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Monat: April 2010

Justine Lévy: Schlechte Tochter

Justine Lévy: Schlechte Tochter

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Wie soll Louise ihrer Mutter nur sagen, dass sie von Pablo ein Kind erwartet. Ihrer Mutter, die Krebs hat, die im Sterben liegt. Der ganze Stress und die doppelte Sorge um Kind und Mutter sind einfach zu viel. Darf Louise sich auf ihr Kind freuen, angesichts des Todes? Darf sie glücklich sein?
Während das Baby in ihrem Bauch wächst, entwickelt sich ihre Mutter zurück zum Kind und muss umsorgt werden, wie bald das Baby umsorgt werden muss.
Louise sagt es ihrer Mutter schließlich, doch es ist nicht klar, ob die Mutter die frohe Botschaft überhaupt noch auf nehmen kann.
Als die Mutter dann gestorben ist, kommen die Erinnerungen. Louise will keinesfalls als Mutter so unzuverlässig sein, wie ihre war. Erst durch die Krankheit sind beide sich näher gekommen. Auch deswegen fühlt Louise sich nun allein gelassen ohne den Rat der Mutter.

Durch und durch traurig ist die Lebensgeschichte Louises. Die Geschichte ist aus ihrer Sicht geschrieben, wobei der Schwerpunkt auf ihren Gedanken liegt. Ohne Pausen fließt der Text, ungebremst und frei formuliert. So wie Gedanken nun einmal sind. Gedanken, die sich nicht verdrängen lassen, die man nie aussprechen würde. Es ist ein sehr privates Buch. Fast fühlt man sich als Leser wie ein Eindringling in eine geheime Welt, auch weil die Geschichte autobiografische Züge trägt.
Das Buch berührt zutiefst. Wie Louise möchte man fliehen und kann es nicht. Louise weiß nicht mehr, wohin sie gehört. Doch ihre Zukunft ist vorbestimmt. Sie wird ein Kind bekommen, auch wenn ihr das Schuldgefühle macht, wo doch ihre Mutter stirbt. Die ganzen unaufgearbeiteten Probleme zwischen den beiden kommt zum Tragen. Aufarbeiten muss Louise die Vergangenheit allein, auch wenn Pablo ihr zur Seite steht.
„Schlechte Tochter“ oder „Schlechte Mutter“. Das Buch könnte beide Titel tragen. Und es würde doch nicht ganz stimmen.

Rezension von Heike Rau

Justine Lévy
Schlechte Tochter
Aus dem Französischen von Claudia Steinitz
176 Seiten, gebunden
Verlag Antje Kunstmann
ISBN-10: 388897643X
ISBN-13: 978-3888976438

Arno Geiger: Alles über Sally

Arno Geiger: Alles über Sally

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Ehe und Liebe, eine Zeitreise…

Sally und Alfred erreicht in England die unerwartete Nachricht, dass in ihr Haus in Wien eingebrochen wurde. Eiligst betreiben sie ihre Rückreise aus dem Urlaub und finden zu Hause ein trauriges und unheimliches Chaos vor.

Zwischen den Zeilen ist sofort spürbar, dass die beiden in einer Krise stecken. Sie sind Anfang bis Mitte fünfzig. Dreißig Jahre sind sie verheiratet, und die halb erwachsenen Kinder beginnen, ihre eigenen Wege zu gehen. Da fragt man sich schon einmal, ob das nun alles gewesen sein soll!

In ausdrucksvollen und charakteristischen Rückblicken rollt Arno Geiger die Szenen einer Ehe auf, wie sie im Leben vieler Ehepaare nach Jahren zu finden sein mögen.

In Kairo lernten sie sich einst kennen und waren voller Zukunftserwartung und Lebensfreude. Heute sind sie im Alltagstrott erstarrt. Sally bemüht sich, den Familienclan zusammenzuhalten, sucht dann aber doch Abwechslung mit dem besten Freund ihre Mannes. Ob die Affäre ihre Probleme lösen wird? In ihrer gradlinigen Art sucht Sally die Auseinandersetzung mit Alfred, dem sie aufrichtig und hart die Meinung sagt. Sein Phlegma, seine Hypochondrie und seine Antriebsarmut sind zu viel für sie! Von Scheidung ist schließlich gar die Rede…

Sally ist die Starke und Überlegene in dieser Ehe. Sie ist immer mit Schwung bei der Sache – auch bei ihrem Ehebruch.

Wie Sally ihren Mann beobachtet und Arno Geiger die Schwächen von Alfred herausarbeitet, dieses schon etwas ältlichen Mannes, das stammt direkt aus dem Leben und überzeugt mit kolossaler Realitätsnähe. Es zeigt sich am Ende einmal mehr, dass ein langes Leben zusammenschweißt, weil alte Vertrautheiten verbinden und die Vergangenheit in die Zukunft wirkt. Sich kennen heißt auch, sich mit eigenen und fremden Unzulänglichkeiten abzufinden. Die Zweisamkeit über alle Widrigkeiten hinweg zu retten, wird hier zu einem lohnenden Lebensabenteuer. Arno Geiger belebt seine Figuren mit viel Leidenschaft und Verve. Die Lektüre ist kurzweilig und regt zu eigenen Reflexionen an.

Inzwischen ist der Roman weit oben auf den Bestsellerlisten angekommen, und Arno Geiger beweist einmal mehr sein Können.

Arno Geiger
Alles über Sally
363 Seiten, gebunden
Verlag: Hanser
ISBN-10: 3446234845
ISBN-13: 978-3446234840

Katja Kiefer: Die Waldpiraten – Das Schiff in den Bäumen

Katja Kiefer: Die Waldpiraten – Das Schiff in den Bäumen

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Es ist ein schöner Tag. Trotzdem hat Häschen Hotte Langeweile. Im Wald ist einfach nichts los. Lustlos spaziert Hotte herum, bis er eine Strickleiter an einem Baum entdeckt. Hotte ist derart neugierig, dass er sofort hinaufklettert. Oben angekommen traut er seinen Augen kaum. Er ist in einem Baumhaus, das schöner nicht sein könnte. Der Raum ist vollgestellt und unordentlich und doch auch wunderschön. Es sieht nicht so aus, als ob hier einer wohnt. Doch dann steht auch schon jemand mit hinter ihm, piekt ihn in den Rücken und brüllt „Hände hoch!“. Ein Igel behauptet, dass die Bude ihm gehört. Doch das sagt auch das Eichhörnchen, dass eben aus dem Schrank gekommen ist. Igel und Eichhörnchen streiten lautstark. Doch dann fliegt ein Vogel zum Fenster herein, der der festen Meinung ist, dass das Baumhaus sein zu Hause ist. Der Streit will gar kein Ende nehmen. Doch dann schlägt der Vogel vor, aus dem Baumhaus eine gemeinsame Bude zu machen. Da wollen natürlich alle mitmachen, auch Häschen Hotte. Die vier wollen eine richtige Bande sein und der Igel der Kapitän der Mannschaft. Aber braucht man da nicht auch ein Schiff?

Das Buch dürfte bei Kindern schon durch das schöne Cover Aufmerksamkeit erregen. Die vier Figuren, die hier abgebildet sind, und die das Geschehen bestimmen, sind wirklich lustige Gesellen. Die Geschichte ist dann auch wie erwartet, spannend und humorvoll zugleich. Die Autorin hat sich eine Menge einfallen lassen. Überraschungsmomente gibt es viele. Es ist interessant zu verfolgen, wie die vier Tierkinder sich zusammenraufen und schließlich Freunde werden. Auch das Umfeld, in der die Geschichte spielt, stimmt. Der Wald und das Baumhaus sind mit Sinn fürs Detail gezeichnet. Für Kinder gibt es sehr viel zu sehen. Allein die kleinen Käferchen zu entdecken, die den Wald bevölkern, macht viel Spaß. Und was es erst im Baumhaus alles zu entdecken gibt! Das gibt Stoff zum Träumen! Die Zeichnungen zeugen von sehr viel Fantasie.
Aber damit nicht genug. Für ausgelassene Stimmung sorgt „Das Lied von den Waldpiraten“, das einfach nachzusingen ist, wenn man Noten lesen kann. Begleitet werden kann mit der Gitarre, allerdings sind die Griffe nicht ganz einfach. Ein Brettspiel gibt es auch noch. Es ist ein Wettrennen zwischen den Mitspielern. Wer zuerst beim Piratenschiff ist, hat gewonnen. Allerdings gilt es auf dem Weg dahin einige Hindernisse zu überwinden.

Rezension von Heike Rau

Katja Kiefer
Die Waldpiraten
Das Schiff in den Bäumen
32 Seiten, gebunden
ab 3 Jahren
Georg Olms Verlag
ISBN-10: 3487088428
ISBN-13: 978-3487088426

Jan Faktor: Georgs Sorgen um die Vergangenheit

Jan Faktor: Georgs Sorgen um die Vergangenheit

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Opulentes Familiengemälde im Prag der Nachkriegszeit.

Schon bei den ersten Zeilen sieht man sich in diesem Roman sogleich in eine aberwitzige, amüsante und mitreißende Familiengeschichte versetzt. Lebendige und spritzige Sätze wecken Neugier auf einen turbulenten Alltag in einer komischen und von vielerlei bunt gefärbten Charakteren bewohnten Hausgemeinschaft in Prag. Wir befinden uns in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Das weibliche Geschlecht überwuchert die Räume mit allem möglichen und unmöglichen Mobiliar und verwandelt die Wohnung in ein verschachteltes Labyrinth. Georg erlebt gerade die Pubertät mit allen Bedrängnissen, die diese Lebensphase so mit sich bringt. Umgeben von vielen Tanten, einer schönen und intelligenten Mutter und der sehr geliebten Großmutter Lizzy ist das Erwachsenwerden nicht ganz leicht.

Das Haus und die Lebensgewohnheiten der Bewohner sind teilweise von umwerfender Komik, mit Sicherheit aber äußerst ungewöhnlich. Im Umfeld mehr oder weniger schöner jüdischer Frauen aufzuwachsen ist eine Besonderheit an sich. In dem ganzen Durcheinander der Hausbewohnerinnen gibt es dann aber doch einen Mann, als einzigen Nichtjuden den Onkel „ONKEL“. Sex und Liebe, Gerüche und Gespräche: die  Gemeinschaft ist unübertroffen mit allen Details gezeichnet, und Georg nimmt alles mit wachen Augen und Ohren auf und zieht seine Schlüsse aus seinen Eindrücken.

Die unsägliche Vergangenheit in diversen KZs bleibt allerdings ein Geheimnis, denn darüber spricht man nicht.

Einer Komödie gleich gestaltet sich der Einstieg ins Leben für den jungen Georg mit unterhaltsamen und lustigen Erlebnissen. Seine Jugend entspricht nicht der Norm. Skoda, sein Freund, findet ebenso Erwähnung wie seine langjährige und viel ältere Geliebte Dana, die sich den Künsten verschrieben hat. Die Liebeserlebnisse- und Freuden sind in deftiger Sprache gehalten und verlassen nie die Pfade der Komik.

Haben wir es mit einem Schelmenroman, einem Entwicklungsroman oder einer skurrilen Familienlegende zu tun? Auf jeden Fall bietet die in lakonischem Ton gehaltene Erzählung auch einen Überblick über die politische Geschichte der Tschechoslowakei und Prags in den letzten sechzig Jahren. Sozialismus, Kommunismus und Prager Frühling können nicht unerwähnt bleiben mit ihren Folgen für den Clan. In schwejkscher Manier  nimmt niemand wirklich Schaden, aber natürlich gibt es Todesfälle und besondere Vorkommnisse in großer Zahl.

Man sollte Zeit mitbringen, um sich in die Feinheiten des Romans zu vertiefen, der nicht von einer fortlaufenden Handlung lebt, sondern das fantasievolle Gebilde einer grotesken und launigen Familiengeschichte bietet. Im Zentrum des Geschehens steht Georg mit seiner ausgeprägten Beobachtungsgabe, mit der er die skurrilen und schrulligen Einzelwesen und ihre Eigenheiten zum Leben erweckt.

Jan Faktor ist ein Erzähler mit der Kunst des Fabulierens, dessen Erzählstil ausufernd ein filigranes Gebilde aufzeigt, das schließlich zu einem schlüssigen Ende führt.

Der hoch zu lobende Roman ist gewand und farbenfroh konzipiert. Wenn man auch nach der Mitte des Romans ermüdet sein mag von all’ den vielen Einzelheiten, so bleibt man doch dabei, weil die Neugier auf die  kurzweiligen Geschichten bestehen bleibt.

Jan Faktor
Georgs Sorgen um die Vergangenheit
Gebundene Ausgabe: 636 Seiten
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
ISBN-10: 3462041886
ISBN-13: 978-3462041880

Marc Grollimund und Isabelle Hannebicque: Prima Klima mit Pflanzen

Marc Grollimund und Isabelle Hannebicque: Prima Klima mit Pflanzen

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Zimmerpflanzen können Räume nicht nur verschönern und wohnlicher machen. Sie können auf dafür sorgen, dass die Luft in den Zimmer verbessert wird. Diese kann nämlich durch die verwendeten Farbanstriche, die Bodenbeläge oder die Möbeln und Polstermöbeln belastet sein. Das wiederum kann zu gesundheitlichen Problemen bis hin zu Allergien führen. Pflanzen können helfen, die Schadstoffbelastung in den Räumen zu vermindern.

Zunächst werden die Schadstoffe benannt, die unsere Raumluft belasten können. Es wird geklärt, woher diese stammen. Danach wird vermittelt, wie Pflanzen, die Luft reinigen und die Qualität der Raumluft verbessern können. Grundsätzliches, dass beim Aufstellen und Pflegen der Blumentöpfe zu beachten ist, wird geklärt. Je nach Raum und Raumnutzung, von Küche bis Arbeitszimmer, werden Pflanzen vorgeschlagen, die man aufstellen kann, um das Raumklima zu verbessern.

Es folgen die Pflanzenporträts. Fast 40 Pflanzen werden vorgestellt, die für eine natürliche Entgiftung der Räume sorgen sollen. Dazu zählen zum Beispiel die Birkenfeige, die Dieffenbachie, der Drachenbaum und der Efeu. Wer lieber blühende Pflanzen mag, kann es mit Flamingoblume, Azalee oder Gerbera versuchen.

Es ist einigermaßen erschreckend zu lesen, in welcher Art und Weise unsere Raumluft verunreinigt sein kann. Wenn man das so liest, wird der Blick auf das Wohnumfeld sehr viel kritischer. Man erfährt aber auch, wie man bei der nächsten Renovierung für Verbesserung sorgen kann.
In diesem Zusammenhang ist es natürlich auch ausgesprochen interessant, zu erfahren, welche Pflanzen sich als Luftreiniger bewährt haben. Es ist ganz einfach, hier die entsprechenden Topfpflanzen auszuwählen. Sie sind auch alle im Gartenmarkt zu bekommen. Es sind unter der Auswahl an Pflanzen keine Exoten, die schwer zu beschaffen wären. Man erfährt alles über die Pflege und Gesunderhaltung der Pflanzen, damit sie gut wachsen und man lange Freude an ihnen hat. Selbstverständlich gibt es auch Fotos der Pflanzen. Und durch die Listen, die zeigen, welche Pflanze für ausgewählte Bereiche empfehlenswert sind, kann man eine gezielte Auswahl treffen und damit dann auch einen Raum passend verschönern, mit großen ausladend wachsenden Grünpflanzen, aber auch mit kleinen Töpfen blühender Pflanzen. Ganz wie es gefällt.

Rezension von Heike Rau

Marc Grollimund und Isabelle Hannebicque
Prima Klima mit Pflanzen
Aus dem Französischen von Ulla Schuler
128 Seiten, 120 Farbfotografien
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN-10: 3800159910
ISBN- 13: 978-3800159918

Raymond Federman: Eine Liebesgeschichte oder sowas

Raymond Federman: Eine Liebesgeschichte oder sowas

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Emigrantenschicksal einmal anders erzählt.

Eines Tages im Februar oder März zu Beginn der fünfziger Jahre an einem regnerischen Tag in New York sehen sich zwei Menschen zum ersten Mal: ein zaghaftes Lächeln bringt sie zusammen, den aus Frankreich geflüchteten Juden Moinous, der sich nur mühsam mit Gelegenheitsarbeiten durchschlägt, und die aus einer konservativen alteingesessenen Familie aus Boston stammende Sucette. Sie ist aus ihrer Gesellschaftsklasse ausgebrochen und beteiligt sich an politischen Demonstrationen gegen die Missstände in ihrem Land.

Nach der ersten Begegnung ist ausgemacht, dass sie sich wieder sehen werden. Gäbe es nicht die Taube Charlie, mit der sich Moinous angefreundet hat, -er wäre ganz alleine auf der Welt!

Moinous soll schon bald die Familie in Boston kennen lernen. Für das ungleiche Paar bleibt der Besuch unvergesslich.

Das Haus der Familie, das saturierte Benehmen der Familienmitglieder und das vornehme Ambiente mit Butler und Dienstboten versetzt Moinous in eine Art Trance, in der er alle anwesenden Familienmitglieder von den Nichten bis zur Urgroßmutter visionär entkleidet sieht und sie bei obszönen Handlungen beobachtet. Anders kann er sich diesem prätentiösen Gehabe nicht entziehen, bei dem er sich klein und erbärmlich vorkommt. Zwischen Moinous und Sucette, der er von seinen Visionen erzählt, entbrennt ein heftiger Streit. Auf die Vorhaltungen von Sucette über seine mangelnde geistige Integrität antwortet Moinous mit den treffenden Worten: “wir leben alle wie Küchenschaben in den Winkeln unserer verschrobenen Vorstellungen… schwanken hin und her zwischen Drüsenfunktionen und purer Lüsternheit, zwischen Einsamkeit und geistigem Unwohlsein“. Er fährt fort, ihr seine Ansichten vorzustellen, die von Ironie und Sarkasmus getragen direkt und ehrlich sind. Unabhängig davon treibt ihn die unstillbare Sehnsucht nach Liebe und Heimat zu ihr hin.

Die Liebesgeschichte nimmt einen unerwarteten Verlauf : Fiktion und Wirklichkeit verschwimmen zu einem undefinierbaren Ganzen, denn Sucette schreibt einen Roman, der den Leser überraschen wird.

Nicht die Liebesgeschichte alleine steht im Fokus der Erzählung sondern auch das in den fünfziger Jahren von der McCarthy-Ära und vom Koreakrieg gebeutelte Amerika. Man sieht sich im Verlauf der Handlung mit einer heftigen und kritischen Analyse der amerikanischen Lebensweise konfrontiert. Witzig, immer wieder sarkastisch und mit beißendem Humor zeigt der biographisch gefärbte Roman von Raymond Federmann, wie man sich als Immigrant im Land der unbegrenzten Möglichkeiten fühlte.  In der Liebesgeschichte wird von den Hoffnungen und Träumen erzählt, die, wie könnte es anders sein, in Enttäuschungen münden werden.

Geistreich, witzig und brillant geschrieben, zeigt das Werk ein  ungewöhnliches in New York angesiedeltes Emigrantenschicksal. Raymond Federman ist ein großer Erzähler, der zu den amerikanischen Klassiken zählt. Der Roman wurde 1985 erstmals veröffentlich und 1986 mit dem American Book Award ausgezeichnet.

Raymond Federman
Eine Liebesgeschichte oder sowas
Übersetzt von Peter Torberg
221 Seiten, gebunden
Matthes & Seitz Berlin
ISBN-10: 3882216824
ISBN-13: 978-3882216820