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Monat: Dezember 2010

Jean-Claude Mourlevat: Winterspiele

Jean-Claude Mourlevat: Winterspiele

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Das Leben im Internat ist alles andere als schön. Milena und Helen erfahren Liebe und Fürsorge nur durch ihre Trösterinnen, die sie allerdings nur wenige Male im Jahr besuchen dürfen.
Als Helen wieder, von Milena begleitet, ihre Trösterin aufsucht, treffen die beiden auf dem Hinweg Milos und Bartolomeo aus dem Internat für die Jungen, zu denen sonst der Kontakt verboten ist. Namen werden ausgetauscht. Briefe sollen über den Iltis mit dem Wäschekarren überbracht werden. Es gibt keinen anderen Weg.

Als Helen von ihrer Trösterin wiederkommt, muss sie feststellen, dass Milena nicht, wie eigentlich üblich, in der Bibliothek gewartet hat. Das Mädchen hat einen Brief hinterlassen. Sie ist geflohen.
Dafür muss eine andere Mitschülerin büßen, so verlangen es die strengen Vorschriften des Internats. Catharina wird im dunklen Keller des Internats eingesperrt und größtenteils sich selbst überlassen.

Durch einen Brief von Milos erfährt Helen, dass Milena zusammen mit Bartolomeo geflohen ist. Es gelingt ihr, sich nachts davon zu schleichen, um sich mit Milos zu treffen. Die beiden belauschen eine geheime Zusammenkunft des Lehrerpersonals. Auch Van Vlyck, einer der Anführer der Phalanx, der gefürchteten Machthaber im Land, ist anwesend.
Zum ersten Mal hört Helen, dass sie eine Bedrohung für die Menschheit sein soll, genau wie ihre Eltern einst. Es kommt auch zur Sprache, dass zwei Jugendliche geflohen sind. Helen und Milos erfahren, dass beide gejagt werden sollen. Mills, der Chef der Regionalpolizei, wird von Van Vlyck beauftragt, Bartolomeo und Milena einzufangen. Zu diesem Zweck wird ein Hundeführer mit einer Meute aus Hundemenschen eingesetzt werden.

Catharina sitzt unterdessen weiter im Kerker. Durch die Hilfe ihrer Aufseherin, wird ihr dann doch die Flucht ermöglicht. Genau zu dem Zeitpunkt, an dem auch Helen und Milos ihr zur Hilfe kommen. Catharina wird zu ihrer Trösterin gebracht.
Von dort aus beobachten sie, wie Mills mit den Hundemännern zur Jagd aufbrechen. Milos will ihnen folgen, um zu verhindern, dass die anderen erwischt werden. Helen geht mit ihm.

Die Eltern sind wegen ihres Widerstandes gegen die Phalanx ermordet wurden. Ihre Kinder wurden in Heimen weggeschlossen. Doch als Jugendliche erfahren sie, was geschehen ist. Und nun machen sie es sich zur Aufgabe, das Vermächtnis ihrer Eltern zu erfüllen. Der Kampf gegen die Machthaber der Phalanx wird durch sie wieder aufgenommen, allen voran Milena, Bartolomeo, Helen und Milos.
Keine Frage, es ist ein spannendes Buch. Man verfolgt den Weg der Jugendlichen mit Interesse. Aber die Hintergründe sind nicht tiefgehend genug beschrieben. Die Rolle der Machthaber wird nicht besonders ausführlich dargestellt, so dass dann auch wieder die Motivation der Jugendlichen nicht deutlich herauskommt. So wirkt die Handlung ein wenig oberflächlich dargestellt. Um Spaß an diesem Buch zu haben, darf man die Hintergründe also nicht zu sehr hinterfragen.

Die Geschichte hat zum Glück viel mehr zu bieten. Die Jugendlichen erleben ein ungeahntes Abenteuer, müssen sich tödlichen Gefahren aussetzen. Milos beispielweise hat ausgesprochen viel zu ertragen, er wird von den Gegnern gefangen.
Es ist aber auch eine Liebesgeschichte. Bartolomeo und Milena verlieben sich ineinander und auch Milos und Helen sind einander von Anfang an sehr zugetan. So wird die das Buch auch sehr gefühlvoll, wann immer es passt. Das Ende zum Beispiel ist ausgesprochen traurig.

Rezension von Heike Rau

Jean-Claude Mourlevat
Winterspiele
Aus dem Französischen von Bettina Bach
416 Seiten, broschiert
cbt, München
ISBN-10: 3570304558
ISBN-13: 978-3570304556
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Die Blindfische: Geht doch in den Dschungel, ey!

Die Blindfische: Geht doch in den Dschungel, ey!

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Die Blindfische machen gern Musik. Rockmusik! Da kann es schon mal laut werden. Herr Schimpf wird dann schon mal sauer. Gerne würde er die Blindfische in den Dschungel schicken. Nur… wie kommt man dahin? Mit einem Schiff vielleicht? Nun, in diesem Fall muss eine Badewanne als Ersatz herhalten. Der Song dazu heißt „Sturm in der Badewanne“. Und wenn man dann schon mal im Dschungel ist, kann man die dortige Schule besuchen. Mit den Liedern „Die Dschungelschule“ und „King Kong“ gelingt die Vorstellung.
Als Herr Schimpf die Blindfische wieder beim Krach machen erwischt, würde er sie am liebsten auf den Mond schicken. Auch daraus machen die Blindfische gleich die passenden Song: „Wir fliegen zum Mond“. Weitere Lieder folgen.

Das alles ist fantasievoll und farbenfroh illustriert. Schon das Buch anzusehen macht Spaß und sehr neugierig auf die beiliegende CD.
Kinder kann man damit leicht für Musik, also hausgemachte Musik mit deutschen Texten, begeistern. Die Geschichte ist spannend gemacht. Die gezeichneten Blindfische sind zwar nicht die hübschesten Typen, aber singen können sie! Mit ihrer groovigen Pop- und Rockmusik sorgen sie für Stimmung.
Kinder bekommen auch ein Gefühl dafür, wie es ist eigene Lieder zu erfinden. Spaß macht es auch zu texten. Bei den Blindfischen wirken die Texte auch manchmal, wie aus dem Stegreif erfunden. Das macht Lust, selbst zu improvisieren. Besonders der Song „Ich koch Spinat“ zeigt, wie es geht, mit lustigen Reimen auf einen Liedertext zu kommen.

Die vorgestellten Lieder kann man schon nach dem ersten Anhören halbwegs mitsingen, die Melodien hat man schnell drauf. Texte und Noten, mit Gitarrenbegleitung, hat man im Buch. Wer nicht singen mag, der rappt. Hauptsache der Rhythmus stimmt. Und das tut er, denn man klatscht automatisch mit. Kinder werden mitgerissen und bekommen Lust auf mehr Bewegung.
Auch dieser Drang kann ausgelebt werden. Die Blindfische, diesmal die echten und nicht die gezeichneten, zeigen wie der „Seemannsgang“ und der „Blindfischgruß“ gehen. Man kann sich hierzu auch das kleine Filmchen, das allerdings ziemlich ruckelt, auf der CD ansehen. Es ist trotzdem sehenswert, Andi Steil, Rolf Weinert und Roland Buchholz in Aktion zu erleben.

Rezension von Heike Rau

Die Blindfische
Geht doch in den Dschungel, ey!
Mit Illustrationen von Uli Reen
29 Seiten, gebunden
Mit CD, Gesamtspielzeit 50 min
Lappan Verlag
ISBN-10: 3830311605
ISBN-13: 978-3830311607
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Anja Jonuleit: Novemberasche

Anja Jonuleit: Novemberasche

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Kriminalkommissar Andreas Sommerkorn hält das, was er sieht, für einen inszenierten Selbstmord auf einem Friedhof. Der tote junge Mann sitzt an einen Grabstein gelehnt im Dunkeln und starrt in den Regen. Vermutlich ist er an einer zu hohen Dosis Drogen gestorben. Dr. Bender glaubt, dass er seit mindestens 24 Stunden tot ist.

Währenddessen ist Marie damit beschäftigt, ihrer Freundin Paula zu helfen. Paula hat gerade erfahren, dass ihr Mann bei einem Fallschirmsprung ums Leben gekommen ist. Sie ist verständlicherweise sehr verstört. Erik war ein Profi mit mehr als 2000 Sprüngen. Es ist nicht zu erklären, wieso weder Haupt- noch Reserveschirm aufgegangen sind. Marie informiert Sommerkorn, Paulas Bruder.

Bei dem Toten handelt es sich um den 17-jährigen Leander Martìn. Eine Lehrerin hat ihn vermisst gemeldet. Der Gerichtsmediziner Dr. Fassbinder stellt fest, dass er betäubt und dann erstickt worden ist. Es war also kein Selbstmord, sondern Mord.

Erik hat vor seinem Sprung Drogen genommen hat. Möglicherweise hat er deshalb Fehler gemacht. Man kann also von einem Unfall ausgehen. Die Drogen hat er wahrscheinlich benutzt, um seine Sorgen zu vergessen. Er war pleite. Glücklicherweise hatte er eine Lebensversicherung abgeschlossen, so dass Paula und die Kinder versorgt sein sollten. Doch wurde diese, wie sich herausstellt, kürzlich gekündigt.

Sommerkorn hat also einerseits den Fall „Leander Martìn“ zu lösen. Andererseits hat er sich um seine Schwester, die unter der Situation krank wird, und um die Kinder zu kümmern. Marie steht ihm zur Seite und sie ermittelt zudem auf eigene Faust, um hinter die Geheimnisse Eriks zu kommen.
Es ist spannend zu verfolgen, wie Puzzleteil um Puzzleteil zusammenkommt, bis sich ein Bild ergibt und sich irgendwann auch eine Verbindung zwischen den beiden Todesfällen auftut.

Die Autorin hat die Hauptfiguren sehr eingehend charakterisiert. So entsteht der Eindruck, sie sehr gut kennen zu lernen. Das spiegelt sich auch in den vielen Dialogen wider. Ihr Handeln ist gut nachvollziehbar, auch wenn Marie gerne über das Ziel hinausschießt.
Der am Bodensee spielende Krimi wirkt realistisch. Die Handlung ist clever aufgebaut. Wichtige aktuelle Themen unserer Zeit wurden verarbeitet.

Rezension von Heike Rau

Anja Jonuleit
Novemberasche
Kriminalroman
304 Seiten, broschiert
Dtv – Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN-10: 3423212462
ISBN-13: 978-3423212465
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Jean-Michel Groult: Grüne Wände selbst gestalten – Vertikale Gärten für Ihr Zuhause

Jean-Michel Groult: Grüne Wände selbst gestalten – Vertikale Gärten für Ihr Zuhause

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Wer sich für das Thema interessiert, kennt sicher die vertikalen Gärten von Patrick Blanc. Auch im kleinen Rahmen kann man sich den Traum einer Pflanzenwand erfüllen und Innenräume begrünen oder auch draußen eine kleine Fassade gestalten. Jean-Michel Groult, ein Schüler Patrick Blancs, hat die Ideen seines Lehrmeisters entsprechend umgesetzt, so dass es nun auch Zuhause möglich ist, vertikal zu gärtnern.

Zunächst geht es hinaus in die Natur. Der Autor zeigt, wie man sich an natürlichen Vorbildern orientieren kann. Dann wird Patrick Blank vorgestellt, wobei auch einige seiner Arbeiten im Buch gezeigt werden.
Man muss sich im Vorfeld gut informieren. Der Autor führt auf, auf was man sich einlässt, wenn man vorhat eine Wand zu begrünen.
Es wird sehr schnell klar, dass das keine einfache Sache ist. Und auch wenn die Wand einmal begrünt ist, ist diese in der Pflege sehr anspruchsvoll.
Man muss also sehr geplant vorgehen. Das ist mit dem Buch aber möglich, denn der Autor geht ins Detail und führt auch alle möglichen Stolpersteine auf, die einem bei der Umsetzung begegnen könnten. Es gibt reichlich Bildmaterial, allerdings sind die Fotos recht dunkel gehalten und verlieren dadurch viel von ihrer Wirkung.

Ist man handwerklich begabt, kann man eine Wand nach eigenen Vorstellungen bauen. Es gibt eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Fotos.
Wer es sich nicht zu schwer machen möchte, kann vorgefertigte Pflanzsysteme wählen. Im Buch wird gezeigt, was bisher angeboten wird. Auch was die Kosten angeht, wird ein Musterbeispiel vorgerechnet.
Möglich ist es auch sich einen vertikalen Topfpflanzengarten anzulegen
Ein Pflanzengehäuse, einem Regal ähnlich, macht es möglich.
Auch ein sehr schönes Pflanzenbild aus einem käuflich zu erwerbenden Träger bietet sich an.
Im Buch wird gezeigt, wie man eine Auswahl an Pflanzen treffen kann, hierzu gibt es aussagekräftige Porträts mit bewährten Pflanzen, und wie man diese dann an der Wand arrangieren kann. Ein weiterer Punkt ist die Pflanzenpflege.

Auch die Techniken zur Begrünung einer Außenwand werden beschrieben. Aber nicht mehr so detailliert, weil man hier oft auf die gemachten Aussagen zur Innenraumgestaltung zurückgreifen kann. Natürlich finden hier Wettereinflüsse und Ausrichtung besondere Beachtung.

Fazit: Wer sich den Traum von einer selbst gestalteten vertikalen Wand im kleinen Rahmen im Innen- oder Außenbereich erfüllen möchte, findet im Buch eine sehr ausführliche Anleitung mit vielen praktischen Tipps. Das Buch hilft bei der Umsetzung, ist im Nachhinein aber auch ein Nachschlagewerk, das man bei der Pflege der Pflanzen und der Anlage immer wieder zurate ziehen kann.

Rezension von Heike Rau

Jean-Michel Groult
Grüne Wände selbst gestalten – Vertikale Gärten für Ihr Zuhause
192 Seiten, Klappenbroschur
261 Farbfotos, 23 Farbzeichnungen, 4 Tabellen
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN-10: 3800167433
ISBN-13: 978-3800167432
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