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Monat: April 2006

Frühling, Sommer, Herbst und Winter

Frühling, Sommer, Herbst und Winter

Gezeigt werden in diesem Bildband faszinierende Naturaufnahmen. Die Fotos stammen von renommierten Fotografen. Es sind einzigartige Nahaufnahmen, die zeigen, wie die Natur sich mit den Jahreszeiten verändert. Die Texte dazu sind interessant und so geschrieben, dass auch Kinder sie inhaltlich verstehen können.

Sehen wir uns das Kapitel „Frühling – Die Natur erwacht“ näher an.
Gleich auf der ersten Seite kann man eine Reihe von Blüten betrachten, ganz aus der Nähe, als würde man eine Lupe zu Hilfe nehmen, um alles ganz genau erkennen zu können.
Nicht nur die Pflanzen erwachen zu neuem Leben. Im April oder Mai erwachen die Gartenschläfer aus ihrer Winterruhe. Auf den Bilder kann man die Tiere mit ihrem Nachwuchs sehen.
Die Knospen beginnen sich zu entfalten, an den Bäume wächst das erste frische Grün, wie ein ganzseitiges Bild eines Waldes sehr eindrucksvoll zeigt.
Interessant ist auch das Bild einer Biene, die über und über mit dem Blütenstaub der Weidenkätzchen bedeckt ist.
Wer aufmerksam durch die Natur geht, kann Vogelnester entdecken. Auch im Buch kann man die Nester mit Eiern von Sperling und Sumpfschnepfe betrachten. Da kann auch mal ein Kuckucksei dabei sein. Wie es aussieht, wenn ein kleiner Vogel, den großen Kuckuck füttern muss, zeigt ein weiteres Bild.
Auch in Weihern oder Tümpeln gibt es im Frühling Interessantes zu entdecken. Froschlaich zum Beispiel, der aussieht, wie ein Gebilde aus Seifenblasen.
Wenn die ersten Bäume blühen, ist die Begeisterung groß. Auch das vermittelt ein ganzseitiges Bild. Aber es gibt noch viel mehr zu sehen.
Zu allen Bildern gehören passende Texte. Hier wird Interessantes und Lehrreiches aus der Natur auf sehr unterhaltsame Art und Weise vermittelt.

Die anderen Kapitel sind ebenso gestaltet. Auch hier sind die Bilder nach der Entwicklung der Natur in den entsprechenden Jahreszeiten gegliedert. Die Fotos sind spektakulär. Oft wurde aus ungewohnter Perspektive fotografiert. Immer wieder sind die Bilder stark vergrößert, so dass Einzelheiten zu sehen sind, die man mit bloßem Auge, nicht erkennen könnte. Und auch auf eine gute Stimmung wurde geachtet. Dabei sind es oft die interessanten Lichtverhältnisse, die auffallen. Am Ende des Buches wartet noch ein Überraschung auf die jungen Leser. Es ist ein Bildersuchrätsel.
Das Buch eignet aber nicht nur für Kinder, sondern für Leser jeden Alters. Es lädt nicht nur zum Ansehen ein, sondern auch zum eigenen Entdecken der Natur, die man dann, mit durch das Buch geschärften Sinnen, mit anderen Augen und viel aufmerksamer betrachten kann.

Rezension von Heike Rau

Béatrice Fontanel
Frühling, Sommer, Herbst und Winter
Die schönsten Bilder aus der Natur
128 Seiten, gebunden
ab 4 Jahren
Ravensburger Buchverlag
ISBN: 3-473-55110-4
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Müde bin ich Känguru

Müde bin ich Känguru

Teresa, noch keine 16, lebt bei ihrem Vater Hannes und dessen zweiter Frau Betty. So hat Teresa noch vier Stiefgeschwister. Teresa ist das fünfte Rad am Wagen. So fühlt sie sich jedenfalls. Von Betty wird sie geduldet, nicht geliebt. Vater Hannes sieht nichts und hört nichts. Er verschließt sich Problemen weitgehend. Die Sache mit Sophie hat er abgehakt. Daran will er sich nicht erinnern, auch nicht für Teresa, die gerne mehr über ihre Kindheit erfahren würde.

Um Familientreffen zu entgehen, erfindet Teresa Treffen mit ihrer Mutter Sophie. Treffen sich Mutter und Tochter wirklich einmal, wird das zum Abenteuer. Sophie hat eine tolle Masche drauf, so dass das Leben sich für einen kurzen Moment extravagant anfühlt. Teresa wird sich daran wohl nie gewöhnen. Betty befürchtet, dass Sophies Charaktereigenschaften auf Teresa abfärben. Doch Teresa ist nicht schwach und maßlos, sondern diszipliniert und zielstrebig. Da Töchter aber immer nach ihren Müttern kommen müssen, will keiner das erkennen. Betty weiß nicht einmal, dass Teresa auch lustig sein kann, aber eben nur wenn die Stiefmutter nicht hinsieht.

Teresa wird geduldet in der Familie, nicht mehr und nicht weniger. Sie bekommt, was man zum Leben braucht und kein bisschen mehr. Dass sie damit unglücklich ist, fällt nicht auf. Es interessiert schließlich niemanden. Doch Teresa ist jetzt in einem Alter, wo sie sich nicht mehr alles gefallen lassen will, das Misstrauen ihr gegenüber nicht mehr hinnimmt und auch mal kontert. Wohl oder übel müssen sich Betty und Hannes damit auseinandersetzen.

Teresas Geschichte macht betroffen. Es ist eine Familien-Bestandsaufnahme, sehr schonungslos und doch auch überraschend offen geschrieben. Die Autorin deckt die Strukturen einer ganz und gar nicht perfekten Familie auf und zeigt auf jede empfindliche Stelle. Besonders Betty als Mutter wird sehr unfähig und hilflos dargestellt. Sie ist eine Frau, die ihren eigenen Ansprüchen nicht genügt, die sich als Familienmanagerin sieht und doch alle Arbeit auf andere abwälzt. Sie schafft sich ihre eigene Wahrheit von der perfekten Haus- und Ehefrau weit ab von der Realität. Doch Teresa sieht über den Tellerrand hinaus. Sie begegnet ihrer Stiefmutter auf eine sehr gerissenen Art und Weise, wie es nur humorvolle Menschen tun können. Zwar ist sie traurig über ihre Lage, aber auch realistisch gegenüber ihren Möglichkeiten. Sie wird nicht untergehen. So viel Hoffnung lässt die Autorin ihren Lesern.

Über die Autorin:
Elfriede Hammerl studierte Germanistik und Theaterwissenschaft an der Uni Wien. Sie ist Kolumnistin beispielsweise bei „Vogue“, „Stern“ und „Kurier“. Sie schrieb aber auch Kurzgeschichten und Essays für diverse Magazine. Sie erhielt 1999 den Publizistikpreis der Stadt Wien, den Frauenpreis 2002 und 2004 den Concordia Preis. Elfriede Hammerl lebt in der Nähe von Wien.

Rezension von Heike Rau

Elfriede Hammerl
Müde bin ich Känguru
Nachrichten aus dem Krisengebiet Patchwork-Familie
254 Seiten, gebunden
Deuticke im Paul Zsolnay Verlag Wien
ISBN: 3-552-06017-0
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Mörderische Dividende

Mörderische Dividende

Patricia Anne lebt zusammen mit ihrem Mann Fred in Birmingham. Ihre Nachbarn sind das Ehepaar Mitzi und Arthur. Mitzis Mann Arthur scheint auf Abwege gekommen zu sein. Fred hat ihn mit einer anderen Frau im Shakey’s gesehen. Patricia Anne ist pikiert, dass dieses Treffen so offiziell stattgefunden hat und Fred damit Tratsch und Klatsch die Türen geöffnet hat. Dann kann sie selbst sogar noch ein weiteres Treffen im Hunan Hut beobachten, allerdings mit einer anderen Frau. Auch Mary Alice, die Schwester von Patricia Anne, sieht die Sache mit Staunen. Wilde Spekulationen stehen auf der Tagesordnung. Dass Arthur ihr nur eine Versicherung verkauft hat, glaubt niemand. Da gerät der neu zu gründende Investmentclub beinahe in Vergessenheit.

Dann passiert das Unglaubliche. Als Arthur und die Fremde zum Auto gehen, passiert irgendetwas mit der Frau. Scheinbar erleidet sie einen Anfall. Die Sache ist keineswegs harmlos, denn sie stirbt. Es soll ein Giftmord gewesen sein. Und der einzige Verdächtige ist Arthur selbst.

Auch in der Familie stimmt etwas nicht. So wie es aussieht hat die Schwiegertochter Mary Alices Sohn verlassen und sucht nun im Haus Unterschlupf. Lisa erzählt, dass Alan eine andere hat. Einen Mordverdächtiger in der Nachbarschaft und eine ziemlich durcheinander geratenen Schwiegertochter im Haus – das war es noch lange nicht. Ganz plötzlich wird der alte Hund krank und brauch alle Fürsorge. Und dann war ja da noch der Investmentclub.

Erzählt wird die turbulente Familiengeschichte aus der Sicht Patricia Annes, einer älteren, sehr neugierigen Frau, die immer gut über alles und jeden informiert sein möchte und dafür auch mal was riskiert. Ihre Schwester Mary Alice steht ihr da in nichts nach. Nur geht sie weniger gefühlvoll an die Dinge heran. Sie ist wenig taktvoll und „unverfroren wie ein Kanonenofen“. Das nimmt ihr aber kaum einer übel. Die beiden Schwestern versuchen, dem wahren Mörder auf die Spur zu kommen. Im Herumschnüffeln und Hinterherspionieren haben sie Übung. Dass sie damit erfolgreich sind, kann ihnen niemand absprechen.

Das Buch ist gut geschrieben, mit viel Humor und Wortwitz. Die Schwächen und Eigenheiten der Schwestern, samt den leidigen Altererscheinungen, werden ordentlich ins Licht gerückt. Es gibt viele komische Szenen und witzige Dialoge. Und spannend, wie es sich für einen Krimi gehört, ist es auch. Das skurrile Schwesternpaar ist wirklich unschlagbar. Unbedingt lesen!

Über die Autorin:
Acht Krimis um die „Southern Sisters“ hat Anne George geschrieben. Dafür erhielt sie den Agatha Award. Außerdem veröffentlichte sie einen literarischen Roman und Lyrik, wurde dafür für den Pulitzer-Preis nominiert und zum „Alabama State Poet“ ernannt. Außerdem gründete sie den Verlag Druid Press. Anne George starb 2001 an den Folgen einer Operation.

Rezension von Heike Rau

Anne George
Mörderische Dividende
Kriminalroman
Deutsch von Christiane Filius-Jehne
300 Seiten, Klappenbroschur
dtv premium
Deutscher Taschenbuch Verlag München
ISBN: 3-423-24511-5
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