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Monat: Mai 2012

Matthias Weinert: Fred, der furchtlose Abenteurer

Matthias Weinert: Fred, der furchtlose Abenteurer

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Fred ist ein Abenteurer. Mutig und furchtlos. Die ganze Welt ist sein Zuhause. Nichts hält ihn auf, obwohl seine Reisen sehr gefährlich sind. Er wird fertig mit glibberigen Kraken, fiesen Piraten, wilden Löwen und einem gefräßigen Krokodil. Im Rodeln, Bezwingen von wilden Tigern und im Einhornreiten ist er der Beste. Auch als Retter macht er sich gut. Die Liste seiner Heldentaten ist lang. So hat er schon einer Entenfamilie über eine vielbefahrene Straße geholfen, einen Elefanten von einem Stachel im Fuß befreit und eine Prinzessin in einer spektakulären Aktion vor einem feuerspuckenden Drachen gerettet.
Selbst ein Bad im Eismeer oder ein gewaltiger Sturm während einer Bootsfahrt können ihm nichts anhaben. Ein Brot mit Regenwurm-Marmelade isst er, ohne mit der Wimper zu zucken.
Nur im Dunkeln, nun ja, da können furchtbar schrecklich aussehende Monster ihm dann schon einen Schrecken einjagen. Aber selbst das bekommt Fred unter Kontrolle. Er weiß, wie mit Monstern umzugehen ist.

Fred ist ein Junge mit übersprudelnder Fantasie. Seine Tagträume sind sehr lebendig und werden bildhaft dargestellt im Comicstil. Diese Illustrationen sind sehr spannend für Kinder.
Man fragt sich natürlich, woher Fred seine Ideen hat. Als er dann ins Bett muss, bekommt man Einblick in sein Kinderzimmer und sieht es. Es ist sein Spielzeug, das seine Fantasie beflügelt und zu Traum-Geschichten inspiriert.
Man sieht hier ein Spielzeugschiff, einen Löwen einen Elefanten, eine Pflanze, die für den Dschungel steht, ein Einhorn, zwei Enten und auch die drei Monster, um einige Beispiele zu nennen.
Kinder können hier also leicht eine Verbindung herstellen und dann auf die gleiche Art und Weise ihr Spielzeug für spannende Abenteuer nutzen.
Und am Abend kehrt dann Ruhe ein. Nach so einem aufregenden Tag, schläft Fred richtig gut.

Rezension von Heike Rau

Matthias Weinert
Fred, der furchtlose Abenteurer
32 Seiten, gebunden
Lappan Verlag
ISBN-10: 3830311877
ISBN-13: 978-3830311874
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Kathleen Vereecken: Eine größere Welt

Kathleen Vereecken: Eine größere Welt

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Mitte des 18. Jahrhunderts lebte es sich als armer Mensch in Frankreich noch schwer. Der Adel beherrschte das gesellschaftliche Leben, und die Armut unter dem dienenden Volk war groß.

Weitab von zivilisatorischen Bequemlichkeiten und den Segnungen eines heutigen Sozialstaates wurden Kinder aus Armut häufig ausgesetzt, hier auch als Findelkinder bezeichnet und, je nach Unterbringung, war ihr Tod schon bald besiegelt.

Leon ist ein solches Findelkind. In einer bettelarmen Familie mit einer Reihe eigener und fremder Kinder wuchs er bei Annette und Henri auf. Die beiden brachten sich mühsam als Waschfrau oder mit Holzschlagen als Tagelöhner durch. Die Kinder mussten so bald wie möglich mit anpacken, um das Überleben aller zu sichern. Méline, die älteste Tochter der Familie, kümmerte sich liebevoll um Leon, der als Esser am kärglichen Mittagstisch eher als Belastung von der Mutter angesehen wurde. Méline aber kommt eines Tages auf erschütternde Weise um, und Leon beschließt, sich nach Paris durchzuschlagen, um seine Mutter zu suchen. Das einzige Lebenszeichen von ihr war eine Karte in seiner Windel, die er fortan mit sich führt.

Paris ist eine große und unüberschaubare Stadt. Mit dem Verkauf von Kräutern und kleinen Helferdiensten schlägt sich Leon tapfer durch. Er wächst heran, wird groß und stark und bringt sich selber das Lesen und Schreiben bei. Als Schreiber im Dienste von Analphabeten kann er schließlich sogar seine Existenz verbessern. Bis dahin aber hat er noch eine weite Strecke in Armut und im Überlebenskampf vor sich. Er ist nicht frei von Anfechtungen und natürlich begegnet er der Liebe!

Kathleen Vereecken beschreibt das Leben in seiner ganzen Erbarmungswürdigkeit. Niemand kann sich heute mehr ein Bild davon machen, wie schmutzig, unhygienisch, armselig und Hunger leidend die einfachen Leute leben mussten. Reichtum und Armut standen im krassen Gegensatz zu einander. Wer überlebte, hatte oftmals besondere Gaben und Kräfte.

Alles sollte sich zum Ende des Jahrhunderts mit der französischen Revolution vermeintlich zum Besseren verändern!

Die Autorin erwähnt Philosophen und Dichter mit Namen wie Voltaire oder Rousseau, die mit ihren Schriften den Nährboden für diese entscheidende Revolution boten. Als deren Ziele galten neben vielen anderen Aufrufen die Losung von der „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“. Das Zeitalter der Aufklärung nahm damit seinen Anfang. Rousseau hat mit seinen pädagogischen Schriften wie z.B. „Emile oder über die Erziehung“, in denen er für eine modernere Form von Erziehung plädiert, das Denken zu dieser gravierenden Zeitenwende beflügelt. Seine eigenen Kinder aber hat er ins Findelhaus gegeben. Er soll in diesem Roman keine ganz unbedeutende Rolle spielen!

Wunderbar nachvollziehbar beschreibt K. Vereecken die damaligen Zustände mit ihren Unbilden, der Armut und Bedürftigkeit. Mit Spannung folgt man der Suche Leons nach seiner Mutter, die ihn zu ungewohnten Begegnungen und an geheime Orte führt. Die Atmosphäre in den Straßen und Gassen mit ihren Gerüchen und dem einfachen Leben sind überzeugend eingefangen. Seltene Zeichen von Liebe, Zuneigung und Hilfsbereitschaft bieten Leon immer wieder Halt zum Überleben.

K. Vereecken malt ein getreues Bild des 18. Jahrhunderts.

Man darf das Buch für Jugendliche ab 13 Jahren uneingeschränkt empfehlen!

Die Autorin lebt in Antwerben und wurde für dieses Buch mit dem belgischen „Boekenleeuw“ ausgezeichnet.

Kathleen Vereecken
Eine größere Welt
360 Seiten, gebunden
Bloomsbury Kinderbücher & Jugendbücher, April 2012
ISBN-10: 3827054575
ISBN-13: 978-3827054579
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