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Leselupe.de > Ungereimtes
. das helle Blau des Himmels .
Eingestellt am 23. 12. 2008 14:19


Autor
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Zarathustra
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. das helle Blau des Himmels fiel in den See .



Das helle Blau des Himmels
fiel in den See
- manches aber,
das den Leuchtsternen Gleiche
legt sich als goldener Schimmer,
ins Gr├╝n deiner unschuldigen Augen

Morgen,
wenn ein rosa Feuer ├╝ber den Bergen brennt
verf├Ąngt es sich als zeitloses Aug┬┤
im Netz der Fischer,

.. die noch immer
mit ihren leckgeschlagenen K├Ąhnen,
tief auf dem Grund, nach Perlen suchen.

__________________
Was sind das f├╝r Zeiten, wo ein Gespr├Ąch ├╝ber B├Ąume fast ein Verbrechen ist, weil es ein Schweigen ├╝ber so viele Untaten einschlie├čt! (Bertold Brecht)

Version vom 23. 12. 2008 14:19

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Vera-Lena
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Hallo Zarathustra,

das ist beeindruckend, wie Du Immaterielles dem Materiellen gegen├╝ber stellst und wie Du aufzeigst, dass das Immaterielle immer gegenw├Ąrtig ist, w├Ąhrend man nach dem Materiellen so m├╝hsam auf der Such sein muss.

Auch der Mittelteil, in dem es um einen Menschen geht macht eine starke Aussage. Ja, selbst wei├č man nicht, was die Seele durch die eigenen Augen zum Ausdruck bringt, aber andere, die ein wenig aufmerksam und f├╝r solche Dinge geradezu "hellsichtig" sind, bemerken es.

Ein wunderbar unpr├Ątenti├Âser Text!

Liebe Gr├╝├če
Vera-Lena



__________________
Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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Open Mike
Guest
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Alles W├Ârter, die eigentlich l├Ąngst verbraucht sein m├╝ssten, und da f├Ąllt auch schon das Blau vom Himmel. In den See.
Und doch folgt dann eine Reihe bemerkenswerter Bilder. Erstaunlich. Vor allem die letzten Zeilen.

Allerdings lebt Lyrik auch von Lauten.
Was mir hier fehlt, ist das Gef├╝hl f├╝r Rhythmus, f├╝r rechten Klang. Speziell am Ende der ersten und zu Beginn des zweiten Teils.
Um nicht missverstanden zu werden: Keinesfalls mag ich irgendeinen Gleichklang oder gar den hohen Odenton.
Nur irgendwie ...
Vielleicht bin ich aber auch der einzige, den so was st├Ârt.
Mein Tipp: Noch mal laut vorlesen lassen.

Und das "den Leuchtsternen Gleiche" "als zeitloses Aug┬┤". Wieso verf├Ąngt es sich erst morgen?

fragt
om

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Vera-Lena
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Hallo Open Mike,

ich hoffe, Zarathustra ver├╝belt es mir nicht, wenn ich ihm hier vorgreife.

Aber was den Klang angeht, liege ich da mit Dir auf einer Wellenl├Ąnge. Auch mein Geh├Ârsinn ist in lyrischen Texten ├╝beraus empfindlich.

Was mich st├Âren k├Ânnte ist: das den Leuchtsternen Gleiche das empfinde auch ich als sehr unmelodi├Âs, aber......diese raffinierte Umschreibung dessen, was mit anderen Worten sehr platt klingen k├Ânnte, gleicht diesen Sch├Ânheitsfehler f├╝r mich dann wieder aus.

Das andere: mit ihren leckgeschlagenen K├Ąhnen da sp├╝rt man bei dem schwierigen Aussprechen die kunstvolle Absicht. Hier soll ja die M├╝he zum Ausdruck gebracht werden. Deshalb finde ich diese Stelle hervorragend.

Das "Morgen" bezieht sich auf den Sonnenaufgang, wenn der Himmel, bevor die Sonne aufgeht, in dieses rosa Feuer getaucht wird. (Ich bin ein Fan von Sonnenaufg├Ąngen.)

Das "den Leuchtsternen Gleiche" bezieht sich auf das lyrische Du; das "zeitlose Aug'" bezieht sich auf das Morgenrot und die Fischer.

Es macht mir Freude, mich mit Dir ├╝ber das Thema Rhythmus und Melodie in lyrischen Texten zu unterhalten.

Liebe Gr├╝├če
Vera-Lena


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Open Mike
Guest
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Womit ich klang├Ąsthetisch nichts anfangen kann, ist der Wechsel zu Beginn des zweiten Teils.
In den beiden Zeilen zuvor gab es kaum einen Laut, der zum anderen passte, und statt einer Aufl├Âsung nun dieser Wechsel.

quote:
Das "Morgen" bezieht sich auf den Sonnenaufgang
Gewiss, doch jenes Netz liegt schon l├Ąnger da unten und die Sonne geht morgen nicht zum ersten Mal auf.
"Das den Leuchtsternen Gleiche" in jenen Augen k├Ânnte freilich ein Novum sein. Eine vage Erkl├Ąrung.

Wor├╝ber sich ebenfalls r├Ątseln l├Ąsst: "fiel in den See"
Weshalb die Vergangenheitsform?

Gru├č
om

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Zarathustra
Routinierter Autor
Registriert: Apr 2003

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an ALLE

tausend Dank
zuerst einmal, dass ihr dieses Gedicht gelesen habt.


Ich selbst tu mich schwer es zu interpretieren.

Vielleicht zur Erkl├Ąrung so viel:

das helle Blau,
das in den See gefallen war:

Stellt euch einfach vor: Ich war mit meiner Frau 2 Tage - am 4. Advent in Schlehdorf am Kochelsee. Die letzten Tage der Erholung, bevor wir unsere Oma zu uns holen.
Das Wetter in den Alpen war alles andere als gem├╝tlich und Weihnachtlich. (Es hat gesch├╝ttet in Str├Âmen!!)

Ein Besuch im Franz Marc Museum in Kochel - hat mich zu den 2 Zeilen gebracht: Das Blau des Himmels, im Blau der Alpenseen. Ein sch├Ânes Bild. Eine Sch├Âpfungsgeschichte f├╝r sich.


Alles andere:
Was n├╝tzt das Blau des Himmels, wenn es sich nicht als Gold in den Augen einer Frau spiegelt. Wertlos ist es, zumindest f├╝r den Romantiker.

Dann verstecken sich natürlich Ängste und Hoffnungen in meinen Bildern.

All die ├ängste und die Hoffnungen aber m├Âchte ich nicht erkl├Ąren: Sie geh├Âren dem Leser alleine.

Zum - zurecht kritisiertem Rhythmus:

ganz richti: Die Melodie fehlt, es ist stammeln!

Aber das Stammeln m├Âchte ich als Staunen deuten.

allen eine frohe Weihnacht
Hans
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