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Leselupe.de > Kurzprosa
*immer wieder*
Eingestellt am 05. 05. 2007 17:31


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Franka
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*immer wieder*

Maria-Magdalena sch├Ątzte das Alter des M├Ądchens auf sechzehn, h├Âchstens siebzehn.
Mit ihren wei├čen Stiefeln bis ├╝ber das Knie und der kurzen Hose, die mehr zeigte als verdeckte, sah sie aus wie eines dieser superd├╝nnen Unterw├Ąschemodells.

Nur zirka f├╝nfundzwanzig Meter Stra├če zwischen den beiden Frauen. Hart erarbeitetes Gebiet.
Trotz der kr├Ąftigen Schminke lagen die kindlichen Z├╝ge im Gesicht der Fremden offen.

Dies hier ist der falsche Job, dachte die so viel ├ältere und sah zu dem M├Ądchen hin├╝ber. F├╝r einen Wimperschlag trafen sich ihre Blicke. Die jungen Augen sagten: Halte dich raus! Sie zogen eine scharfe Grenze.

Maria-Magdalena f├╝hlte sich unwohl. Sie erkannte diesen Blick. Vor fast zwanzig Jahren waren es ihre Augen die durch die schwarze Schminke Blitze schleuderten. Die Andere hatte weggeschaut und sie war schnell in das erste Auto gestiegen, das neben ihr gehalten hatte.

In ihrem Leben hatte sie viele Grenzen ├╝berschritten. Fast immer hatte es weh getan, fast immer waren Narben geblieben. An dieser Grenze, gezogen von einem Kind, w├╝rde sie sich nicht verletzen.

Maria-Magdalena hielt dem Blick stand. Sekundenlang. Dann ging sie. Langsam, ohne Hast. Einen neuen Stellplatz zu suchen.

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Hannah Rieth
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Hallo Franka,

der Text gef├Ąllt mir wirklich gut. Eine klare, gerade Sprache und kaum ein Wort, auf das man verzichten k├Ânnte. Klasse!

Trotzdem ein paar kleine Anmerkungen ... Vielleicht kannst Du ja mit der einen oder anderen etwas anfangen.

Viele Gr├╝├če von Hannah

*immer wieder*


Maria-Magdalena Muss es ausgerechnet dieser Name sein? Ist das nicht vielleicht ein wenig zu platt? sch├Ątzte das Alter des jungen M├Ądchens auf sechszehn (sechzehn), h├Âchstens siebzehn.
Mit ihren wei├čen Stiefeln, bis ├╝ber das Knie, und der kurzen Hose, die mehr zeigte als verdeckte, sah sie aus wie eines der dieser superd├╝nnen Unterw├Ąschemodells.

Es lagen nur zirka f├╝nfundzwanzig Meter Stra├če Die "Stra├če" hat mich beim ersten Lesen irritiert. Brauchst Du die n├Ąhere Beschreibung unbedingt? Und falls ja, ist es dann nicht eher der B├╝rgersteig? zwischen den beiden Frauen.
Trotz der kr├Ąftigen Schminke lagen die kindlichen Z├╝ge im Gesicht der Fremden offen. Gef├Ąllt mir gut!

Dies hier ist der falsche Job, dachte die so viel ├ältere und sah zu dem M├Ądchen hin├╝ber. Auch hier habe ich gestutzt. Meinst Du, eine ├Ąltere Prostituierte denkt wirklich so "m├╝tterlich"? F├╝r einen Wimperschlag trafen sich ihre Blicke. Die jungen Augen sagten: Halte dich raus. Hier w├╝rde ich Anf├╝hrungszeichen setzen. Kursiv ginge auch. Sie zogen eine scharfe Grenze.

Maria-Magdalena f├╝hlte sich unwohl. Sie erkannte diesen Blick. Vor fast zwanzig Jahren waren es ihre Augen die, durch die schwarze Schminke, Blitze schleuderten. Die Andere hatte weggeschaut, und sie war schnell in das erste Auto gestiegen, das neben ihr gehalten hatte.

In ihrem Leben hatte sie viele Grenzen ├╝berschritten. Fast immer tat es weh, waren Narben geblieben. Was h├Ąltst Du hiervon: Fast immer hatte es weh getan, fast immer waren Narben geblieben. An dieser Grenze, gezogen von einem Kind, w├╝rde sie sich nicht verletzen.

Maria-Magdalena hielt dem Blick stand. Sekundenlang. Dann ging sie. Langsam, ohne Hast. Sie wusste, sie w├╝rde nun an anderer Stelle stehen m├╝ssen. Diesen Satz fand ich beim ersten Lesen zu lang, vielleicht zu kompliziert. Nicht, dass er das wirklich w├Ąre - klar -, aber Du wirst so sch├Ân knapp zum Schluss und durch diesen letzten Satz verpufft die Wirkung ein wenig.

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Franka
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Hallo Hannah,

danke f├╝r das "Klasse" und f├╝r die klasse Hinweise. Ich habe den Text darauf hin noch einmal bearbeitet.

Liebe Gr├╝├če
Franka

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Hannah Rieth
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Hallo Franka,

sch├Ân, dass Du mit den Anmerkungen etwas anfangen konntest. :-) Gef├Ąllt mir richtig gut so! Eine Kleinigkeit ist mir noch aufgefallen:

quote:
Vor fast zwanzig Jahren waren es ihre Augen gewesen, die durch die schwarze Schminke Blitze geschleudert hatten.

├ťber die Zeiform kann man vielleicht streiten, aber das Komma hinter den Augen ist mir vorhin durchgegangen.

Viele Gr├╝├če von Hannah

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Franka
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Danke f├╝r dein aufmerksames Auge. Die andere Empfehlung l├Ąsst sich leider nicht umsetzen, ich h├Ątte sonst in zwei S├Ątze hintereinander das Wort "hatte".

LG Franka

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Franka
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Hallo Hannah, hallo Pete,

bitte nicht wundern, aber ich habe den Text ├╝ber weite Strecken in den Urzustand zur├╝ck versetzt. Dieser Text ist Bestandteil meiner Reihe ├╝ber die Prostituierte Maria-Magdalena und nach der ├ťberarbeitung passten die Texte nicht mehr zusammen. Daher die "R├╝ckverwandlung".

Liebe Gr├╝├če
Franka

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