Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92257
Momentan online:
87 Gäste und 1 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Krimis und Thriller
....bald ist Nikolaus Abend da
Eingestellt am 01. 12. 2000 16:39


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Norbert Hilgers
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Aug 2000

Werke: 23
Kommentare: 3
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

....bald ist Nikolaus Abend da

Sir Alexander Blindham war alles andere als erfreut, als er am Vorabend des 6 Dezembers mitten in seiner Abendlekt├╝re durch st├╝rmisches klingeln an der Haust├╝re aufgeschreckt
wurde. Erst nach dem dritten Mal l├Ąuten viel ihm ein, da├č sein Butler heute seinen freien Abend hatte und er selbst an die T├╝r gehen musste. Argw├Âhnig ├Âffnete er sie nur einen Spalt breit mit der festen Absicht jeglichem Besuch eine umgehende Absage zu erteilen.Bevor er sich jedoch versah, quetschte sich eine fettleibige Erscheinung, bekleidet mit einer l├Ącherlichen roten M├╝tze, ebenfalls rotem Umhang und einem ├╝berdimensionalen Rauschebart an ihm vorbei ins Haus. Alexander konnte der Person kaum folgen, die soeben
zielstrebig den Eingangsbereich verlie├č, die Treppe hinauf st├╝rmte und das Herrenzimmers des Hauses betrat. Salopp warf sie dort einen mitgebrachten Jutesack in Alexanders
Ohrensessel und steuerte leicht wankend aber dennoch zielsicher die gutgef├╝llte Hausbar an. Dort besann sie sich nicht lange und kippte einen eben erst eingesch├╝tteten zweist├Âckigen Glenfiddisch Whiskey in einem Zug hinunter. Die gerade gestopfte Pfeife sackte ein geh├Âriges St├╝ck nach unten, und w├Ąre Alexander Blindham fast aus dem aus dem Mundwinkel gefallen. Er r├Ąusperte sich kurz und setzte an etwas besonders Wichtiges zu sagen. Dann besann er sich jedoch und lie├č sich in seinen Sessel gleiten, um die au├čergew├Âhnlich Situation in Ruhe zu ├╝berdenken. Sir Blindham der mit seinem exakt in der Mitte gescheiteltem und von Pomade gl├Ąnzendem Haar aussah wie ein Vorzeigeadeliger aus einer englischen Aristrokratensoup, war nur einen kurzen Moment v├Âllig verdattert. Dann riss er sichtlich entr├╝stet sein Monokel, da├č nur aus Fensterglas bestand, vom Auge und musterte fassungslos die Person die sichtlich unbeeindruckt und ohne von ihm auch nur die geringste Notiz zu nehmen, in seine gut best├╝ckte Hausbar griff. Der Nikolaus, denn um den handelte es sich augenscheinlich, erwischte auch prompt den 1943 Old Schottisch Malt den Alexander f├╝r seinen sechzigsten Geburtstag aufbewahrt hatte, entkorkte die Flasche gekonnt , und noch bevor Alexander auch nur aus dem Sessel heraus war, setzte er sie an seinen fetten Hals und lie├č deren Inhalt laut gluckernd die Kehle hinunterlaufen. Alexander war im Grunde kein Mann von vorschnellen Endschl├╝ssen, doch dieser Akt von unverzeihlicher Barbarei durfte, ob heiliger Mann oder nicht, auf keinen Fall
unges├╝hnt bleiben. Er hastete mit wehendem Hausrock ├╝ber den Flur in das benachbarte Jagdzimmer. Dort riss die alte Elefantenb├╝chse von Onkel Charles von ihrem Platz unterhalb des mottenzerfressenen, Elchkopfes und eilte unverz├╝glich zur├╝ck um dem Eindringling zur T├╝r hinaus zu jagen. Zur├╝ck im Herrenzimmer, richtete er den alten Doppell├Ąufer auf den
Nikolaus, der ihn aus alkoholgeschw├Ąngerten Augen und mit einer mittlerweile halbleeren Whiskyflasche in der Hand verst├Ąndnislos ansah. Das der Umgang mit Feuerwaffen nicht
Alexanders Welt war erkannte man allein schon allein daran, da├č es noch bevor es zum obligatorischen H├Ąnde hoch oder ich schie├če" kam, sich ohne bewusstes Zutun ein Schuss
l├Âste und begleitet von einer gewaltigen Pulver und Rauchwolke sein geliebtes Herrenzimmer heimsuchte. Als sich der Qualm etwas gelichtet hatte musste Alexander ├╝berrascht, jedoch fernab jeglichen Bedauerns feststellen, da├č die rote Nikolausm├╝tze und der wei├če Rauschebart durch die Druckwelle beg├╝nstigt von ihrem Besitzer das Weite gesucht hatten. Zum Vorschein trat nun das rosige verst├Ąndnislos blickende Gesicht seines Schwagers
Richard, den er am allerwenigsten hinter der Verkleidung erwartet hatte. Man mu├čte zweifelsohne anerkennen, da├č Alexander sich auch in prek├Ąren Situationen als ein englischer Aristokrat von Format und ├ťbersicht auszeichnete. So entfernte er in aller Ruhe die zweite
Schrotpatrone aus dem doppell├Ąufigen Gew├Ąhrlauf, um eine weiteres Ungl├╝ck zu verhindern, und widmete sich nun mit pr├╝fendem Blick den Resten seines Zimmers. Erst nach genauer Taxierung des wirtschaftlichen Schadens, hielt er es f├╝r Angebracht nach seinem Schwager zu sehen. Nicht da├č sein m├Âglicher Tod bei Alexander gr├Â├čere Depressionen ausgel├Âst h├Ątte, es bestand jedoch die Gefahr das der m├Âgliche Blutverlust dem handgekn├╝pften Damastteppich dauerhaften Schaden zuf├╝gen hatte. So k├Ąmpfte er sich vorbei am perforiertem Clubsessel, hin zur schrotgespickten Teakholzbar. Ein so volumin├Âses Ziel wie Richard war unm├Âglich zu verfehlen gewesen. Der dick wattierte l├Ącherliche Umhang hatte zwar einiges an Schrot
abgefangen, da├č was jedoch die Barriere passiert hatte gen├╝gte vollends um sein armseliges Lebenslicht auszupusten. Alexander betrachtete angewidert die sterblichen ├ťberreste seines Schwagers und fragte sich wie so oft was seine Schwester an dem schwabbeligen Fettklops
hatte finden k├Ânnen. Neben seinem deprimierenden ├äu├čeren hatte er weder Besitz noch angemessenen gesellschaftlichen Stand zu bieten. Das gr├Â├čte Handicap seiner Schwester
Agnes war seit je her ihr viel zu weiches Herz gewesen. Sie hatte Richard kennen gelernt als dieser in seiner t├Âlpelhaften Art versucht hatte ihm an der Haust├╝r einen Staubsauger zu verkaufen. Alexander hatte Richard das halbe Herrenhaus saugen lassen bevor er ihm mit den Worten, "kommen Sie in sechs Wochen wieder, dann d├╝rfen die andere H├Ąlfte reinigen" hinauswarf. Nachher war es zu einem Disput mit seiner Schwester gekommen in deren Verlauf sie ihm Herz und Charakterlosigkeit vorwarf. Er hatte gekontert, da├č f├╝r ihn Vertreter die gleiche Lebensberechtigung wie Kakalaken oder schlimmer noch Soziallisten hatten. Das es nicht das letzte Mal vorkam, da├č Richard ins Haus kam bemerkte er erst nachdem er in der
Haushaltskammer, die er f├╝r gew├Âhnlich nie betrat, ├╝ber ein Dutzend ungebrauchter Staubsauger gestolpert war. Zur Rede gestellt beichtete Agnes unter Tr├Ąnen ihre skandal├Âse Verbindung. Einer sofortigen Exekution durch den Familienvorstand entzog sich Richard jedoch in dem er
Agnes in einer schwachen Minute zwischen zwei Vertreterbesuchen geschw├Ąngert hatte. Als Onkel seines zuk├╝nftigen Neffen, und einzigem Nachkommen der Familie, entschloss sich Alexander schweren Herzens Gnade vor Recht zu gew├Ąhren. Er lie├č das alte G├Ąrtnerhaus in einen halbwegs bewohnbaren Zustand versetzen, so da├č die Familie ein eigenes zu Hause hatte und ihm m├Âglichst wenig ├╝ber den Weg lief. In seiner unvergleichlichen G├╝te konnte er es sich jedoch nicht verkneifen seinem G├Ąrtner den Auftrag zu geben die vor die vor dem Haus befindliche Buchsbaumhecke so umzuschneiden, das sie in etwa der Form eines Staubsaugers
entsprach. Sicher hatte Sir Alexander seinen Schwager Richard nicht mit Absicht get├Âtet aber in diesem Fall hatte sich im positivsten Sinne der Zufall mit dem N├╝tzlichen verbunden. Allerdings den Vorfall vorschnell der Polizei zu melden w├╝rde eine unerfreuliche Untersuchung nach sich ziehen. Alexander war zwar sicher das die Beamten das Wort eines Gentlemans wie ihm niemals anzweifeln w├╝rden, aber ein bekannt werden des Vorfalls h├Ątte doch einen unangenehmen Nachgeschmack bei Freunden und Bekannten nach sich ziehen k├Ânnen. Diese leidigen Gedanken beunruhigte ihn mehr als der Tod seines Schwagers, aber seine strenge Erziehung erreichte es, da├č er sich nach und nach wieder beruhigte und sein berechnender Verstand nun wieder das Ruder f├╝hrte. Seine Gedanken kreisten darum wie er
es schaffen konnte, ohne gro├čes Aufsehen die Situation zu bereinigen. Als gr├Â├čtes Problem sah er die unauff├Ąllige Beseitigung der sterblichen ├ťberreste an. Er selbst war zwar trotz seines alters noch in guter k├Ârperlicher Verfassung, aber die ann├Ąhernd drei Zentner Richards
durch die langen G├Ąnge des Herrenhauses zu transportieren war doch ein zu schwieriges Unterfangen. Zu alledem war die Anwesenheit seiner Haush├Ąlterin ein Problem, die zwar
stocktaub und von dem Schuss nichts geh├Ârt haben konnte, zum Ausgleich jedoch mit adlergleichem Blick ausgestattet war. Sie w├╝rde vielleicht seinen Versuch bemerken und
sp├Ąter vielleicht ihre Schl├╝sse daraus ziehen wenn er den Fettsack in einen Teppich geh├╝llt die Stufen in den Empfang hinab schleifen w├╝rde. Den Toten einfach aus dem Fenster
abzuseilen war ebenso unm├Âglich, da sich unterhalb des Fenstersims das Glasgew├Ąchshaus des Landschaftsg├Ąrtners befand. Verzweifelt lie├č er seinen Blick durch das Herrenzimmer gleiten, doch es bot keinerlei Schr├Ąnke, Kommoden oder sonstige vor├╝bergehende Versteckm├Âglichkeiten f├╝r die Leiche. Er war gerade im Begriff den Raum verlassen und ins Jagdzimmer wechseln als er pl├Âtzlich stutzte. Trotz der ernsten Situation stahl sich ein hinterh├Ąltiges Grinsen in sein Gesicht, nat├╝rlich, welcher Ort w├╝rde sich f├╝r den Aufenthalt eines Nikolauses besser eigenen. Nach kurzem ├ťberlegen wusste er was zu besorgen war. Wenige Minuten sp├Ąter hatte Alexander alle notwendigen Ding im Herrenzimmer angeh├Ąuft. Eine Leiter ein starkes Seil eine Winde und alte Kleidung. Alexander brauchte nicht ganz eine
Stunde, bis er sich zufrieden in seinen Sessel zur├╝cklehnte. Als n├Ąchstes schlich er sich mit
seinem Nachschl├╝ssel zum alten G├Ąrtnerhaus in dem Richard und seine Frau wohnten. Vorsichtig betrat er das Wohnzimmer, fand den Schl├╝ssel zum Safe, den Agnes wie immer in der einer Porzellantasse aufbewahrte. Dem Tresor entnahm er ein paar hundert Pfund und eine Brosche, die ein Erbst├╝ck seiner Mutter gewesen war. Sein Plan war klar, alle sollten denken Richard habe sich mir Geld und Brosche aus dem Staub gemacht. Nachdem er zur├╝ck zum Herrenhaus gekommen war versteckte er beides in einer alten Truhe auf dem Speicher. Hatte er alles bedacht ? Richard befand sich mit all seinen Sachen in seinem vorl├Ąufigen Versteck, die falsche F├Ąhrte war gelegt, und wenn seine Haush├Ąlterin ihren gro├čz├╝gigen Jahresurlaub von sechs Tagen wie immer bei ihrer Schwester in Pennygrow verbringen w├╝rde, h├Ątte er Zeit genug sich um eine endg├╝ltige L├Âsung k├╝mmern. Schon am ├╝bern├Ąchsten Tag reichte Agnes eine Vermisstenanzeige bei der zust├Ąndigen Polizeidienststelle ein. Alexander begleitete sie und versuchte, ungewohnt einf├╝hlsam, beruhigende Worte zu finden um ihr Mut zu machen. Die Beamten waren sehr zuvorkommend, und bem├╝hten sich r├╝hrend
um seine Schwester. Es kam schlie├člich ├Âfter vor, so beruhigten sie Agnes, da├č Menschen hier und da verschwanden und kurze Zeit sp├Ąter reuig zu ihren Lieben zur├╝ckkamen.
Nachdem jedoch acht Tage vergangen und keine Hinweise ├╝ber den Verbleib Richards eingegangen waren, besuchte ein Inspektor Hiller mit einem weiteren Beamten Alexander und
seine Schwester. Agnes schilderte unter Tr├Ąnen den letzten gemeinsamen Abend mit ihrem Ehegatten. Nach der Bescherung f├╝r ihren Sohn war es zu einer Aussprache zwischen ihr und
Richard gekommen wobei der Entschluss gefasst wurde das schlechte Verh├Ąltnis zwischen ihm und Alexander auf neue sichere F├╝├če zu stellen. Richard der in st├Ąndiger Furcht vor seinem Schwager lebte, hatte sich gegen den Willen seiner Frau Mut angetrunken. In Folge alkoholbedingter geistiger Umnachtung war er auf die irrwitzige Idee gekommen, einige S├╝├čigkeiten zusammenzupacken, und diese als verbindenden freundschaftlicher Akt seinem Schwager stilgerecht in passendem Originalkost├╝m zu kredenzen. Kurz nachdem Richard das Haus verlassen hatte war sie mit Migr├Ąne zu Bett gegangen und hatte erst am n├Ąchsten
morgen anhand des leeren Bettes ihres Mannes seine l├Ąngere Abwesenheit bemerkt. Nach seiner Kleidung befragt notierte der Beamte ├Ąu├čerlich unbewegt alle aufschlussreichen
Details. Rote Samtm├╝tze, mit grauem Fellimitat umn├Ąhter Filzumhang, wei├čer Rauschebart aus Watte, Stulpenstiefel, schwarzer Lederg├╝rtel, Jutesack mit Geb├Ąck N├╝ssen, Reisigrute und zwei Schokoladennikol├Ąuse. Der Beamte gab sich alle M├╝he Haltung zu bewaren aber Agnes
blieb es nicht unverborgen, da├č die runden Schweinsaugen des Sergeanten merkw├╝rdig weit aus den Augenh├Âhlen hervortraten und sein Schnurrbart eigenartigen Zuckungen unterlag. Erst jetzt erw├Ąhnte sie peinlich ber├╝hrt das gestohlene Geld und die fehlende Brosche. Auch
Alexander wurde nach jenem besagten Abend befragt, merkte jedoch an lange gelesen zu haben und dann zu Bett gegangen zu sein. Von seinem Schwager habe er den ganzen Abend
weder etwas gesehen noch geh├Ârt. Inspektor Hiller erfragte sich die Genehmigung das Anwesen sowie Agnes Haus und umliegende G├Ąrten untersuchen zu d├╝rfte, welches
Alexander zwar mit Vorbehalt aber letztlich bereitwillig zusicherte. Innerhalb der n├Ąchsten Wochen durchstreiften Beamte mit Sp├╝rhunden die n├Ąhere Umgebung durchsuchten das
Unterholz und durchw├╝hlten hier und da, wo ihnen etwas Verd├Ąchtig vor kam, das Erdreich. Die Tage verstrichen, und nach 14 t├Ągiger erfolgloser Untersuchung war Alexander gerade von einer Gesch├Ąftsreise zur├╝ckgekehrt, als sein Butler ihm im Empfang berichtete, da├č
Inspektor Hiller schon seit einer Stunde im Herrenzimmer auf ihn warten w├╝rde. Beunruhigt warf Alexander seinen Mantel ganz un├╝blich ├╝ber das im Empfang stehende Kanapee und ging die Treppe in den ersten Stock zum Herrenzimmer hinauf. Der Inspektor zeigte sich ├╝berrascht ├╝ber die barschen Worte die Alexander anstatt der ├╝blichen freundlichen Begr├╝├čung an ihn richtete. "Was nehmen sie sich heraus", sein Blick war erbost auf das
lodernde Feuer gerichtet da├č munter im offenen Kamin des Herrenzimmers vor sich hin prasselte. "Endschuldigen sie bitte die Freiheit die ich mir herausgenommen habe, aber bei der lausigen K├Ąlte drau├čen, und meiner Erk├Ąltung, dachte ich ein wenig W├Ąrme w├Ąhrend der Wartezeit w├╝rde mir gut tun." entgegnete Inspektor Hiller leicht verschnupft. Alexander hatte sich schnell wieder im Griff und bat um Entschuldigung, da er eine recht unangenehme R├╝ckreise von London hinter sich gebracht hatte. Er lud den Inspektor ein ihm ins Jagdzimmer zu folgen, doch Hiller meinte das das was er zu sagen h├Ątte nicht lange dauern w├╝rde und ihm die W├Ąrme des Feuers gut tun w├╝rde. Alexander setzte sich, nachdem er sich an der frisch renovierten Hausbar einen Whisky eingegossen hatte, in seinen neu gepolsterten
Armsessel. Der Inspektor der immer noch am Feuer stand, gab einen kurzer Abriss ├╝ber die polizeilichen Aktivit├Ąten in Sachen Richards Verschwinden. Trotz Suchanzeigen in der
hiesigen Presse hatte niemand ihn gesehen, und wenn er nicht einem Verbrechen zum Opfer gefallen w├Ąre, so m├╝sste man doch davon ausgehen, da├č Richard mit Geld und Brosche das Weite gesucht habe. Verwirrend fand Hiller es nur, da├č man w├Ąhrend der Untersuchung in Richards Schreibtisch die Quittung eines Schmuckh├Ąndlers vom vergangenen Jahr fand, aus der hervor ging, da├č er eine Kopie der Brosche hatte anfertigen hatte lassen, und das Original f├╝r 6.000 Pfund an ihn verkauft hatte. Welchen Grund hatte Richard nur die wertlose Replik mitgehen zu lassen. Inspektor Hiller nahm dem sichtlich schockierten Alexander das Versprechen ab, die Informationen einf├╝hlsam und r├╝cksichtsvoll seiner Schwester mitzuteilen. Mit den Worten, da├č dies wohl vorerst das letzte mal sein w├╝rde das er seinem Haus einen
Besuch abstatten w├╝rde verabschiedete sich Hiller von Alexander, der sich bedankte und sich nun entschuldigend ins Jagdzimmer zur├╝ckzog. Bevor Hiller zu seinen Schirm griff, ging er auf den offenen Kamin zu und hielt seine Finger, um noch etwas W├Ąrme zu tanken an die
Flammen. Er wollte sich gerade abwenden als er einen dicken braunen Tropfen bemerkte der mitten in die gl├╝henden Holscheite viel und dort zischend verbrannte. Verwundert
beobachtete der Inspektor wie ein Tropfen nach dem anderen in die Glut viel und dann mit s├╝├člichem Gestank verschmorte. Neugierig geworden hielt er einen Holzscheit ├╝ber die Flammen und zog ihn wieder heraus als er sah das etwas dieser merkw├╝rdigen Brei auf ihm gelandet war. Argw├Âhnig roch er an der braunen Masse, dann tupfte er seinen Zeigefinger in die Fl├╝ssigkeit und leckte vorsichtig daran. Verwundert wiederholte er das Ganze bis er sich
ganz sicher war. Dann sah er sich im Zimmer um, und entdeckte ein kleines verchromte Tablett auf dem Serviertisch. Er nahm es an sich, ging zum Kamin und benutzte es wie einen Spiegel in dem er das blanke Tablett vorsichtig in m├Âglichst gro├čem Abstand schr├Ąg ├╝ber das
Feuer hielt, so da├č er in Kaminschacht einsehen konnte. Was er sah verschlug ihm den Atem. In ca. zwei Metern H├Âhe hing der K├Ârper eines Menschen eingeh├╝llt in einen russgeschw├Ąrztem Umhang, aufgeh├Ąngt an einem schweren Seil welches ihm um den Leib geschlungen war. An seinem Gewand hing eine Art Jutesack aus dem es fortw├Ąhrend herabtropfte. Alexander sa├č entspannt und selbstzufrieden im Jagdzimmer, das er in den letzten Monaten verst├Ąndlicherweise h├Ąufiger als fr├╝her nutzte, als der Inspektor ohne anzuklopfen eintrat. Entr├╝stet wendete er sich Hiller zu der ein St├╝ck Papier in der Hand hielt, auf dem sich ein undefinierbarer brauner Klecks befand. Der Inspektor trat unaufgefordert zu Alexander hin├╝ber und bat ihn zu kosten. "Ich wei├č zwar nicht was das ganze soll, aber bitte" meinte Alexander ver├Ąrgert. Er probierte vorsichtig und sah den Inspektor verst├Ąndnislos an."Um was handelt es sich nach ihrer Meinung" ?, fragte Hiller. "Schokolade denke ich, Zartbitter vermutlich" entgegnete Alexander irritiert ."Ja fast richtig Mr. Blindham",bemerkte der Inspektor und w├Ąhrend er die Handschellen aus dem Mantel zog f├╝gte er hinzu, "es ist Vollmilch, Schokoladennikol├Ąuse sind immer aus Vollmilch".
__________________
Norbert Hilgers

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Zur├╝ck zu:  Krimis und Thriller Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!