie einen hohen Preis zahlen und ohne ihre Erinnerungen in einem anderen Land weiterleben. Es gibt also zwei voneinander zunächst unabhängige Erzählstränge, die aber am Ende zusammengeführt werden. Auch wenn es immer wieder sehr spannende Szenen gibt, so ist das Buch doch eher ein ruhiges. Das mag am Schreibstil der Autorin liegen und am wunderbar leicht wirkenden Erzählrhythmus. Man kann sich sehr gut auf die Geschichte einlassen, versinkt regelrecht darin.

Über die Autorin:
Evelyne Okonnek wuchs im Schwarzwald auf. Sie studierte Germanistik und Spanisch und arbeitete nach verschiedenen Jobs ein paar Jahre in einer Werbeagentur. Die Autorin lebt und arbeitet in Nehren bei Tübingen.

Rezension von Heike Rau

Evelyne Okonnek
Die Tochter der Schlange
Reihe: Meister der Fantasy
348 Seiten, gebunden
Verlag Carl Ueberreuter, Wien
ISBN: 3-8000-5221-0
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