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Leselupe.de > Ungereimtes
. Das Chiemgau raucht . [ein Wintergedicht ]
Eingestellt am 07. 04. 2011 18:14


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Zarathustra
Routinierter Autor
Registriert: Apr 2003

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Das Chiemgau raucht
es blÀst Schneereif
auf die Zweige der Weiden
Der Winter atmet aus
haucht das Tal an,
am Morgen scheint es noch viel zu fern,
um als neuer Tag,
nach dem Kiebitz zu tauchen.

Auch der MĂ€rz trĂ€umt noch auf der SĂŒdseite der Berge
Den Inn entlang eilt er,
aber bei uns oben
friert er am Fell des Wolfes fest.

In Heilig Kreuz
dauert der Schneewinter sehr lange
oft ein ganzes Jahr
mir frieren die FĂŒĂŸe fest
so kalt ist die Sternennacht

Klamme HĂ€nde in den Manteltaschen
blaue Finger
und Brotkrumen fĂŒr Kohlmeisen
ist alles was ich noch habe

Seit Tagen schon
drĂŒcken Schneelasten aufs Kirchendach,
gegen das schiefe TĂŒrmchen
und zwingen in die Knie
was zum Himmel streben soll

Von der blassen Sonne
Wird das Eis blank gekĂŒsst; -
und zeichnet mit ellenlangen Zapfen
Sortenfalten auf das Gesicht des Schlösschens –
Es macht es traurig,
traurig und alt.
Älter als die Steine der Mauern.

Wir aber weinen unsere TrÀnen an die Fensterscheiben
hinter denen wir uns
um die WĂ€rme der Sonne raufen.
Denn draußen werden aus zwei Schatten einer
Und es ist so kalt
dass die Zunge am Gaumen friert.
Unser GesprĂ€ch ĂŒber TrĂ€ume ist im Frost gestorben

Vom See unten,
dem versunkenen Moor,
- reißen Winternebel hoch.
Geduckte Dörfer treiben sie hinauf
ins Blau, des Morgenhimmels.
So blau
als hÀtten in der Nacht
Menschenkinder
Lilahelle TrÀnen hin geweint

Im Osten hat der steigende Morgen
ein Rot am Augenlid,
ein Rot wie Rosen
nicht mehr wie Blut.

__________________
Was sind das fĂŒr Zeiten, wo ein GesprĂ€ch ĂŒber BĂ€ume fast ein Verbrechen ist, weil es ein Schweigen ĂŒber so viele Untaten einschließt! (Bertold Brecht)

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