Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m√ľssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5437
Themen:   92200
Momentan online:
352 Gäste und 14 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Erotische Geschichten
(Ero-) Robinsonade
Eingestellt am 13. 06. 2011 00:11


Autor
Ein neues Thema ver√∂ffentlichen.     Antwort ver√∂ffentlichen.
Miro
Festzeitungsschreiber
Registriert: Sep 2010

Werke: 34
Kommentare: 85
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Robinsonade


1.) Prolog

Eine kleine Insel, umgeben von warmem, blauen Wasser, mit Palmen und vielen Fr√ľchten stellst Du Dir vor, ohne wilde Tiere, ohne gef√§hrliche giftige Schlangen oder Stechm√ľcken, mit angenehmem Wetter.
Eigentlich ein kleines Urlaubsparadies, nur eben: völlige Einsamkeit, Ab­ge­schieden­heit und gnadenloses Ver­ges­sen-Sein vom Rest der Welt ...
Dorthin h√§tte es Dich verschlagen, aus¬≠ge¬≠stattet mit einigen Annehmlich¬≠keiten der Zivilisation, die Du von einem seeun¬≠t√ľchtigen Schiff noch an Land h√§t¬≠test retten k√∂nnen.
Schließ­lich soll es ja eine schöne, eine erbauliche Geschichte sein, und kein Stress werden ...
Nein, auch Monster, die des Nachts ein­same Menschen jagen und fressen wollten, möge es auf dieser Insel nicht geben, keine Kannibalen, keine des­potischen Herrscher, Dich in ihren Dienst zu knechten und zu entsetz­licher Arbeit in modrigen Höhlen zu zwin­gen.

Eine gem√ľtliche, freundliche Insel mit idyllischem Sandstrand, mit maler¬≠ischen Lagunen und vielen frischen Fr√ľchten, mit leicht zu erlegenden kleinen Tieren, die problemlos zuzube¬≠reiten w√§ren, das etwa so schwebt Dir vor ...

Vielleicht aber auch ein erquicklicher Vorrat bereits verf√ľgbarer Lebens¬≠mit¬≠tel, die Du aus dem Schiff ge¬≠borgen h√§t¬≠test ?
So etwa könnte die Ge­schichte Deiner ganz persönlichen Robinsonade und Deiner speziellen Träume beginnen und Dir gefallen, oder ?!

Du hast einen ganz besonderen Traum davon, auf einer einsamen Insel ge­strandet zu sein.
Andere Menschen sollte es allerdings schon auf dieser Insel geben ...

Diesbez√ľglich h√§ttest Du sogar be¬≠son¬≠ders konkrete und recht spezielle Vor¬≠stellungen und Vorlieben:
Eine mandel√§ugige Sch√∂nheit k√∂nntest Du Dir vorstellen, die einige Wochen vor oder nach Deinem Eintreffen eines Tages an den Strand gesp√ľlt wurde oder wird, kaum mehr als ein paar Reste von Kleidung am Leib, Dich wie einen rettenden Engel sehend, der aus dem √úberlebenskampf auf einer ein¬≠samen Insel nun geradezu einen unbe¬≠fristeten Luxusurlaub zu erschaffen in der Lage zu sein scheint.
Mit immer neuen Raffinessen Deiner Ausr√ľstung k√∂nntest Du sie wieder und wieder √ľber¬≠raschen und begeistern und auf grandiose Weise ihr Held auf dieser Insel werden, w√§re das nicht toll ??!

Wenn sie auch vielleicht nicht einmal Deine Sprache spr√§che, so entwickele sich doch eine wunder¬≠same Ver¬≠trautheit, ein be¬≠son¬≠deres Band des Verstehens und mit¬≠einander Um¬≠geh¬≠ens entst√ľnde zwi¬≠schen Euch. Nat√ľrlich und selbst¬≠verst√§ndlich erg√§be sich auch eine herrliche sexuelle Beziehung zu dieser traum¬≠haft ero¬≠tisieren¬≠den Frau.
Nur an sie zu denken versetzt Dich schon heute in eine angenehme An­spannung, weckt Freude auf die Be­gegnung und jedes Wiedersehen mit ihr.
Jeden Tag neu ... und auf un­be­stimmte, lange Zeit ist es ein herrlicher Traum !

So jedenfalls könntest Du Dir eine Robinsonade lebhaft und wie eine Fernsehserie vorstellen,
und davon ganz viele weitere Episoden ...

Es wäre andererseits auch denkbar, eine attraktive Frau vom Boot ge­rettet zu haben, vielleicht eine langbeinige, vollbusige Blondine, anfangs etwas zickig, un­willig und vielleicht auch krank oder verletzt ?!
Tage- und nächte­lang hät­test Du sie gepflegt und um­sorgt, und end­lich wieder gesundet wäre dann auch sie Dir gleicher­maßen dank­bar und er­geben, wären auch mit ihr die Tage voller Lust und kör­per­licher Leiden­schaft ...

Eine sommersprossige Rothaarige schließ­lich, auch das wäre noch eine Alter­native:
... eine Frau wie ein Vulkan, emotion¬≠aler Zauberreigen, ohne Ende ener¬≠gie¬≠geladene Weiblichkeit! Eine Frau mit langen, wilden roten Locken, die wie Flammen um ihren Kopf zucken, wenn sie ihr unb√§ndiges, wildes Tempera¬≠ment spr√ľhen l√§sst.

Tja: soweit die Vorstellungen, die Träume und Gedanken daran, auf eine einsame Insel verschlagen zu sein ...




2.) Havarie


... bis die Wahrheit der Träume Wirk­lichkeit wird, bis dann eines Nachts um Dich her­um der Wind heult.

Du von den Life-belts gehalten am Ruder einer 50 ft. modernen Hoch­leist­ungs­yacht Dich nur mit als Sturm­segel ge­setzten Hilfssegel durch ein gräss­lich­es Un­wetter kämpfend find­end ... und es Dir nicht mehr ge­lingen soll, diesem (Alp-)Traum noch zu ent­kommen ...

Immer wieder rollen aus der Dunkelheit hohe Brecher heran, erst im letzten Mo¬≠ment erkennst Du die Wasser¬≠mas¬≠sen und rei√üt am Steuer, das Boot geg¬≠en die Welle zu stemmen. Es ge¬≠lingt oft nicht, das Hereinbrechen der Welle √ľber das Schiff zu vermeiden, denn in dieser aufgew√ľhlten See scheinen die Wellen von allen Seiten zu kommen.

Sieben Mitglieder der Crew sind von Bord gegangen.
Auch Bea ist mit ihnen gegangen. Da¬≠bei hattest Du Dir einen Moment lang gew√ľnscht, diese hinrei√üende Zicke werde sich entscheiden, bei Dir an Bord zu bleiben. Doch sie hatte Dir ja l√§ngst signalisiert, dass Du ihr nichts be¬≠deutetest. Warum h√§tte sie sich jetzt f√ľr Dich entscheiden sollen?

Sie hatten versucht, die Rettungsinsel zu wassern. In diesem Sturm ein hals­brecherisches und gefährliches Unter­fangen.
Aus dem mit einem Seil ange¬≠bund¬≠enen Kasten, den sie ins Wasser warfen, w√ľrde sich in die Rettungsinsel zwar selbst√§ndig entfalten, aber dann mussten die Crew von Bord und den Einstieg in die Rettungsinsel finden.

‚ÄěNehmt ein Messer mit!‚Äú hatte die Skipperin ge¬≠raten.
Mit einem Ende des Life-belt sollten sie eine Schlinge um das Seil machen, an der die Rettungsinsel hing, mit dem anderen Ende sich an einen Partner binden.
‚ÄěIhr werdet die Karabiner nicht l√∂sen k√∂nnen. Wenn Ihr meint, es schaffen zu k√∂nnen, dann zerschneidet euer Life-belt!‚Äú Sie hatte einen Moment ge¬≠z√∂gert und die Gruppe angesehen, die sich ihr anvertraut hatte. Wie viele von denen mochten es schaffen?
Wie viele w√ľrden in der n√§chsten Stunde sterben?

‚ÄěViel Gl√ľck!‚Äú fl√ľsterte sie noch und hatte auch Dich dabei angesehen.
Schon zuvor hatte sie Dir erklärt, dass die Rettungsinsel nicht angebunden bleiben könne.
‚ÄěEs w√ľrde sie zerrei√üen. Au√üerdem, wenn die Yacht dann sinkt, w√ľrde das wassergef√ľllte, tonnenschwere Wrack die Insel mit in die Tiefe ziehen!‚Äú

Es wird nur einige Minuten geben f√ľr den √úberstieg, w√§hrend der die Rettungsinsel mit einem Seil an der Yacht h√§ngen wird. Dann wird die Leine gekappt und das Schicksal wir die sinkende Segelyacht und die kleine Rettungsinsel trennen.

Du hattest genickt.
Es wird keine zweite Chance f√ľr Dich geben. Du musst Dich JETZT ent¬≠scheiden: entweder auf der sinkenden Yacht zu bleiben oder mit ihnen auf die Rettungsinsel zu gehen.

Ob sie erfolgreich gewesen und sich tatsäch­lich auf die Rettungsinsel haben bergen kön­nen, konntest Du nicht mehr erkennen.
Ob deren ver¬≠zweifelter Versuch, sich vom sinken¬≠den Schiff in dieser See der Rettungs¬≠insel anzuvertrauen sie w√ľrde vor dem Untergang bewahren k√∂nnen, dem das sinkende Schiff unweigerlich geweiht schien ?

***

Aber noch ist es nicht soweit. Jetzt allerdings bist Du der Einzige, dem Schiff einen Willen aufzuzwingen im Kampf gegen den heulenden Orkan und das w√ľtende Wellenmeer.

Nachdem der Mast geborsten war, hattet ihr mit einfachsten Mitteln ein Behelfs-Sturmsegel zwischen Bug und dem Stumpf des Mastes gesetzt.
Der Druck auf das Ruder ist dennoch gro√ü. Aber wenigstens ist ein kleiner Rest von Steuerbarkeit geblieben. Gedau daf√ľr stehst Du nun hinter dem Ruder.

Nach ihrem Sturz liegt auch noch eine Frau in einer der Kojen, tief schlafend oder bewusstlos. Du weißt es nicht und hast auch keine Chance, jetzt nach ihr zu sehen.
Sie war in dem im Unwetter hin und her geworfenen Schiff ge¬≠st√ľrzt und auf den Karten¬≠tisch geprallt, w√§hrend die Mannschaft noch ihren verzweifelten Rettungsplan besprach. Sie hatte das Be¬≠wusst¬≠sein verloren.
Die anderen hatten Sie in eine Koje gelegt.

Da es unmöglich schien, sie mit auf die Rettungsinsel zu nehmen, hatten sie entschieden, sie sollte Deine Chance teilen und bei Dir bleiben.

Du hattest Dich anders als alle anderen f√ľr das Boot ent¬≠schieden und daf√ľr, an Bord zu bleiben. Die verletzte Frau sollte nun Deine Chance teilen, w√§hrend die Crewmitglieder sich verzweifelt f√ľr den Ver¬≠such ent¬≠schieden hatten, die Rettungs¬≠insel zu aktivieren.

Das Schiff ist schwer besch√§digt, nach¬≠dem im Sturm der Mast ge¬≠brochen und der ins Meer st√ľrz¬≠ende Mast seitlich, noch von Teilen der Takel¬≠age gehalten, sich von au√üen in den Rumpf gebohrt und dabei ein Loch in die Bootsh√ľlle gerissen hat.
Wasser dringt ein, viel Wasser. Doch noch laufen die Lenzpumpen und kämpfen dagegen.
Ihr habt den Motor angeworfen, damit der Generator Strom liefert. Doch mehr Wasser dringt ein, als die Pumpen heraus schaffen. Viel Wasser, viel mehr als die Pumpen lenzen.
Nur noch eine Frage der Zeit, ehe der Motor versaufen, dann die Bat­terie am Ende und die Lenzpumpen ver­stum­men werden!

Wenn dieser Zeitpunkt gekommen ist, dann wird es wohl schnell gehen, und das haben sie alle gewusst.
Sie hatten sich deshalb entschieden, die Rettungsinsel in einer Phase zu be­steigen, wo das Schiff noch zu halten war.

Die Rettungsinsel nun mit den anderen ver­schwun­den ist nur noch ein kleines Schlauchboot vor dem Mast angebunden. Das kleine Dinghi ist in diesem Sturm nicht wirklich eine Chance.
Das also ist Deine verzweifelte Situat­ion als Steuer­mann auf einer sinken­den Luxus­yacht.

Da siehst Du plötzlich und nur schemenhaft steuerbords voraus im Schein einer Blitzkaskade die Umrisse eines fernen Berges.
‚ÄěJaaaahh!‚Äú schreist Du in den tostenden Sturm, gegen die Gewalten und gegen den drohenden Untergang. Du ballst die steife Hand zur Faust und rei√üt in Deinem Inneren alle Kr√§fte zusammen.

Ohne weitere R√ľcksicht auf das √úber¬≠kommen der Wellen setzt Du den Kurs in Richtung auf diesen Berg.
Mag sein, es w√§re nur eine ferne Hoffnung weit hinter dem Horizont. Aber dann √ľberlegst Du, dass bei diesem schlechten Wetter die Sicht gar nicht so weit sein kann, als das nicht eine Chance sein k√∂nnte.
So kämpfst Du verzweifelt um wenige See­meilen, die Dich von dieser ret­tenden Insel mög­licherweise nur noch tren­nen.

Schwimmend in dieser See g√§be es keine Chance. Selbst in ruhig¬≠stem und angenehm temperierten Was¬≠ser muss ein menschlicher Schwimmer sich bei bester √úbung und unter ide¬≠alen Str√∂mungsbedingungen jede See¬≠meile stundenweise er¬≠k√§mpfen. In rauer, aufge¬≠w√ľhlter See aber w√ľrdest Du bereits nach Sekun¬≠den die Orient¬≠ierung verlieren, w√§rst besten¬≠falls als guter Schwimmer noch in der Lage, Dich einige Minuten an der Ober¬≠fl√§che zu halten, ehe Du zu viel Salz¬≠wasser ge¬≠schluckt h√§ttest und allein deshalb zu krepieren verdammt w√§rst.
Die Yacht‚Äď wenn auch nicht mehr f√ľr Tage und Wochen gut, sollte vielleicht noch die entscheidenden wenigen See¬≠meilen schaffen, der Rettung nahe zu kom¬≠men ?!

Als dann pl√∂tzlich ein Riff da ist, auf das geschmettert die Fahrt abrupt beendet ist, schneiden schlagartig trotz der Regen¬≠kombi, die Dich umh√ľllt, die Riemen des darum gespannten Life-Belt hart in Deinen K√∂rper und der Anprall in die Gurte ist ver¬≠nichtend schmerz¬≠haft.
Das Material aber hält, Du wirst nicht noch von Bord geschleudert.
Du hängst nun in diesen Haltegurten im sehr schräg in dem auf ungewissem Untergrund liegenden Wrack.

Trotz der Schmerzen, trotz der miss¬≠lichen Lage empfindest Du ge¬≠radezu Dank¬≠barkeit: f√ľr dieses Wrack von Boot, das ungeachtet seiner schweren Sch√§den bis hier¬≠her gehalten hat.
Dieses tödlich verletzte Boot hat wie ein verzweifeltes Tier weiter gekämpft und Euch damit vielleicht gerettet!

Scheinbar wohl eine besonders hohe Welle hatte es auf das Riff ge­schmet­tert. Trotz des heulenden Windes reißen die Wellen, deren schäumende Gischt Dir schier den Atem nehmen will es nun nicht sogleich wie­der weg und hinab in die Tiefe der See.
Du h√§ngst in Deinem Life-belt, ohne Halt auf dem schr√§gen Deck, bis schlie√ü¬≠lich Deine F√ľ√üe sich gerade noch auf die Seitenwand der Backs¬≠kiste stemmen k√∂nnen und Deine H√§nde einige der herumgewirbelten Tampen der vormals sorgsam auf¬≠ge¬≠rollten Leinen zur Segelf√ľhrung fin¬≠den. Deine Finger krallen sich hinein. Egal: es hat eh nichts mehr zu be¬≠deuten f√ľr dieses Boot!
Unter anderen Bedingungen w√§re es ob¬≠solet gewesen, sich an diesem Tau¬≠werk festzuhalten, womit die Segel aus dem Cockpit der modernen Yacht ge¬≠setzt werden: jetzt ist es ein¬≠fach nur die erste und festeste Halte¬≠leine, die Deine hilflosen H√§nde noch finden k√∂nnen. Eine der Leinen, die Du ge¬≠packt hast gibt nach. Du l√§sst sie ein¬≠fach los. Was immer sie h√§tte be¬≠wegen oder halten sollen, es ist jetzt v√∂l¬≠lig unwichtig. Die √ľbrigen Leinen aber geben Dir Halt.

Eine ganze Weile bist Du nur bem√ľht, Dich zu halten und Deinen K√∂rper nicht l√§nger in die schmerzhaft dr√ľckenden Gurte des Life-Belt h√§ngen zu lassen.
Du beobachtest die heranrollenden We­llen und wartest nur darauf, dass sich das Wrack bewegen wird, um dann in die Tiefe gerissen zu werden.
Aber mit der Zeit verlieren die an­greifenden Wellen immer mehr von ihrer Aggrssivität.

Ein Hauch von beginnender Dämmer­ung hilft Dir bei der Orientierung, die spritzende Gischt andererseits brennt in Deinen Augen.
Erschöpfung und Verzweiflung greifen nach Dir. Aber Du bist nicht be­reit, Dich ihnen hinzugeben. Es gibt noch eine kleine Hoffnung, jetzt, da Du es bis hierher geschafft hast: nun erst recht.




3.) Auf die Insel

Direkt vor Dir der verschlossene Nie¬≠der¬≠gang in den Bauch der Yacht. Er ist nicht bedroht: Den Niedergang zu √∂ffnen wird jetzt kein Wasser mehr in den Bauch der Yacht sp√ľlen, und darin gibt es so viele n√ľtzliche Dinge, ohne alle die das Leben auf einer einsamen Insel zur schlichten Katastrophe wer¬≠den k√∂nnte.

Da unten außerdem ist auch noch Anna-Marie, die Mitseglerin, die nicht mit auf die Rettungs­insel hatte folgen können.
Die verletzte Frau, die sie der von Dir gew√§hlten Chance √ľberlassen hatten.

‚ÄěVielleicht ist sie l√§ngst tot?‚Äú fragst Du, w√§hrend Du beim √Ėffnen des Nieder¬≠ganges √ľber¬≠legst, was jetzt wohl am wichtigsten w√§re.
Das krachende Ger√§usch, als in dem Moment, da das Boot von einer gro√üen Welle gepackt und wegge¬≠schleudert wurde, sie durch die Kabine kata¬≠pultiert auf den Kartentisch geprallt war, hast Du noch in Erinnerung. Es war ein gr√§ssliches Ger√§usch, erf√ľllt von Angst, Ohn¬≠macht und Hoffnungs¬≠losig¬≠keit. War in diesem Moment der K√∂rper dieser Frau zerschmettert wor¬≠den?
Die Schr√§glage des Bootes verzerrt die gesamte Orientierung. Steuerbords hat das Wasser schon fast deckenhoch gestanden, jetzt nur noch h√ľfthoch. Da ist wohl einiges Was¬≠ser wieder abge¬≠flossen, das bereits im Boot gestanden hatte.
Wo ist eigentlich die Kabine, in der die verletzte Mitseglerin liegt?

... h√§tte sie steuerbords gelegen, w√§re sie wohl zwischenzeitlich einfach er¬≠trunken. Aber die Mitsegler hatten wohl eine gute Entscheidung ge¬≠troffen und sie gl√ľcklicherweise in eine der Kabinen gelegt, die nicht voll Wasser gelaufen waren.
Urspr√ľnglich hatte es ja eine Einteilung ge¬≠geben, wer in welche Kabine geh√∂rte... doch im Sturm hatte die urspr√ľng¬≠liche Kabinen¬≠ver¬≠teil¬≠ung l√§ngst nicht mehr ge¬≠golten.
Da war jeder froh gewesen, in einen halbwegs trockenen und warmen Schlafsack schl√ľpfen zu k√∂nnen, wenn in totaler Ersch√∂pfung eine dreist√ľndige Deckswache beendet war.
Zuletzt hattet Ihr immer zu dritt Wache gehabt. Nach drei Stunden Wache gabe es dann knapp sechs Stunden Pause.
Zuletzt hattest Du Dich nur noch bis auf die Unterwäsche ausgezogen. Alle war nass.
Nur notd√ľrftig abgetrocknet warst Du dann in einen der frei werdenden Schlafs√§cke gekrochen und hattest jeden Rest von W√§rme gesucht, der noch im klammen Gewebe geblieben war vom K√∂rper vorher.
Ob es Bea gewesen war, die zuvor hier gelegen hatte?
Du wußtest es nicht einmal, und in diesen Stunden hat es Dich auch nicht mehr interessiert.
Zu einer anderen Zeit hätte es Dir wohl besonders schöne Träume beschert, darin zu kuscheln.
Du h√§ttest es genossen, in ihren Schafsack zu schl√ľpfen, den Geruch ihres K√∂rpers zu sp√ľren, Dir vorzustellen, sie w√§re noch da ... gemein¬≠sam mit Dir in der Enge des Schlaf¬≠sacks ...
Aber das w√§re nat√ľrlich nur ein Traum gewesen, jetzt w√§hrend des Sturms blieben selbst solche Tr√§ume aus.
Die Erschöpfung forderte ihren Tribut.

Jetzt ist nicht Bea da, sondern diese verletzte andere Frau. Irgendwo in einer der Kojen wird diese Frau liegen, tot oder lebendig.
Einfach irgendwohin hatten die anderen sie ge­legt, als sie ohnmächtig nach ihrem Sturz nicht mehr in der Lage ge­wesen war, mit ihnen die schwer be­schädigte Yacht zu ver­las­sen.


***

Lebensmittel willst Du mitnehmen, das Seenot-Rettungs-Pack, das Beil (wer hat in welcher weisen Voraussicht ein Beil zur Ausstattung einer Segelyacht bestimmt??) und jede Menge Dinge, die Dir gerade in die Augen fallen.

Du hast alles auf eine Decke geworfen und willst es einrollen, da trifft eine gro√üe, weitere Welle das Boot, hebt es vom Felsen uns setzt es zum Gl√ľck doch wieder auf ... aber jetzt noch etwas schr√§ger als zuvor. Deine Sam¬≠mlung von der Decke verstreut sich in der ganzen Kabine.
‚Äě...!‚Äú dein Fluch √§ndert daran nichts.
Doch allzu klar d√ľrfte nun gerade ge¬≠worden sein, dass schon im n√§chsten Augen¬≠blick das Wrack sich von dem Riff oder Felsen, auf dem es h√§ngt, l√∂sen k√∂nnte um dann un¬≠weiger¬≠lich in der aufge¬≠peitschten See zu versinken.
Du sammelst alle Dinge wieder ein, schlägst die Decke darum und um­wickelst alles mit einem Strick. Nur so hast Du eine Chance, nicht alles gleich wieder zu verlieren. Doch das Knäuel ist schwer und die sich voll Wasser gesaugt habende Decke macht es noch schwerer. Dennoch legst Du alles wieder zusammen.

Das Dinghi ist noch vert√§ut auf dem Kabinendach vor dem Mast, der Motor des Schlauch¬≠bootes h√§ngt am Heck der Yacht. Gibt es bei diesem Sturm und Seegang √ľberhaupt eine Chance, mit dem Beiboot weg zu kommen? Es d√ľrfte ein recht verzweifeltes, wahrscheinlich aber wohl eher aussichts¬≠los¬≠es Unter¬≠fangen werden.
Wieder kracht eine große Welle heran, wieder bewegt sich das zerschmetterte Boot. Aber es scheint jetzt fester eingekeilt als zuvor. Gurgelnd strömt Wasser durch mehr­ere Leck­agen auf der unten liegen­den Seite.
Schwimmen wird dieses Boot nie mehr. Der Gedanke geht Dir bitter durch den Kopf.
Aber Du erkennst auch: durch das ein¬≠str√∂mende Wasser wird es schwerer, und damit noch fester in die felsige Hand des Riffs oder Felsen gedr√ľckt, die nach dem Boot gegriffen hat.
Plötzlich ahnst Du: das könnte ein weiterer Hoff­nungs­schimmer sein. Viel­leicht die Mög­lichkeit, hier auszu­har­ren, bis Sturm und Meer ruhiger ge­worden, um dann mit dem Dinghi zur Insel zu ge­langen!

Du √∂ffnest eine Kabinent√ľre, nach der Frau suchend, die noch irgendwo da sein muss.
Eine fahle Dämmerung hat die Dunkel­heit verdrängt.
Da hörst Du ein Stöhnen.
Obschon in diesem Moment eigentlich Ruhe ist, selbst der Sturm leiser ge­wor­den zu sein scheint durchdringt plötz­lich es die scheinbare Ruhe wie Horror und Hoffnung zu­gleich. SIE ist da. Sie ist direkt nebenan ... und sie lebt noch!

Da ist noch jemand auf diesem Schiff.
Das Ger√§usch kommt aus der wegen der Schr√§glage des Wracks nun bei¬≠nahe √ľber Dir an backbord liegenden Kab¬≠ine.

Du √∂ffnest die T√ľr dorthin. Da siehst Du sie zwischen einem Gewirr von Kla¬≠motten, die aus den Schapps gefallen sind. Sie atmet laut in der Dunkelheit. Nur wenig Licht dringt hierher. M√ľh¬≠sam versucht sie sich dem Licht ent¬≠gegen zu bewegen und aus der Koje zu kriechen.

Du √ľberlegst, ob die Bewegung so hoch auf dem sch√§g liegenden Schiff zu einer Gewichts¬≠ver¬≠lager¬≠ung f√ľhren k√∂nnte, die es vom Riff l√∂sen k√∂nnte. Aber nichts bewegt sich, nur sie. Auf der anderen Seite des Wracks str√∂mt weiterhin Wasser mit dem Seegang ein und aus, ohne dass das Boot selbst noch seine Lage ver√§ndert.
Du kletterst zu ihr hin, nimmst Ihre H√§nde und ziehst daran. Mit Deiner Hilfe kann sie heraus aus der Kaj√ľte gelangen.
Ihre Haare sind blutverschmiert, ihr Blick wirkt leer und verständnislos. Sie stöhnt vor Schmerzen und scheint die Situation nicht zu begreifen. Irgendwie hockt sie sich auf die Reste der Pantry und beginnt zu weinen. Sie beachtet Dich kaum mehr, auch den Zustand des Bootes nimmt sie offenbar nicht wirklich wahr. Sie ist gefangen in ihrem Schmerz.

Aber ganz allmählich scheint sie die Situation immer weiter zu begreifen und ihre Er­inner­ungen wieder zu finden.
‚ÄěWo sind wir?‚Äú fragt sie schlie√ülich.
‚ÄěWir h√§ngen auf einem Riff oder einem Felsen.‚Äú
‚ÄěSinken wir?‚Äú
‚ÄěWenn das Boot freikommt, wird es wahrscheinlich wie ein Stein versinken. Aber ich hoffe, es h√§lt bis zum Ende des Sturms hier, wo wir aufgelaufen sind!‚Äú
Du findest eine Wasserflasche und öffnest die.
Du bietest sie ihr an, aber sie beachtet es gar nicht. Du trinkst dann erst einmal selbst, ehe Du die Flasche an ihre Lippen hältst und Was­ser herauslaufen lässt.
Schließlich reagiert sie doch und be­ginnt zu trinken.
Ihr Blick klart etwas auf und sie scheint Dich nun zu erkennen.

Lange sieht sie sich um und zupft im­mer wieder an ihren blutver­schmierten Haaren.
Ihr Blick wird tr√ľb und wieder klarer.
Schließlich fragt sie:
‚ÄěWas ?‚Äú und Du ahnst mehr, als Du verstehst. Sie fragt etwas, √ľberlegt und beantwortet sich ihre Fragen dann bei¬≠nahe selbst.
‚ÄěWo sind die anderen?‚Äú
‚ÄěWeg.‚Äú
‚ÄěAlle?‚Äú
‚ÄěJa.‚Äú
Sie schlurzt und beginnt erneut, sich im Boot umzusehen.
Lange sagt sie gar nichts. Welch irrer Zufall und welch unbe¬≠schreibliches Gl√ľck es wohl w√§re, wagst Du Dir gar nicht vorzustellen.

Du hattest Land gesehen, aber weißt nicht, wie weit es noch weg ist.
‚ÄěMeinst Du, wir haben noch eine Chance?‚Äú fragt sie.
‚ÄěNoch h√§lt sich das Boot und die Wucht des Sturmes hat etwas nach¬≠ge¬≠lassen.‚Äú
‚ÄěUnd die anderen?‚Äú
‚ÄěIch wei√ü es nicht.‚Äú
‚ÄěHaben sie es geschafft?‚Äú
‚ÄěIch hoffe es."
Du stellst Dir vor, wie sie sich der tosenden See in einer den Gewalten ausgelieferten Rettungsinsel anvertraut hatten. "Sie sind von Bord ge­gangen. Aber ich weiß nicht, ob sie alle hineingekommen sind in die Rettungs­insel.“
Es war so dunkel gewesen, die Wellen gewaltig hoch. Sie hatten die Rettungsinsel ge­wassert. Die hatte sich auch entfaltet und aufgeblasen. Dann waren sie ge­sprungen.
Alle bis auf Euch beide.
Ob sie es geschafft hatten, ob sie alle in der tosenden See zur Rettungs­insel ge­langt und den Einstieg gefunden hat­ten?
Allzu schnell hatte sich die Yacht mit ihrem Hilfssegel von der mit Treibanker ausgestatteten Rettungsinsel in tiefer Dunkelheit entfernt. Du, auf dem Boot zur√ľck bleibend, konntest nichts davon sehen, nicht helfen oder irgendetwas tun.


***

Tats√§chlich flaut der Sturm weiter ab, die See wird ruhiger. Beim Versuch, die Lage au√üenbords zu erkunden, w√§rst Du bei¬≠nahe von Bord gest√ľrzt.
Aber Deine Freude und Erleichterung ist riesengro√ü, als Du erkennst, dass tats√§chlich eine bergige Insel aus dem Wasser ragt ‚Äď auf deren vorgelagertem Riff die Yacht nun h√§ngt. Vielleicht nur noch drei¬≠hundert Meter trennen Euch von rettendem Land!

Vorsichtig l√∂st Du die Vert√§uung des Dinghi und l√§sst es ins Wasser gleiten. Den Versuch, auch den Motor an¬≠zu¬≠bringen, musst Du aber aufgeben ‚Äď zu schwer ist der Au√üenborder ‚Äď und zu ung√ľnstig h√§ngt er am Heck des schr√§g liegenden Wracks. Jede Menge n√ľtzlicher Utensilien indes hast Du zu¬≠sam¬≠men¬≠gerafft, eingewickelt und kan¬≠nst sie in das Beiboot schafften, ehe Du dann ihr hin√ľber hilfst und schlie√ü¬≠lich selbst einsteigst.
Das kleine Boot tanzt auf den Wellen, die sich nach dem Sturm zwar beruhigt haben, aber immer noch t√ľckisch sind. Mit den Rudern dirigierst Du das Schlauchboot dennoch zum Land. In einer Bucht mit sandigem Strand landet ihr.

‚ÄěWir haben es geschafft!‚Äú sagst Du halb zu ihr, halb zu Dir selbst. ‚ÄěIch hat¬≠te nicht im Traum daran ge¬≠dacht, dass wir noch eine Chance h√§t¬≠ten!‚Äú
‚ÄěW√§ren die anderen doch auch an Bord ge¬≠blieben!‚Äú
‚ÄěSie haben ihre Wahl getroffen.‚Äú
‚ÄěWird man uns hier finden?‚Äú
‚ÄěBestimmt!‚Äú
‚ÄěHast Du √ľber Funk Hilfe gerufen?‚Äú
‚ÄěLeider ist mit dem Mast auch die An¬≠tenne √ľber Bord gegangen.‚Äú
‚ÄěWie k√∂nnen sie dann wissen, wo sie uns suchen sollen?‚Äú
‚ÄěIn der Rettungsinsel war ein auto¬≠mat¬≠ischer Peilsender. Als die Ret¬≠tungs¬≠insel aktiviert wurde, hat der sich ein¬≠ge¬≠schaltet. Egal, was aus den anderen ge¬≠worden ist: dieser Peil¬≠sender wird sein Signal senden und die Such¬≠mann¬≠schaften wenigstens in diese Gegend f√ľhren.‚Äú
Eine Weile starrt ihr nur hinaus auf das Meer. Ihr seht auf dem Riff das Wrack der Yacht liegen. Ob es ge­sehen und gefunden wird? Ob sie Euch wirklich hier suchen wer­den?
‚ÄěIch bin froh, dass Du an Bord ge¬≠blieben bist!‚Äú sagt sie leise.
‚ÄěIch habe nur den Optimismus, auf die Ret¬≠tungsinsel zu setzen nicht geteilt, das war der einzige Grund.‚Äú
Sie weiss: Du warst nicht ihretwegen geblieben.
‚ÄěIch wei√ü‚Äú, sagt sie noch leiser. ‚ÄěIch w√§re ja sonst auch mit den anderen von Bord gegangen.‚Äú
‚ÄěEs h√§tte auch ganz anders kommen k√∂n¬≠nen. Unserer Chance war nur ver¬≠schwindend gering!‚Äú
‚ÄěAber du hast Gl√ľck gehabt!‚Äú fl√ľstert sie.
‚ÄěWir haben Gl√ľck gehabt!‚Äú gibst Du zur√ľck.
‚ÄěJa, wir!‚Äú sie l√§chelt zaghaft. ‚Äěich habe zwar Gl√ľck gehabt, aber nicht w√§hlen k√∂n¬≠nen!‚Äú
‚ÄěNa und ?!‚Äú denkst Du und musterst sie absch√§tzend.




4.) Anna Marie

Sie hat eine Platzwunde √ľber dem rechten Ohr. Die Wunde ist verkrustet und blutet inzwischen nicht mehr. Aber sie hat auch noch starke Kopf¬≠schmerzen.
Wegen des Windes habt Ihr das Dinghi als Windschutz aufgestellt. Dahinter legt sie sich hin und schläft fast sofort ein.
Du √ľberlegst, wie lange es wohl dauern mag, bis Ihr gefunden werdet.
Ob Deine optimistische Einsch√§tzung, die Du ihr gegen√ľber ge√§u√üert hast tat¬≠s√§chlich gilt?

Dann gleitet dein Blick √ľber die schlafende Frau. Sie w√§re analog zum klassischen Roman nun Dein ‚ÄěFrei¬≠tag‚Äú in dieser Robinsonade?
Sie w√§re die Gef√§hrtin, die Dir f√ľr ein Leben auf der einsamen Insel bliebe?

Sie trägt noch Ihre Segelhose und Segel­jacke, mit denen Sie in die Ret­tungs­insel hatte gehen wollen. Ihr Kör­per ist unter dieser Kleidung ge­rade­zu versteckt.

Sie heißt Anna-Marie, ist so Mitte Vierzig und sei Krankengymnastin. Du erinnerst Dich vage.
Ihre blutverkrusteten Haare kleben am Kopf, die verletzte Gesichts­seite ist etwas angeschwollen. So zier­lich wie ihre Figur war auch ihr nun etwas ver­quollenes Gesicht eigentlich gewesen.
In diesem Augenblick ist sie f√ľr Dich kein erotischer Traum, sondern nur ein verletzter Mensch, gemeinsam mit Dir in Not.


***


Welche Gedanken kommen - oder kommen sie erst einmal gar nicht?

- Wirst Du Sex haben? Sex mit ihr?
- Allein mit einer Frau auf einer ein­samen Insel ...
- wäre ES da nicht ge­rade­zu un­aus­weichlich?

Wenn sie wieder gesund wäre, stelle Dir vor, sie hätte keinen blutigen Kopf, nur noch ihr Lächeln?
Der K√∂rper einer Frau, die Gedanken, das Wesen und Gef√ľhle, die sich entwickeln k√∂nnten ... und sie w√§re einzig auf dieser Insel, auf der Ihr verloren und ver¬≠gessen seid ... was dann ??

Du erinnerst Dich, Sie in einer Filz-Kombi gesehen zu haben, wie die unter den Segelklamotten getragen wird. Hatte sie da nicht einen auffallend s√ľ√üen Popo gehabt?
- Oder verwechselst Du die Erin­ner­ung?


***


Tatsächlich hatte nur eine einzige Frau in der Crew wirklich Interesse in Dir geweckt, nämlich Bea.
Dabei war die Dir gegen√ľber kalt und un¬≠nahbar gewesen und immer ge¬≠blieben.
Aber jedes sexuelle Signal, auf das Du zu reagieren bereit bist, hatte Bea aus¬≠gesendet: von den wirren blonden Haaren √ľber die so speziell Dich be¬≠funkelnden Augen und ihre vollen, Lippen, bei denen Du Dir immer gleich vorgestellt hattest, wie sie Dir einen Blowjob besorgte, statt an K√ľsse zu denken ...
Die Art, ihr Dekolletee zu pr√§¬≠sentieren bis zum sanften runden Schwung ihres zarten B√§uchleins, das unter der engen Jeans sich zwischen Ihren Beinen eng anliegend f√ľr Dich, f√ľr Dich ganz speziell, so reizvoll lockend war wie ein erotisches Gem√§lde, das Du schier stundenlang h√§ttest be¬≠trachten m√∂gen!


***


Aber nicht Bea, sondern Anna Maria ist mit Dir hier.
Du bist unsicher und beobachtest die andere Frau, die jetzt das Schicksal mit Dir auf eine einsame Insel ver­schlagen zu sein teilt.
Eure Mitsegler womöglich allesamt er­trun­ken, Eure Yacht ein Wrack auf den Felsen!

Du denkst oft und gerne an Sex.
Aber in diesem Moment ist scheinbar nicht die rechte Zeit daf√ľr.


***


Deine Uhr ist stehen geblieben. Ob das eine symbolische Bedeutung hat?
Ob nicht nur die Uhr, sondern die Zeit √ľberhaupt stehen geblieben sein k√∂n¬≠nte?
‚Äď Euch jetzt auf dieser Insel irgendwie in einer Zwischenwelt angelandet habend, die Wirk¬≠lichkeit Euch ir¬≠gend¬≠wann wieder einholend, oder Euch f√ľr immer in eine neue Zeit und Welt versetzt habend ??!

Wieder beschleicht Dich der Gedanke, ob Du Sex mit ihr haben wirst.
- Wäre das eine Katastrophe?
- Sie ist kein Modell, keine Schau­fen­ster­puppe, aber doch eine attraktive Frau!
- Die geringe Wahl an Alternativen steigert ihre Attraktivität eindeutig.

Was eigentlich bist Du?
Dar√ľber solltest Du wahrlich auch ein¬≠mal nachdenken.
Was mag sie wohl empfinden, Dich an­sehend, zur Schicksalsgemein­schaft mit Dir verdammt.

Kannst Du ahnen, dass sie ein Bild des ‚ÄěDavid‚Äú von Michelangelo bei sich tr√§gt?
Wei√üt Du, dass die Bedeutung des hebr√§ischen Namens David ‚ÄěGeliebter‚Äú ist ?
‚Äď Ob es nur eine alte Erinnerung an Ana¬≠tomieunterricht w√§re, oder der heim¬≠liche Traum einer geschmack¬≠vol¬≠len Frau?
... Brad Pitt hätte sie vielleicht auch ge­nom­men, aber der hat nie auf sie ge­wartet!

Wovon träumt sie?
Wie stehst Du letztlich da neben diesen Figuren aus ihren Träumen?

Momentan allerdings schl√§ft sie immer noch tief und fest, sie ist noch in ihre Segelklamotten geh√ľllt und sieht ein¬≠fach nur verletzt und elend aus.


***


Es ist inzwischen wohl schon Nach­mittag. Ehe es Nacht wird, solltest Du die Umgebung erkunden, Essens­vor­räte habt Ihr, aber Wasser zu fin­den wäre wohl nicht schlecht.

Sollst Du sie hier allein und schlafend zu¬≠r√ľck lassen?
Du entschließt Dich, sie zu wecken.
‚ÄěIch will mich etwas umsehen.‚Äúsagst Du.
‚ÄěIch habe gr√§ssliche Kopfschmerzen!‚Äú wehrt sie ab.
‚ÄěDu sollst ja nicht mitkommen‚Äú, r√§umst Du ein, ‚Äěich wollte Dir nur sagen, wohin ich gehe.‚Äú
‚ÄěOkay.‚Äú signalisiert sie Zu¬≠stimmung.
‚ÄěNimm dir ein paar Kekse.‚Äú
‚ÄěDanke!‚Äú

Wie soll das wohl weiter gehen? Was m√ľsst ihr noch planen und organi¬≠sier¬≠en?
‚ÄěIn der Nacht k√∂nnte es k√ľhl werden. Wir sollten versuchen, die Decken zu trocknen.‚Äú
‚ÄěIch mache das!‚Äú sagt sie sofort.

Sie wird die Decken zum Trocknen auf­hän­gen, während Du weggehst.
‚ÄěDann bis sp√§ter!‚Äú
‚ÄěJa, bis sp√§ter!‚Äú

Du hattest √ľberlegt, was Du mit¬≠nehmen solltest.
- Das Beil ?
- zu schwer, entscheidest Du.
- ein Messer?
- Ja, das Messer nimmst Du mit und steckst es mit der Klinge nach oben in Deinen Stiefel.
Dazu w√§hlst Du zwei Wasser¬≠flaschen, die in¬≠zwischen leer sind. Falls Du Wasser find¬≠est, kannst Du die neu f√ľl¬≠len.
Der Strand ist hier nur etwa acht Meter breit, dahinter beginnt eine √ľppige, tropische Vege¬≠tat¬≠ion. Einen Moment brauchen Deine Augen, sich an das D√§mmerlicht zu gew√∂hnen. Farne und Palmen sind die Pflanzen, einen Weg gibt es nicht: Du musst ihn Dir bahnen.
Du √ľberlegst, ob es vielleicht giftige Insekten geben k√∂nnte. Doch es ist leise in diesem Wald, kein Vogel¬≠ge¬≠zwitscher, keine zirpenden Insekten, keine verd√§chtigen Ger√§usche. Das Rauschen der Brandung wird bei jedem Schritt leiser, dann bist Du in diesen Wald eingetaucht.
Schritt f√ľr Schritt tastest Du Dich voran, erwartest jeden Augenblick eine √ľberraschende Entdeckung. Aber die bleibt aus.
Allmählich erkennst Du, dass diese Pflanzen scheinbar alles sind, was es auf der Insel gibt. Keine giftigen Insekten, keine wilden Tiere, keine menschen­fressenden Einge­boren­en ...

Das Gelände wird steiniger, Du näherst Dich dem Fuß der Anhöhe, die Du schon während des Sturmes im Schein des Blitzes bereits von Weitem gesehen hattest. Ein leises Gurgeln lässt Dich aufhorchen: das Geräusch von fließendem Wasser.
Frisches S√ľ√üwasser zu finden war eine Hoffnung gewesen, die sich nun zu erf√ľllen scheint. Du gehst dem Ge¬≠r√§usch nach und findest einen kleinen Bach. Entgegen der Fluss¬≠richtung folgst Du ihm weiter und stehst alsbald an der Quelle. Du kostest das Wasser und bist gl√ľcklich, es entdeckt zu haben.

Doch in diesem Augenblick haben zwei Augen Dich ins Visier genommen ...
W√§hrend Du noch ahnungslos Deine Wasserflasche bef√ľllst, n√§hert sich Dir ein Schatten im Wald ...




5.) Die Wildkatze

Lautlos wie ein jagendes Raubtier n√§hert sich die Bedrohung, w√§hrend Du v√∂llig ahn¬≠ungs¬≠los die Wasserflasche f√ľllst.

Nicht seit Tagen, nicht seit Wochen, son¬≠dern schon seit beinahe drei Jahren hatte es sie auf diese Insel ver¬≠schlagen. Sie hatte nicht das Gl√ľck, mit dem Equipment einer Luxusyacht ge¬≠strandet zu sein.

Zusammen mit einer Freundin war sie nur mit dem nackten Leben hierher ge­langt.
Eines Tages waren Boote in der Bucht ge­wesen.
- Endlich Rettung?

Ihre Freundin hatte die Fremden ent­deckt, während sie noch im Wald auf der Suche nach Nahrung gewesen war.
Voller Hoffnung hatte sich die Freundin den Ankömmlingen genähert und ge­zeigt.

Doch sie war nicht freundlich gerettet worden.
Sie war skrupellosen Piraten begegnet.
Nach vielfach statt¬≠gehabterer Verge¬≠waltig¬≠ung hat¬≠ten die Fremden sie ver¬≠blutend zur√ľck gelassen, hatten die sie auch noch gefoltert, das Verh√∂r war letzt¬≠lich aber sprach¬≠lich gescheitert.

So hatte sie die Freundin dann ge¬≠funden: t√∂d¬≠lich verletzt an Leib und Seele von den Piraten zur√ľckgelassen.
Nach wenigen Tagen hatte sie die Freundin begraben. Seither war sie allein, ganz allein auf der Insel: in­zwischen seit fast drei Jahren.

Sie ist ‚ÄěTarzan‚Äú geworden und ‚ÄěRobin¬≠son‚Äú, nur aber eben als Frau.
Auf einer Insel mit einem gn√§dig milden Klima hatte sie das ganze Drama einer Robin¬≠son¬≠ade nicht in der ‚Äěsoften‚Äú Variante, wie Du die mit dem Material aus der gestrandeten Luxus¬≠yacht ge¬≠rade beginnst, sondern in einem an¬≠deren Extrem durchlebt: n√§mlich ‚Äěohne Alles‚Äú, v√∂llig nackt und hilflos.

Sie hatte gelernt, zu essen, was die Natur anzubieten hat, oder aber zu hungern. Sie hatte gelernt zu fischen und Schalentiere zu fangen, aber auch Insekten, Schlangen, Vögel.

Sie hatte Feuer gehabt und verloren, und letztlich gelernt, auch ohne das Feuer zu leben. Wilde Tiere braten ihre Beute schließ­lich auch nicht.

Sie ist inzwischen wie ein solches Tier geworden, sie ist eine ‚ÄěTarzan‚Äú auf dieser Insel. Sie ist ein ‚ÄěDschungel-M√§d¬≠chen‚Äú. Sie ist eine Frau, die zu¬≠r√ľck¬≠geworfen auf ur¬≠zeit¬≠liche Be¬≠ding¬≠ungen des √úber¬≠lebens sich bew√§hren musste.

Dabei hat auch sie eine zivilisatorische Vorge­schichte:
Sie war vor Beginn ihrer Robinsonade eine erfolgreiche An­wält­in gewesen, Part­ner­in in einer großen Sozietät in Jerusalem.
Sie war aufgewachsen als Tochter eines erfolgreichen j√ľdischen Ge¬≠sch√§fts¬≠mannes und einer kolum¬≠bian¬≠ischen Sch√∂nheit, im Luxus, aus¬≠ge¬≠bildet und eingef√ľhrt in ein gesell¬≠schaftliches Umfeld von Glamour, Be¬≠ziehungen, Reich¬≠tum und blendenden Zukunfts¬≠aussichten ...

Tigerinnen-Instinkte waren ihr zwar irgendwie in die Wiege gelegt ge¬≠wesen, doch so ori¬≠gin√§r h√§tte sie nie ge¬≠glaubt, jemals zum Raub¬≠tier werden zu m√ľssen, wie auf dieser einsamen Insel.

Sie war allein und hilflos, sie war ohne jedwede Hilfsmittel hierher auf die Insel gelangt, eine Frau, die im Luxus gelebt hatte. Sie hatte lernen m√ľs¬≠sen, um ihr nacktes Leben zu k√§mpfen!

Die letzte Begegnung mit Menschen, mit den Schl√§chtern ihrer Freundin war die ganz gro√üe Katastrophe ge¬≠wesen und hatte ihrer Freundin Leben ge¬≠kostet unter schlimmster De¬≠m√ľtig¬≠ung und Schmerzen.
Jetzt bist Du in ihre Welt gelangt!





Jetzt ist erneut ein Mensch auf der In­sel. Sie hat Dich entdeckt. Sie ist miss­trauisch, sie hat Angst. Sie ist wild ent­schlossen, nicht erneut Opfer zu sein.
Du ahnst nicht einmal etwas davon ...

Fremde sind Feinde. W√§re sie nur ein Tier, h√§tte sie lediglich diese Lehre ge¬≠zogen. Doch ein Rest von Zivilisation ist noch da, Erinnerungen an ihr fr√ľheres Leben noch nicht ganz vergessen.

Nur deshalb wird sie dich nicht sofort töten!
Sie wird testen und sich dann entscheiden, sie wird ihr persönliches Werte- und Entscheidungssystem erst befragen.
Sie hat einen zivilisatorischen und intellektuellen ‚ÄěHintergrund‚Äú.
Das k√∂n¬≠nte vielleicht Deine Rettung sein. Sie ist eine erfolgreiche √úberlebens¬≠k√§mpfer¬≠in ‚Äď und sie ist doch auch eine Frau.

Jemand ist jetzt auf ihrer Insel: Du.
Sie entdeckt Dich nahe der Wasser­stelle. Sie beobachtet Dich, sie verfolgt Dich ...






6.) Unausweichliche Romanze ?

Am Strand hat Anna-Maria die Decken auf­gespannt und getrocknet.
Sie fragt sich inzwischen, wo Du abge­blieben wärest.

Dann denkt sie zur√ľck an ihre ver¬≠flossenen Be¬≠zieh¬≠ungen und malt sich aus, was diese Robinsonade nun wohl al¬≠les be¬≠deuten k√∂nnte.
Wäre sie in der Einsamkeit der Insel ge­radezu einem einzigen verbleiben­den Mann sexuell verpflichtet oder ge­opfert?

Wäre Sex zwischen Euch geradezu zwangs­läufig?
Sie denkt √ľber Dich nach. Sie sinniert, ob SIE sich ES vorstellen k√∂nnte, mit Dir...

Sie ist einige Jahre älter als Du, kennt die Bilder der Models, an denen heut­zutage Männer die Ideale der Schön­heit bemessen.
Sie ist schlank und proportioniert, doch sie hat keine Illusion, mit den Bildern aus Männermagazinen noch aktuell kon­kurrieren zu können.

Andererseits Du:
Auch Du nicht mehr ganz so jugend¬≠lich frisch, wie Du Dich vielleicht f√ľhlst.
Das Leben liefert den Menschen als Real­ität offensichtlich nicht die maxi­male Variante eines Traumes, son­dern womöglich nur einen irgendwie an­nehmbaren Kom­promiss.

Selbst die Luxus-Menschen unserer Zeit, die Stars und die im Glamour leben, m√ľssen immer wieder fest¬≠stel¬≠len, dass selbst in deren Part¬≠ner¬≠schaften keineswegs die Partner den olympischen Idealen antiker griech¬≠ischer G√∂tter entspr√§chen!
(... und selbst diese G√∂tter hatten be¬≠kannterma√üen ja bereits ge¬≠n√ľg¬≠end Pro¬≠bleme !!!)

Wenn also nur ihr beide auf dieser In¬≠sel f√ľr einander einzig w√§rd, ob das geradezu unver¬≠meid¬≠lich Sex bedeuten m√ľsste?

Können ein Mann und eine Frau in einer solchen Situation anders, als sich letztlich auch sexuell miteinander ein­zu­lassen?

... und wenn es dann dazu k√§me, auf einer Insel ohne jede weitere Zer¬≠streu¬≠ung, ohne anderes Am√ľsement, w√§re das dann ‚ÄěBl√ľmchen-Sex‚Äú?

Oder wäre Ficken geradezu ein Teil der täglichen Kommunikation, ein sich auf­einander einstimmen, immer wie­der, wieder und wieder ??
W√§re Sex ein Teil des Alltags, w√ľrde sich geradezu eine erotische Sprache entwickeln ‚Äď und schon das Bum¬≠sen am Morgen ge¬≠sprochene Worte er¬≠setzen?

Wenn Du erfolgreich von einer Jagd oder vom Fischen zur√ľck k√§mst, w√ľr¬≠dest sie Dir dann die Lippen im Gesicht oder zwischen ihren Beinen spontan dar¬≠bieten?

Allein auf einer Insel: frigide und un­nahbar wäre doch wohl kaum vor­stell­bar, oder ?


***


Angenommen, sie w√§re bis zu diesem Ungl√ľck verheiratet ge¬≠wesen?
Ober vielleicht gerade erst frisch ver­liebt?

Wären Tage, Wochen , Monate oder Jahre vergangen, ehe sie einen sex­uel­len Blick auf Dich geworfen hätte, oder angesichts der besonderen Situation nur wenige Stunden?

Welchen Stellenwert h√§tten Erinner¬≠ung¬≠en an fr√ľhere Bindungen und Be¬≠zieh¬≠ungen?
K√∂nnte es sein, Sex bliebe ihr heilig und sie w√ľrde Dich ab¬≠weisen?
K√∂nnte es sein, sie w√ľrde nichts mit Dir haben und von Dir wissen wollen?

Was indes k√∂nnte andererseits aus einer solchen ‚ÄěInsel-Beziehung‚Äú ent¬≠stehen?
Wenn ihr von vorn herein w√ľsstet, dass es nur eine Sache von Tagen, besten¬≠falls Wochen w√§re, dann viel¬≠leicht w√ľrdet Ihr einfach abwarten?!

Wenn aber diese Robinsonade ohne kon­krete Hoffnung wäre?
Ihr zwei beide ganz allein mit Euch ir¬≠gend¬≠wo im s√ľd¬≠chinesischen Meer ver¬≠schollen und Ihr beide mit dem Ge¬≠danken auf eine jahrelange gemein¬≠same Ein¬≠sam¬≠keit in der Aus¬≠sicht auf Jahre, Jahr¬≠zehnte und wo¬≠m√∂glich lebens¬≠lange Schicksalsge¬≠mein¬≠schaft mitein¬≠ander eine Zukunft zu arrang¬≠ieren h√§t¬≠tet?

Welche Zukunft w√ľrde irgendwann be¬≠gin¬≠nen Eure Wirklichkeit zu werden?
Wie w√ľrdet Ihr Euch aufeinander ein¬≠zu¬≠lassen, wie, in jeder Weise, bereit wer¬≠den f√ľr Euch?

W√ľrde die Tatsache, dass es nur Euch beide g√§be Euch zugleich auf eine ganz besondere Weise zueinander bringen?

Immerhin, wenn Ihr beide f√ľreinander auch nicht unbedingt Ideale der Tr√§ume seid, so doch in der Lage, einander attraktiv zu fin¬≠den, at¬≠traktiv genug allemal, mit¬≠ein¬≠ander ‚Äěet¬≠was zu haben‚Äú, miteinander zu reden, die Lebenssituation auf der Insel zu gestalten und letztlich auch eine Beziehung zu leben, die Sex nicht tabuisieren w√ľrde.


***

Was wäre aber, wenn dann ...
- wenn ihr schlie√ülich viele Jahre Eures Lebens miteinander auf dies Insel ver¬≠bracht h√§ttet und dann irgendwann ge¬≠rettet w√ľrdet?

Vielleicht hättet Ihr längst Kinder mit­ein­an­der?
W√ľrdet Ihr Euch nach einer Rettung dann doch wieder trennen, weil die ein¬≠ge¬≠gangene Beziehung doch eigentlich nur ein Zweckb√ľndnis gewesen w√§re?
Was w√ľrde Eure Inselbe¬≠ziehung am Ende denn bedeuten, bei einer R√ľck¬≠kehr ins ‚Äěnormale Leben‚Äú?

Wären gemeinsame Jahre, gemein­same Erlebnisse mit einer Partnerin und einem Partner, den das Schicksal be­stimmt hatte nur eine Peinlichkeit, die es dann schnell zu vergessen gälte?

Wie ständet Ihr da nach einer Ret­tung von der Insel?
Interessiert Euch, was andere Men¬≠schen dar√ľber denken, die nie allein auf der Insel waren?
Als ‚Äěkleine Familie Robinson‚Äú w√§rt ihr die Sensation in der Presse, wenig¬≠stens einige Tage lang ...

- und dann ???

Plötzlich denkst Du wieder an Bea. Wäre sie irgendwohin verschlagen, welches Schicksal wäre ihres?
Nicht mit Dir, sondern mit anderen Mitgliedern der Crew irgendwohin auf eine benachbarte Insel verschlagen?
Schon der Gedanke macht dich neidisch auf die Mitglieder der Gruppe, die mit ihr zusammen wären!


***


Hier aber bist Du zusammen mit Anna Maria.
Du bist eigentlich √ľberhaupt nicht ‚ÄěIhr Typ‚Äú, steht sie doch auf ganz gro√üe M√§nner und mag sie das Gef√ľhl, die dann mit ihrem Charme um jeden einzelnen Finger ihrer Hand wickeln zu k√∂nnen.
Träumt sie doch heimlich vom David, und tragt das Bild der Skupptur des Michelangelo bei sich.

Du bist sperrig, widerspenstig und hast verquere Ideen. Du hast Dich gar nicht um sie bem√ľht, sie gar nicht be¬≠achtet w√§hrend des T√∂rns. Du hattest Dich eigenbr√∂dlerisch zur√ľck¬≠gezogen und auch an kleinen Spielchen der Crew gar nicht teilgenommen.
Du warst nicht charmant zu ihr ge¬≠wesen, nicht witzig und aufmerksam f√ľr sie. Selbst als sie Dich einmal aufge¬≠fordert hatte, war Deine Antwort nur schweigendes NEIN gewesen.
Sie hatte von Dir wahrscheinlich gedacht, Du seiest wohl der langweiligste Mann an Bord.
Und zu allem √úberfluss entsprichst Du auch sonst so gar nicht ihren Prior¬≠it√§ten und ihren Vorstellungen von einem ‚Äěattraktiven Mann!‚Äú
H√§tte sie nur Schuhe mit wenig Absatz an, dann w√§rest Du ja sogar kleiner als sie selbst: das ist weit, weit weg von Ihrem ‚ÄěIdeal‚Äú eines gro√üen Mannes!

Du bist wahrhaftig nun √ľberhaupt nicht der ‚ÄěMann ihrer Tr√§ume‚Äú.

Aber mit genau Dir und so wie Du bist ist sie jetzt auf der Insel gestrandet. Es gibt keine Auswahl.
Es gibt nur Dich und sie.

Ob sie Sex mit Dir haben wird ?
Das geht ihr viel weniger durch den Kopf als Du denkst und ist f√ľr sie gar nicht so wichtig.

Ob sie allerdings Dich k√ľssen m√∂chte, z√§rtlich und liebevoll, intensiv und da¬≠bei die Grillen in ihrem Bauch tanzen w√ľrden ?
Ob in ihren Augen das ganz be­son­dere Glitzern geweckt werden könnte, sie Dich ansehend ?
Ob sie ein ‚ÄěWir-Gef√ľhl‚Äú f√ľr Euch beide entwickeln mag und Du einen be¬≠sonderen Platz in ihrem Empfinden, Denken und Planen einnehmen wirst?

Ob sie f√ľr Dich Frau werden k√∂nnte, ganz und total, nicht nur mit ihrem Leib, sondern auch mit ihrer Seele?


***


Ein ganzes Leben auf dieser Insel, nur sie und Du hier und miteinander zur Gemeinsamkeit verdammt oder zu einem Nebeneinander in trister Ein­sam­keit.
Wo Ihr die Wahl gehabt h√§ttet unter anderen Partnern, w√§re die gegen¬≠seitige Entscheidung wohl nie f√ľr Euch gefallen.
Aber jetzt hat das Schicksal diese Wendung genommen.
Wie werdet Ihr nun entscheiden?


***


Die h√§sslichen kleinen Besenreiser an den Oberschenkeln, die sie nicht mehr verstecken kann und was Du wohl von ihr denken magst, die zu ent¬≠decken dar√ľber macht sie sich wom√∂glich Ge¬≠danken.

Welche Optionen hätte sie hier noch, sich zu pflegen, ihre Beine zu enthaaren und ihre Achseln und ihre Scham ...??

Dass Männer wirklich eine haarlose Muschi lieber lecken, als dabei Haare im Mund zu haben, hatte sie einfach an­genom­men und akzeptiert.
Beim Oralsex hatte sie selbst Be­haar­ung nicht als Problem emp­funden. Eine Penisspitze ist schließ­lich nicht behaart.

Aber umgekehrt hatte eine epilierte Muschi wohl viele Hemmungen ver­drängt?
Wie war das denn wohl gewesen, √ľber¬≠legt sie, und ob die M√§nner in¬≠tens¬≠iver geleckt hatten, wenn sie ganz frisch intimrasiert war?
Wie hatte sich ihr sexuelles Leben √ľber¬≠haupt bis zu diesem Tag ent¬≠wickelt? Wie w√ľrde es weiter werden?

Nein, all diese Gedanken drängen sie nicht. Sie sind nicht wichtig, eher nebensächlich.

Sie fragt sich, wo Du wohl bleibst.
Sie empfindet Unruhe.
Schon ‚Äěwie eine besorgte Ehefrau‚Äú zu denken‚Äú, straft sie sich im n√§chsten Mo¬≠ment selbst bei diesen Gedanken.

Aber schließlich erliegt sie wieder den Schmerzen ihres verletzten Körpers. Sie ver­kriecht sich in den Unter­schlupf, den ihr geschaffen habt und schläft tief und traum­los.
W√§hrend sie noch √ľber Eure Situation sinniert, die ‚ÄěRobinsonade f√ľr Zwei‚Äú, hat DICH l√§ngst das Schicksal in Ge¬≠stalt einer weiteren Frau ereilt ..
Aber das ahnt sie noch nicht ...


***


Wieder aufgewacht, hatte sie ihre salzverkrusteten und steifen Segel­klamotten ausge­zogen. - Auch die Un­ter­wäsche, beschämt fest­stellend, da hin­ein uriniert zu haben.
Sie hatte alles als B√ľndel mitgenom¬≠men, es im Meer auszuwaschen.

Nackt war sie deshalb schließlich ans Wasser ge­gangen.
Niemand hatte ihr zugesehen.
... Vielleicht schade?

- Du h√§ttest sie sehen sollen: so frei und nat√ľrlich, so ungezwungen und so √ľberraschend attraktiv, wie Sie da war und ins Meer ging!
- Eine Frau ‚ÄěMitte 40‚Äú w√§re schlicht chancenlos, einen Preis als ‚Äěattraktive Erscheinung‚Äú zu gewinnen?

Sie h√§tte in diesem Augenblick ab¬≠solut vom Gegenteil √ľberzeugt !!

Was wirst Du sagen, sie nach Deiner R√ľckkehr nun so sehend, nur noch be¬≠kleidet mit ihrem Shirt und einem knappem, seidig durchsichtigen Unter¬≠h√∂schen?

Sie denkt nicht an Sex, an Anmache und an Verf√ľhrung.
Sie nicht.

Aber Du wirst da­ran denken ...
Du schon !!





7.) Pr√ľfung.

Sie ist Jägerin, Kämpferin und kennt sich aus in diesem Wald, der die Be­zeichnung Dschungel vielleicht nicht einmal verdient, weil er zu harm- und ge­fahrlos ­los wäre?!

Sie geht aber kein Risiko ein.
Sie beobachtet Dich, wartet auf ihre Chance und schlägt dann zu.

Von all den Parasiten und Insekten, die mit erschreckend exotischen Krank­heit­en weltweit drohen, gab es prakt­isch keine auf dieser Insel.
Hier ist nur diese Frau, fremd und gewisserma√üen selbst hier auf dieser Insel ‚Äěeingeschleppt‚Äú wie ein fremder Krankheits¬≠er¬≠reg¬≠er, die nun tats√§chlich be¬≠droh¬≠lich f√ľr Dich ist, weil voller Angst, Ver¬≠zweiflung, aber auch l√§ngst voller ani¬≠mal¬≠ischer Wild¬≠heit, St√§rke und Souver√§nit√§t in dies¬≠em Reich, das l√§ngst zu ‚ÄěIhrem Reich‚Äú geworden ist.

Diese Frau hat Dich nun gefunden.

In der Gewissheit, die Jägerin zu sein und ein unbedarftes Opfer zu be­ob­achten verfolgt sie Dich.

Du ahnst nicht einmal etwas davon.
Du bist wie ein Zebra, das die Löwen im tiefen Gras der Savanne noch gar nicht gesehen hat.

Doch die Falle hat sich längst um Dich geschlossen und das Unheil nimmt seinen Lauf.
Du wirst auch bis zum letzten Moment nichts hören oder sehen. Wie eine Raub­katze, wie eine Panterin ist sie:
Sie reißt Dich von den Beinen. Sie wäre tödlich, wollte sie es sein.

Als Du versuchst, den Kopf zur Seite zu drehen, um sie nur zu sehen, greift sie in Deine Haare und presst Dein Gesicht in das feuchte Erdreich:
Du kannst nicht mehr atmen!

Sie beherrscht Dich mit harter Hand und hält erbarmungslos Deinen Kopf.

Gerade ehe Du das Bewusstsein zu ver­lieren drohst, lässt Ihr Druck nach.
Du ringst nach Luft, da sich noch im¬≠mer ihr Knie schmerzhaft in Deinen R√ľcken bohrt.
Du hast verstanden.
Obwohl sie locker lässt, machst Du ab­solut keinen kleinsten Versuch mehr, noch nach ihr zu sehen oder irgendetwas zu tun, dass sie falsch verstehen könnte!

Dass eine Frau Dich gefangen genom­men hat, ahnst Du gar nicht einmal.
Dein Herz rast.
Böse Ahnungen von hässlichen Despoten beschleichen Dich, die Gefangene in elenden Berg­werken als Sklaven schuften lassen bis zu deren Lebensende.

Schlingen werden um Deine Hand- und Fu√ügelenke gezogen. Wie eine Spinne ihr Opfer, so bindet sie Dich, und schlingt auch etwas √ľber Deine Augen, das sich wie Laub anf√ľhlt.
Du kannst nicht einmal mehr sehen.

Was empfindet eine Frau angesichts der erlebten Robinsonade und in ab­soluter Einsamkeit?
Welches Wesen wird aus einer kulti¬≠vierten Lady der High-Society, derart brachial wie sie in die Urzeit, in einen tag¬≠t√§glichen √úber¬≠lebenskampf zu¬≠r√ľck¬≠versetzt?
Sie hatte v√∂llig ohne Bedingung in dieses Abenteuer einsteigen m√ľssen, sie hatte keine Wahl gehabt und keinerlei R√ľck¬≠trittsoption:
Eben noch beh√ľtete Tochter aus ‚Äěbesten Ver¬≠h√§ltnissen‚Äú hat¬≠te es sie v√∂llig un¬≠vor¬≠bereitet getroffen
An jeden Luxus der Welt adaptiert war sie ge­wesen und nichts davon war ihr ge­blieben.
Nur Fetzen von Kleidung, die sie noch am Leib getragen hatten, als das Meer sie an den Strand dieser Insel gesp√ľlt hatte waren wie Ruinen der Erinner¬≠ung.
Nichts, wahrlich nichts war da ge­wesen, das als Hilfe der Zivilisation ihr geblieben wäre.
Nichts hatten sie und Ihre Freundin gehabt außer dem nackten Leben.

Einzig mit der Gnade eines milden Klimas und einer frucht¬≠baren Natur waren sie beschenkt. Ansonsten als Luxuskinder der Gegenwart waren sie einsam in die Steinzeit zur√ľck ge¬≠wor¬≠fen. Sie hat¬≠ten auch keine gestrandete Luxus¬≠yacht, aus der sich noch Werkzeuge, Vorr√§te und mehr h√§tten holen k√∂nnen.
Sie hatten wirklich nichts gehabt.

Durch den Tod der Freundin war auch noch der letzte Hoffnungsschimmer, nämlich: wenigstens nicht allein zu sein, ihr genom­men wor­den.

Sie wagte nicht mehr, einfach ein gro√ües Sig¬≠nal¬≠feuer zu entz√ľnden, um auf Rettung zu hoffen.
Sie hatte Angst, so¬≠gar vor denen, die sie vielleicht w√ľrden retten k√∂nnen.

Seit Jahren einsam, hilflos und mittel­los war sie gefangen in ihrer Robinson­ade.

Sie hatte nicht einmal ein Messer be­sessen. Kein Beil oder andere Hilfen, keine Streichhölzer, kein Feuerzeug. Sie hatte rein gar nichts gehabt.

Nicht einmal die Fetzen von Kleidung, die sie noch am Leib getragen, waren noch von irgendeinem wirklichen Wert f√ľr das allt√§gliche √úberleben auf dieser Insel ge¬≠wesen.
Sie war absolut ohne jede Mittel ge­wesen, als sie auf die Insel kam.

Sie war Anfang drei√üig gewesen, als das Un¬≠gl√ľck passierte. Eine sch√∂ne Frau auf dem Gipfel der Attraktivit√§t gleicher¬≠ma√üen wie auf dem Sprung in eine exorbitante Karriere.
Sie war ‚Äěon top‚Äú gewesen in jeder Hin¬≠sicht, doch es sollte dann eine sehr ein¬≠same Zeit folgen:

- nicht Tage,
- nicht Wochen,
- sondern Jahre ...

... auf der Insel.

Nur sie und Ihre Freundin hatten es geschafft, √ľberhaupt diese Insel zu erreichen.

Das war inzwischen schon fast drei Jahre her.
Genaue Kalender¬≠buch¬≠f√ľhrung, wie in der ersten Robin¬≠sonade von Daniel Defoe im fr√ľhen 18. Jahr¬≠hundert be¬≠schrieben, hatte sie nie kultiviert.
Da eigentlich immer von einer schnel¬≠len Ret¬≠tung ausge¬≠gangen, hatte es f√ľr sie nie den Anfang einer Kalender¬≠rech¬≠nung gegeben.

Doch die erwartete Rettung war ein­fach ausge­blieben.

Außer jenen Piraten war niemand ge­kommen, und die hatten nur Schmerz, Verzweiflung und Tod gebracht.
Alleinsein war ihr Schicksal geworden ‚Äď und die Not, jeden Tag wieder neu das √úberleben zu erk√§mpfen.

- Was träumt eine Frau nach tausend Nächten Einsamkeit?
- Was f√ľhlt sie, hat sie noch Sehn¬≠s√ľchte, Begierden, Hoffnung und Lust, oder ist sie l√§ngst zu einem wilden Tier mutiert, zu einer Amazone, einer √úber¬≠lebens¬≠k√§mpferin mit neuen und ur¬≠eigenen Priorit√§ten in Handeln, Den¬≠ken und F√ľhlen ?!

Ist sie längst zu einer ani­mal­ischen Kampf­maschine geworden?

Oder schlummern doch noch s√ľ√üe Er¬≠wartungen in ihr, Tr√§ume von Ge¬≠borg¬≠en¬≠heit, Z√§rt¬≠lichkeit, N√§he und Sex ?

Sie hat Dich gefangen genommen.

Ist ihr Denken bestimmt von Hass auf Fremde und auf Männer sowieso?
Nachdem sie deren Brutalit√§t ihrer Freundin gegen¬≠√ľber erleben musste, nie eine Chance hatte, mit irgendwem dar√ľber zu sprechen: was empfindet eine Frau, √ľber so lange Zeit mit Tr√§umen, Hoffnungen, √Ąngsten und Entt√§uschungen allein gelassen?

Wird sie Dir √ľberhaupt noch eine Chance geben?

Immerhin k√∂nnte Dein Erscheinen f√ľr sie auch das Ende ihrer Einsamkeit be¬≠deuten ...
Sieht sie diese Chance?

Die Fesseln um Deine Handgelenke sind fest. Aber in Deinem Stiefel, das hat sie bisher nicht be­merkt, da steckt ein Messer.

Du hast lebhaft in Erinnerung, wie Dein Gesicht in den feuchten Boden ge¬≠dr√ľckt wurde und Du keine Luft mehr bekamst. - W√ľrdest Du jetzt dabei er¬≠wischt, mit einem Messer die Fesseln und die Augenbinde l√∂sen zu wollen, k√∂nnten Dir wohl geradezu schier gr√§ss¬≠liche Vergeltungsma√ü¬≠nahmen drohen.
Du hast im √úbrigen auch noch gar keine Ahnung, dass eine Frau Dich gefangen genommen hat.

Also liegst Du regungslos und nur Deine Ohren sind Dir geblieben, zu er­for­schen, was um Dich herum ge­schieht.
Da sind Geräusche des Waldes, aber sonst nichts. Du hörst kein Rascheln von Bewegung, keinen Atem und schon gar keine Stimmen.
Ist √ľber¬≠haupt noch jemand da?

‚ÄěIst da jemand?‚Äú fragst Du schlie√ülich ganz leise.
Nichts geschieht. Du wartest ab. Es fällt Dir schwer, sehr schwer, abzu­schätzen, wie lange eigent­lich Du wart­est, vergebens wartest.
Die Fesseln sind schmerzhaft, Deine Lage ausgesprochen unerquicklich.
‚ÄěHallo ?‚Äú versuchst Du es schlie√ülich wieder.
Nichts.
Gar nichts.

Ob Du es wagen kannst mit Deinen ge­fesselten Händen nach dem im Stiefel versteckten Messer zu suchen?
Du sp√ľrst dem Griff und die von der Ber√ľhrung mit Deinem Bein l√§ngst haut¬≠warme Klinge neben Deiner linken Wade im Stiefel steckend.
Die Finger der aneinander gefesselten Hände kannst Du bewegen.
Mit den hinter Deinem R√ľcken gebund¬≠en¬≠en H√§nden k√∂nntest Du das Messer wohl erreichen und aus dem Stiefel herausziehen.
Was aber, wenn Du dabei beobachtet w√ľrdest?

‚ÄěWas wollt Ihr von mir?‚Äú fragst Du, und wagst es noch nicht, zu provozieren, indem Du irgendetwas zu Deiner Be¬≠frei¬≠ung versuchst oder mit suchenden Fingern das versteckte Messer ver¬≠raten k√∂nntest.
Wenn Du es wirklich versuchen willst, dann solltest Du vielleicht warten, bis es dunkel wäre ?

‚ÄěIch bin auf dieser Insel gestrandet, bin schiffbr√ľchig. Hallo, ich suche doch nur Hilfe!‚Äú sagst Du leise.
Du ahnst nicht, dass sie kaum zwei Meter neben Dir sitzt und Dich beob­achtet!
Sie versteht die Worte nicht, denn sie spricht kein Deutsch.
Aber: ‚ÄěHallo‚Äú ist wohl international ...

Sie sieht Dich und begreift, dass Du kein Pirat bist und kein Aggressor, kein Mörder und Vergewaltiger.
Sie wartet ab und beobachtet Dich schweigend weiter.
Sie ahnt, dass Du jemand bist wie sie, gestrandet und ihr Schick­sal teilt.

Wie lange sie √ľberlegt, wie lange sie Dich betrachtend reglos neben Dir ge¬≠sessen, wirst Du nie nachvoll¬≠ziehen oder verstehen k√∂nnen.
Dir jedenfalls ist es wie eine Ewigkeit!

Erl√∂sung ist mit einem Mal der Klang ihrer Stimme. Fast direkt neben Dir ‚Äď ohne dass Du sie zuvor gesp√ľrt oder bemerkt h√§ttest war sie die ganze Zeit √ľber ganz nahe ge¬≠wesen.

‚ÄěHello!‚Äú gibt sie sich zu erkennen, und Du zuckst zusammen, als h√§tte sie Dich in diesem Augenblick mit einer Peitsche geschlagen. Der Klang ihrer Stimme ist fremd.
Sogar f√ľr sie selbst in den Jahren ungewohnt geworden.

Was Du bis zu diesem Augenblick nicht geahnt und nicht gewusst hattest wird Dir schlagartig klar, da sie Dich anspricht mit der leisen, unverkennbar hellen Stimme einer Frau:
Kein wilder Mann hat Dich gebunden, sondern eine Frau ist es, die Dich hier an der Wasserstelle gefangen genom­men hat.

Fast drei Jahre lang hat sie mit keinem Menschen mehr gesprochen.
Fremde Worte klingen jetzt plötzlich in Deinen Ohren.
Du ver­stehst allerdings nichts davon.
Du ahnst nur: diese Sprache ist He­bräisch. Es ist ihre Mutter­sprache.

Sie merkt nat√ľrlich, dass Du nicht ver¬≠stehst. Sie stockt und spricht dann lang¬≠sam und deutlich unsicherer.
‚ÄěShalom?‚Äú
Nur das eine Wort verstehst Du. Und Du stim­mst zu, ganz und gar: Nein, Du willst sie nicht bekämpfen.
‚ÄěJa, yes, oui !‚Äú fl√ľsterst Du, "Shalom!"

Der Druck ihres Knies in Deinem R√ľcken hat sich gel√∂st, aber Du wagst immer noch nicht, Dich allzu heftig zu bewegen.
‚ÄěI am a stranger here myself ‚Äď search¬≠ing for rescue ‚Äď not an enemy to any¬≠body being here at all and nor less to any¬≠body in a situation, similar to mine!‚Äú
Nein ‚Äď selbst gestrandet w√§rst Du keine Bedrohung anderer Schiffbr√ľch¬≠iger, sondern wahrlich nur ein Leidens¬≠ge¬≠f√§hrte.

Dein Englisch versteht sie teilweise und irgendwie, auch wenn es f√ľr Sie einst die zweit¬≠wichtigste Sprache ihres fr√ľheren Leben war und sie sich doch nicht darin ausdr√ľcken kann.

Sie löst die Binde von Deinen Augen und du bist einen Moment lang ge­blendet.
Du bist geblendet vom Licht, ob­schon es doch ein Zwielicht ist hier im Wald, und Du bist geblendet vom Anblick, der sich Dir bietet.

Du erkennst eine nackte Frau, die Dir Deine Augen­binde abge­nom­men hat.

Du siehst ihren Körper, den Leib einer rassigen, jungen durch­train­ierten Frau. Selbstverständlich nimmst Du sie wahr.
So schnell, wie Du wieder sehen kannst erkenst Du auch die Schönheit dieser Frau.
So schnell, wie die Bedrohlichkeit der Situation verfliegt, bist Du wieder bereit, sie erogen und sexuell wahrzunehmen.
Daf√ľr bist Du Mann ...







8.) Augenblicke

Aber Du siehst Ihr auch in die Augen ...
Wie die Sonne eines exotischen Stern¬≠en¬≠systems strahlt ihre Iris in gr√ľn- braunem Schein.
Wie Erupt­ionen von Sonnenflecken da­rin die leuchtenden Zentren der Emot­ion: kleine Perlen ein­er unendlichen Leidenschaft, die jedem Mann jederzeit und unmittelbar den Ver­stand rauben könnten.
Wie Designer-Striche umgeben die Lider zauberhaft ihre Augen. Es ent­springen daraus Wimpern und machen sie zu einem einzigartigen Kunst­werk, völlig ungeschminkt.
Im Zentrum schlie√ülich bleibt das ‚Äěschwarze Loch‚Äú der Pupille.
Wie sein kosmisches Pendant saugt dieses dunkle Zentrum alles in sich auf: erst recht jeden Mann, der in diese Augen schaut und alle seine Gedanken, seine Begierde, seine Hoffnungen und Sehn¬≠s√ľchte.

Sie verschlingt den, der es wagt, in ihre Augen zu sehen und raubt ihm mit nur einem einzigen Lidschlag wahr­haft­ig völlig den Verstand.

***

In ihren Augen leuchtet aber auch ein Weh aus nun­mehr fast drei Jahren Robin­son­ade. Schmerz, Enttäusch­ung, Einsamkeit und Verzweiflung spiegeln sich darin. Diese Augen suchen keine neuen Qualen, sondern jeden Schim­mer von Hoff­nung!

Er¬≠n√ľchter¬≠ung und erlebte Hilf¬≠losigkeit, auch etwas wie Schick¬≠sals¬≠er¬≠gebenheit.

Sie geht ein Wagnis ein, Dich sie sehen zu lassen. Sie gibt die sichere Machtposition auf, in der sie sicher beherrschend ist, um einer Hoffnung willen, die sich f√ľr sie mit Dir verbindet.
Du bist ihr dieses Risiko wert!
Und sie löst nicht nur Deine Augen­binde, sondern auch Deine Fesseln.

Du siehst ihr in die Augen. Dieser kurze Moment ist schicksalhaft und wird Dich ver√§ndern: ganz und total! Noch viel intensiver und √ľber¬≠w√§lt¬≠ig¬≠en¬≠der als der Anblick ihres at¬≠traktiven nackten K√∂rpers ist dieser Blickkontakt.

Du wirst in diesem Moment, in nur einem einzigen kurzen ‚ÄěAugenblick‚Äú verzaubert. Ob¬≠schon gerade erst freigelassen, wirst Du sofort erneut gefangen genommen: auf eine andere, aber nicht minder schick¬≠salshafte Weise.

Dabei sind es nicht die orientalisch an¬≠gehauchte Sch√∂nheit ihrer Gesichts¬≠z√ľge, nicht ihr schlanker, dezent mus¬≠ku¬≠l√∂ser, in den Jahren auf der Insel ent¬≠schlackter, tagt√§glich durch des Lebens Not trainierter und wenig fett¬≠verw√∂hnter nackter K√∂rper.
Nein:

Es ber√ľhrt Dich die Aura einer ganz besonderen Frau, von der Du noch so verdammt wenig wei√üt. Eine Frau, die geschafft hat, zu √ľberleben, hier auf der Insel. Nicht nur √ľber Wochen oder Monate, sondern schon seit Jahren!

Es ist eine ganz besondere Mischung von Schmerz, unendlicher Einsamkeit, Angst, verletzter Hoffnung, aber auch von Sehnsucht und innerer Stärke.

Es liegt ein unh√∂rbarer Schrei in der Luft: ihr Schrei, den sowieso niemand ge¬≠h√∂rt h√§tte und der verklungen w√§re, wenn sie daf√ľr in den Jahren zuvor ihre Stim¬≠me be¬≠m√ľht h√§tte.

Es ist ein emotionaler Schrei und ihr ganzes ‚ÄěIch‚Äú sendet ihn aus: mit der Haltung ihrer Finger, ihres K√∂rper, mit dem Ausdruck in ihrem Ge¬≠sicht, dem Strahlen in ihren Augen, mit der Schwellung ihrer Brustwarzen und der schnellen Atmung, und mit unsicht¬≠baren Riechstoffen, den olfaktor¬≠ischen Duftsignalen der Weiblichkeit, die von ihr gleicherma√üen intensiv wie unbewusst ausgesandt werden.
Es ist ein Schrei aus ihrem tief­sten Inneren, der in die Welt hin­aus gellt und danach geradezu bettelt, es möge sie wer hören.
Bitte irgend jemand, irgendwo, irgend­wann, irgendwer!

Sie sp√ľrt, wie Du zu Ihrem Echo wirst, Du: kein Pirat, keine Bedrohung, sondern die so lange erwartete Ant¬≠wort auf ihr Rufen.

Deine Sinne hören endlich ihren ver­zweifelten Schrei.
Es ist ihr Schicksal, auf eine ganz irre Weise ‚Äěaus dem Nest‚Äú gefallen und dennoch immer noch da zu sein.
Es ist ihre Herausforderung an das Leben, trotz Allem, was passiert ist, dennoch sie selbst ge­blieben zu sein und wieder werden zu wollen.

Es ist ihre Pers√∂nlichkeit, die einst ge¬≠pr√§gt gewesen war von ge¬≠schenktem Luxus, aber auch von der Be¬≠reitschaft, sich der Chancen durch Flei√ü und M√ľhe k√§mpferisch w√ľrdig zu erweisen.

Nackt und hilflos hatte das Meer sie beinahe ertrunken an den Strand gesp√ľlt, ‚Äěnackt‚Äú in jeder nur erdenk¬≠lichen Weise.

Sie hat seither auf dieser Insel Jahre in Einsam­keit, Angst und Not verbracht.
Was f√ľr ein Wesen hat sich da entwickelt, welche Frau ist sie ge¬≠worden, wie wird sie auf Menschen re¬≠agieren, da solche Begegnung so lange Zeit fehlte?

Wie wird sie auf Männer reagieren ... und jetzt ganz speziell auf Dich?

Vorsichtig, abwartend und zur√ľck¬≠haltend oder fordernd und wild, alles nachholen wollend, was sie in den Jahren vers√§umt h√§tte?

Wäre sie ein Mann, könntest Du Dir gut vorstellen, dass der jede Chance nutzen und jeden Sex wahrnehmen wollte, der sich nur böte.
Vielleicht h√§tte sie, w√§ren die Rollen anders verteilt gewesen, und ein seit drei Jahren einsam lebender Mann h√§tte eine Frau gefangen genommen, dieser Mann sie fr√ľhzeitig mehr als nur sexuell bedr√§ngt?

F√ľr sie hatte Sex in den vergangenen Jahren keine Bedeutung mehr gehabt.
Allein im Dschungel zählte nur, eine möglichst sichere Position in der Nahr­ungs­kette zu fin­den.

Sie musste lernen und herausfinden, was sie essen und trinken konnte und sich verstecken vor allem was sie selbst fressen hätte wollen.
Zum Gl√ľck gab es auf dieser Insel keine gro√üen Raubtiere, aber selbst mit Armeinsen, Mardern und M√§usen mus¬≠ste sie oft leidvoll erfahren, in Nahr¬≠ungs¬≠konkurrenz zu stehen.

Sie war allein, verloren und einfach nur in Not, von Nacht zu Nacht und jeden Tag neu und immer wieder!


***


Es ist ein wilder Schrei, tief aus Ihrer Seele, der Dich mit betäubender Macht trifft. Es sind Verzweiflung, Hoff­nung und Erleichterung, Angst und Freude. Es sind irrsinnig intensive Emotionen, die diese Frau ausströmt, die seit tausend Tagen und Nächten ganz allein auf der Insel gewesen war.

Nur wenige kurze Minuten, besten­falls vielleicht eine knappe Stunde warst Du gerade einmal in existenz­iellem Stress und in Not ge­wesen!
Du kommst aus Deinem Tal der Angst, Verzweiflung und Ge­fan­gen­schaft, in die Du gerade erst geraten warst.
Hattest Du nicht bef√ľrchtet, schlimmste Alptr√§ume k√∂nnten wahr werden??
... B√∂se Tr√§ume von Sklaventum und Zwangs¬≠arbeit l√§ngst er¬≠wacht und sich nun als unbe¬≠gr√ľndet darstellend ?!

Nach nur so kurzer Zeit bereits zutiefst verunsichert, kannst Du Dir auch nur entfernt vorstellen, welche Alpträume sie gequält haben?
Kannst Du Dir so viele Jahre der Ein¬≠sam¬≠keit f√ľr eine Frau vorstellen?






9.) Lockruf der Wildheit

Immerhin: sie war Juristin gewesen, im Luxus gro√ü geworden, nicht mit dem b√§uer¬≠lichem Wissen um die Natur ver¬≠traut, nicht mit dem nat√ľrliche Erfahr¬≠ungs¬≠schatz einer Nomadin. Nicht einmal bei Pladfindern oder Jugend-Rangers war sie je ge¬≠wesen, da Grundlagen des √úberlebenstrainings lernen zu k√∂nnen.

Die Erleichterung bei Dir jedenfalls ist riesen­groß: Du bist nicht an Men­schen­fres­ser oder böse Despoten ge­raten, son­dern nur einer einsamen Frau be­gegnet, die ihr Schicksal lange vor Dir auf diese Insel ver­schlagen hat.

Bedeckt ist sie nicht von Kleid¬≠ung, sondern nur beh√§ngt mit den wenigen Utensilien ihres √úberlebens, die sie sich mit den einfachsten verf√ľg¬≠baren Mit¬≠teln auf der Insel zugelegt hat. So steht geradezu nackt Dir gegen√ľber.

Du f√ľhlst, dass diese ihre Nacktheit keine erotische Provokation ist.
Aber diese Frau heizt trotzdem sofort alle männlichen Hormonsysteme an.

Schon ehe in Not geraten, war sie eine attraktive Frau gewesen, so hat das Leben auf der Insel sie in einer ganz speziellen Weise entwickelt. Da ihr ge¬≠lungen war, sich zu ern√§hren, hatte ihr K√∂rper sich gestrafft und war zu einem grazil-feminin muskul√∂sen Kunstwerk ge¬≠worden, ihr nat√ľrlichstes Werkzeug, t√§glich im √úberlebens bestehen zu k√∂nnen. Der Tatsache, dabei eine wun¬≠der¬≠sch√∂ne Frau geblieben und sich sogar weiter entwickelt zu haben, war sie sich allerdings schon l√§ngst nicht mehr bewusst.

Sexuelle Signale waren in ihrer Über­lebenssituation un­wicht­ig ge­worden.
Ihr Körper indes hat sich ge­strafft. Fett­reserven, hätte sie die je gehabt, wären längst abgebaut und Muskeln hätten sich stattdessen entwickelt.
Hunger hatte sie nicht leiden m√ľssen, aber in √úberfluss hatte sie auch nicht ge¬≠lebt.

So hat das Leben auf der Insel aus einer vielleicht urspr√ľnglich eher etwas un¬≠sport¬≠lichen Anw√§ltin eine femi¬≠nin-athletische, raubkatzenhaft elegante Erscheinung gemacht ...

In der Welt der Reichen und Schönen war sie einst daheim gewesen, sich ihrer Wirkung bewusst.
Nicht Tage oder Wochen, son­dern Jahre auf der Insel haben einen anderen Men­schen, eine ganz neue Frau aus ihr ge­macht und mit ihr nicht nur sie, sondern die ganze Welt verändert.

Sie sagt etwas und lacht im gleichen Moment dabei selbst, weil sie merkt, wie un­ge­wohnt zu sprechen ihr ist.

Sie hat ihre hebr√§ische Mutter¬≠sprache benutzt, Du hast √ľber¬≠haupt gar nichts ver¬≠standen au√üer der Tat¬≠sache, dass √ľberhaupt Sie etwas hatte sagen wollen.

Du erkennst aber in diesem Moment, sie nach Sprache suchend und l√§ngst nicht mehr l√§chelnd, dass diese Frau viel l√§nger schiff¬≠br√ľchig ist als Du.
Du ahnst, dass ganz andere Dramen als das Deine sie hierher verschlagen haben mögen.
Du senkst den Blick, sie nicht drängen wollend, öffnest die Handflächen nach außen und versuchst, Gelassen­heit zu signalisieren.
"Shalom!" fl√ľsterst Du.
Du lächelst sie dann ganz vorsichtig an. Deine Mimik und Gestik gleicher­maßen sind Signale der Ent­spannung.

Fr√ľher hatte sie die englische Sprache bestens be¬≠herrscht, doch in diesem Moment und nach der langen Zeit ohne Worte und Sprache findet sie ein¬≠fach keinen Zu¬≠gang, keine Worte!
"Shalom!" aber kann sie antworten.


***

Jede weitere Kommunikation indes gestaltet sich geradezu unmöglich.
Gedanken, Vokabeln, Begriffe und al­les Denken finden nach den Jahren der Iso­lation in ihrem Kopf nur noch in den zur Kindheit erworbenen Begriff­lichkeiten ihrer Muttersprache statt.

Sie weint plötzlich.
Tränen auf ihrem Gesicht und flehent­lich sieht sie Dich an.
Sie f√ľhlt sich so hilflos, weil sie sich nicht mitteilen kann.
Sie ist ver¬≠zweifelt und best√ľrzt.

Nach Jahren der Einsamkeit ist da ein anderer Mensch.
Sie hat verlernt zu sprechen.
Nur noch einzelne Worte in Ihrer Muttersprache fallen ihr ein, geradezu erschrocken ist sie ihrer selbst wegen!

Sie möchte sprechen, etwas sagen und kann es nicht!
Sie findet keine Worte, etwas von dem auszudr√ľcken, was sie empfindet.

Aber Du verstehst sie trotzdem: Du hebst Deine Hand und ber√ľhrst ihre Fingerspitzen, sanft und z√§rtlich und vorsichtig.

Du siehst sie an und f√ľhlst: Ihr Blick redet nicht von Gewalt und Eroberung, nicht von Herrschaft und Dem√ľtigung.
‚ÄěEs tut mir leid‚Äú ist ihre Botschaft an Dich, ‚Äědass ich dich √ľberfallen habe und gefesselt. Ich hatte einfach Angst!‚Äú

Du empfindest keinen Zorn, keine Wut. Du hast sogar Ver¬≠st√§nd¬≠nis daf√ľr, was passiert ist und bist froh, dass es nicht eskaliert ist.

‚ÄěIch bin dir nicht b√∂se!‚Äú ist Deine Aus¬≠sage in der Sprache der Worte und Gesten, mit denen Du die verbale Sprach¬≠losigkeit zu √ľberbr√ľcken ver¬≠suchst.

Ihre Antwort ist offen¬≠sicht¬≠lich. Auch ohne Worte einfach verst√§ndlich, sie dr√ľckt es mit Gestik und Blicken aus, indem sie Deine Hand nimmt, an ihre Lippen f√ľhrt und einen Kuss darauf haucht.
Der Blick ihrer Augen, während sie diese Geste vollzieht, ist auf Dich ge­richtet und lässt Dich nicht los:
‚ÄěIch bin froh, dass du da bist und ich endlich nicht mehr allein bin!‚Äú
Mit Worten kann sie das nicht sagen, aber auch ohne Worte spricht sie zu Dir und Du verstehst das alles.


***

Du beginnst ganz langsam eine Frau zu begreifen, die offenbar auch schiff¬≠br√ľchig hierher ge¬≠langt war, aber ab¬≠solut ohne jede Aus¬≠r√ľst¬≠ung, ohne jed¬≠wede Hilfsmittel.

Du erkennst eine Frau, die l√§ngst unter primitivsten Mitteln um ihr √úberleben hat k√§mpfen m√ľssen, sich darin be¬≠w√§hrt hat.

Du kennst noch nicht die Geschichte von den Piraten, die ihre Freundin ver¬≠ge¬≠waltigt und get√∂tet hatten. Du ahnst √ľber¬≠haupt noch nicht, was alles sonst hinter ihr liegt.

‚ÄěKomm mit mir!‚Äú sagst Du und wieder¬≠holst es in englischer Sprache.
Ihre Augen geben die Antwort: ‚ÄěJa‚Äú.
Ihre Hand ber√ľhrt jetzt Deine Hand.
Du ziehst sie nicht zur√ľck, beobachtest sie und l√§sst zu, dass sie Deine Hand ergreift und an ihre Lippen f√ľhrt.
Welche Gedanken hat sie?

Ist sie einfach gl√ľcklich, √ľberhaupt je wieder einem Menschen begegnet zu sein?
Ist es das Ende ihrer langen Einsam­keit?
Oder entwickelt sie Gef√ľhle, Sehn¬≠sucht nach N√§he und Geborgenheit?

Was f√ľhlt eine einsame junge Frau, der nach Jahren ein Mann begegnet?


***

Du hast die Wasserflaschen gef√ľllt und nimmst sie mit und zeigst den Weg zum Strand. Du gehst voran und sie folgt Dir.

Sie bewegt sich dabei mit einer unglaublichen katzenhaften Eleganz: w√§hr¬≠end Du Zweige zur Seite dr√ľckst und durch den dichten Wald stampfst, siehst Du Dich mehr¬≠fach um, weil sie Dir fast ger√§uschlos folgt. Es ist gerade so, als m√ľsstest Du Dich da¬≠von √ľberzeugen, dass sie √ľberhaupt noch da w√§re!
Lautlos und geschmeidig gleitet sie voran, es ist, als ob das Geäst sie bestenfalls zärtlich streichle, während sie da hindurch ihren Weg nimmt.

Ein St√ľck des Weges schlie√ülich geht sie dann voran. Ihre Bewegungen sind wie ein Tanz um die Pflanzen herum, kein Durch¬≠brechen und Erzwingen eines Weges, sondern so, als k√∂nne Sie feinste Hinweise ersp√ľren, wie sie sich mit geringst m√∂glichen Be¬≠r√ľhr¬≠ungen der Natur angepasst durch das Ge¬≠str√ľpp bewegen kann.

Der schlanken, drahtigen und bis auf einen schmalen Gurt aus Muschel­ringen und Pflanzen­teilen nackten Frau folgend, kannst Du nicht umhin, sie anzusehen.

Ihre schlanke und doch so frauliche nackte Gestalt bewegt sich durch den Wald, kaum eine Armlänge vor Dir, sie sich offenbar gar keine Gedanken darum machend, was der Anblick Ihrer reizvollen Nackt­heit al­les in Dir bewegen mag?
Oder ob sie es ganz bewusst provo¬≠ziert, auch nach Jahren sich der Wirk¬≠ung ihres K√∂rpers bewusst und Reize verspr√ľhen wollend?

Ihr Po ist etwas breiter, als es dem Barbie-Ideal zu Beginn des dritten Jahr­tausends entspricht. Aber Du ent­stammst schließlich auch noch dem aus­klingenden zwanzigsten Jahr­hun­dert und magst Frauen mit Formen, statt nur Linien ...

Jedenfalls: alles an ihr ist straff und fest. Ihr K√∂rper ist Harmonie wie die genialen k√ľn¬≠stler¬≠ischen Ideal¬≠linien eines Michel¬≠angelo.
Sollte der jemals eine Frau neben seinen David stellen wollen, k√∂nnte sie daf√ľr Modell stehen!

Sie ist sexy, super sexy und er­regend.
Sie ist Verlockung und Versuchung.
Entweder von geradezu be¬≠st√ľrz¬≠ender Unschuld und Unbe¬≠k√ľm¬≠mert¬≠heit oder aber voller Raffinesse und dabei, Dich zu umgarnen, total!
Denken Männer doch sowieso recht oft an Sex, so wäre nun nicht gerade eine Zeit, nicht daran zu denken, sehr intensiv daran zu denken!

Jedenfalls folgst Du dieser Frau, bis Ihr wieder am Stand seid.
Etwas abseits von dort, wo das Lager ist und Anna-Marie wartet, erreicht ihr das Meer.

Anna Marie: die andere Frau auf dieser Insel.

Diese schiffbr√ľchige Mitseglerin, Du r√ľckst sie wieder in Dein Bewu√ütsein.

Sie ist die andere Frau auf dieser In­sel, die Du selbst hierher mitgebracht hast.
Da gibt es hier einen weiteren Men­schen, und das ist noch eine Frau.

Nein: nat√ľrlich bist Du nicht mit ihr liiert, und schon gar nicht verheiratet.
Es gibt keine Ver­pflicht­ung, bisher hattet ihr nicht ein­mal Sex miteinander gehabt.
W√§rst Du Ihr also √ľberhaupt nur in irgend¬≠einer Weise etwas schuldig ??

Euer Schicksal jedenfalls, und die Mög­lichkeit miteinander zu sprechen und die Sprache gegenseitig zu ver­stehen, teilt nur sie, nur Anna Marie mit Dir. Nicht diese verwilderte Nymphe, die Du jetzt gefunden hast!

Doch letztere ist eine wunderschöne, be­gehrenswerte und attraktive junge Frau!

Du denkst an SEX.
An SEX mit Ihr.

Du stellst Dir vor, diesen ihren Po zu streicheln, an-zufas¬≠sen und dann von ‚Äěhinten‚Äú sie zu ficken, lieder¬≠lich und leidenschaft¬≠lich, wild und gierig. Ihren Schrei willst Du h√∂ren: ‚Äújaaahh!‚Äú
Wenn sie kommt, zur Ekstase getrieben von Dir, Dir, von Dir, oh Du w√ľster L√ľstling!

Vielleicht w√§re sie lieber z√§rtlich und phantasievoll ver¬≠f√ľhrt und dann mild gev√∂gelt, langsam und behutsam ‚Äěgeliebt‚Äú in der k√∂rper¬≠lich¬≠sten Bedeutung dieses Wortes?
Vielleicht m√∂chte sie mit vielen kleinen Gesten und Ber√ľhrungen verw√∂hnt werden, ‚ÄěFicken‚Äú ihr eher un¬≠wichtig?
Oder und am Ende dann doch will sie hart, wild und kompro­miss­los ge­bumst werden, bis zum furiosen Finale ??!

Was w√§re ‚ÄěNormalit√§t‚Äú ?!
Welcher Sex an diesem Hori­zont?






10.) Menarge a trois ...


Als Ihr die Waldgrenze zum Strand durchbrecht, ist es später Nachmittag geworden.
Das Wrack der Yacht wird auf dem Fels von der Sonne beleuchtet. Es ist wie eine Erinnerung an ein verlorenes anderes Leben.

Als sie das gestrandete Wrack sieht, ent­fährt ihr ein leiser Schrei. Hoffnung darin, mit diesem Boot entfliehen zu können.
‚ÄěEs wird nie wieder schwimmen!‚Äú fl√ľsterst Du, den Hoffnungs¬≠schim¬≠mer ahnend, den dieser Anblick in ihr weckte.
Du denkst an den zer­schmetterten Rumpf und die felsigen Krallen, die das Boot ergriffen haben.

Du empfindest Ehrfurcht und Dankbar¬≠keit f√ľr dieses Boot, das Euch, seine letzten Pas¬≠sagiere bis hierher gebracht hatte, l√§ngst selbst wie ein t√∂dlich ver¬≠wundetes Tier dem Untergang ge¬≠weiht nicht aufgegeben habend.

Theodor Fontane kommt Dir in den Sinn und ‚ÄěJohn Maynard‚Äú.Du vergleichst die Yacht mit der ‚ÄěSchwalbe auf dem Erisee‚Äú.
Nicht Du selbst f√ľhlst Dich wie der Held des Gedichtes, aber dem Boot gegen√ľber empfindest Du: dieses Boot hat Euch gerettet, bis zum Schluss wie die ‚ÄěSchwalbe‚Äú im Gedicht!

Diese Segelyacht war mehr gewesen als nur ein Ger√§t und Gef√§hrt. Sie hatte bis zum Ende wie ein selbstlos sorgendes Muttertier f√ľr Euch ge¬≠k√§mpft.

Die fremde Frau sieht Dich an und er¬≠kennt in Deinem Blick und an Deinem Kopf¬≠sch√ľtteln, was Du ihr so auch ohne Worte sagst: mit diesem Boot wird es keine Flucht von der Insel geben.

Dann sieht sie Euer Lager am Strand. In diesem Moment wird ihr klar, dass Du nicht allein hier bist. Sie sieht dort Anna-Marie.

So attraktiv wie sie Dir in diesem Augenblick erscheint, hattest Du wahr¬≠lich sie nun √ľberhaupt nicht in Er¬≠inner¬≠ung.


***


Befangen in monogamen Denkweisen und aus solchen Gesellschafts­strukt­uren ist Dir der Gedanke an eine Be­ziehung zu zwei Frauen gleichzeitig un­wirklich und wenig vorstellbar.

Dabei ist Polygamie keinesfalls so ungewöhnlich.

K√∂nntest Du der eine Mann werden f√ľr zwei Frauen?
Nicht f√ľr eine kurze Nacht, nicht allein f√ľr eine sexuelle Episode, sondern f√ľr eine Dreierbeziehung, aus der es f√ľr niemanden von Euch ein Entrinnen g√§be, keine Alternative, da ihr allein auf dieser Insel seid?

Könntest Du sie beide lieben, beide achten, sie mit ihren Problemen und Besonderheiten annehmen und mit ihnen einen ganz auf Euch bezogenen Alltag leben? Auf dieser Insel, ohne andere Menschen, ohne Nachbarn und Freunde, ohne Events, Feste und Ablenkung: nur Ihr Drei Euer täg­lich­es Überleben organisierend?

W√ľrdest Du nur entfernt wert¬≠sch√§tzen, wie sehr Deine Situation sich von der des literarischen Robinson unter¬≠schiede?


***


Du erinnerst Dich daran, einmal ge­fragt worden zu sein, ob Du einen zweiten Hund haben möchtest. Einen weiteren Hund neben dem EINEN, der Dein treuester tierischer Freund ist.
Ob Du den anderen sch√§tzen w√ľrdest, den je so lieben und achten k√∂nntest wie den ersten?

Die Antwort auf diese Frage war eine Gegenfrage: Ob das zweite Kind in einer Familie weniger ge­liebt wäre, weniger ak­zept­iert und geachtet als das erste Kind ...

Du hattest keine eigenen Kinder, aber Du selbst warst ein j√ľngerer Bruder in Deiner Familie.

Plötzlich ist Dir klar, dass ein Mensch mehr als nur einen anderen Menschen lieben kann.


***


... und jetzt eine polygame Partner­schaft?

Wäre es so einfach?

- Zwei Frauen ?
- Zwei eigenständige Persönlich­keiten ?
- Zwei Kulturkreise ?
- Zweimal Sex ?
- Zweimal vielleicht sogar Liebe ?

Auf einem unbegrenzten Markt der Partnerschaften hätten beide Frauen schier unendliche Chancen, sich at­trakt­ive Partner zu suchen und ihre Be­zieh­ung zu gestalten.
Aber auf dieser verdammten Insel gibt es pl√∂tzlich √ľber¬≠haupt keine Auswahl mehr, son¬≠dern allenfalls eine extrem enge Kon¬≠kurrenz untereinander:

Es gibt zwei Frauen und nur einen einzigen Mann: Dich.


***

Wahrhaftig: jede der Frauen ist auf ihre Weise besonders und einzigartig.

Sie h√§tten beide ‚ÄěChancen ohne Ende‚Äú und w√§hren jedenfalls nicht auf Dich angewiesen, w√§ren sie in der normalen Welt.

Aber jetzt sind sie in einer besonderen Robinsonade, und da gibt es nur Dich!

Mit jeder der beiden Frauen besteht längst eine schicksalshafte Verbind­ung.

Nur allein der Gedanke, diese Robin­son­ade könnte doch noch kurzfristig enden, wäre vielleicht ein Grund, der sie abhalten könnte, sich gar und ganz auf ein gemeinsames Leben einzu­las­sen.
Die Tatsache indes, dass eine von Ihnen inzwischen Tausend Tage und N√§chte erfahren musste, dass es kein schnelles Entkommen gibt, d√ľrfte sie nicht gerade ermutigen, auf eine solche Rettung zu hoffen.

Immerhin: w√ľrde nur eine von Ihnen sich f√ľr Dich entscheiden und die andere abwarten wollen, w√§re sie unweigerlich allein ...

Mit der Frau, die Du aus der sinkenden Yacht gerettet hast gleichermaßen wie mit der, die dich im Wald gefangen ge­nom­men hat, bist Du bereits jetzt enger verbunden als mit mancher Bettge­spielin nach wochenlangem Intim­sport.


***


Wirst Du sie beide vögeln? -

Diese Frage noch offen ist Dir wohl immer noch nicht klar, dass es um viel, viel mehr geht!
Es wird sich letztlich eine vielschichtige und manchmal auch recht komplizierte Be­zieh­ung zwischen Euch entwickeln. Diese Robinsonade zu dritt ist keine Disco-Nacht, in der Du zwei Frauen im Regen stehend findest und heim bringst, um dann eine Nacht zu dritt mit ihnen zu verbringen.
Im Gegensatz zur Disco-Nacht folgt auch am nächsten Tag kein Alltag, son­dern hier geht die Geschichte weiter, immer weiter und weiter.

Vielleicht wird sie ja irgendwann enden ‚Äď gleicherma√üen wie Hoffnung und Droh¬≠ung schwebt eine m√∂gliche Rett¬≠ung als M√∂glichkeit √ľber Eurem Alltag.

Werdet ihr abwechselnd diese Rettung wie einen Lottogewinn herbei sehnen oder f√ľrchten?
Werdet Ihr Euch manchmal w√ľnschen, dieses Inselleben m√∂ge nie wieder enden?
Oder werdet Ihr beten, aus dem Alp­traum endlich zu erwachen?


***


Wie k√∂nntet Ihr √ľber diese Zeit einmal denken, falls sie vor√ľber ginge und vor¬≠bei w√§re?

W√ľrdet Ihr alle Intimit√§t nur noch schnell vergessen ?
Möchtet Ihr Euch nie wieder sehen und begegnen wollen?
K√∂nntet Ihr in das ‚Äěalte Leben‚Äú zur√ľck gehen, und selbst Jahre miteinander auf der Insel wie einen b√∂sen Traum vergessen?
W√ľrdet Ihr Euch sch√§men f√ľr alles, was gewesen w√§re?
H√§ttet Ihr dann keine Gef√ľhle mehr f√ľr einander?

Oder w√§re da ein ganz besonderes Band, eine gar und ganz unl√∂schbare Er¬≠innerung, die Euch f√ľr immer erhalten bliebe?
Eine tiefe Verbundenheit, die selbst in neuen Partnerschaften niemals ge­löscht und vergessen gehen könnte, gerade so wie eine erste große Liebe?


***


Was wird entstehen zwischen Euch im Zauber der Einsamkeit einer Insel?
Sex wird dazu gehören und doch nur eine Nebensache sein in der ganz besonderen, engen und einzigartigen Beziehung, die Ihr entwickeln werdet.

Ihr werdet Euch organisieren und Auf­gaben des alltäglichen Lebens unter­ein­ander aufteilen.

Erfahrung aus drei langen Jahren Einsamkeit werden unendlich wertvoll sein und andererseits die Vorräte aus der Yacht, die Euch das Leben erleichtern und vereinfachen können.
Auf dieser beschaulichen Insel werdet Ihr zu dritt ein auskömmliches Leben einrichten können.


***


Noch ahnst Du es nicht.
Doch noch in dieser nächsten und nun kom­menden Nacht, der Abend dazu ist schon an­gebrochen werdet Ihr Sex haben, mit­ein­ander und zu dritt!

Du wirst nicht neben ihnen liegen, sondern mit ihnen schlafen.
Mit beiden Frauen ganz selbstver­ständ­lich.






11.) Kein Monopol auf Sex

Was mag Anna-Marie gedacht haben in dem Augenblick, da sie Dich mit einer anderen Frau, noch dazu mit einer gänz­lich nackten und auch noch attraktiven jungen Frau aus dem Wald kom­men sah?

Hatte sie eben noch dar√ľber nach¬≠ge¬≠dacht, Bedingungen f√ľr Intimit√§t zu ver¬≠handeln, Streicheleinheiten, Z√§rt¬≠lich¬≠keit, ehe sie bereit w√§re, Dich an sich und an ihren K√∂rper heran zu las¬≠sen, so sind nun pl√∂tzlich die Karten neu verteilt.
Da steht eine leibhaftige Konkurrentin plötzlich am Strand, attraktiv, exot­isch, reizvoll.
Da gibt es plötzlich in dieser Robinsonade eine zweite Frau.


***


Denken Männer wirklich immer wieder und spätestens alle 50 Sekunden an Sex?
Können Frauen hingegen stundenlang und sogar noch viel länger solche Gedanken ausblenden?


***


Auf dieser Insel ist eine junge israelische Rechtsanwältin seit Jahren verschollen.
Wer glaubt eigentlich, dass durch die Ankunft weiterer Schiffsbr√ľchiger die Hoffnung auf Rettung verbessern w√ľrde?
Weitere Jahre in Robinsonade sind schicksalshaft vorprogrammiert.


***


Anna Maria wird sich klar dar√ľber: ihr K√∂rper nicht mehr ein Joker, sondern steht nun in Konkurrenz zu dieser an¬≠deren Frau, die gerade aus dem Dschungel aufgetaucht ist.
Hatte sie noch erwogen, sich Dir viel­leicht sogar zu ver­weigern?
Doch nun ist in Deinem Gefolge eine andere Frau, jung, nackt und ver¬≠f√ľhrer¬≠isch gleicherma√üen!
Es ist eine neue Situation.
Es werden die Karten der m√∂glichen Be¬≠zieh¬≠ungen jetzt neu gemischt: mit zwei Damen f√ľr einen Pik-Jungen!

Du selbst hast zunächst wahrge­nom­men, wie die Fremde auf den An­blick der gestrandeten Yacht reagiert, die nur vielleicht dreihundert Meter vom Ufer auf den Felsen hängt.

Dann, praktisch gleichzeitig entdeckt sie und siehst auch Du Anna-Marie dort am Strand.
Nur noch d√ľrftig bekleidet und ganz anders, als Du sie in Erinnerung hast.

Du bist √ľberrascht und verwirrt und erstaunt, wie sch√∂n diese Frau ist, die Du doch erst vor wenigen Stunden krank und verletzt zur√ľck gelassen hat¬≠test.
Du fragst Dich insgeheim, ob selbst die Wahrnehmung sich ändert und Hormone eine neue Sicht der Frauen erzeugen.


***


Ihr habt frisches Wasser, sogar ein paar Flaschen Wein, Ihr habt Lebens­mittel und auf der Yacht gibt es noch weitere Vorräte, die Ihr mit dem Schlauchboot nur zu holen braucht.
Ihr seid jetzt hier und Ihr seid nicht allein.
Ihr habt ein Feuer und eine Plane, die Euch vor den heftigen Schauern des warmen Regens sch√ľtzen kann, der hier regelm√§√üig am Nachmittag f√§llt.


***


Scheinbar unendlich schwer fällt es ihr zu sprechen. Den Worten in deutscher Sprache kann sie offensichtlich gar nicht folgen.
Englisch f√§llt es ihr schon viel leichter, zu verstehen, wenngleich da scheinbar eine un√ľberwindbare H√ľrde besteht, selbst in dieser Sprache etwas zu sagen.

Du f√ľhlst diese Schwierigkeit und be¬≠ginnst mit Anna-Marie englisch zu sprechen.
Ganz offensichtlich kann sie auf diese Weise Euren Gesprächen folgen.


***


Der Duft von Essen um¬≠schwebt Eure Feuerstelle. Die Situation ist appetit¬≠lich, an¬≠regend, entspannend und ver¬≠f√ľhrer¬≠isch zugleich. Ein Hauch von Lagerfeuerromantik entsteht.
Bei den Vorräten, die Du auf der Yacht zusammen­ge­rafft hattest, waren auch einige Flaschen Wein gewesen.
Jetzt trinkt Ihr von diesem Wein.

Ihr vergesst an diesem Abend, dass Ihr gestrandet seid. Ich vergesst, auf einer einsamen Insel zu sein, auf der es zumindest f√ľr die eine von Euch schon seit Jahren keine Ret¬≠tung gegeben hatte.

Z√§rtlich streicheln Dich mit einem Male H√§nde, be¬≠gegnen Dir Lippen und hauchen ver¬≠f√ľhrerisch K√ľsse auf Deinen K√∂rper.

Hattest Du geglaubt, die Frauen ver¬≠f√ľhren zu m√ľssen, so wirst Du nun eines Bes¬≠seren belehrt!
Sie erobern Dich!
Sie erobern Dich einträchtig und beide zugleich. Sie sind Frauen, sie bekämpfen sich nicht und streiten nicht.

Mit Sanftheit, Z√§rt¬≠lich¬≠keit und Feinf√ľhl¬≠ig¬≠keit, einschmeichelnd und f√ľrsorglich beginnen sie dich zu sexen, zu er¬≠regen, zu verf√ľhren.
Es f√§llt Dir nicht schwer, Dich ihnen zu √ľberlassen, Dich ihnen hinzugeben.

Sie sind unendlich sanft und doch zu­gleich fordernd und drängend.
Sie fl√ľstern K√ľsse auf Deinen K√∂rper, √ľberall, ganz und total √ľberall.
Sie lecken und lutschen, sie saugen und hauchen Liebkosungen.

Sie lachen und tuscheln, obschon sie sich doch eigentlich kaum verstehen, sie k√ľssen Dich leidenschaftlich und ergreifen Dich.
Sie zerren Dich in eine eben noch unvorstellbare Erregung, und nicht DU, sondern sie selbst sind diejenigen, Euch im Strudel der Erregung immer weiter voran zu treiben.

Sie können das nicht abgesprochen haben, denn die sprachliche Kommuni­kat­ion habt Ihr längst noch nicht weit genug entwickelt.
Es ist ganz offenbar ein nat√ľrliches weibliches Sexualverhalten, das sie erregt und bewegt.
Sie sind betörend, sie fordern eigenes Empfinden ein und reiben sich lustvoll an Dir.
Sie liebkosen gleichermaßen sich selbst und geben Dir von dieser Lust einen Anteil, indem Sie auch mit Dir tun, was ihnen an sich selbst gefällt.

Nichts ist schmerzhaft, nichts verletz¬≠end oder br√ľskierend.
Diese Sexualität ist einfach voller Freude.
Sie k√ľssen und lecken, sie streicheln und spielen mit ihren Haaren auf Deiner Haut. Sie massieren und reiben und ergreifen Dich genital und lassen nach sich fassen und ihre K√∂rper ber√ľhren und verf√ľhren und st√∂hnen, wenn Deine Finger sich revanchieren.
Sie nehmen sich alles und √ľberlassen sich Dir v√∂llig.

Sie kon­kurrieren nicht um Dein Seufzen, son­dern kollaborieren Deines lust­vollen Stöhnens wegen.

Zwei Männer hätten sich bekämpft und gestritten wegen einer Frau, zwei Frauen indes sind viel pragmatischer!





12.) Leidenschaft

Nacktheit und die N√§he Eurer K√∂rper, Haut an Haut, Gef√ľhl auf Empfindlichkeit verschmelzen Euch.
Lippen und Zungen und Fingerspitzen zaubern Botschaften auf daf√ľr empf√§ngliche Haut, so warm, so begierig, ber√ľhrt zu sein, so feucht und voller Sehnsucht.
Hei√üe Lenden finden einander beinahe wie zuf√§llig und doch zielstrebig, bet√∂rend und erf√ľllend.

L√§ngst haben die H√§nde der beiden Frauen Dich in jeder Weise ber√ľhrt und ergriffen, ehe Du nur fragen konntest, ob Dir erlaubt w√§re, sie je so anfassen zu d√ľrfen. Deine Frage hat sich jetzt er√ľbrigt.
Die hei√üe Haut der Frauen ist bereit f√ľr Deine Lust und Gier nach ihnen.
Sie an Dich zu ziehen, ihre W√§rme zu sp√ľren, ihre D√ľfte und Feuchtigkeit, ihre K√∂rper und alle ihre Lippen zu be¬≠r√ľhren, auf jede Weise, die Dir gef√§llt und ihnen allemal, ist mit einem Mal ein Spiel, das ihr spielt und dessen unausgesprochene Regeln Ihr alle miteinander feinf√ľhlig beherzt.
Du hast √ľberhaupt nicht mehr bitten und werben m√ľs¬≠sen!
Eure Körper gehen wie selbstver­ständlich eine sexuelle
Symbiose ein und es gibt keinen Streit, keine Kon­kurrenz, kein Problem.

Erst viel sp√§ter wirst Du wieder dar√ľber nach¬≠denken, wie es gewesen w√§re, h√§tten zwei M√§nner und eine Frau einander auf der Insel gefunden.
Hätte sich Sex zu dritt in einer solchen Konstellation ähnlich unkompliziert er­geben?
Zwei Männer könnten eine Frau vögeln, oral, anal oder vaginal und sogar beide gleichzeitig. Da wären manche
Variationen denkbar.
Doch w√ľrden zwei M√§nner sich letzt¬≠lich eine Frau teilen?
Tats√§chlich w√ľrden Sie kon¬≠kurrieren und einander niemals ak¬≠zept¬≠ieren.
Sie h√§tten sich bek√§mpft, subtil ge¬≠rungen, vielleicht die Entscheidung hinaus gez√∂gert oder sich schlicht und einfach gepr√ľgelt, bis wom√∂glich keiner noch zu Sex f√§hig gewesen w√§re?

Einen Partner teilen zu können, scheint wohl das Privileg der Frauen zu sein.

Jedenfalls fällt es hier auf der Insel diesen beiden sehr unterschiedlichen Frauen offen sichtlich leicht, Eure Dreier­beziehung zu akzeptieren, auch sexuell.

Keine von beiden versucht, die andere zu verdrängen.
Vielleicht auch deshalb, weil sie so sehr unter­schied­lich sind ?
Jede von ihnen hat eigene Probleme, und zu deren Lösung konkurrieren sie nicht, sondern können sie sogar ein­ander helfen.

Ihr habt zu Essen und ihr habt Wasser und Wein. Ihr habt weitere Vorräte, die ihr aus der Yacht noch holen könnt. Nicht zuletzt habt Ihr Euch und seid nicht allein.
In der Nacht liegt ihr einander w√§rmend nahe beieinander unter den wenigen Decken. S√ľ√üe warme K√∂rper um Dich, und Sex, Sex, Sex ...
Am nächsten Morgen liegt Ihr immer noch eng beieinander. Es ist kein Traum, sondern Wirklichkeit.

Ihr erwacht zu dritt, nackt und ein¬≠ander ber√ľhrend und wisst, dass ES statt¬≠gefunden hat. Z√§rtlichkeit besteht fort, ein feiner Kitzel und sanfte Ber√ľhrung und W√§rme, und ehe Du Dich ver¬≠siehst fordern sie erneut ALLES von Dir ein, verschlingen Dich total, die eine wie die andere der Frauen!

Gemeinsam badet ihr später im Meer und holt weitere Vorräte von der Yacht.
Nacktheit war selbstverständlich ge­wesen. Doch nachdem die Frauen Kleid­ung von Bord geholt haben, finden beide gemeinsam Gefallen daran.

Wieder habt Ihr Sex, Sex zu dritt.

Verst√§ndigung zwischen Euch ist noch immer holprig, aber die Sprache Eurer K√∂rperlichkeit schafft Ruhe und ein Gef√ľhl von Sicherheit und Ge¬≠borgen¬≠heit.
Es gibt keinen Streit darum, wer wann und wie, Sex vollzieht sich in sanfter Harmonie mit viel einf√ľhlender Z√§rt¬≠lich¬≠keit.

Sexualit√§t ist wie eine eigene Sprache, die Ihr alle gleicherma√üen versteht und in der Ihr Euch auszudr√ľcken verm√∂gt. Sie ist eine Selbstver¬≠st√§ndlichkeit, viel¬≠leicht deshalb, weil diese Kommuni¬≠kation viel √§lter ist als die Sprache der gesprochenen Worte?






13.) Zwei Frauen


‚ÄěRuth-Yasemina‚Äú ist ihr vollst√§ndiger Vorname.

Noch immer sind es meist nur Worte in hebräischer Sprache, die ihr einfallen und die sie ausspricht.

Doch diese Sprache können Anna-Marie und Du nicht verstehen. Manch­mal gelingt es ihr zu wieder­holen, was ihr zuvor ausgesprochen habt.
‚ÄěWater‚Äú, sagt Anna Marie.
‚ÄěWater‚Äú, wiederholt Yasemina und beide lachen erleichtert.

Tausend Tage und Nächte Einsamkeit haben sie verändert.
Wenn sie erst einmal dar√ľber wird sprechen k√∂nnen, welche tiefen Er¬≠kenntnisse und Geheimnisse werden sich dann offenbaren ?!


***


Ein Mann und zwei Frauen auf einer einsamen Insel, irgendwo in einem subtropischen Ozean. Ganz allein, keine Computer, kein TV, nichts, das ablenken könnte davon, einander zu entdecken!

Auch die Umweltbedingungen sind gn√§dig: keine Raubtiere, giftige Schlangen oder gef√§hrliche Insekten, die Krank¬≠heiten √ľbertragen k√∂nnten, keine feindseeligen Kannibalen, keine despotischen Herrscher.
Trinkwasser ist erreichbar, Vorräte aus der Zivilisation in der gestandeten Yacht sind noch reichlich vor­handen.

Überhaupt: Sie, Ruth-Yasemina mit dabei, die längst jahrelange Erfahrung im Überlebenskampf auf dieser Insel hat.

L√§ngst habt Ihr Euch eine nette Unter¬≠kunft gebaut ‚Äď die regelm√§√üigen Regenschauer kennt Ihr ‚Äď und sie sind kein Problem mehr f√ľr Euch.

Sprachlich entwickelt sich die Ver­ständigung.
Sexuell findet sie mehrfach täglich ganz selbstverständ­lich statt.
Dabei sind die Frauen √ľber¬≠raschender Weise taktgebend und bestimmend, aber ohne dabei Stress zu machen:
Einmal streichelt Anna-Marie Dir √ľbers Bein und nimmt kurzerhand die steile Gelegenheit wahr; ein andermal f√ľhrt lachend Ruth-Yasemina Dir geradezu unausweichlich verf√ľhrerisch ihren Po so vor, dass schier un¬≠aus¬≠weichlich ist, was dann geschieht.

Eine geheimnisvolle Absprache kann es eigentlich nicht geben. Doch irgend­wie ist dieses Agreement zu dritt zwischen Euch sehr einvernehmlich und unproblematisch.

Manchmal, wenn Du mit einer von Ihnen vögelst, kommt die andere dazu und nimmt zärtlich Teilhabe am Ge­schehen.

Es ist nichts geheim. Nie ziehst Du Dich mit einer der beiden Frauen irgendwohin zur√ľck.
Sex ist einfach selbstverständlich und wenn ihr ihn habt, schließt der Akt die andere Frau niemals aus.
Voyourismus untereinander f√ľrchtet Ihr nicht auf dieser Insel!


***


Ob die auch miteinander Sex haben?

Anna-Maria und Yasemina sind wohl f√ľnfzehn Jahre auseinander und ent¬≠stammen noch dazu ganz ver¬≠schied¬≠enen Kulturen und sozialen Kreisen.

Doch gerade das scheint dem Frieden zwischen ihnen zuträglich zu sein. Sie konkurrieren nicht, sondern ak­zept­ieren einander.

Unendlich geduldig und liebevoll kann Anna-Maria der anderen den R√ľcken massieren, w√§hrend die mit Dir fickt.

Sanft und zärtlich bleibt sie auch da­nach, und sie trägt dazu bei, dass sehr intensiv Ihr alle gemeinsam Sex miteinander ge­nießen könnt.

Anna-Marie selbst hat ihre Vorlieben. Sie mag es klassisch, und sie fordert Dich heraus.
Dich zu inspirieren und zu motivieren, zu erregen und zu wilden Ritten auf ihrem Leib zu aktivieren, verf√ľgt sie √ľber ein erstaunliches Potential von aufreizenden Gesten, l√ľsternen Lauten und genial- ver¬≠f√ľhrerischen Be¬≠weg¬≠ung¬≠en.

Mag sein, dass Anna-Maria fast andert­halb Dekaden älter wäre als die Frau aus dem Dschungel. Aber als Lieb­haberin spielt sie unbestreitbar in der gleichen Liga!
Ihr Sex ist voll von phantasievollen erotischen Überraschungen, von sinn­lichen Freuden, die sie bereiten kann, die Dir geradezu den Atem stocken lassen.

Ruth-Yasemina hat offenbar und un­streitig die andere Frau akzeptiert.
Hatte Sie gedacht, Anna-Maria wäre Deine Ehefrau?
Wenn sie das angenommen hatte, war es auch nie geklärt worden.
Mochte sein, dass sie sich wunderte, wie tolerant sie selbst dann sexuell ge­duldet wäre?
Hatte sie sich als "Junior-Partnerin" in die Beziehung einbringen wollen?
Scheinbar bedingungslos akzeptiert war sie deshalb vielleicht froh genug, sich ihren Platz in der gemeinsamen Schlafstatt auf diese Weise erobert zu haben.

Die sexuelle Dreierbeziehung zwischen Euch ist jedenfalls √ľberraschend har¬≠monisch und leidenschaftlich gleicher¬≠ma√üen.

Bist Du jetzt ein unversch√§mt und verdammt gl√ľcklicher Mann?


***


Mag sein, es gab ein anderes Leben, aus dem herausgerissen Du hierher ver­schlagen wurdest.
- Wie war es da?

M√∂chtest Du wieder zur√ľck an Deine vielen Computer, an die Monitore und Tastaturen, in Deinen alten Job und Alltag?

- Warst Du gl√ľcklich und zufrieden?
- Welchen Sex hattest Du in diesem fr√ľheren Leben?
- welche Erf√ľllung, welche innere Ausgeglichenheit?

Du kuschelst jetzt und hier auf der Insel mit zwei Frauen, die Dir unendlich nahe sind. Mit ihren hei√üen, verf√ľhrerischen K√∂rpern gleicherma√üen wie emotional, wie pers√∂nlich und spirituell.

Sie sind bei Dir, mit Dir, ganz und total!

Unvorstellbar, das je auch nur mit einer einzigen Frau jemals in Deinem fr√ľheren Leben gefunden haben zu k√∂nnen, was jetzt naheliegend ist und in Gestalt von zwei Frauen?






14.) Irrwitz


Mit einem Mal denkst Du wieder an Bea, diese verdammte Zicke!
‚ÄěGuck weg!‚Äú hatte sie m√ľde ge¬≠murmelt, nackt auf dem Vorschiff in der Sonne und Deine Blicke auf ihrem K√∂rper sp√ľrend.
Sie hatte sich nicht einmal bem√ľht, die Beine zu schlie√üen.
Sie war sorgsam rasiert, so hattest Du sogar die Feuchtigkeit aus dem In­neren Ihres Ge­schlechts sehen können. Trotz des frischen Windes werden die von ihr verströmten Phero­mone auch Deine olfaktorische Sensi­bilität erreicht haben.
Sie war tatsächlich und unzweifelhaft eine aufregende Frau!

Aber obwohl Deine Blicke sie geradezu hätten vögeln können, sagte sie nur:
‚ÄěGuck weg!‚Äú

Welch eine bescheuerte Situation war das eigentlich gewesen?

Bea, die Zicke ...
sie sah so verdammt genau gut aus, wie es Deine Hormone und Gene gleichermaßen hat­ten sehen wollen.
Sie hatte einen Mund, der einen Kuss auf Deine Penisspitze zu hauchen nur zu denken bereits eine Erektion bei Dir ausl√∂sen wollte, Augen, die jeden Ver¬≠stand in Dir abschalten konnten und Br√ľste, in die wollig zu greifen Dich in Deinen Phantasien verfolgte.
So verdammt knackig ihr Arsch und daran lange, kräftige Beine.
Mitten in das Paradies dazwischen hatten Deine Blicke sich längst schon gesenkt ...

‚ÄěGuck weg!‚Äú als sie das sagte, hatte sie Dich nicht einmal angesehen.
Diese Zicke hatte sich zwar aufreizend pr√§sentiert, aber nicht f√ľr Dich. Du solltest wegsehen, Du solltest ihre Reize gar nicht mehr nur wahrnehmen.
Pr√§sentieren wollte sie sich f√ľr andere Typen, aber nicht f√ľr Dich!

In der Nacht danach war der Sturm auf­gekommen. Noch während die Natur­gewalten Eure Yacht zerrissen, musstest Du immer wieder an sie den­ken.
Bea war dann mit den anderen von Bord gegangen.
Irgendwie konsequent - sie hätte sich niemals Dir anvertraut.
Du interessiertest sie nicht. - Absolut nicht.

Nur so wenige Tage sind seither ver­gangen. Wie hat sich doch grund­legend alles seither verändert !


***


Als noch vor dem Sturm diese Bea zum Gespenst all Deiner Phanta­sie geworden war, hattest Du Anna-Marie nicht einmal wahrgenommen.

Jetzt aber schreibt genau sie, diese Anna-Marie ge¬≠heim¬≠nisvolle Botschaft¬≠en auf Deine Haut und streichelt w√§hrend des Fickens Deine Eier, wie Du es Dir in Deinen k√ľhnsten Tr√§umen nie jemals auch nur vorgestellt h√§ttest.


***


Miteinander zu sprechen habt ihr noch nicht wirklich gelernt. Aber in der ur­alten Sprache Sex redet ihr zu dritt mitein­ander und entwickelt geradezu eine fein­sinnige Semantik des Ko­pulierens.

Drei Menschen kommen erfahrungsge­mäß eigentlich eher schlecht mitein­an­der aus.
Aber ihr seid sehr aus­ge­wogen und harmonisch.
Alles scheint beinahe ideal ...


***


Da beginnst Du Dir vorzustellen, Bea wäre da. In Deinen Tagträumen wird sie gegenwärtig und wird sie Dir sogar wichtiger als die Wirklichkeit.
Da geistern Szenen durch Deinen Kopf, nicht Anna-Marie, sondern Bea w√§re gest√ľrzt und an Bord geblieben.
Am Ende von Dir gerettet und mit Dir auf diese Insel gelangt.

Du hättest sie gerettet, Du wärst ihr Held geworden. Ob das ihre Arroganz in die Schranken gewiesen hätte?
Wäre Bea dann Deine Aphrodite auf der Insel geworden?


***


Was l√§sst Dich immer wieder an diese spr√∂de Bl√ľte der Weiblichkeit denken, da Du doch geradezu paradiesische Zu¬≠st√§nde als aktuelle Lebenssituation hast?

So feinf√ľhlig und z√§rtlich, so intim sich hingebend und sich in Deine k√ľhnsten erotischen Tr√§ume genial einf√ľhlend ist Anna-Marie, und jeder genitalen Verwirk¬≠lich¬≠ung geradezu aufgeschlos¬≠sen, so, wie Du Dir eine Geisha vor¬≠stellst. Was nur, was noch mehr k√∂nnte ein Mann sich denn nur w√ľnschen?

Sie ist sich Deiner nicht sicher, sie be¬≠handelt Dich nicht wie einen Ehe¬≠knecht, den es zu kommandieren und zu beherrschen g√§lte, sondern wie einen Geliebten, der mit allen Tricks bezaubert und verf√ľhrt wird.

Bei alledem eine attraktive Erschein¬≠ung, fraulich, warm und lasziv-feucht zwischen allen ihren erregten Lippen, Dir zu¬≠ge¬≠tan und bereit f√ľr Dich, ihre K√∂r¬≠per¬≠lich¬≠keit mit Dir ganz und gar zu teilen.
Eine sensible Frau, intelligent, lebend¬≠ig, humorvoll und einf√ľhlsam, um Dich bem√ľht und auf Euch bedacht ... denn da w√§re ja auch noch diese andere Frau auf Eurer Insel:

Yasmina, jung und exotisch, mit einem Körper, der achtundzwanzig Jahre lang gepflegt und wie ein Topmodell ent­wickelt worden war, und jetzt drei Jahre lang in der wilden Natur dieser Insel gereift ist.
Auch sie ist keine unerfahrene Lieb­haberin, ihr Sex ist manchmal wild und fordernd, aber auch hingebungsvoll und nuanciert. Mit Kosmetikvorräten aus der Yacht hat sich aus der wilden amazonenhaften Schön­heit der ersten Momente eine ge­pflegt hinreissende Er­scheinung entwickelt.
Langsam findet sie zum Gebrauch der Sprache zur√ľck, doch zur Vermittlung der psychisch belastenden Erlebnisse aus tausend N√§chten und Tagen Ein¬≠sam¬≠keit reicht es noch nicht.

Tief in ihre Augen blickend f√ľhlst Du manch d√ľstere Erinnerung an ver¬≠zweifelte Momente, an unendliche Ein¬≠samkeit und Verlorenheit in den Jahren ehe Du kamst.
Du empfindest dabei auch ihre Freude dar√ľber, diese schlimme Zeit beendet zu haben.
Sie wei√ü nat√ľrlich, dass Du nicht ihret¬≠wegen hier bist. Aber f√ľr sie reicht die Tatsache, dass Du √ľberhaupt da bist.

In dieser Lage beginnst Du, an eine andere Frau zu denken ...
Ob Du vielleicht ein Idiot bist ??


***


Mitten in der Nacht wirst Du wach. Du bist schweißgebadet und hast ge­träumt.

Du hast von Bea geträumt.
Nur Fetzen des Traumes sind noch in Deiner Erinnerung, jedes kleinste Fragment davon versuchst Du ganz ver­zweifelt in Deinem Gedächtnis zu bewahren.

Wieder ist es diese Szene auf der Yacht, wo sie ‚ÄěGuck weg!‚Äú zu Dir ge¬≠sagt hatte.
Doch diesmal hättest Du Dich nicht schulterzuckend und schweigend ent­fernt, sondern eine flirt­gerechte Ant­wort gefunden ...
In Deinem Traum hattest Du DIE Ant­wort gefunden.

Sie hatte sich daraufhin aufgesetzt und Dich angelächelt, ganz bezaubernd.
Sie hatte die Beine geschlossen, aber langsam genug, Dir die Freuden des visuellen Fickens noch gemacht habend, ehe nun der Flirt in die nächste Runde gehen sollte.

Verzweifelt durchforschst Du Deine Er¬≠innerungen und √ľberlegst, wie das ge¬≠wesen war.
Aber die Erinnerung ist taub! - Sie ist er­loschen, ver­schwunden, unauf­find­bar !
Es beunruhigt Dich zutiefst, es macht Dich gleichermaßen nervös wie traurig.

Wäre da eine Chance gewesen?
Wie hätte die ausgesehen?

Neben Dir liegen Ruth-Yasemina und Anna-Marie und haben nichts bemerkt.

Yasemina schläft nackt, wie sie es so lange gewohnt war. Anna-Maria braucht ein T-Shirt. Doch sie beide sind lebendig und warm neben Dir.
Du bräuchtest sie nur zärtlich zu wecken, eine oder sie beide, ganz nach Deinem Sinn.


***


Aber in Deinen Träumen geistert eine Zicke herum!

Den Schlaf rauben Dir nicht die Frauen bei Dir, sondern eine, die Dir in der Ver­gangenheit und gerade erst ver­flossenen Wirklichkeit jede Geste, jede Freund­lichkeit und jedes nette Wort ver­weigert hatte.

Wie fatal, an die auch nur einen Ge­danken zu verschwenden !!

Die nackte Frau neben Dir bewegt sich im Schlaf und ber√ľhrt Dich, als wolle sie aus Deinem verdammten Traum Dich zur√ľck in die Wirklichkeit ihrer Um¬≠arm¬≠ung rufen.
Du brauchst sie nur z√§rtlich ber√ľhren. Sie ist so nahe, so naheliegend, so da, so total real!

‚ÄěCarpe diem‚Äú ‚Äď das Paradies ist doch Dein!

Doch Du schließt die Augen und ver­suchst, den Traum wieder zu finden und weiter an Bea zu denken ...


______________________________________________

Die Fortsetzung ist eine andere Geschichte ...




__________________
Es mag bessere Zeiten geben, aber dies ist die unsere (J.P.S.)

Version vom 13. 06. 2011 00:11
Version vom 13. 06. 2011 23:03
Version vom 14. 06. 2011 01:38
Version vom 15. 06. 2011 00:05

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Zur√ľck zu:  Erotische Geschichten Ein neues Thema ver√∂ffentlichen.     Antwort ver√∂ffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!